Gedicht zu Ostern

Gedicht zu Ostern

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

Hier im Hafen beginnt des Skippers Glück;

Der alte Winter, in seiner Schwäche,

Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur

Ohnmächtige Schauer körnigen Eises

In Streifen über die blaue Flut.

Aber die Sonne fördert nur Weißes,

Überall regen sich Masten und Streben,

Alles will sie mit Segeln beleben;

Doch an Blumen fehlts im Revier,

So nimm geputzte Boote dafür.

Kehre dich um, von Masten Höhen

Übers Wasser weit zu sehen!

Aus dem hohlen Schleusentor

Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder schippert heute gern.

Am Steuer fühlen sie sich wie große Herrn,

Denn sie sind selber erst gewachsen:

Aus niedrigen Schuppen dumpfen Gemächern,

fort mit Pinsel und Werkzeugkasten,

Auf allen Kanälen tuckert’s blechern,

Aus der Schleusen quetschender Enge,

Aus des Bootslagers Winterwacht

Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge

ihre Boote zum Ufer hin trägt,

Wie der Fluss in Breit und Länge

Die vielen lustigen Nachen bewegt,

Und, bis zum Sinken überladen,

Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von den ferneren Gestaden

Blinken uns farbige Schiffchen an.

Ich höre schon des Hafens Getümmel,

Hier ist des Skippers wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein:

Hier fahr ich Boot, hier darf ich sein!