1000 mal passiert – und dran vorbeigefahren Oder: Wer war schon mal in den Wentow-Gewässern?

1000 mal passiert – und dran vorbeigefahren Oder: Wer war schon mal in den Wentow-Gewässern?

OHW-km 24.9: Abzweig der Wentow-Gewässer

 

20 Jahre schippere ich nun schon zwischen Elbe und Oder umher. Mein Mann noch länger. Immer noch gibt es Ecken, in denen wir noch nie gewesen sind. War da überhaupt schon mal ein Hausbooot? Ein Boot? Folgen Sie uns zu den Wentow-Gewässern!

Prolog im Büro

„Jetzt ist der Sommer vorbei und wir waren gar nicht Boot fahren!“

„Hä? Wir sind eine Woche von Zeuthen aus an der Mittleren Spree gewesen, haben im Schwielochsee gebadet und haben dann noch eine Überführung von Zehdenick an die Müritz abgestaubt. Ich bin mit zig Pressereisen und Fernsehleuten über die Müritz und nach Mirow gejuckelt.“

„Aber als es so heiß war, sind wir nur einmal nach der Arbeit zum Baden raus. Ansonsten habe ich den Sommer aus dem Bürofenster angeguckt. Weißt du, dass es schon T-Shirts gibt auf denen steht ,Sommer 2018 – ich war dabei’? Ja am Bürofenster!“

„Also nach der Kanalkonferenz ist noch ein Wochenende frei, guck mal, ob da noch was rumliegt an Booten.“

Die mecklenburgischen und märkischen Gewässer – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2018. Das sind die Abenteuer des Hausboots „Hasel“, das mit seiner zwei Personen starken Besatzung ein Wochenende lang unterwegs ist, um neue Gewässer zu erforschen. Viele Kilometer vom nächsten Funkmast entfernt, dringt die „Hasel“ in Kanäle voller Seerosenfelder und Schilfgürtel vor, die nur darauf lauern, die Kühlwasseransaugung zu verstopfen.

Es ist schon fast dunkel, als wir die Marina Zehdenick erreichen, wir finden den Bootsschlüssel im verabredeten Versteck. Während ich in die Achterkabine unserer Kormoran 940 abtauche, um uns ein Bett zu bauen (Warum schlafen eigentlich alle immer mit auseinander geschobenen Betten? Man ist doch verheiratet!), schleppt mein Mann unser Gepäck an Bord. Für zwei (!) Übernachtungen sind das:

  • eine Klappkiste mit Obst, Gemüse, Brot, Nudeln, Orangensaft, Milch
  • eine Kühlbox mit dem Inhalt des Kühlschranks zuhause, sowie zwei Flaschen kaltem Bier, deren Deckel gleich zischen, damit das Einräumen und Betten machen netter wird
  • eine Einkaufstasche mit Zeug, das wir noch schnell bei Edeka in Mirow gekauft haben
  • ein Karton mit Bier, französischem Wein, Crémant von Madame Lang (siehe Bericht Boot & Wein und Fluvius Spezial Wein vom Captains Inn)
  • eine Reisetasche mit Klamotten, Extrakissen und Waschtaschen
  • eine Klappkiste mit Zeugs was wir immer mit aufs Boot nehmen – unsere Bootskiste
  • zwei Bürorucksäcke mit Laptops, Zeug was wir unterwegs lesen wollen (und oft ungelesen wieder mitbringen), Ladekabel, Sonnenbrillen etc.
  • mein fetter Törnplaner/Törnatlas-Recherche-Ordner

Glücklicherweise ist Bettwäsche an Bord, so dass unsere vorsichtshalber eingepackten Schlafsäcke im Auto bleiben. (Dies zur Info für alle, die denken, wenn der Chef unterwegs ist, gibt es rote Teppiche oder so.)

Auslaufen ist heute nicht mehr, mittlerweile ist es stockduster geworden. Wir tappen über Betonplatten über das mehr oder weniger stilvoll gealterte Marinagelände zur Straße vor, richten unseren Kurs nach rechts und freuen uns, dass die Basis mit dem Hafenbetreiber im kommenden Frühjahr ein paar Kilometer Havelaufwärts zieht, wo schon von weitem ein Mast mit 20 Scheinwerfern zu sehen ist. Schnell ist das italienische Restaurant am Kanalufer erreicht, ebenso schnell stehen Aperitif und Vorspeise vor uns, Hauptgang und Wein folgen zügig und lecker.

Die Wentow-Gewässer

Unser Ziel für dieses Wochenende sind die Wentow-Gewässer. Die zweigen bei Kilometer 24,9 von der Oberen Havel-Wasserstraße nach Westen ab. Wir wissen, dass es da folgendes gibt:

  • 1 Schleuse (mit eingeschränktem Betriebsmodus wegen Wassermangel – Stichwort Sommer 2018)
  • 2 Kanalstücke (eins zwischen Schleuse und erstem See, eins später)
  • 1 großer See
  • 1 kleiner See
  • 1 Campingplatz
  • 1 Handvoll Brücken
Karte Wentow-Gewässer aus dem Törnatlas.

Die Wentow-Gewässer sind so eine Abzweigung, die man auf dem Weg von der Müritz nach Berlin oder umgekehrt gerne links liegen lässt. Es gibt auf der Strecke einige nette kleine Seenketten, die man erkunden kann, die meisten sind durchaus spektakulärer als die Wentow-Gewässer. Warum sollte man nach Dannenwalde oder Seilershof fahren, wenn man auch nach Rheinsberg, nach Templin oder Lychen kann? Keiner von uns kann sagen, wie oft wir schon dran vorbei gefahren sind. 1000 Mal passiert – jetzt soll es endlich rein gehen!

Abzweig der Wentow-Gewässer von der Oberen Havel-Wasserstraße.

„Die Schleuse Marienthal öffnet wegen Wassermangel nur um 9, 11, 13, 15 und 16.45 Uhr“, zitiere ich den schifffahrtspolizeilichen Hinweis des WSA Eberswalde. Wir wollen es mit dem Frühaufstehen nicht übertreiben, schließlich ist es eine gute Stunde Fahrt von Zehdenick bis zur Schleuse. Also peilen wir die Schleuse für 13 Uhr an.

Schleuse Marienthal

Gute 20 Minuten vorher sind wir da. Machen vor der Schleuse fest, deren Lichter zu unserer Verwunderung nicht rot leuchten, sondern aus sind. „Schleusung bitte beim Schleusenpersonal anmelden“ steht irgendwo. Ich linse über den Zaun zum Schleusenhof, ist da jemand? Außer einem Birnbaum, der jetzt im September seine Früchte zu Boden wirft, bewegt sich nichts.

Ich wandere zur Schleuse („Zutritt nur für Betriebsangehörige der WSV“). Die Schleuse ist oben, Obertor ist offen. Die Tür zum Schleusenhäuschen steht auch offen. „Klopfklopf“ rufe ich und poche zur Sicherheit an den Türrahmen. An der Tür klebt ein handgeschriebener Zettel: Mittagspause von 12.30 bis 13 Uhr. Aha!

Birnen vom Schleusenkanal

Zurück am Boot motiviere ich mein einziges Crewmitglied mit der Aussicht auf leckeren Birnenkompott dazu, die schönsten Früchte vom Kanalufer aufzusammeln. Dann setzen wir uns hin und gucken in die Luft. Mein Mann geht sicherheitshalber auch nochmal zur Schleuse vor und kommt mit dem gleichen Ergebnis wie ich wieder.

Punkt 13 Uhr marschiere ich noch mal durch die Gartenpforte. Von weitem sehe ich eine Dame gesetzteren Alters herbeieilen.

„Wat wolln Se? Durch die Schleuse?“

„Ja, bitte.“

„Wat ham Se denn fürn Tiefgang?“

„Etwa 75 Zentimeter.“

„Na det müssten Se schon jenau wissen. 75 könnte eben noch klappen. Drüber nich mehr.“

„Gibt ja keine Tauchtiefenbegrenzung für die Wentow-Gewässer“, kann ich mir nicht verkneifen klugzuscheißen.

„Unter der Brücke liegen n paar Steine. Passen Sie da bloß uff.“

„Unser Rumpf ist aus Stahl, der kann auch mal nen Stein ab. Aber danke!“

„Nicht dass es nachher heißt, ich hätte nichts gesagt.“

„Schon okay, wir machen keinen Ärger!“

„Und um 16 Uhr müssen Sie wieder hier sein, da ist die letzte Schleuse.“

„Ich dachte 16.45 Uhr?“

„Wir ham ja nun schon September, da ist nur bis 16 Uhr Betriebszeit.“

„Alles klar, wir kommen erst morgen wieder durch.“

„Und dahinter jibt et nüscht! Keene Jaststätte, keen Anlejer, nüscht.“

„Wir können Ankern!“

„Und weit kommen tun Se ooch nicht, da is Regatta!“

„Gab aber keinen Sperrhinweis, dann kann man da durch.“

„Aber passen Sie echt auf, wenn ich hier einmal schleuse, fehlen im Kanal zwanzig Zentimeter, das dauert, bis das wieder nachgelaufen ist.“

Die Schleuserin geht zum Obertor der Schleuse, um es zu schließen. Drückt irgendwo drauf, schüttelt den Kopf und kommt wieder zum Schleuserbude zurück. „Hatte ja den Strom usjestellt.“

Deswegen das fehlende rote Licht!

„Manchmal kommen sonst nämlich in der Mittagspause so Schlaumeier“, fährt sie fort, „die meinen, die könnten die Schleuse auch ohne mich schon mal runterfahren.“

Oha! Mit Selbstbedienungsschleusen kenn ich mich ja aus, aber eine eigentlich bediente Schleuse eigenmächtig zu entführen, hätte ich mich im Leben nicht getraut!

Schleuse Marienthal (vom Unterwasser aus fotografiert)
Ruhig Blut!

Ideal für Einsteiger

Die Schleuse Marienthal ist eigentlich eine ideale erste Schleuse für unerfahrene Bootscrews. Es ist wenig los, so dass einem keiner Ärger macht, wenn man nicht zügig genug in der Kammer ist. Wenn man sich an einer der hochfrequenttierten Automatikschleusen an der Müritz-Havel-Wasserstraße verhaspelt, kann das einer Einsteiger-Crew schon mal einen Anpfiff vom Nachbarboot einbringen, hier ist alles etwas gemütlicher. Außerdem ist da die Schleusenwärterin, die notfalls Rat und Tat bereit hält.

Die Schleuse ist fast unten. Mit einem „Wenn det Tor offen ist könn’ Se rin“, schickt mich die Schleuserin zurück aufs Boot. Wo ich die Ansage ausrichte, notfalls auch ohne grünes Licht loszufahren.

Tief durchatmen, mehr als eine Handbreit braucht kein Schiff.

Etwa zwei Kilometer ist der Kanal lang. Das Echolot zeigt anfangs einen Meter unter uns an, das wird dann schnell weniger, unter der Brücke treffen wir keine Steine, aber das Echolot-Display wirft uns unseren Übermut in Schleichfahrt stumm mit der Digitalanzeige vor: 0,3 m. Hmm …

Halbfertige Arbeiten an der Kanalböschung.

Der Kanal ist erstaunlich gut gepflegt. Das hätten wir jetzt hier nicht erwartet. Die Uferböschungen sind weitgehend freigeschnitten, die Wasserkante bildet eine sichtbar neue Faschinenreihe, darüber eine schöne Packlage mit Steinen auf Fließ. Nach der Hälfte der Strecke ist damit Schluss. Wir sehen noch ein gutes Stück aufgerolltes Fließ liegen, dann übernimmt die Wildnis den Kanal. Seerosen rechts und links tauchen ab, wenn wir uns annähern. Das Echolot zeigt jetzt 0,2 m. Wir atmen mal tief durch und nehmen noch ein bisschen mehr Gas weg.

„Hast du die Schuten vorne vor der Schleuse gesehen? An der Ecke zur OHW?“

„Ja, da lagen Steine drauf. Waren WSA-Schuten und ich glaube auch ein Schleppboot.“

„Ich tippe mal, die waren dabei, die ganzen Ufer neu zu machen, dann wurde der Sommer immer trockener und das Wasser weniger, so dass sie mit den Arbeitsbooten nicht mehr durchkamen.“

„Kannste recht haben.“

„Stell dir mal n holländischen Stahlverdränger mit 1,20 Tiefgang hier vor.“

„Der wird auch nach einem nassen Frühjahr Probleme haben, durchzukommen.“

„Umso mehr Platz für Kormorans und Febomobile.“

„Wenn ick hier aufmach, fehlen oben 20 Zentimeter.“ – Schleusenkanal oberhalb Marienthal

Ich streiche noch eine Brücke durch, die irrtümlich im Törnatlas eingezeichnet ist (war früher wohl mal eine Brücke der Tonlorenbahn der Ziegelei ganz in der Nähe) und dann sind wir auf dem Großen Wentowsee. In der Ferne erspähe ich einen Opti.

„Ist das die Regatta? Ein Opti?“

Tja. Der Opti biegt zu einem Bootshaus ans Ufer ab. In dem kleinen Boot, in dem üblicherweise Grundschulkinder ihre ersten Segelerfahrungen machen, sitzt ein Mann, der deutlich aus dem Opti-Alter raus ist.

„Seltsame Regatta, ein Opti mit einem großen Kerl drin.“

Wir warten erst mal ab, suchen Start- und Zielschiff. Nix zu sehen. Einfach vorbeifahren? Hmm.

Mittagspause mit Blick auf die Optimisten-Regatta

Während wir noch überlegen biegt eine ganze Armada der kleinen Sprietsegler um die Landspitze. Ein Opti kommt selten allein! War ja klar. Auffällig ist nur, dass die meisten Skipper aussehen, als ob sie ihre Schulzeit schon eine Weile hinter sich haben. Und dann taucht auch das Startboot auf. Wir sind direkt hinter der Startlinie. Zwischen uns und dem Rest der Wentow-Gewässer sammeln sich die Boote, weiter links neben dem Feld erstrahlt eine rote Tonne in der frühen Nachmittagssonne. Bei den Wasserständen des Sommers trauen wir uns nicht, die auf der falschen Seite zu passieren. Anker raus und Mittagspause!

Birnenkompott und Opti-Ankern

Während mein Mann Salat schnippelt, nehme ich mir die Birnen vor. Na, wenn das die allerschönsten waren, weiß ich, warum der Birnbaumbesitzer die einfach runterfallen lässt. Nach dem Schälen schnitze ich mir aus jeder Birne das Fruchtfleisch (heißt das bei Birnen so?) raus, kreise Wurmlöcher und faulige Stellen ein, bis ich tatsächlich einen Topf leckerer Birnenstücke vor mir habe. Jetzt etwas Zitronensaft und Zucker. Ähm. Zitronensaft gehört nicht zur Standardausstattung der Bootskiste. Die allerdings standardmäßige Tupperdose mit Zucker ist bis auf anderthalb Esslöffel leer. Beim Wühlen entdecke ich einen Flachmann Original Rügener Sanddorn-Likör. Den hatte ich mitgenommen, um eventuell einen norddeutschen Kir Royal als Apero zu machen. Moment mal! Sanddorn! Die Orange des Nordens! Ist ja fast das gleiche wie Zitrone! Außerdem Likör! Also süß. Ich öffne beherzt den Schraubverschluss, gönne den Birnen einen ordentlichen Schluck aus dem Flachmann und stelle den Topf auf den Herd. Noch ein bisschen köcheln, fertig. Während mein improvisiertes Birnenkompott abkühlt, essen wir einen Salat mit Ruccola aus dem Garten, Schafkäse vom Türken und Tomaten vom Bauern aus unserem Nachbardorf am Mirower Kanal. Lecker. Zum Birnenkompott reiche ich einen Rest abgelaufenen Bio-Öko-Vanillejoghurt, den eins der Kinder bei uns im Kühlschrank vergessen hat. Wir stoßen mit einen Gläschen Rosé vom Chateau Albuzeau auf die gelungene Mahlzeit und den Abwasch an.

Birnenkompott mit Sanddorn-Likör statt Zitronensaft und Zucker

Jetzt könnte es denn eigentlich auch mal weitergehen. Schließlich wollen wir heute Nachmittag noch einmal den großen und den kleinen Wentowsee umrunden. Und da kommt auch schon eins von den Trainerbooten auf uns zu. „Sie können hier links am Feld vorbei fahren, da ist tief genug!“

„Hinter die Tonne?“

„Ja, ist tief genug!“

Viele nette kleine Privatstege am Großen Wentowsee. Aber es ist genug Platz zum Ankern.

Und wirklich, mit ständig einem Meter auf dem Echolot drücken wir uns zwischen Optis und Südufer durch.

Jede Menge Anlegestellen gibt es hier am Ufer! Ein Steg neben dem nächsten. Aber auch ein „Anlegen verboten-Schild“ neben dem nächsten. Hinter jedem Schild ein schmucker Garten und Gebäude vom Kleingartenhäuschen bis zur Villa. Der Steg des Segelvereins am Nordufer ist von Optis und Begleitbooten umschwärmt, da brauchen wir gar nicht in die Nähe zu kommen. Also weiter am Südufer des Sees. Bei Zabelsdorf gibt es ein Stück Spundwand, an dem ein öffentlich zugänglicher Weg entlang führt, da wird man wohl anlegen können. Bei Ringsleben am Nordufer gibt es einen Floßverleih, aber freie Plätze sieht man da auch nicht, auch sieht der Steg eher aus, als sei er für liebliche leichte Flöße ohne schwerwiegenden Komfort gemacht, so dass eine Kormoran erstens den Steg blockieren würde und zweitens bei Wind wahrscheinlich beschädigen könnte. Den Anleger des Floßverleihs streiche ich von meiner Rechercheliste für den Törnplaner.

Bei Kilometer 6 macht der Wentowsee einen Knick nach Norden. Eigentlich hat die Natur hier einen perfekten Ankerplatz am nach Nordwesten liegenden Seeufer eingerichtet. Aber der Uferbereich ist mit gelben Tonnen abgesperrt. Wir haben schon einmal einem Wasserschutzpolizisten 30 Euro für Ankern auf der falschen Seeseite überreicht, dem Ufer kommen wir lieber nicht zu nahe.

Dschungel mit Mobilfunk

„Boah, ich hab LTE!“ stelle ich erstaunt beim Blick auf das Handy-Display fest.

„Dann sind wir in der Nähe der B 96, da steht ein Funkmast.“ Der taucht dann auch gleich hinter den Bäumen auf. Hatte ich schon bemerkt, dass hier links und rechts an allen Ufern Schilf und Bäume stehen? Natur gibt es hier genausoviel wie mobiles Internet.

Verbindungskanal zwischen großem und kleinem Wentowsee: 4 Meter reichen, wenn man selber 3,85 m hat!

Den schmalen Kanal, der zum kleinen Wentowsee führt, sieht man fast gar nicht.

„Zugewachsen. Das wird nix!“ stellt mein Mann trocken fest. Ich mag aber nicht aufgeben. Bei Seilershof gab es früher immer einen Steg an einem Hotel. Den will ich mir ansehen!

Zwischen den Seen

Beim näher hinfahren und genauer gucken sieht man rechts und links Wald, davor Schilf, davor Seerosen und in der Mitte – oh Wunder – einen etwa vier Meter breiter Streifen Wasser.

Brücke bei Dannenwalde

„Mit 3,85 Breite passen wir da doch locker durch.“ Mein Mann seufzt und schiebt den Gashebel ein Zentimeterchen nach vorn. Wir schlängeln und langsam durch die ein wenig mehr als einen Kilometer lange, eben nur fast zugewachsene Verbindung zwischen den Seen, tauchen problemlos unter der niedrigsten Brücke der Gewässer (der Eisenbahnbrücke gleich neben der von der B96) hindurch und dann öffnet sich der Kleine Wentowsee vor uns.

Und tatsächlich, am südlichen Ufer entdecken wir ein völlig grün zugespaktes Hotelschild. Gleich daneben ein Wasserwanderrastplatz mit Anlegemöglichkeit und Picknicktischen an Land. Na bitte! Wer sagt es denn. Das Hotel heißt inzwischen Seehotel Louise. Ich mache mir eine Notiz für die Nachrecherche. Außerdem verfügt auch der Ort Seilershof über einen öffentlichen Uferbereich mit einladend aussehender Spundwand. Eine weitere Notiz für den nächsten Törnplaner.

Dannenwalde am Nordufer des Sees hat keinerlei Anlegeplätze. Schade eigentlich, denn hier gibt es ein schönes Herrenhaus, eine achteckige Radfahrerkirche einen denkmalgeschützeten Öko-Bahnhof und einen Barfusspfad. Tja. Nicht für uns. Theoretisch könnte man ja – für eine Chartercrew ein nahezu verwegener Gedanke – am Nord- oder Südufer auch an einem Baum festmachen und den Heckanker ausbringen. Aber das ist natürlich verboten. Auch wenn nach 16 Uhr kein Polizeiboot mehr herkommen kann, die Schleuse ist ja dicht … Über die Raketenkatastrophe von Dannenwalde lesen wir bei Wikipedia, dass 1977 ein brennendes sowjetisches Munitionslager mehrere Stunden lang unkontrolliert Raketen in die Umgebung schickte. Oha.

Auf zum östlichen Zipfel

Mit einem Dreh am Steuerrad treten wir den Rückweg an. Die Wentow-Gewässer sind insgesamt nur knapp 11 Kilometer lang, das ist an einem Nachmittag umrundet. Einen letzten Zipfel haben wir noch nicht gesehen, nämlich die urspüngliche Verbindung zur Havel. Die Schleuse führt ja durch einen Kanal, die natürliche Verbindung ist das Tornowfließ etwas nördlich des Kanals. Bis 1946 bildeten Tornowfließ und Wentowsee die südliche Grenze Mecklenburgs. Den Kanal buddelten die Preußen 1732 um Holz verschiffen zu können. Die Tatsache, dass die Mecklenburger Zoll erhoben und der Müller von Tornow (auf der Mecklenburger Seite) den Wasserzufluss auf der Havel steuern konnte, mag auch eine Rolle gespielt haben.

Blick auf Ringsleben am Großen Wentowsee.

Zuerst gilt es eine Insel zu umfahren, die „Der Raatz“ heißt. Hier wird es wieder flacher. Aber 0,2 m im Display des Echolotes sind ja immer noch mehr als die bekannte Handbreit Wasser unter dem Kiel. Also los. Nanu? Was ist das? Plötzlich springt die Tiefenanzeige auf über 5 Meter Wassertiefe! Jetzt schon sechs! Vermutlich ist hier ein Tonloch, wir sind ja dicht an der Tonstichlandschaft, hier gab es Ziegeleien, mit Schuten wurden in der Gründerzeit die gebrannten Bausteine nach Berlin verschifft. (Eine Besuch im Ziegeleipark im nahe gelegenen Mildenberg ist eine gute Idee.) Frohen Mutes aber trotzdem misstrauisch tasten wir uns nach Westen, schon wieder Schilf und Seerosen. Es wird flacher. Mit dem Bootshaken bewaffnet stelle ich mich am Bug auf. Pieke ein ums andere Mal mit dem ausgefahrenen Haken ins Wasser: Kein Grund. Irgendwo kommt hier demnächst die Tornower Mühle, in der es schön sein soll und die für eine gute Küche bekannt ist. Wär doch gelacht, wenn wir uns da nicht anschleichen können!

In der Ferne sehen wir einen Anleger, sogar mit Boot. Aber hat das Boot soviel Tiefgang wie wir? Unser Fernglas ist mit an Bord und hat uns schon manch klaren Blick (unter anderem auf die Altersstruktur der Opti-Segler) gewährt, aber unter Wasser gucken kann das gute Steiner nicht.

Unser gutes Steiner-Fernglas. Hier im Einsatz, damit die Seiten des Recherche-Ordners nicht wegfliegen. Aber auch zum Durchgucken ist es genial.

Ich pieke noch ein, zwei Mal ins Wasser ohne Widerstand zu spüren, aber meinem Mann am Steuer wird die Sache zu brenzlig. „Wenn wir hier aufhocken, kann uns aus dem Loch keiner rausholen“, sagt er und legt den Rückwärtsgang ein. Keine Sekunde zu früh. Wir wirbeln jede Menge Schlamm und Dreck vom Wassergrund auf. Nicht gerade die beste Kost für Bugstrahlruder und Kühlwasseransauger.

Mit dem Abendessen in der Mühle Tornow wird es also nichts. Wir ankern hinter der Der-Raatz-Insel, köpfen den Crémant von Madame Lang und genießen die Stille. Wir sind völlig allein hier. Um uns nur Wasser, Wald und hin und wieder ein Vogel. Und unsere selbstgebrutzelte Nudelpfanne mit Zucchini aus dem Garten, Zwiebeln, Tomaten und türkischer Sucuk-Wurst. Zum Nachtisch gibt es Mousse au Chocolat aus dem Supermarkt.

Morgenbad im See?

Der Sonntagmorgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein, Rührei und Aufbackbrötchen aus dem Ofen. Jetzt sollte man eigentlich eine Runde im Sonnenschein schwimmen. Die Badewasserqualität im großen und kleinen Wentowsee hat drei von vier Sternen, gleichwohl ist das Wasser ein wenig trübe. Aber vor allem ist es uns jetzt im September trotz Sonne ein wenig zu frisch. So duschen wir uns auf der Badeplattform schön warm ab, faulenzen im Salon und auf dem Achterdeck, mangels Funkabdeckung lesen wir denn doch in den mitgebrachten Zeitschriften und sonstigen Unterlagen.

Dem einzigen uns schon vorher bekannten Anlegesteg statten wir einen kurzen Besuch ab: Der Campingplatz hat sich bisher immer überreden lassen, im Törnplaner zu erscheinen und Gäste an seinem kleinen Steg aufzunehmen. Von hier zur Mühle nach Tornow wären es mehr als zwei Kilometer zu laufen gewesen. Dann lieber Ankern und selber kochen.

Langsam wird es Zeit, den Anker zu lichten und den Heimweg nach Zehdenick anzutreten. Schließlich wollen wir uns noch den neuen Hafen angucken, in dem ab nächstem Jahr unsere Boote übergeben werden sollen. (Später sehen wir, dass im Prerauer Stich schon ein paar hundert Meter Schwimmstege bereit liegen, auch der Landzugang ist fertig und ein nagelneuer Kran steht an Land.)

Stege für die Neue Marina Zehdenick im Prerauer Stich

Im Kanal vor der Schleuse Marienthal kommt von achtern ein Segler mit gelegtem Mast auf. Hinter ihm noch einer. An der Schleuse wartet bereits ein kleines Kajürmotorboot. Alles Zaungäste der Regatta von gestern.

Auf dieser Seite der Schleuse gibt es keine Birnen, nur Eicheln und nette Leute auf den anderen Booten, mit denen man sich die Wartezeit verplauschen kann: „Ein Verkehr ist das heute hier! Wie auf der Autobahn.“

Gestern hatte die Schleusenwärterin einen Strich auf ihrer Liste gemacht – das waren wir. Heute sind es vier.

 

Über die Autorin: Dagmar Rockel-Kuhnle ist Pressetante und Texterin bei Kuhnle-Tours. Da das nicht abendfüllend ist, betreibt sie seit 1999 den nautischen Kleinverlag Quick Maritim Medien in dem Törnplaner und Törnatlas erscheinen. Um die immer aktuell zu halten, ist sie oft und gerne mit dem Boot unterwegs. Glücklicherweise teilt sie die Freude am Bootfahren mit ihrem Ehemann Harald Kuhnle, der seit 1991 eine Charterflotte betreibt.

Im Winter durch Berlin

Im Winter durch Berlin

O5. Februar 2OI8 (Tag1)

I2:45 Uhr Wir verlassen die Mecklenburgische Seenplatte und freuen uns auf BERLIN. Das Wetter wird traumhaft: Sonne, Sonne, Sonne und schön knacke kalt.

Die Kinder freuen sich riesig und haben alles eingepackt: vom Kuscheltier bis zum Schachbrett.

Berlin, Rummelsburg, Citymarina, gleich neben der Hafenküche Berlin:

I5 Uhr Wir sind an Bord unseres Lieblingsschiffes, einer KORMORAN , diesmal eine 1150 (das heißt, dass das Boot 11,50 m lang ist und damit wunderbar groß, damit alle Platz haben.)
Die Jungs von der Marina sind total unkompliziert, berlinerisch freundlich und wir haben Spaß an Bord zu gehen.
Neben dem Charterboot – alles voll mit Hausbooten, auf denen es sich einige Berliner gemütlich gemacht haben und hier auch den Winter verbringen.

Wir packen aus und ein und genießen das maritime Ambiente. Nun erst mal einen Bordschluck: leckerer Sekt und das Gute: die Eiswürfel finden sich auf Deck: Außentemperatur minus 2 Grad.

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Wir sind schon viel mit der Kormoran auf den Mecklenburger Seen unterwegs gewesen, Berlin ist neu für uns. Und wir haben etwas Respekt: vor der Schifffahrt, den Schubverbänden, den nicht bekannten Wasserstraßen. Deshalb soll die Probefahrt im Winter sein, wenn nicht so viel los ist.

Sonnenuntergang ist um 16.30 Uhr. Wir beschließen deshalb die erste Nacht im Hafen zu verbringen. Ein schöner Sonnenuntergang verspricht gutes Wetter für morgen. Die warmen Sachen liegen parat, Mütze, Schal, Handschuhe, da kann es morgen gerne kalt werden.

Die Vorräte sind ausreichend, so dass wir beim nahe gelegenen Supermarkt morgen mit dem Schiff nicht anhalten brauchen. Es ist erst mal alles dabei.

Die Tochter malt

der Sohn hat es sich in der Kinderkoje mit seinen Kuscheltieren gemütlich gemacht.


Wir quackeln und freuen uns auf die gemeinsamen Winterferien!
Die Heizung läuft lautlos, es ist gemütlich warm, wir haben extra Zudecken, so dass niemand frieren kann. Die Kinder schlafen gemeinsam und wir trinken noch ein Glas Rotwein, zusammen mit einem Schulfreund, der zufällig nebenan im Kletterpark unterwegs war. Es gesellt sich noch ein weiterer Schulkamerad dazu, der schon immer mal auf so ein Boot wollte. Wir berichten von vergangenen Schiffstouren und genießen das gemütliche Beisammensein…

O6. Februar 2OI8 (Tag 2) 

Die Sonne scheint und es geht los. Ganz langsam! 10 m nach vorne, leicht nach rechts, das Schiff steuert sich einwandfrei, ganz ruhig passieren wir die Berliner Hausbootbesitzer, grüßen heftig und schon sind wir raus aus dem Hafen und fahren auf der Treptower Spree.
Wir haben uns abends entschieden über den Teltowkanal bis nach Potsdam zu fahren und dann über den Wannsee zurück durch Berlin nach Rummelsburg, wir haben ca. 4-5 Tage Zeit…
Der Teltowkanal überrascht uns positiv, er ist breit, kaum Verkehr, Sohnemann ist mit an Deck

und gemütlich eingepackt schippern wir die malende Tochter und den schachspiel-aufbauenden Vater

in Richtung Potsdam vorbei an den „Weinbergen von Berlin“,

durch alte Brücken bis zur Schleuse Keinmachnow – cooles Teil.

Gegen 17 Uhr sind wir am Griebnitzsee

– traumhafte Villen reihen sich hier aneinander und wir beschließen hier Anker zu werfen und diesen Anblick zu genießen. Es ist extrem ruhig!

Auf dem gesamten Teltowkanal kam uns nicht ein Boot entgegen, ausser 2 Schubverbänden. Ein dunkelblauer Himmel, malerischer Sonnenuntergang,

der Mond leuchtet hell – ein Traum! Und wir schauen (zum ersten Mal an Bord, obwohl wir schon seit ca. 5 Jahren Bootsurlaub machen) „Traumschiff“. Der Fernseher machts möglich! Sonst sind wir auch ohne gut ausgekommen. Zum Abendessen gibt es Kartoffeln und Königsberger Klopse: auf dem Boot gibt es das, was es sonst zu Hause nicht gibt: angerührten Kartoffelbrei, Königsberger Klopse aus der Büchse, Flammkuchen aus dem Kühlregal… Man kann natürlich auch richtig kochen, die Küche lässt an nichts zu wünschen übrig, aber wir haben ja Urlaub! Wir spielen „Name, Stadt, Land“, Schach, ein bisschen wird auch geübt: die unregelmäßigen Verben, sowohl in Deutsch für den Drittklässler, als auch in Englisch mit Mausi aus der 6. Klasse.

7. Februar 2018

10 Uhr krabbeln wir an Deck: die kalte Luft, der Duft des Kaffees, mehr geht nicht.

Nachts waren es minus sieben Grad, das Eis gefriert schon am Ufer, aber durch die Strömung, ist es gut befahrbar. Vor dem Kaffee geht es für meinen Mann in das kalte Nass.

Frühstück:

Ab in die warmen Klamotten und in Zeitlupentempo passieren wir die Villen.

Natürlich könnten wir auch von unten steuern, aber die klare kalte Luft ist zu verführerisch. Alles liegt ganz ruhig vor uns. Töchterchen malt wieder.

Die Männer spielen Schach.

Wir sind in Potsdam! Babelsberg begrüßt uns mit seinem schönen Park, dem Schloss. Da die Bäume keine Blätter tragen, sieht man sehr gut die baulichen Anlagen!
Zuerst fahren wir weiter in Richtung Schwielowsee, aber irgendwie ist es hier nicht so spektakulär und außerdem kommen gen Süden Wolken auf, so dass wir hinter der Fährstelle wenden und Kurs nehmen in Richtung Glienicker Brücke – für uns Ossis immer noch ein Thema und ein besonderer Ort.

Direkt unter der Brücke halten wir an und nehmen noch den älteren Sohn mit Frau und Enkelkind (ein Jahr) an Bord.

Wir begegnen langen Schubverbänden.

Weiter geht’s gen Norden in den Krampnitzsee. Wir passieren die alten Wach- und Grenzposten, Erinnerungen …. Es gibt Kaffee und Stracciatella-Kuchen. Graureiher, Kormorane, … Wir genießen die Vogelwelt!

Es ist 16 Uhr, die Dämmerung lässt nicht lange auf sich warten.

Wir bringen die kleine Familie zurück zur Glienicker Brücke und fahren in der wunderschönen Abendsonne weiter zur Pfaueninsel.

16.45 Uhr ist die Sonne weg, wir ankern. Die Kinder lieben das Ankern: wie tief ist es: am westlichen Ufer 15 m, 16 m , es wird immer tiefer, obwohl das Ufer näher kommt. Und ach ja in der Karte steht es auch, Achtung „Kante“, also erst extrem tief und dann extrem flach. Wir verlassen die Wasserstraße in Richtung Pfaueninsel. Hier wird es langsam flacher: 5, 4, 3 m. Manchmal geht es ganz schnell, aber wir fahren ja langsam. Bei 3 m wird der Anker runter gelassen, das Boot dreht sich in den leicht wehenden Wind. Wir stehen neben der Wasserstraße und es wird langsam richtig kalt draußen. Ab und an schaukelt das Boot ganz leicht, denn ein Schubverband kommt vorbei. Heute Nacht soll es minus 13 Grad werden! Mal sehen, ob es warm bleibt. Wie immer spielen wir abends zusammen, lesen uns Geschichten vor und gegen 20 Uhr liegen alle gemütlich in der Falle, heute sicherheitshalber unter 2 Decken.


8. Februar 2018 (Tag 3)

Alle haben gut geschlafen, draußen ist der See leicht gefroren, aber die Eisdecke beginnt sich langsam zu schließen. Nächste Nacht werden wir auf jeden Fall wieder in der Stadt verbringen: Da ist es deutlich wärmer. Wir wollen starten, aber die gesamte Bordenergie ist in diesem Moment weg. Da haben wir wohl zu lange die Batterien verbraucht. Aber egal, es gibt ja immer einen Notknopf. Nach rechts drehen wie beim Starten nur viel weiter rum. Damit springt der Motor verlässlich an. Er blubbert ganz zufrieden. Wir kochen Kaffee und Kakao für die Kinder. Wir trinken den Kaffee mit Mütze an Deck, die Kinder den Kakao gemütlich im Bett. Diese Morgenstunden sind einfach immer unvergesslich schön! Heute kühlt sich niemand im Wasser ab. Wir kuscheln dann noch in den Kojen zusammen: Familienkuscheln! Und nach warmen Brötchen mit Honig geht’s los – ab in die Hauptstadt.

Mitten durch Berlin! Im Radio läuft (nicht ganz leise) coole Musik. Wir nähern uns der Urbanität.
Wir fahren über den Wannsee!
Dann kommt eine Schleuse. Wir werden freundlich empfangen! Das Schleusen geht einfach, und noch einfacher jetzt, wenn keine anderen Boote mitschleusen. Die Kinder helfen stolz und routiniert. Schon geht’s weiter.

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Berlin von der Wasserseite aus kennenlernen – eine völlig neue, begeisternde Perspektive. Man sieht moderne Bauten, kleine Häfen, dann wieder Industrielandschaften, Kräne, riesige Baustellen, wohin man schaut.

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Dann wieder die Rückseite von Kaffees mit ihren Terrassen direkt am Wasser (zur Zeit natürlich nicht besetzt, weil – WINTER, aber man kann sich vorstellen, was hier im Sommer los ist.) Ganz anders als in Mecklenburg, wo die Natur einmalig besticht, sind es die Bauten hier. Das Wetter ist traumhaft, die Sonne scheint, viele Menschen sind an den Ufern unterwegs. Alle winken, grüßen, wollen mit aufsteigen. Wir genießen die Musik, das urbane Umfeld und die Möglichkeit fast lautlos ganz langsam durch die durchaus niedrigen Brücken zu gleiten.

Die Kinder sind auch begeistert. Sie holen sich die Decken raus, legen sich auf das Deck und wollen nichts verpassen.

Wir sind wohl die Einzigen – außer ein bisschen Berufsschifffahrt – kaum zu glauben! Dann kommt der spannendste Teil: das Kanzleramt! Ganz langsam gleiten wir an der „Machtzentrale“ vorbei.

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Die Architektur ist beeindruckend! Der Reichstag!

Und dann die Museumsinsel: das Bode-Museum direkt vor uns,

das Pergamonmuseum rechts neben uns,

der Berliner Dom, mächtig gewaltig und wir genau daneben.

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Linkerhand sieht man den Fernsehturm,

dann eine knappe Stunde später die Oberbaumbrücke direkt vor uns.

16.50 wir sind wieder in unserem Hafen Citymarina in Rummelsburg. Wieder bei traumhaftem Sonnenuntergang!

Wir haben ein bisschen Angst vor dem „Einparken“, aber dank Bugstrahlruder gelingt es uns ganz langsam rückwärts einzuparken. Unsere Nachbarn begrüßen uns herzlich, obwohl wir uns doch eigentlich nicht kennen. Aber auf und am Wasser sind alle eine große Familie.

9.Februar 2018 (Tag 4)

Der zweite große Bruder kommt an Bord und so starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück gemeinsam in Richtung Müggelsee.

Die Nacht war wieder sehr kalt, die Eisdecke beginnt zuzufrieren. Wie ein hauchdünnes Glas.

 

Vorbei am Köpenicker Schloss fahren wir bis zur Regattastrecke,

 

dort wird das Eis dicker und wir beschließen ganz langsam die Heimreise anzutreten. Wir kommen uns vor, wie auf einem kleinen Eisbrecher, sind aber ganz froh, dass die Schollen noch keine geschlossene Eisdecke bilden. Es gibt lustige klirrende Geräusche.
Zurück im Hafen wird mittlerweile schon gekonnt 😉 eingeparkt. Wir laden aus, verabschieden uns von den Jungs von der Marina und treten glücklich die Heimreise an!
Berlin, du hast dich von deiner schönsten Seite gezeigt und wir durften dabei sein – vielen Dank!

Törnbericht Rhein-Marne-Kanal

Törnbericht Rhein-Marne-Kanal

Drei Jungs, die die Schule schon eine Weile hinter sich haben, starten noch mal neu: Sie lernen Hausbootfahren inklusive Tunnel, Schiffshebewerk und Schleusenmarathon, trotzdem bleibt noch viele Muße für französische Lebensart an Bord.

Müritz Sail 2017

Müritz Sail 2017

Für uns ist die Müritz Sail die schönste Veranstaltung an der Müritz. Schon zum 16. Mal gab es über Himmelfahrt im Hafen und Innenstadt von Waren vier Tage voller guter Musik, tollem Essen, interessanten Menschen, schönem Wetter und vielen, vielen Booten. Unser Chef war in diesem Jahr Schirmherr und wir tauften eine schicke neue Kormoran 1150 auf den Namen „Rostock“. Auch hat unser Förderverein für junge Wassersportler wieder einen Scheck an den Nachwuchs übergeben. Das, und noch eine ganze Menge mehr, wurde in Bildern festgehalten, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Viel Spaß 🙂

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Auch vom einmaligen Moment der Taufe haben wir ein kleines Video gemacht. 🙂 Bitte verzeihen Sie die Qualitätsprobleme.

Hausboot als Tauchstation

Hausboot als Tauchstation

Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, was unter Ihrem Hausboot los ist? Da passiert nämlich viel mehr, als Echolot und Fischfinder anzeigen.

Um den Teil der Mecklenburgischen und Märkischen Gewässer kennen zu lernen, die sich unter der Wasseroberfläche verbergen, braucht man nicht mehr als Tauchermaske

Impressionen zu Boot & Wein

Impressionen zu Boot & Wein

Wie ist es beim Boot & Wein in Niderviller? Kommen Sie mit zu einem Rundgang in Zelt und Werfthalle.

Gehen wir in die Werfthalle! An den Seitenwänden reihen sich die Stände der Winzer auf. Zum Beispiel:

Und dann gibt es noch die Schneckenfarm von Fabrice Pernot aus dem Nachbardorf Buhl und die Chèvrerie La Passerelle mit ihrem Ziegenkäse aus Niderviller. Und wenn man überall ein Schlückchen probiert und das eine oder andere Fläschchen oder Kartönchen gekauft hat, ist man schon halb zum Franzosen geworden.

Und freut sich darauf, Abends mit allen Winzern, Besuchern und Bootsleuten zusammen beim Essen und beim Wein zu sitzen.

Dagmar Kuhnle