Berlins öffentliche Sportbootliegestellen (1) von Land aus erkundet

Berlins öffentliche Sportbootliegestellen (1) von Land aus erkundet

Die Wanderroute entlang der Spree berührt vier von insgesamt 12 öffentlichen Sportbootliegestellen in Berlin.

  • Landwehrkanal km 9,8 rechtes Ufer unterhalb Wiener Brücke
  • Spreekanal km 1,6 linkes Ufer zwischen Neue Roßstraßenbrücke und Neue Grünstraßenbrücke
  • Spree-Oder-Wasserstraße km 15,3 –  15,41 rechtes Ufer Schiffbauerdamm
  • Spree-Oder-Wasserstraße km 12,1 rechtes Ufer Bundesratsufer

Alle Liegeplätze befinden sich unweit von U- und/oder S-Bahnstationen sowie im Einzugsgebiet der Leihradvermieter Call-a-Bike & Co., so dass das Charterboot notfalls schnell zu erreichen ist.

Wer unabhängig von den Sperrzeiten (10:30 – 19 h) zwischen Regierungsviertel und Mühlendammschleuse lieber durch den Landwehrkanal in Richtung Bahnhof Zoo fährt, sollte im beschaulichen Kiezviertel Kreuzberg an der Wiener Brücke festmachen und die Wandertour am Wehrgraben neben der oberen Schleuse beginnen. Hier befindet das Veranstaltungszentrum Arena Berlin mit coolen Locations und einer transportablen 1:1 Kopie der Hamburger Oberhafen-Kantine in Holzbauweise. Zwischen Flutgraben und Schleuse ragen die Terrassen des „Freischwimmers“ über die Wasserkante.

Auf dem Weg zur nächsten öffentlichen Sportbootliegestelle gehen wir auf der Puschkinallee, an der sich Relikte der früher hier verlaufenden Mauer befinden, in Richtung Kreuzberg bis zur U-Bahnstation Schlesisches Tor. Hier biegen wir nach rechts in die parallel zur U-Bahn verlaufende Oberbaumstraße ab und überqueren kurz darauf die allen Bootfahrern bekannte Oberbaumbrücke mit den beiden rotgeklinkerten Türmchen. Hinter der Brücke halten wir uns am rechten Ufer auf der Mühlenstraße in Richtung Innenstadt. Nach wenigen Schritten stehen wir am „The Wall Museum“ und folgen dem längsten verbliebenen Stück der inzwischen denkmalgeschützten Berliner Mauer mit den berühmten Graffitis, genannt „East Side Gallery“. Über die Mühlenstraße hinweg lohnt ein Blick auf die riesige Mercedes-Benz-Arena, bevor wir am Ende der Mauer den Ostbahnhof erreichen. (Tipp für Bootfahrer: Hier können Nachzügler oder Frühaussteiger unkompliziert an/von Bord gehen. Am Ende der Mauer ist ein Durchgang zum Park am Spreeufer) Wir gehen auf dem Stralauer Platz weiter. Neben einer Brache wurde marode Vorwendearchitektur um einem neuen Gebäudekomplex erweitert, unter dessen riesigem Glasdach das EnergieForum Berlin residiert. Wir verlassen das Atrium am Südende über eine zur Spree gelegene Terrasse und gelangen über den Parkplatz wieder zum Straulauer Platz. An der nächsten Kreuzung biegen wir links ab auf die Schillingbrücke und beobachten, wie ein blaues Polizeiboot auf seiner Vormittagstour die enge Durchfahrt ansteuert. Am Südufer rechts der Straße erhebt sich die Deutschlandzentrale der Gewerkschaft ver.di. Wir steigen vor dem Bürokomplex die Treppen zum Uferweg hinab und gelangen einige Meter weiter vor der verfallenen Ziegelfassade der ehemaligen Berliner Eisfabrik in ein buntes Zeltdorf, dass am Eingangsschild als „Teepee Land“ firmiert.  Wie Teepees, so die englische Schreibweise für ein Tipi, sehen die zumeist aus alten Planen kunstvoll zusammengebauten Bauwerke auch aus. Teepee Land versteht sich selbst als alternatives Wohnprojekt und als Ausdruck gegen den in der Stadt um sich greifenden Mietwucher. Auf dem Gelände befinden sich u.a. eine Art Versammlungsraum und Gemeinschaftsküche, ein Kompostklo und eine Bühne. Wer die Bewohner nett fragt, darf sicher auch mal einen Blick in ein Tipi werfen. Im Innern finden sich weder Schlafsäcke noch Isomatten, stattdessen kuschlige Doppelbetten, auf denen Kätzchen dösen. Als Heizung dient eine Art Blechwanne mit Steinen drin, die wie bei einem Saunaofen aufgeheizt werden und die gespeicherte Wärme allmählich abgeben. Da soll es auch bei heftigen Minusgraden nicht ungemütlich werden. Das Tipi hat sogar ein „Gästezimmer“ in Form eines weiteren Doppelbetts auf einem Zwischenboden darüber. Teepee Land hat auch einen kleinen Gemüsegarten, und ein unscheinbares Schild mit der Aufschrift „Bootshaus“ führt über eine steile Treppe zu einem in den sechziger Jahren errichteten Bunker, in dem die DDR-Grenztruppen ihre Patrouillenboote parkten. Anders als im Bereich der heutigen Eastside Gallery verlief die Mauer hier südlich der Spree. In der von außen unscheinbaren und innen sehr coolen Location liegt nach wie vor ein Boot im Becken und es finden interessante Events mit Blick auf den Schiffsverkehr statt, wie etwa Tango-Workshops.

Zwischen den neuen Gebäuden von Projektraum Spreefeld gelangen wir auf die Straße und von dort über die Michaelisbrücke zu den drei „Bügeleisen“ der Berliner Verkehrsgesellschaft BVG. Auf der Wasserseite des markanten Gebäudes im Grünspan-Look begegnen uns etliche Leute auf dem Weg zur Zahlstelle für erhöhtes Beförderungsentgelt, die hier abseits des repräsentativen Haupteingangs dasselbe begleichen wollen. Alles ganz normale Leute, denen Schwarzfahren nicht ins Gesicht geschrieben ist.

Entlang der Holzmarktstraße verdecken Büro- und Gewerbegebäude den auf Stützen erbauten US-Bahnhof Jannowitzbrücke, dessen Gleise zum Teil über das Flussufer ragen.  Wieder überquere ich die Spree und stehe vor dem wuchtigen Klotz der chinesischen Botschaft am Märkischen Ufer. Einige Hausnummern weiter offeriert das Restaurant Marinehaus solide Hausmannskost aus dem Meer und hinter einer Uferkrümmung vor der Schleuse Mühlendamm liegt im Winterschlaf versunken der Historische Hafen. Hier haben vor allem Binnenschiffe eine neue Heimat gefunden, die als sogenannte Maßkähne den Schleusenmaßen der alten Kanäle rund um Berlin entsprachen. Von der gegenüberliegenden Seite habe ich einen Panoramablick auf die Oldtimer im Hafen, und von der Mühlendammbrücke auch auf die gleichnamige Schleuse daneben, die auch im Winter vor allem Rundfahrtenschiffe durchlässt.

Hinter den Schiffen des Historischen Hafens ersteckt sich hinter der Brücke zwischen Neuer Roßstraße und Fischerinsel der Spreekanal mit der zweiten öffentlichen Sportbootliegestelle auf unserer Tour.

Am anderen Ufer der Spree stoßen wir auf das Ephraim-Palais und entlang der Promenade auf zahlreiche Restaurants und Brauhäuser. Am Platz mit der Reiterstatue biegen wir in die Propststraße und befinden uns nun im Nikolaiviertel. Vorbei an der Zille-Destille und dem Heinrich-Zille-Museum stoßen wir auf die Nikolaikirche mit dem Wappenbrunnen davor. Ein paar Ecken weiter erhebt sich hinter der viel befahrenen Spandauer Straße der Turm des Roten Rathauses, das nach der Wende das Schöneberger Rathaus als Sitz des Regierenden Bürgermeisters ablöste. Durch das Foyer gelangen wir ins Treppenhaus, in dem auf einigen Etagen gerade eine Ausstellung typisch Berliner Produkte präsentiert.

Beim Verlassen der Berliner Regierungszentrale noch schnell ein Blick über eine lärmende Baustelle hinweg zum Fernsehturm, dann begeben wir uns vorbei an dem Traditionslokal „Mutter Hoppe“ über die Spree und mit Blick auf das Auswärtige Amt zum Schlossplatz, wo gegenüber dem ehemaligen Staatsratsgebäude Erich Honeckers das neue Berliner Stadtschloss an jener Stelle steht, wo zu DDR-Zeiten der Palast der Republik stand. Am Kupfergraben, einer aufgestauten und hier nicht mehr schiffbaren Verlängerung des Spreekanals entlang erreichen wir den berühmten Boulevard Unter den Linden, wo hinter der Brücke das Zeughaus mit dem Deutschen Historischen Museum zu einem lohnenswerten Einblick in die deutsche Geschichte einlädt.

In Richtung der imposanten Kuppel des Berliner Doms werden wir im Lustgarten von einer Osteuropäerinnen angesprochen, die den Passanten auf Schildern eine Spendenaktion vorgaukeln, bei der es sich ganz offensichtlich um organisierte Bettelei handelt. Hinter dem Alten Museum überqueren wir ein weiteres Mal die Spree und habe vom James-Simon-Park aus einen schönen Blick auf die Museumsinsel, deren Highlight, das Pergamon-Museum mit dem berühmten Altar gerade aufwändig restauriert wird.

Am Nordufer erreichen wir die Friedrichstraße mit dem Bahnhof, durch den man in Zeiten der Trennung in die „Hauptstadt der DDR“ eingereist ist. Heute erinnert daran nur noch die ehemalige, im Volksmund „Tränenpalast“ genannte Abfertigungshalle, die heute als Museum an die frühere Funktion erinnert.

Im Bereich des Schiffbauerdamms stoßen wir auf die dritte öffentliche Sportbootliegestelle unserer Tour. Von hier sind es nur wenige Schritte zu den Kneipen und Biergarten und zu den Theatern Friedrichstadtpalast und Admiralspalast. Für Bootfahrer ist auch hier dank des quirligen Bahnhofs Friedrichstaße ein idealer Punkt für eventuelle Crew-Wechsel.

Wir wollen die Friedrichstraße in nördlicher Richtung erkunden. Wenige Schritte weiter stehen Besucher vor dem Friedrichstadtpalast, dem schon zu DDR-Zeiten führenden Revuetheater Schlange. Wir lassen die Kulisse von der anderen Straßenseite auf uns wirken und wandern vorbei an der U-Bahnstation Oranienburger Tor bis zur Abzweigung Hannoversche Straße, wo die Friedrichstraße in die Chausseestraße mündet. Genau hier wohnte bis zu seiner Ausbürgerung in den Siebzigern der Liedermacher Wolf Biermann. Heute firmiert unter der bekannten Adresse das Berliner Greenpeace-Büro und daneben ein Italiener. Ein paar Häuser weiter verbirgt sich hinter einer Mauer der Französische Friedhof, den Biermann in seinem Lied „Hugenottenfriedhof“ besungen hat. Dieses Areal und auch das Bertold-Brecht-Wohnhaus gleich daneben lohnen der vielen Prominentengräber wegen auf jeden Fall einen Besuch. Die Zeit drängt, und so machen wir uns über die Hannoversche Straße, wo bis zur Wende die Ständige Vertretung der Bundesrepublik residierte, und vorbei an alten und neuen Gebäuden des berühmten Klinikums Charité auf den Weg zum Hauptbahnhof. Über die Invalidenstraße in westliche Richtung und den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal erreichen wir die zentrale Bahnhofshalle.

Wir begeben uns durch den Bahnhof auf die andere Seite. Über den Washingstonplatz gelangen wir zum Spreeufer mit Blick aufs Kanzleramt. Wir halten uns am Ufer spreeabwärts und erreichen hinter Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, die letzte Sportbootliegestelle unseres Tagesausflugs am Bundesratsufer.

Stein auf Stein im Hafendorf Müritz

Stein auf Stein im Hafendorf Müritz

Von Dagmar Kuhnle

Am 5. Oktober 2018 gab es im Hafendorf Müritz Grund zum Feiern: Im Dachstuhl des ersten Gebäudes der Marina Müritz Apartments baumelte der Richtkranz und Harald Kuhnle durfte als Mit-Bauherr den symbolischen letzten Nagel in den Dachstuhl einschlagen, was das Ende des Rohbaus symbolisiert. Direkt daneben wartet schon das zweite Gebäude auf den Dachstuhl und ein paar Meter weiter legten Mit-Bauherr Christian Langhoff und Kuhnle den Grundstein für weitere zwei Gebäude. „Wenn alles nach Plan läuft“, so Christian Langhoff, „stehen hier im Sommer 2019 vier Häuser mit zusammen 20 schönen Ferienapartments mit Blick auf Müritz und Classee.“

Über den Dächern des Hafendorf Müritz: Richtkranz des ersten Apartmentgebäudes der Marina Müritz Apartments

Wie kam es dazu?

„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“

Kaum ein Zitat passt besser auf das Hafendorf Müritz, als das von Goethe. Wissen Sie noch, wie es im Hafendorf Müritz vor über 20 Jahren aussah?

Werftgelände Ex-VEB Schiffswerft Rechlin
Das ehemalige Werftgelände des VEB Schiffswerft Rechlin (Luftbild von 1995).

Hallen, mehr oder weniger ansehnlich, der große Turm mittendrin, eine große, halb kaputte Sliprampe aus Beton – an Beton war überhaupt so einiges da. „Steine, aus denen ich etwas bauen konnte, waren in der Tat genug vorhanden“, schildert Harald Kuhnle seinen ersten Eindruck. „Tja, ich wollte aber eigentlich Boote bauen. Beton verwendet man da als Baustoff eher selten.“

Alle hatten sie hier gebaut: Seit 1917 die Erprobungsstelle, in der DDR eine Werft. Ein Wrack lag auch noch im Claassee, das hatte beide überdauert.

Gab es hier schlechte Vorzeichen, die Kuhnle davon hätten abhalten sollen, das Gelände zu übernehmen?

„Aufgeben war keine Option“ – Harald Kuhnle berichtet während der Feier vom auf und ab im Hafendorf Müritz.

„Jede Menge! Altlasten im Boden, 1100 ehemalige gefrustete Mitarbeiter des VEB Schiffswerft Rechlin, die Tatsache, dass ich als Maschinenbauingenieur in der Immobilienwelt höchstens als Lehrling durchgegangen wäre, fehlende Ahnung von allem, was nicht mit Maschinenbau, Wassersport und Tourismus zu tun hatte.“

Der letzte Nagel sitzt. Kritisch beäugt Mit-Bauherr und Rechtsanwalt Christian Langhoff (rechts), wie Harald Kuhnle den letzten symbolischen Hammerschlag ausführt.

Mit 41 Jahren war Harald Kuhnle plötzlich Besitzer einer Industriebrache und hatte ein paar Millionen Schulden. Er hatte das Gelände der ehemaligen Schiffswerft 1997 bei einer Zwangsversteigerung erworben. Es gibt nichts zu beschönigen: Dieses Projekt hätte ihn fast ruiniert. Umweltausgleichsmaßnahmen, die Armleuchteralge, das Arbeitstempo in den Behörden, die eine oder andere Wirtschaftskrise, eine echte Bombe unter einem Hallenfundament, manch Stein legte sich ihm gut getarnt in den Weg.

Grundstein für die Gebäude 3 und 4. In einer Werkzeugkiste liegen sicher verpackt und vergraben Urkunden und Dokumente vom Tag der Grundsteinlegung.

Aufgeben war für Kuhnle keine Option. „Es hing nicht nur meine eigene Existenz am Erfolg dieses Projektes, sondern auch die von 80 Mitarbeitern und ihren Familien. Es blieb nur: Dranbleiben, durchhalten, langsam dicke Bretter bohren, hin und wieder ein Gericht bemühen, kämpfen.“ Er habe nie den Glauben an das Grundstück verloren.

Häfen waren immer der Dreh und Angelpunkt von wirtschaftlicher Entwicklung. Hier hatten KUHNLE-TOURS und Kuhnle Werft einen geschützten Hafen und vor der Tür den größten Binnensee Deutschlands. Verbunden mit 1700 Kilometern sensationell schöner Wasserwege. Harald Kuhnle blickt zurück: „Vielleicht war ich der einzige, der das touristische Potenzial dieser Fläche erkannt hat. Ein Vorteil, sicher. Aber zwischendurch wäre es nett gewesen, wenn ein großer Hotelkonzern oder ein Touristik-Riese das auch erkannt hätte. Naja, es ging auch so.“ Immer mehr einzelne Investoren ließen sich vom Sonnenuntergang an der Müritz begeistern, so ging es Stück für Stück voran.

Mit-Bauherr Langhoff: Lob und Dank für die Baufirma Gottfried Maag aus Teterow und den Bauleiter Thomas Maehl.

Am Freitag, 5. Oktober feierte Kuhnle zusammen mit Mitarbeitern, Freunden, Gästen und Geschäftspartnern Richtfest für die ersten beiden Gebäude der Marina Müritz Apartments und legte den Grundstein für die Bebauung der letzten Baulücke direkt am Wasser. Die Besonderheit der Marina Müritz Apartments ist, dass hier der Grundstückseigentümer als Mit-Bauherr wirkt. Harald Kuhnle ist mit dem Projektentwickler Frank Behn und dem Rechtsanwalt Christian Langhoff aus Stralsund eine Kooperation eingegangen, die nun ihre Früchte zeigt.

Makler und Investor: Carsten Scholz (rechts) von Engel & Völkers hat ein eigenes Haus im Hafendorf und erzählte warum sich das Investment an der Müritz lohnt.

Während in den Städten die Wohnungspreise explodieren und andere Ferienimmobilienentwickler an der Müritz die zu erwartende Wertsteigerung gleich beim Erstverkauf mit ansetzen, sind die Preise der Marina Müritz Apartments eher moderat: Ab 177.310 Euro brutto (149.000 € netto) zahlt man für ein knapp 60 Quadratmeter großes Apartment mit Wasserblick. Auf Wunsch übernimmt die Kuhnle-Group auch Vermarktung und Bewirtschaftung des Apartments.

Dichter am Wasser geht nicht: Vorn links im Bild vom Haus 1 ist ein Stückchen Hafenkante und ein Segelboot zu sehen.

Die Entwicklung des Hafendorfs Müritz zum wassertouristischen Zentrum der Südmüritz schreitet damit wieder ein Stück weiter voran. Seit Anfang 2002 ist aus einer Industriebrache in Traumlage nach und nach ein Feriendorf mit großem Wassersportangebot, Werftservice und dem besten Sonnenuntergang an Deutschlands größtem Binnensee geworden.

Aber: Es sind noch nicht alle Steine verbaut. „Wir hoffen immer noch auf einen Hotelinvestor, außerdem könnte man einige der noch vorhandenen Hallen durch weitere Apartmenthäuser ersetzen.“

 

Weitere Bilder und eine Webcam finden Sie in unserem Bautagebuch auf www.marina-mueritz.eu

Blick auf den Claassee und die Marina Müritz vom Penthouse aus.

 

Sängerin Anke Schüler kam aus der nördlichen Müritz mit Gitarre und Shanties.

 

Besuch auf der Baustelle: Das Richtfest wurde von den Gästen genutzt, um sich das Apartmenthaus genau anzusehen.

 

Lecker. Das Team vom Captains Inn und die Chartercrew hatten die Baustelle gastfreundlich hergerichtet.

 

Marina Müritz Apartments: Die Bauplätze für Haus 3 und 4 sind schon abgesteckt.

 

An die Schippe! Harald Kuhnle und Christian Langhoff bedecken den Grundstein mit Erde.

 

Gäste aus ganz Mecklenburg-Vorpommern und sogar aus Hamburg Berlin waren zur Richtfest-Grundstein-Feier an die Müritz gekommen.

 

Zur Begrüßung gab es von Azubi Ravshan Sharifov ein Glas Cremant von der Mosel.
Boot & Wein 2018

Boot & Wein 2018

Wie kommen die schönen Bilder in den Katalog und auf die Webseite? Unser Marketing-Team war heute morgen von Niderviller aus zum Shooting unterwegs und hat mal Protokoll geführt.

Von Dagmar Kuhnle

6.45 Uhr Der Wecker klingelt. Nach einer Dusche komme ich die Treppe herunter. Mein Marketingkollege Lukas Klingebiel und unser Bootsmann Florian sind schon an Deck der „Emile Zola“, unserem heutigen Model. Ich sehe die beiden und drehe auf dem Hacken um, Schlüssel vergessen. Ist halt noch ein bisschen früh für mich.

7.15 Uhr Mein zweiter Gang führt in die Werfthalle. Dort ist Jean-Francois vom Obstbauverein dabei das Frühstück für alle machen. Er hat mir schon Teller mit drei Schokocroissants, Schinken und Butter vorbereitet. Denn gestern Abend hatten wir überlegt, dass wir um sieben losfahren müssen, wenn wir von der Basis Niderviller zum Hafen Altmühle, durch die beiden Schiffstunnel und dann das Hebewerk runter und wieder rauf fahren wollen. Also Frühstück im Schichtwechsel an Bord. Jean-Claude füllt noch schnell zwei Schälchen mit seiner selbstgemachten Marmelade, ich bringe alles inklusive zwei Baguettes und einer frischen Kanne Kaffee an Bord. Noch mal umdrehen! „Habt Ihr auch Milch für uns?

7.30 Uhr Der Rauhreif an Deck wird schnell von den ersten Sonnenstrahlen geschmolzen, gleichwohl bleibt es rutschig. Wir schleichen uns aus dem Hafen, die anderen schlafen ja noch. Kaum sind wir unter der ersten Brücke durch sieht man in der Ferne Frühnebelstreifen über dem Kanal schweben. Solche Landschaften sehe ich als notorische Langschläferin selten. Boah. Lukas hat ein Handy im Zeitraffermodus auf dem Salondach installiert, was nachher hoffentlich ein feines Video produziert hat.

8.04 Uhr Nach kurzer Fahrt erwarten wir den ersten Stop vor dem roten Licht der Tunneleinfahrt. Doch da ist alles Grün, außer der beweglichen Schrift, die uns Datum und Uhrzeit mitteilt. Dann mal rein in den Tunnel. Es ist schon unheimlich, wenn sich der Kanal immer weiter verengt. Vom Hafenbecken Altmühle wieder ein Stück Kanal, dann die Tunnelzufahrt und wenn man schon denkt, enger darf es jetzt wirklich nicht werden, gehen links und rechts vom Boot noch mal ein paar Zentimeter Wasser verloren, bis man an jeder Seite nur noch gefühlte vier Zentimeter Platz hat (tatsächlich sind es jeweils 70 Zentimeter). Der Tunnel ist dunkel, aber etwas wärmer als die kühle Frühlingsmorgenluft.

8.15 Uhr Jetzt bloß immer schön geradeaus fahren. Steht das Boot leicht schief? Ich korrigiere mit dem Bugstrahler. Die Kormoran hebt bei jedem Druck auf den Bowprop kurz den Hintern an, weil ja dann die Hydraulik nicht mehr den Antriebspropeller versorgt, sondern den vom Bugstrahler. So ganz ohne Kontakt mit der Tunnelwand kommen wir nicht aus, dabei ist die „Emile Zola“ gerade frisch lackiert. Au weia! Na, wer sein Boot liebt hat Fender …

8.22 Uhr Der erste Tunnel ist geschafft, ich übergebe Lukas das Steuer und gehe den Tisch decken. Der Kaffee ist zwischendurch doch sehr abgekühlt. Ich beschließe, ihn noch mal warm zu machen, als der zweite Tunnel beginnt und ich im Dunkeln tappe. Licht anmachen ist schlecht, dann sehen die beiden oben am Fahrstand nichts mehr. Aber Kormoran ist Kormoran, im Prinzip ist ja alles immer gleich … Ich ertaste die Töpfe im Schrank. Als es kurz heller wird (der Kanal hat immer mal wieder eine Lampe), gucke ich noch mal: Jo, der passt. Wieder dunkel. Kaffee umfüllen, der Topf ist ja groß genug. Rechts oberhalb des Kochfelds an der Wand hängt immer ein Gasanzünder, ja, auch hier! Klickklick, kein Funke zu sehen. Hm. Wo ist die Schublade? Wenn der Gasanzünder defekt ist, hat vielleicht der letzte Kunde Streichhölzer da gelassen? Ich fühle den Knopf der Schublade, lange rein – ein Feuerzeug!

Während der Kaffee auf dem Gasherd wieder wärmer wird, finde ich im Blindflug Tassen, Untertassen, Teller und Messer. Stelle alles von der Pantry aus aufs Sofa im Salon. Als die nächste Lampe den Salon kurz in orangefarbenes Licht taucht, sehe ich, dass Florian alles schon auf den Tisch gestellt hatte. Also Blindflug retour.

8.40 Uhr Sobald wir aus dem Tunnel raus sind, rufe ich den ersten zum Frühstück. Florian kriegt vor lauter Zähneklappern kaum sein Croissant gebissen, aber er wärmt sich am Kaffee und schließlich reicht es noch für ein Stück Brot mit Jean-Claudes köstlicher Marmelade. „Ich bin aber kein großer Frühstücker“, meint er, bevor er den Steuermann für die letzten Kilometer ablöst.

9 Uhr Wir liegen an der Wartestelle des Hebewerks. Auch hier zeigen alle Lichter grün. Aber wir müssen noch auf den Fotografen, Harald Mertes warten, und Jean-Michel Zorn, der für uns im Leitstand des Schiffshebewerks gut Wetter machen soll, damit wir die normalerweise verbotenen Bereiche zum Fotografieren betreten dürfen. Als die beiden angekommen sind, bekommen wir sogar eine Privatschleusung, damit das Bild perfekt wird. Es ist noch nicht so viel los, da geht das ausnahmsweise.

 

9.15 Uhr Harald Mertes dirgiert uns von der Dachterrasse aus „noch ein Stück weiter – Stopp – bisschen zurück – so ist perfekt.“ Von oben das Boot, das Hebewerk, die Landschaft, den kleinen See am Fuß des Hebewerks, er proportioniert alle Bildbestandteile. Netterweise sieht auch die Sonne ein, dass sie mit aufs Bild muss. Langsam schweben wir zu Tal, während Fotografen-Haralds Auslöser klackert. Wir bemühen uns alle, möglichst dekorativ auszusehen.

9.30 Uhr „Soll ich erst wenden und dann anlegen oder erst anlegen und wir drehen dann nachher beim Ablegen?“ Gute Frage, hatte ich eben auch schon überlegt. Unser Bootsmann ist prima. „Dreh mal erst, dann sehen wir dynamischer aus, wenn wir noch von der anderen Kanalseite fotografiert werden.“ Glucksen und Grinsen bei Lukas und Florian. Nun gut, ein 17 Tonnen schweres Hausboot, das sich mit 8 Stundenkilometern über einen französischen Kanal bewegt, ist eventuell nicht sooo besonders dynamisch. Florian legt den Dampfer trotzdem erst nach der Drehung an.

9.40 Uhr Fotografen-Harald kommt angestapft, glücklicherweise gab es eine versteckte Treppe – die, die man außen am Schiffshebewerk sieht, erschien uns doch ein wenig kniestrapaziös selbst für einen fitten 70er wie Harald es ist. Er gibt uns Anweisungen für die Rückfahrt und – wie es seine Art ist – noch einen schmutzigen Witz mit auf den Weg. („Sagt ein Arzt zum andern: …“ – ach fragt ihn lieber selbst.)

10 Uhr Der Trog ist ohne uns wieder hochgefahren. Eine Linssen kommt von Lutzelbourg heran und fährt zur Wartestelle vor. Wir sehen, wie der Trog langsam wieder zu Tal gleitet, warten ab, bis er leer ist, dann fahren wir hinter der Linssen in den Trog ein. Harald steht unten am Geländer. Lukas lehnt sich mit seiner leuchten blauen Jacke dekorativ ans Geländer des Seitenstegs im Trog. Das darf man normalerweise nicht, der VNF-Mann, der mit dem Trog mitfährt, lässt es uns ausnahmsweise für das Foto durchgehen.

10.30 Uhr Oben angekommen machen wir noch einmal fest, um uns in der Leitstelle des Heberwerks für das freundliche Entgegenkommen zu bedanken. Wir laden auch herzlich ein, nachher zu einem Glas Wein bei uns an der Basis vorbeizuschauen. Dann machen wir uns auf den Weg zurück nach Niderviller. Als wir in den Hafen einbiegen kommt uns statt Frühnebel der Duft von gegrillten Kotletts in die Nase. Es ist Zeit für das Mittagessen.