Boot & Wein 2018

Boot & Wein 2018

Wie kommen die schönen Bilder in den Katalog und auf die Webseite? Unser Marketing-Team war heute morgen von Niderviller aus zum Shooting unterwegs und hat mal Protokoll geführt.

Von Dagmar Kuhnle

6.45 Uhr Der Wecker klingelt. Nach einer Dusche komme ich die Treppe herunter. Mein Marketingkollege Lukas Klingebiel und unser Bootsmann Florian sind schon an Deck der „Emile Zola“, unserem heutigen Model. Ich sehe die beiden und drehe auf dem Hacken um, Schlüssel vergessen. Ist halt noch ein bisschen früh für mich.

7.15 Uhr Mein zweiter Gang führt in die Werfthalle. Dort ist Jean-Francois vom Obstbauverein dabei das Frühstück für alle machen. Er hat mir schon Teller mit drei Schokocroissants, Schinken und Butter vorbereitet. Denn gestern Abend hatten wir überlegt, dass wir um sieben losfahren müssen, wenn wir von der Basis Niderviller zum Hafen Altmühle, durch die beiden Schiffstunnel und dann das Hebewerk runter und wieder rauf fahren wollen. Also Frühstück im Schichtwechsel an Bord. Jean-Claude füllt noch schnell zwei Schälchen mit seiner selbstgemachten Marmelade, ich bringe alles inklusive zwei Baguettes und einer frischen Kanne Kaffee an Bord. Noch mal umdrehen! „Habt Ihr auch Milch für uns?

7.30 Uhr Der Rauhreif an Deck wird schnell von den ersten Sonnenstrahlen geschmolzen, gleichwohl bleibt es rutschig. Wir schleichen uns aus dem Hafen, die anderen schlafen ja noch. Kaum sind wir unter der ersten Brücke durch sieht man in der Ferne Frühnebelstreifen über dem Kanal schweben. Solche Landschaften sehe ich als notorische Langschläferin selten. Boah. Lukas hat ein Handy im Zeitraffermodus auf dem Salondach installiert, was nachher hoffentlich ein feines Video produziert hat.

8.04 Uhr Nach kurzer Fahrt erwarten wir den ersten Stop vor dem roten Licht der Tunneleinfahrt. Doch da ist alles Grün, außer der beweglichen Schrift, die uns Datum und Uhrzeit mitteilt. Dann mal rein in den Tunnel. Es ist schon unheimlich, wenn sich der Kanal immer weiter verengt. Vom Hafenbecken Altmühle wieder ein Stück Kanal, dann die Tunnelzufahrt und wenn man schon denkt, enger darf es jetzt wirklich nicht werden, gehen links und rechts vom Boot noch mal ein paar Zentimeter Wasser verloren, bis man an jeder Seite nur noch gefühlte vier Zentimeter Platz hat (tatsächlich sind es jeweils 70 Zentimeter). Der Tunnel ist dunkel, aber etwas wärmer als die kühle Frühlingsmorgenluft.

8.15 Uhr Jetzt bloß immer schön geradeaus fahren. Steht das Boot leicht schief? Ich korrigiere mit dem Bugstrahler. Die Kormoran hebt bei jedem Druck auf den Bowprop kurz den Hintern an, weil ja dann die Hydraulik nicht mehr den Antriebspropeller versorgt, sondern den vom Bugstrahler. So ganz ohne Kontakt mit der Tunnelwand kommen wir nicht aus, dabei ist die „Emile Zola“ gerade frisch lackiert. Au weia! Na, wer sein Boot liebt hat Fender …

8.22 Uhr Der erste Tunnel ist geschafft, ich übergebe Lukas das Steuer und gehe den Tisch decken. Der Kaffee ist zwischendurch doch sehr abgekühlt. Ich beschließe, ihn noch mal warm zu machen, als der zweite Tunnel beginnt und ich im Dunkeln tappe. Licht anmachen ist schlecht, dann sehen die beiden oben am Fahrstand nichts mehr. Aber Kormoran ist Kormoran, im Prinzip ist ja alles immer gleich … Ich ertaste die Töpfe im Schrank. Als es kurz heller wird (der Kanal hat immer mal wieder eine Lampe), gucke ich noch mal: Jo, der passt. Wieder dunkel. Kaffee umfüllen, der Topf ist ja groß genug. Rechts oberhalb des Kochfelds an der Wand hängt immer ein Gasanzünder, ja, auch hier! Klickklick, kein Funke zu sehen. Hm. Wo ist die Schublade? Wenn der Gasanzünder defekt ist, hat vielleicht der letzte Kunde Streichhölzer da gelassen? Ich fühle den Knopf der Schublade, lange rein – ein Feuerzeug!

Während der Kaffee auf dem Gasherd wieder wärmer wird, finde ich im Blindflug Tassen, Untertassen, Teller und Messer. Stelle alles von der Pantry aus aufs Sofa im Salon. Als die nächste Lampe den Salon kurz in orangefarbenes Licht taucht, sehe ich, dass Florian alles schon auf den Tisch gestellt hatte. Also Blindflug retour.

8.40 Uhr Sobald wir aus dem Tunnel raus sind, rufe ich den ersten zum Frühstück. Florian kriegt vor lauter Zähneklappern kaum sein Croissant gebissen, aber er wärmt sich am Kaffee und schließlich reicht es noch für ein Stück Brot mit Jean-Claudes köstlicher Marmelade. „Ich bin aber kein großer Frühstücker“, meint er, bevor er den Steuermann für die letzten Kilometer ablöst.

9 Uhr Wir liegen an der Wartestelle des Hebewerks. Auch hier zeigen alle Lichter grün. Aber wir müssen noch auf den Fotografen, Harald Mertes warten, und Jean-Michel Zorn, der für uns im Leitstand des Schiffshebewerks gut Wetter machen soll, damit wir die normalerweise verbotenen Bereiche zum Fotografieren betreten dürfen. Als die beiden angekommen sind, bekommen wir sogar eine Privatschleusung, damit das Bild perfekt wird. Es ist noch nicht so viel los, da geht das ausnahmsweise.

 

9.15 Uhr Harald Mertes dirgiert uns von der Dachterrasse aus „noch ein Stück weiter – Stopp – bisschen zurück – so ist perfekt.“ Von oben das Boot, das Hebewerk, die Landschaft, den kleinen See am Fuß des Hebewerks, er proportioniert alle Bildbestandteile. Netterweise sieht auch die Sonne ein, dass sie mit aufs Bild muss. Langsam schweben wir zu Tal, während Fotografen-Haralds Auslöser klackert. Wir bemühen uns alle, möglichst dekorativ auszusehen.

9.30 Uhr „Soll ich erst wenden und dann anlegen oder erst anlegen und wir drehen dann nachher beim Ablegen?“ Gute Frage, hatte ich eben auch schon überlegt. Unser Bootsmann ist prima. „Dreh mal erst, dann sehen wir dynamischer aus, wenn wir noch von der anderen Kanalseite fotografiert werden.“ Glucksen und Grinsen bei Lukas und Florian. Nun gut, ein 17 Tonnen schweres Hausboot, das sich mit 8 Stundenkilometern über einen französischen Kanal bewegt, ist eventuell nicht sooo besonders dynamisch. Florian legt den Dampfer trotzdem erst nach der Drehung an.

9.40 Uhr Fotografen-Harald kommt angestapft, glücklicherweise gab es eine versteckte Treppe – die, die man außen am Schiffshebewerk sieht, erschien uns doch ein wenig kniestrapaziös selbst für einen fitten 70er wie Harald es ist. Er gibt uns Anweisungen für die Rückfahrt und – wie es seine Art ist – noch einen schmutzigen Witz mit auf den Weg. („Sagt ein Arzt zum andern: …“ – ach fragt ihn lieber selbst.)

10 Uhr Der Trog ist ohne uns wieder hochgefahren. Eine Linssen kommt von Lutzelbourg heran und fährt zur Wartestelle vor. Wir sehen, wie der Trog langsam wieder zu Tal gleitet, warten ab, bis er leer ist, dann fahren wir hinter der Linssen in den Trog ein. Harald steht unten am Geländer. Lukas lehnt sich mit seiner leuchten blauen Jacke dekorativ ans Geländer des Seitenstegs im Trog. Das darf man normalerweise nicht, der VNF-Mann, der mit dem Trog mitfährt, lässt es uns ausnahmsweise für das Foto durchgehen.

10.30 Uhr Oben angekommen machen wir noch einmal fest, um uns in der Leitstelle des Heberwerks für das freundliche Entgegenkommen zu bedanken. Wir laden auch herzlich ein, nachher zu einem Glas Wein bei uns an der Basis vorbeizuschauen. Dann machen wir uns auf den Weg zurück nach Niderviller. Als wir in den Hafen einbiegen kommt uns statt Frühnebel der Duft von gegrillten Kotletts in die Nase. Es ist Zeit für das Mittagessen.

 

Seebär Kunibert gibt Tipps

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Knotenstunde für Kids

An Land ist es ja einfach: Fahrradständer ausklappen, Handbremse anziehen und Euer Gefährt bleibt wo es ist. Naja, es fällt vielleicht um, aber bevor der Wind ein Fahrrad oder gar ein Auto wegpustet, muss es schon ganz schön blasen. Mit Booten ist das anders. Die schwimmen auf dem Wasser und genauso leicht, wie Du Deine Oma (falls Du eine hast) auf einer Luftmatratze
durchs ganze Nichtschwimmerbecken schieben kannst, pustet der Wind sogar ein tonnenschweres Schiff quer durch den Hafen. Und da man nie genau wissen kann, wie sich der Wind mal ändert, binden wir unsere Schiffe an.

Nun ist es Dir bestimmt schon passiert, dass Du die Schleife Deiner Turnschuhe neu binden musstest, oder? Ist ja nicht schlimm, Du hast den Schuh ja am Fuß und merkst es rechtzeitig. Da Du ja zum Landgang Dein Boot verlassen willst (sonst könntest Du es ja auch festhalten), muss der Knoten schon ein wenig cooler sein als eine Schleife. So wie Dein Turnschuh Löcher für die Schnürsenkel hat, gibt es auf dem Boot ein Metallteil für das Festmacheseil: Die Klampe oder manchmal auch kleine Poller.

Der Alltagsknoten auf einem Hausboot ist der Klampenschlag. Keine Sorge, die Prügelstrafe ist auch für Schifferknoten und Klampen abgeschafft, er heißt nur so. Am schlauesten ist es, wenn man beim Festmachen an dem einen Ende der Leine eine feste Schlaufe hat, die legst Du als erstes um die Klampe. Dann führst Du den Festmacher um irgendwas an Land, von dem es nicht abrutschen kann. Mit dem Rest der Leine machst Du einen Klampenschlag auf die Klampe bei Dir an Bord. Das hat den Vorteil, dass Du, wenn Du wieder los willst, das Seil vom Boot aus lösen kannst.

Euer Kapitän Kunibert

Einmal hin, einmal her, rund herum ist gar nicht schwer

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Joystick Boating mit der Aquino 1190

 

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