Zwischen Herbst und Hauptstadt – Berliner Flussfahrt mit Seenswürdigkeiten

Zwischen Herbst und Hauptstadt – Berliner Flussfahrt mit Seenswürdigkeiten

Die KUHNLE-TOURS Grafikdesignerin Heike Meyer ist mit ihrer Familie unterwegs gewesen. Papa Jörg Meyer hat das Bordbuch geführt. Hier ist sein Bericht.

Zugegeben – wir waren vor zehn Jahren schon mal da. Aber daran kann sich unser Sohn nicht mehr erinnern. Und da demnächst eine Klassenfahrt nach Berlin ansteht und Berlin immer eine Reise wert ist (und erst recht auf dem Wasser), dachten wir, kann es nichts schaden, ihn schon einmal etwas Berliner Luft schnuppern zu lassen … Also kurzentschlossen vom 30. Oktober bis 5. November eine Kormoran 1140 gechartert, Zugtickets gekauft und Taschen gepackt.

Am Samstag ging’s um 6 Uhr in Böblingen los: mit der S-Bahn nach Stuttgart, dann nonstop mit dem ICE nach Berlin und mit der Berliner S-Bahn ans Ziel. Von der Haltestation in Zeuthen sind es nur ein paar hundert Meter zur Kuhnle-Marina – auch mit Gepäck kein Problem zu Fuß.

Das Bild zeigt einen Steg an dem viele ähnlich aussehende Hausboote der Baureihe Kormoran liegen. Darüber weht an einem Mast die blaube Kuhnle-Tours-Flagge.
Basis Zeuthen: Die paar Meter von der S-Bahn-Station sind auch mit Gepäck zu schaffen.

Um 13.30 Uhr stehen wir erwartungsvoll vor dem Büro, eine nette Mitarbeiterin bringt uns zu „unserem“ Boot und hält die Einweisung so kurz, wie wir sie brauchen. Denn wir wollen noch los! Also flugs zum nahen REWE-Supermarkt, mit dem Nötigen für ein paar Tage eingedeckt (Kerzen nicht vergessen für die Stimmung!) und aufs Hausboot gebracht. Stauen ist kein Problem – auf einer Kormoran gibt es jede Menge Platz.

Zu Sehen ist die modern gestaltete Zeuthener Filiane des Rewe-Marktes.
Beste Versorgung vor Ort: Rewe-Markt in Zeuthen

Ende Oktober wird es schon recht früh dämmerig; also Hausboot aus der Box zirkeln, Gashebel auf den Tisch und ab geht’s. Mit satten acht Stundenkilometern – Hektik kommt da keine auf! Die lassen wir lieber auf dem Steg zurück … Einen Schlenker durch eine betörend schöne Seenlandschaft noch und schon haben wir über den Großen Zug kurz vor Sonnenuntergang unser erstes Etappenziel erreicht: den Krossinsee (mal mit K und mal mit C geschrieben). Dort lassen wir in einer stillen Schilfbucht den Anker ins Wasser rauschen. Still? Nun ja, während Heike Spaghetti mit Tomatensoße kocht, beobachtet der Sohn eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen einem Grau- und einem Silberreiher, die erst mit einsetzender Dunkelheit ihr Ende findet.

Zu sehen sind zwei Schwäne auf einer weiten Wasserfläche im Abendlicht.
Natur außenbords.

Dies ist der einzige Moment, an dem wir bedauern, dass wir nicht mehr Sommer haben – wie unbeschreiblich schön wäre ein Abend auf dem Achterdeck bei einem Glas Rotwein! Aber es ist definitiv zu kalt. Und so machen wir es uns im schön beheizten Salon gemütlich. Dank Spannungswandler ist übrigens auch das Aufladen unserer Smartphones gesichert.

Zu sehen ist ein Smartphone, dass über einen Spannungswandler in die 12-Volt-Steckdose beim Fahrstand aufgeladeb wird.
Handyladen kein Problem, entweder gleich mit 12-Volt-Stecker oder über den Spannungswandler an Bord.

Halloween am Charlottenburger Ufer

Nach einem schönen Frühstück heißt es „Anker auf!“ Wir tuckern bei traumhaftem Wetter – blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme Temperatur – gleich hinter Schmöckwitz auf die Spree-Oder-Wasserstraße. Erste Begegnung mit der Berufsschifffahrt (in Gestalt eines Schubverbands) auf dem, je näher man sich kommt, umso schmaler scheinenden Kanal. Puh, geschafft!

Schon bald wird der Kanal wieder zu einer buchten- und inselreichen Seenkette (die Dahme durchfließt hier den Seddinsee und den Langen See). Natur pur – es ist kaum vorstellbar, dass wir nicht einmal 30 Kilometer vom Brandenburger Tor entfernt sind! Und dann kommt Köpenick in Sicht. Aber wir verschieben den Hauptmann auf später und lassen Köpenick rechts liegen.

Zu sehen ist ein Binnenfrachtschiff in Fahrt im Hintergrund die Oberbaumbrücke mit den charakteristischen Türmchen und einer gelben U-Bahn.
“Die Wasserstraße ist für alle da!” – “Aber der ist viiieeel stärker als wir!” – “Dann weichen wir eben aus!”

Jetzt wird es doch allmählich städtischer: mittlerweile bewegen wir uns auf der Spree am Rummelsburger See vorbei. Dort und auch an der Insel der Jugend besorgt uns der schwimmende Schrott – hoffentlich sind diese halb versunkenen Untersätze („Boote“ kann man das kaum nennen) wenigstens fest vertäut!

Zu sehen sind eine Anzahl alter und sehr alter Boote, ein Boot liegt halb gesunden und von einer Ölsperre umgeben etwas abseits.
Schwimmender Schiffsfriedhof nahe der Insel der Jugend.

Bald tauchen wir mit unserem Hausboot in Bilder ein, die jeder aus dem Fernsehen kennt: Wir passieren an der Nahtstelle von West- und Ostberlin den dreifachen Molecule Man und steuern die Oberbaumbrücke – eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt – an. Heike ist von dem Motiv mit dem Funkturm im Hintergrund so begeistert, dass wir ein Stück an der Einfahrt in den Landwehrkanal vorbeifahren müssen. Und so kommt es zu einem kleinen Malheur: Weil wir jetzt von der falschen Seite auf die Oberschleuse zufahren, sehen wir das erste rote Halte-Signal für die Sportschifffahrt nicht und wollen gerade an dem Poller für die Berufsschifffahrt festmachen, als uns ein netter Schleusenwärter zur „richtigen“ Wartestelle winkt („Eijentlich müsste ick jetzt 35 Euro kassieren ….“)


Zu sehen ist der Landwehrkanal vom Wasser aus mit einer Rundbogenbrücke unter der sich ein Geschwader Schwäne versammelt hat.
Landwehrkanal: Wer ist hier die Attraktion?
Zu sehen ist eine Bootscrew, am Fahrstand eines Hausbootes, die sich unter einer niedrigen Brücke duckt.
Achtung Kopf einziehen! Die Brücke der Landwehrkanals sind schön. Aber berüchtigt niedrig. Für eine Kormoran reicht es gut.

Letzter Tag im Landwehrkanal, um ohne vorherige Anmeldung durchzukommen. An diesem sonnigen und warmen Halloween-Sonntag ist halb Berlin auf den Beinen und flaniert oder chillt am Ufer und auf den Brücken des Landwehrkanals. Nicht immer ist nur Tabak zu riechen und wir staunen und werden bestaunt. Es ist nicht ganz sicher, wer hier die Attraktion ist … Doch wir müssen höllisch aufpassen und rechtzeitig den Kopf einziehen – die meisten Brücken sind so niedrig, dass zwischen Kajütaufbau und Eisenkonstruktion kaum noch Platz bleibt. Es dämmert schon, als wir die Unterschleuse erreichen. Hier machen wir alles richtig und finden bald – wieder auf der Spree – am Charlottenburger Ufer gegenüber dem Österreichpark ein schönes Plätzchen zum Anlegen. Klar, dass es zum Halloween-Abendessen eine Kürbissuppe gibt und danach noch einen kurzen nächtlichen Spaziergang zum Charlottenburger Schloss …

Zu sehen ist ein Hausboot im fast ganz verschwunden Tageslicht, es liegt an einer Spundwand am mit herbstlichen Blättern bedecktem Ufer, im Hintergrund sieht man die Lichter einer Brücke und der Stadt Berlin.
Mit dem Boot zum Schloss: Anleger Charlottenburger Ufer.

Mitten ins Herz von Berlin

Der nächste Morgen schaut leider etwas trüb aus der Wäsche – aber schließlich ist ja auch schon 1. November. Wir fahren über die Spree, passieren Siemensstadt und Schloss Bellevue (allerdings eingerüstet) und fahren dann direkt am Kanzleramt vorbei. Die meisten Büros sind unbesetzt, in einem vespert ein Mann gerade sein Pausenbrot. Sooo nahe kommt man dem Regierungssitz nur selten! Dann kommt der Reichstag. Schade, wir können außer etlichen Journalisten keine bekannten Politikergesichter am Ufer entdecken. Es ist noch Vormittag – trotzdem machen wir schon fest: am Schiffbauerdamm. Heute wollen wir unserem Jungen mal die Highlights von Berlin zeigen. Jetzt tauchen auch die ersten Sightseeing-Schiffe auf. Die Rundfahrten starten in der Nachsaison scheinbar erst nach 11 Uhr. Da haben wir Glück gehabt – an den Brücken kann es aufregend eng werden, wenn man so einem Pott in die Quere kommt. Übrigens, wir hatten uns schlau gemacht: Man darf ab dem 1. November auch nach 10.30 Uhr ohne Funkzeugnis im Herz von Berlin unterwegs sein.

Zu sehen ist eine Hauswand mit Fenstern, durch das Fenster sind Kabael und technische Gerätschaften zu sehen.
Wird hier Politik gemacht? Oder blos Fernsehen?
Zu sehen ist das Achterdeck eines Hausbootes mit Fahrstand Vater und Sohn am Stuern, im Hintergrund Regierungsgebäude.
Berlin, Regierungsviertel: Die beiden Brücken, die die Regierungsbeäude verbinden heißen inoffziell “höhere und niedrigere Beamtenlaufbahn”
Zu sehen ist der Blick vom Schiffsbug auf Wasser im Hintergrund ist der Bahnhof Friedrichstraße zu sehen. Alles zur blauen Stunde, also mit Abendstimmung.
Anleger Schiffbauer Damm mit dem Bahnhof Friedrichstraße im Hintergrund.

Heute also zu Fuß Strecke machen: vorbei am Anhalter Bahnhof über den Bebelplatz (besser bekannt als Opernplatz) mit Humboldt Universität, St. Hedwig, Staatsoper und Alter Wache zum Dom und von dort über die Museumsinsel (montags leider alles geschlossen) zum Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss. Mittlerweile hat es leicht zu nieseln begonnen – darum dachten wir, das sei die beste Gelegenheit, ohne lange anzustehen auf den Fernsehturm am Alex zu kommen. Denkste! Nach über einer Stunde sind wir durchgefroren, nass und schlecht gelaunt und immer noch nicht am Eingang. Ohne online-Ticket keine Chance!

Also zurück aufs Boot, das immer noch einsam am Schiffbauerdamm liegt. Badesachen eingepackt und zum Schwimmbad Mitte – einer sehr puristischen Badeanstalt aus den 30er Jahren. Nach der letzten Bahn festgestellt, dass keiner Lust aufs Kochen hat und auf dem Rückweg zum Boot eher zufällig im “Friedel Richter” einem Geheimtipp-Restaurant mit ganz exquisiter Küche gelandet. Damit war der Tag dann endgültig gerettet.


Hausboot in Vorbeifahrt an der modernen Fassade des Humboldt-Forums.
Humboldt-Forum im wiederaufgebauten Schloss.

Kleiner Schalter – große Wirkung

Am Dienstag, dem 2. November, hat sich das Wetter wieder gefangen und um 9 Uhr stehen wir vorm Zimt & Zucker Kaffeehaus, um den 3G-Regeln gemäß an einem Frühstückstisch platziert zu werden. Pappvoll und kaffeewach legen wir ab und beschauen uns bald darauf vom Wasser aus Museumsinsel, Dom und Berliner Schloss (von hinten erkennt man: Alles nur Fassade!).

Zu sehen ist ein reich gedeckter Frühstückstisch in einem Café.
Frühstück an Land

Aber dann – Katastrophe! Das Wasser läuft in den Waschbecken nicht ab! Sollten wir drei denn den Abwassertank binnen dreier Tage zu Überlaufen gebracht haben? Ab zur nächstbesten Absauganlage. Das wäre die Citymarina Rummelsburg. Aber, oje!, ein Anruf bringt Ernüchterung: in der Citymarina wird weiter modernisiert, die Absauganlage ist vorübergehend außer Betrieb! Nächste Möglichkeit ist das Wassersportzentrum Berlin. Hinter Köpenick – so weit raus wollten wir heute eigentlich noch nicht, aber hilft nichts. „Und – hat sich was getan?“ – „Nee, immer noch unverändert!“ Also auf nach Osten!

Zu sehen ist ein Hausboot beim Schleusenvorgang, auf dem Vordeck steht der jugendliche Sohn der eine Festmacherleine um einen Poller führt.
Mühlendammschleuse in Berlin-Mitte

Wir dampfen Fullspeed durch die Mühlendammschleuse, an der East Side Gallery, dem Treptower Park (mit dem riesigen sowjetischen Ehrenmal) und an der Insel der Jugend vorbei, machen nur kurz Einkaufsstopp beim Bootsanleger Netto/REWE in Niederschöneweide und sind bald darauf in Köpenick. Dort biegen wir nach links Richtung Großem Müggelsee ab. Ziel ist der Steg F („Eff wie Fäkalienabsauganlage …“) des Wassersportzentrums. Und dann? Kaum haben wir den Rüssel in die Öffnung gesteckt, saugt er nur noch Luft – jetzt ist guter Rat teuer! Oder? Oder einfach nur ein Anruf im Marinabüro? Gesagt – getan: Heike spricht mit Brian und nach ein paar gezielten Fragen ahnt der Techniker die Ursache. Ganz einfach: Unser Sohn hatte am Abend zuvor nur einen entscheidenden Sicherungsschalter zu viel umgelegt – den von der Abwasserpumpe! Klick – und schon verschwindet das Wasser aus den Waschbecken!

Zu sehen ist ein Supermarktparkplatz zwischen zwei Einkaufsmärkten. Im Hintergrund ist das Deckshaus einer im Wasser liegenden Kormoran zu sehen.
Boat-In-Discounter: Nettomarkt und Getränkemarkt in Niederschöneweide.
Zu sehen ist der Hafen der Citymarina Berlin Rummelsburg, im Hintergrund teilweise moderne Gebäude, teilweise alte Industriearchitektur mit Backsteingebäuden.
Citymarina Berlin-Rummelsburg
Zu sehen ist ein Wegweiser der mit drei Tafeln den Weg nach Köpenick, Neukölln/Potsdamm und Berlin-Mitte/Kreuzberg zeigt. In Hintergrund ein Ufergarten mit Grill und Sitzecke.
Was ist wo am Wasser? Wegweiser für Bootfahrer in Köpenick.

Wir machen am Kopfsteg C fest und uns auf einen längeren Spaziergang. Zuerst nach Friedrichshagen, wo die Spree aus dem Müggelsee fließt und dann über den Spreetunnel hinweg (bei seiner Einweihung 1927 eine kleine Sensation) und auf der Köpenicker Seite durch schönen Wald in die Köpenicker Altstadt. Im Bezirksamt (dem ehemaligen Rathaus) gibt es eine Ausstellung über den „Hauptmann von Köpenick“ Friedrich Wilhelm Voigt. Das Schloss hat schon zu – darum gehen wir zurück und essen im Ratskeller ein deftiges Abendessen, bei dem unser Sohn seine erste Berliner Weiße in Rot trinkt. Und dann, weil er sie so lecker findet, gleich noch eine … Zum Hausboot zurück fahren wir aber mit der Tram.

Zu sehen ist der liebevoll gestaltete Eingang zum historischen Spreetunnel.
Eingang zum Spreetunnel.

Die Keimzelle Berlins

Der 3. November ist ein Tag, der trüb startet, aber dann doch ganz heiter wird. Wir tuckern auf dem betonnten Fahrwasser über den Müggelsee, an Neu Venedig vorbei, durch den Dämeritzsee und den Flakensee zur Woltersdorfer Schleuse. Hier sind wir verblüfft vom kristallklaren Wasser, das seinen Ursprung wahrscheinlich im Kalkstein hat, schließlich beginnt hinter der Schleuse auch der Kalksee, der Heike sogar noch zu einem (zugegebenermaßen sehr kurzen) Badestopp verleitet. Wir kommen schließlich ins Strausberger Mühlenfließ und legen an einem brandneuen Wasserwanderrastplatz (für acht Boote mit bis zu 13 m Länge, 4,50 m Breite und 1 m Tiefgang) an.

Unser Etappenziel ist erreicht – denn der Eingang zum Museumspark Rüdersdorf ist gleich um die Ecke (und geöffnet!). Faszinierend: Hier im Rüdersdorfer Kalksteinbruch wurden die Kalksteine abgebaut, aus denen viele bedeutende Bauwerke in Berlin und Umgebung errichtet sind, zum Beispiel das Brandenburger Tor, das Olympiastadion und das Schloss Sanssouci!

Anleger am Museumspark
Man sieht alte Maschinenteile aus Stahl, im Hintergrund eine großes Tagebauloch.
Aussicht auf die Kalkabbaugrube
Man sieht große alte Industriegebäude mit hohen Schornsteinen und anderen Aufbauen aus Backstein. Sie gehören zum Museumspark Rüdersdorf.
Frühere Gebäude der Baustoffverabeitung im Museumspark Rüdersdorf.

Rückfahrt nach Zeuthen

Der Regen hat uns am Donnerstag endgültig eingeholt – da fällt das Ende unseres herbstlichen Hausboot-Törns nicht so schwer. Wir freuen uns über den Innensteuerstand und machen uns auf den Weg zurück. Zwei Stunden später sind wir wieder in Zeuthen.

Vorteile einer Fahrt im Spätherbst:

  • Keine Wartezeiten an den Schleusen
  • Jede Menge freie Liegeplätze
  • Freundliche Berliner*innen (ja: *, Berlin ist ziemlich kreuz und queer …)
  • Sonne – ohne Sonnenbrand
Man sieht einen Steg an dem viele ähnlich aussehende Hausboote der Kormoran-Baureihe festgemacht sind.
Zurück am Steg in Zeuthen.
„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“

„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“

Heute: Wir bauen einen Reisemobil-Stellplatz! Und wenn wir schon mal dabei sind … Aber lesen Sie lieber die ganze Geschichte.

Steine haben reichlich im Weg gelegen in den fast 24 Jahren, die vergangenen sind seit ein junger Hausboot-Typ aus dem Westen das Gelände des ehemaligen VEB Schiffswerft Rechlin ersteigert hat. Von den 1100 Mitarbeitern, die zu DDR-Zeiten in Rechlin Behördenboote und Rettungsboote gebaut hatten war damals, im Herbst 1997, nur noch einer – Günther Lindstaedt – vor Ort, um dem neuen Hausherren seine Liegenschaft zu zeigen. Die anderen 1099 waren im Zuge der fehlgeschlagenen Privatisierung des VEBs dem Arbeitsamt zugeführt worden, aber das ist eine andere Geschichte.

Arbeitsfahrzeuge aller Art sind ständige Gäste im Hafendorf Müritz.

Was es damals zwischen Müritz und Claassee gab war folgendes: Betonhallen, die schon bessere Zeiten gesehen hatten, Bürogebäude mit Sprelacart- (in Westdeutschland: Resopal-) Chic aus den 70ern, eine (!) sanierte Toilette mit elegantem Fußboden sowie ein Atombunker. Viele der langjährigen Stammkunden erinnern sich sicher noch an die Industriebrache, über die sie stapften, als es endlich mit dem Straßenbau und der Erschließung losging. Über eine schlammige Baustelle mussten sie von ihren geparten Autos zum Steg und wunderten sich vielleicht insgeheim, dass es einen Menschen gab, der fest an eine große Zukunft dieses Lost-Places an der Müritz glaubte. Harald Kuhnle, der Hausboot-Typ aus Stuttgart, hatte im Frühjahr 1991 in Waren die erste Hausbootbasis in den neuen Bundesländern eröffnet. Er dachte groß. Zu groß für die Warener Stadtvertretung, die den Kopf schüttelte, als er anbot, sich entweder des Stadthafens oder des alten Sägewerks anzunehmen um dort eine Marina aufzubauen und an Land Platz für Boote, Werkstätten und Wohnungen zu schaffen. „Wir wollten nicht, dass einer so groß wird“, steckte uns später mal ein Insider nach dem dritten Rum, „war ein Fehler damals.“ Harald Kuhnle sah sich nach einem alternativen Standort um und fand ihn am Südufer der Müritz: das Geländes des ehemals volkseigenen Betriebs Schiffswerft Rechlin.

Als 2003 der „Turm“ abgerissen wurde – ein prägnantes Beton-Monster mit Flak-Plattform auf dem Dach – schrieben wir in die Pressemitteilung: „Plattmachen ist in Ordnung, wenn man was neues aufbaut.“ Inzwischen steht dort übrigens ein schönes Apartmentgebäude. Weitere Hallen wurden abgetragen, Ferienhäuser errichtet. Überzählige Betonteile nutzen wir, um hinter den Werfthallen ebene Flächen für das Boots-Freilager zu schaffen. Was dafür nicht eben genug war, kam auf einen großen Haufen.

Was man alles so findet, wenn man eine Fläche bebaubar macht … Hier ist ein winzig kleiner Teil der Steine, die wir so im Laufe der letzten 24 Jahre aus dem Weg geräumt haben.

Der Haufen wurde immer größer. Beim Ausgraben eines Fundamentes stieg plötzlich der Baggerfahrer kreidebleich aus seinem Cockpit. Er hatte unter einem Fundament eine Fliegerbombe gefunden und glücklicherweise nicht ausgelöst. Nach der Kampfmittelsondierung und Entsorgung der Fundbombe ging es dann weiter. Einige Hallen durften stehen bleiben, wurden außen ertüchtigt und/oder verschönert und innen entkernt, damit man vernünftig Boote drin aufbewahren konnte. Der Abraum kam wieder auf den großen Haufen.

Schon seit 2006 war in der Planung des Hafendorf Müritz ein Wohnmobil-Stellplatz vorgesehen. Doch immer waren andere Investitionen wichtiger: Der Travellift, der Bau der Niederlassung in Frankreich, die neuen Marina-Müritz-Apartments, die Pirates Bar, der Anbau vor dem Captains Inn – die Liste ist endlos. Allein, es ist in der in diesem Jahr 40jährigen Firmengeschichte tatsächlich noch nicht passiert, dass jemand nach mehr Arbeit verlangt hätte. Auch der Chef nicht, der sich für künftige Projekte gerne mal Hotels auf anderen Kontinenten ansieht und Craft-Biere verkostet.

2020 – im Corona-Jahr – war der öffentliche Parkplatz vor dem Werftgebäude in einer App aufgetaucht, die kostenlose Reisemobil-Stellplätze ohne Service (aber auch ohne Gefahr verjagt zu werden) auflistet. Jeden Abend gingen wir also nach Feierabend an gemütlich entspannenden Campern zu unseren Autos. Kurz überlegten wir, auf die Schnelle einen Pop-Up-Stellplatz zu errichten. Wir hatten die Sanitärcontainer aus einem aufgegebenen Standort noch herumstehen, könnten die für den Stellplatz gedachte Ecke einmal überplanieren, Container anschließen und Einen zum Kassieren hinstellen, das sollte doch gehen?

„Nix da, wenn, dann gleich richtig, aber erst nächstes Jahr! Und einen Mitarbeiter zum Kassieren haben wir schon gar nicht übrig!“, lautete die Order de Mufti. So machten wir uns an die Planung: Ein hübsches kleines Sanitärgebäude mit fünf kompletten Duschbädern, eines davon für Rollstuhlfahrer zugänglich, außen mit Abwaschbecken, 47 unterschiedlich große Stellplätze für den ausgebauten Kastenwagen bis zum Dickschiff mit LKW-Zulassung, jeder mit Stromanschluss und Platz für Grill und Liegestuhl. Und natürlich eine Station zum Ablassen von Grauwasser, Bunkern von Frischwasser und Entsorgung von Chemie-WCs.

Fünf Duschbäder, davon eins barrierefrei (der Türdurchgang ist eigentlich breiter als auf dem Grundriss) und je zwei Becken fürs Pipimachen im Sitzen und im Stehen.
So sieht das Häuschen später von außen aus. Licht bekommen die von außen zugänglichen Zimmer von oben und durch Fenster in den Türen.
Stand 9. April 2021: Rohbau und Dachauflagen sind fertig.

Bei einer sonntäglichen Winterwanderung im Schnee besprachen wir mit anderen kompetenten Spaziergängern (in Person von Hafenmeister Maik Marlow und seiner Frau Anke), ob wir einen Wall oder Bäume zur Einfriedung des Geländes nehmen sollten und ob man vorsorglich noch eine Ladestation für Elektrowohnmobile installieren sollte (erstmal nicht, aber schon mal Kabel legen). Und wenn wir sowieso schon dabei sind, können wir ja noch zusätzliche Stellplätze für Kunden anlegen, oder? Die olle Sandfläche und die Wiese vor und neben dem Captains Inn war in der letzten Saison eher ein Parkchaos als ein Parkplatz. Warum muss ein Auto eine Woche mit Blick aufs Wasser herumstehen, während sein Besitzer mit dem Hausboot unterwegs ist?

Was haben wir nicht alles an Rohren ausgegraben! Bei manchen wusste keiner mehr, wofür die mal gut gewesen sind. Ein Telefonkabel von der Deutschen Bundespost war auch dabei.
Weiß wo was lang geht: Günther Lindstaedt in seiner aktiven Zeit in der Kuhnle-Werft

Dann rückten die Bauarbeiter an. Erstmal unsere Eigenen. Zunächst wurden alte Schächte „zurückgebaut“ (ausgebuddelt und auf den großen Haufen), außerdem bauten die Werftkollegen alte Fernwärmerohre aus, räumten tote Wasserleitungen weg, trennten Stahlrohre mit dem Gasbrenner. „Keiner wusste, welcher Schacht noch für irgendwas gut war“, berichtet das Bau-Team. Rat wusste wieder mal Günther Lindstaedt (der eingangs erwähnte Mitarbeiter 1100, der das Gelände wie seine Latzhosentasche kennt). Er kam gerne aus dem Ruhestand vorbei und sagte, welches Rohr wohin führt. Dann konnten neue Rohrbettungen gebaggert und Leitungen verlegt werden: Für Abwasser, Frischwasser, Regenwasser und allerhand Kabelage: 400 Meter Glasfaserkabel, 700 Meter CAT-7-Leitung und wohl einen ganzen Kilometer Stromkabel versenkte die Kuhnle-Werft im Boden. Es wäre natürlich nett gewesen, jeden Stellplatz einzeln mit einem Wasseranschluss zu versehen, leider erschwert die neue Trinkwasserverordnung solche dezentralen Anlagen, so wird es dann Wasser und Abwasser an einem etwas seitlich liegenden Ver- und Entsorgungsplatz geben. 

Kilometerweise Kabel verlegt: Glasfaser, Strom, Datenleitungen: Die meisten Kabel sind schon verlegt und die Gräben wieder zugeschüttet.

Nun musste das ganze Gelände noch aufgefüllt und leidlich eben gemacht werden. Dafür Boden anfahren lassen, kommt bei einer Firma mit schwäbischen Wurzeln natürlich nicht in Frage. Wozu hatten wir schließlich die letzten Jahre Beton gesammelt! So kam der große Haufen nach und nach in einen Schredder, wo er zu kleinen Steinchen gemahlen und zum Auffüllen von Schächten und Gelände genutzt wurde.

Haralds Hügel? Kuhnles Kuppe? So sieht ein weitere kleiner Teil der Steine aus, die wir aus dem Weg geräumt, dann geschreddert und dann verbaut haben.

Jetzt kurz nach Ostern ist der Platz soweit gediehen, dass wir im Mai die ersten Wohnmobile begrüßen können. Vorausgesetzt, dass uns allen dann unsere Reisefreiheit zurückgegeben ist. Dann wird die ganze digitale Landschaft des Platzes samt drei W-Lan-Verteilern schon fertig sein. Die Idee ist, dass man den Platz vorab im Internet bucht, die Schranke an der Einfahrt das Autokennzeichen lesen und man mit Codes die Türen öffnen kann.

Wir freuen uns auf die Landyachten und ihre Crews!

Der Stellplatz bekommt natürlich auch eine eigene Internetseite für Anmeldung und Information: www.reisemobil-marinas.de

Platz für ausgebaute Mini-Vans und Asphalt-Dickschiffe: Die 47 Stellplätze sind unterschiedlich groß, deshalb Augen auf bei der digitalen Platzreservierung.
Der neue Reisemobilstellplatz liegt zwischen der Zufahrtsstraße zum Hafendorf Müritz und einer Parkhalle (im Sommer für Autos im Winter für Boote). Die Zufahrt ist direkt an der Straße „Am Hafendorf“, so kann unnötiger Verkehr im Hafendorf vermieden werden. Zum Strand an der Müritz, zum Captains Inn und zur Pirates Bar am Ufer des Claassees sind es nur ein paar Schritte.
Hausboottour auf dem Rhine Marne Canal

Hausboottour auf dem Rhine Marne Canal

Pünktlich um 15 Uhr fahren wir auf den Parkplatz der Marina von Kuhnle Tours ins Niderviller.

Wir, das sind Gaby, Ralf, Sohn Jordan mit Freundin Nina.

Die Formalitäten erledigen wir sehr schnell und können dann unser Gepäck in die Kormoran 1140, Name Cezanne, laden.

Dann kommt die Einweisung. Alex erklärt uns den Steuerstand, den Herd, den Backofen, die Duschen, die Toiletten, den Landstromanschluss, Wassertank und die Heizung auf Deutsch.

Jetzt geht es auf Einweisungsfahrt, denn man benötigt keinen Bootsführerschein um in diesem Teil Frankreichs ein Boot zu fahren. Wir legen gemeinsam an- und ab, wenden das Hausboot und legen rückwärts neben den anderen Hausbooten an.

Da die Schleusen des Rhine Marne Kanals werktags um 19 Uhr schließen, richten wir uns im Hausboot ein und bleiben in dieser Nacht im Hafen von Niderviller.

Unsere geplante Route mit dem Hausboot.

Niderviller durch die zwei Tunnel von Arzviller und das Schiffshebewerk Arzviller nach Lutzelbourg. Weiter nach Saverne. Saverne zurück nach Niderviller. Niderviller nach Gondrexange. Weiter durch die große Schleuse Rechicourt nach Moussey. Von dort nach Houillon und zurück nach Niderviller.

Tunnel von Arzviller

Sonntag
Am nächsten Morgen heißt es „Leinen los“ und auf nach Lutzelbourg. Die erste Herausforderung für uns war der erste Tunnel von Arzviller. Länge knapp 500 Meter und nur in eine Richtung befahrbar.
Geschafft. Jetzt noch den zweiten Tunnel von Arzviller mit einer Länge von knapp 2500 Metern. Auch geschafft. 
Wieder ist Teamarbeit gefragt, denn rechts und links ist nur wenig Platz.
Vor dem Schiffshebewerk von Arzviller brauchen wir nicht zu warten und können zusammen mit einem Boot vor uns in das imposante Schiffshebewerk einfahren.

Hinter der Schleuse 21 können wir schon die Burgruine von Lutzelbourg erkennen.
Im dortigen Freizeithafen legen wir längsseits an.

Das Schiffshebewerk

Jordan und Nina nehmen die beiden Mountainbikes vom Hausboot und machen sich auf zur Burgruine.
Gaby und ich genießen die Sonne und nehmen zwischendurch zur Abkühlung eine Dusche, welche am Heck der Komoran angebracht ist.

Ein schöner, spannender und ereignisreicher erster Tag unseres Bootsurlaubes neigte sich bei einem gemeinsamen Essen an Deck dem Ende.

Gemeinsames Essen bei strahlendem Himmel

Montag Lutzelbourg nach Saverne

Kurz nach dem Ablegen fahren wir in die Schleuse 21, Lutzelbourg, ein. Die Schleusen haben keinen Schleusenwärter und Ihr müsst die Schleuse manuell betätigen. Einfach den blauen Hebel nach oben, fertig. Alles weitere geht automatisch.
Bis Saverne, knapp 10 km, durchfahren wir 10 Schleusen. Also nicht soviel Zeit zum entspannen.

Die letzte Schleuse (Ecluse 30-31) ist auch die Einfahrt in die Stadt Saverne. An der Schleuse stehen jede Menge Touristen und schauen den Booten in der Schleuse zu.

Der Hafen von Saverne mit Blick auf Schloss Rohan

Gaby parkt unser Hausboot rückwärts und gekonnt im Hafen von Saverne ein. Wir haben einen tollen Blick auf das Schloss Rohan. Morgen ist der 14. Juli und Nationalfeiertag in Frankreich. Also heißt es für Jordan und mich, rauf auf die Fahrräder und noch fix im Supermarkt ein paar Getränke und Baguettes holen.

Bei leckerem französischem Weißwein und Eistee (für Jordan und Nina) bewundern wir das Feuerwerk, welches zum Anlass des Nationalfeiertages über dem Schloss Rohan zu sehen ist.

Morgen geht es für uns zurück nach Niderviller, aber nur zum Übernachten. Wir fahren dann in die andere Richtung.

Saverne

Dienstag Saverne nach Niderviller
Unser heutiges Tagesziel ist die Marina von Kuhnle-Tours in Niderviller.

In Zahlen:
14 Schleusen
ein Schiffshebewerk
2 Tunnel
18 km Strecke

Vor dem Tunnel von Arzviller müssen wir noch etwas warten, bevor wir die Tunnel durchfahren können. Gaby steuert die Cezanne ruhig durch die engen Tunnel ohne anzuecken.

Das Übernachten in den Basen von Kuhnle Tours ist für Kuhnle Boote kostenlos. So auch in Niderviller.

Gaby steuert durch die engen Tunnel nach Niderviller

Mittwoch
Da das Wetter heute, am 5. Tag unserer Hausboottour, sehr regnerisch ist, gehen wir den Tag ruhig an und fahren erst gegen 14 Uhr Richtung Nancy.

Nach knapp 3 Stunden Fahrzeit, endlich ohne Schleusen, haben wir uns für das Anlegen in freier Natur entschieden. Das ist in Frankreich am Rhine Marne Kanal überall möglich.

In Gondrexange am Anfang des Etang de Gondrexange haben wir angelegt. Dank der, in unserer Cezanne befindlichen, Erdnägel und einem Hammer reicht ein Betonpoller am Ufer für das festmachen aus.

Am Etang de Gondrexange befindet sich ein Campingplatz und Badeplatz. Dieser liegt nur wenige Gehminuten von unserm Liegeplatz entfernt und könnte, bei besserem Wetter, ein schönes Ziel sein. Im Etang darf man baden. Im Kanal nicht.

Ein weiterer Tag unseres Hausbooturlaubs geht zu Ende und wir besprechen bei Kerzenschein an Deck der Cezanne, wie es morgen weitergeht.

Heute legen wir in freier Natur an

Donnerstag
Vielen Dank an den Bootführer, der uns durch seine Vollgasfahrt und den entstandenen Wellengang gegen 8 Uhr geweckt hat.

Nach dem Frühstück geht es trotz Nieselregen in Richtung Schleuse Rechicourt. Die größte Schleuse Frankreichs.

Endlich zeigt die Schleusenampel der Schleuse Rechicourt grün und wir können in diese beeindruckende Schleuse einfahren. Wir müssen bis fast an das Schleusentor fahren, da hinter uns noch zwei weitere Boote einfahren sollen.

Die größte Schleuse Frankreichs

In der Schleuse müssen alle Schwimmwesten tragen. Diese gehören natürlich zur Standardausstattung auf den Hausbooten von Kuhnle Tours.  Es geht abwärts. Mit einer rasenden Geschwindigkeit strömt das Wasser aus der Schleuse und es wird dunkler.

Der Poller am Heck senkt sich mit dem Schleusenwasser ab und am Bug gleitet das Seil an dem dortigen Poller abwärts. Das Schleusentor und der Schlagbaum öffnen sich und wir verlassen die Schleuse.

Auch diese Schleuse haben wir bewältigt

Wir fahren noch eine Weile in Richtung Nancy und passieren zwei kleine Schleusen an denen wir die Fernbedienung nutzen. Die Fernbedienung bekommt man vom Schleusenwärter in Rechicourt.

In der Nähe von Moussey legen wir an und machen eine ausgiebige Pause.  Gaby wendet das Hausboot und es geht zurück durch die Schleuse Rechicourt, in Richtung Houillon

Rückwärts parke ich unser Hausboot, mit Unterstützung der Crew, im Hafen von Houllion ein. Das wars für heute. Nach dem Essen sitzen wir noch lange zusammen und spielen Karten. Denn einen Fernseher an Bord sucht man vergebens und wird auch nicht vermisst.

Freitag
Heute ist der vorletzte Tag unserer Hausboottour, denn es geht zurück nach Niderviller

Endlich wieder an Deck frühstücken, denn es regnet nicht.
Wir verlassen Houillon und den Canal de la Sarre.
In der Nähe von Niderviller legen wir an und genießen ein paar Stunden in freier Natur die tolle Landschaft.

Die letzten Kilometer bis Niderviller sind auch die letzten Kilometer auf unserem Hausboot. Morgen heißt es Abschied nehmen von der Cezanne.

Sohn Jordan mit Freundin

Samstag und Abreisetag
Abgabe für das Hausboot ist um 8:30 Uhr. Wir haben aber die späte Abreise bis 11 Uhr dazugebucht. Auch die Endreinigung dazubuchen verringert den Stressfaktor bei der Abreise.
Gepäck ins Auto. Alex von Kuhnle Tours nimmt das Boot entgegen und kontrolliert, ob alles OK ist und nichts Wesentliches fehlt.

Der letzte Tag an Bord

Fazit unseres Hausbooturlaubes in Frankreich
Mit so einer guten Einweisung, wie von Kuhnle Tours, lässt sich ein Hausboot (Boot) auch ohne Bootsführerschein sicher beherrschen.
Auf dem Hausboot gibt es genügend Platz und dass jede Kajüte ein eigenes Bad hat ist echt klasse.
Idealerweise hat man ein Hausboot mit 4 Personen im Griff, aber auch zu zweit ist die Fahrt auf den Kanälen in Frankreich zu schaffen.
Uns hat es sehr gut gefallen und wir werden auf jeden Fall nochmal einen Hausbooturlaub in Frankreich machen.

Einen ausführlichen Beitrag unseres Hausbooturlaubes findet Ihr auf unserem Kreuzfahrt blog unter www.kreuzfahrt4punkt0.de

Gaby, Nina, Jordan und Ralf

Dortmund 30.07.2020

Unser Budgetboot: Galle

Unser Budgetboot: Galle

Die Galle ist eines unserer Budget-Boote, heißt also, dass es eines der erschwinglicheren Boote unserer Flotte ist. Trotz der typischen Kuhnle-Farben (Blau & Beige), hebt sich die Galle durch ihren englischen Narrowboat-Stil von dem Rest der Flotte ab.

Unser Boot im englischen Narrowboat-Stil

Machen wir einen kleinen Rundgang auf der Galle:

Beim Eingang am Heck des Bootes kann man sofort eine der beiden Steuerungen entdecken. Sie ist mit einer gemütlichen Sitzbank ausgestattet. Es ist ein komfortables Plätzchen zur entspannten Fahrt in der Sonne, ob gemeinsam oder auch für ein paar ruhige Augenblicke allein. Sobald man durch die Tür am Heck das Innere des Bootes betritt, findet man die Kabine mit vier Kojen vor. Eine Doppelkoje zur Linken und zwei übereinanderliegende Kojen („Doppelstockbett“) zur Rechten.

Wenn man die nächste Tür durchquert, kommt man in einen kleinen Flur. Auf der linken Seite befindet sich eine separate Nasszelle mit einer Dusche, einem Waschbecken und einer Toilette. Gegenüber der Nasszelle befindet sich noch ein zusätzliches Waschbecken, direkt an den Flur angeschlossen.

Ein Grundriss der Galle

Geht man weiter geradeaus durch die nächste Tür, kommt man geradewegs in den Salon. Dort gibt es auf der rechten Seite eine Küchenzeile mit Theken, Schranken, Herd und Kühlschrank. Selbstverständlich befinden sich in den Schränken die von uns gestellte Küchenausstattung, wie Töpfe und Pfannen. Auf der anderen Seite ist die Pantry, welche man ganz leicht zu einer weiteren Doppelkoje umfunktionieren kann, sodass bis zu 6 Personen Platz auf der Galle haben, um gemeinsam einen tollen Urlaub zu erleben.

Der Salon ist eben, er besitzt also keinerlei Stufen im Gegensatz zu manch anderem Boot. Die Galle hat direkt hinter der Sitzecke einen weiteren Fahrstand mit einem Sitz für eine Person, damit man auch wenn das Wetter mal nicht mitspielt, gemütlich auf den Gewässern herumschippern kann.

Ein sehr komfortables Hausboot für bis zu sechs Personen

Die Galle ist also ein sehr komfortables Hausboot, inklusive einer umfassenden Bootsausstattung. Mit diesem Boot auf der Mecklenburgischen Seenplatte bieten wir Ihnen für Ihren Urlaub zahlreiche Orte und Ausflugsziele unter denen Sie wählen können. Wählen Sie zwischen einem erholsamen, einem abenteuerlichen Bootsurlaub oder kombinieren Sie einfach beides. Mit der Galle steht Ihnen jede Möglichkeit zur Verfügung.

Primus Kormoran 940

Primus Kormoran 940

Trotz der Tatsache, dass die Kormoran 940 das kleinste Modell der Kormoranreihe ist, sorgte sie medial wohl für die größte Aufmerksamkeit. Im Jahre 2007, genauer gesagt im September wurde eines dieser Boote zusammen mit der Brauerei Lübzer verlost. Dies sorgte über die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinweg für Schlagzeilen, unter anderem hier: https://www.lifepr.de/pressemitteilung/kuhnle-tours-gmbh/Endlich-Leinen-Los-Endlich-Luebzer/boxid/7578

Die Kormoran 940 ist für drei bis fünf Personen geeignet und somit ideal für Paare oder kleine Familien. Direkt beim Eingang am Heck befinden sich die Schlafkojen, drei an der Zahl. Besonderheit dabei ist, dass man quasi von der Badeplattform in das Schlafzimmer gelangt. Somit stehen der morgendlichen Schwimmrunde nach dem Aufstehen lediglich drei Treppenstufen im Weg. Ebenso befindet sich dort auf der Badeplattform die beliebte Außendusche.

Kajüte im Boot

Biegt man dann doch in die andere Richtung ab, kommt man rechts in die Nasszelle. Diese lebt ganz nach dem Motto „klein aber fein“, somit ist alles Notwendige vorhanden und der Weg für die morgendliche Badroutine ist geebnet.

Die Nasszelle

Kommt man aus der Nasszelle heraus, geht rechts der Weg hoch in den Salon, das Herzstück der Kormoran 940. Vorne links ist der innere Steuerstand zu finden, praktischerweise ist direkt daneben eine kleine Sitzecke, welche zu einem Doppelbett umfunktioniert werden kann. Gegenüber der Sitzecke befindet sich die Pantry, die Kochzeile. Mit einem Kühlschrank, einem Backofen und einer Kochnische findet man dort alles, was für eine Bootsreise benötigt wird. Absolutes Highlight des Salons ist der 360 Grad Panorama-Blick durch die rundum Verglasung.

Rundum Blick im Salon
Rundum Blick im Salon

Wer die Sonne auf der Haut spüren möchte, kann links oder rechts aus der Tür gehen und sich vorne an den Bug des Bootes setzen. Dort leistet einem die KUHNLE-TOURS Fahne Gesellschaft.

Fahne am Bug des Hausbootes

Andererseits kann man natürlich auch zur Heckleiter gehen und sich auf den Weg zum Sonnendeck machen, von dort ist die Aussicht nicht minder schöner. Des Weiteren befindet sich dort der äußere Steuerstand, welcher besonders gerne genutzt wird. Bootskapitän an der frischen Luft mit einem schönen Ausblick – was will man mehr.

Äußerer Steuerstand

Insgesamt besticht die Kormoran 940 durch viel Komfort und schöner Ausstattung und vielen Features, die das Leben an Bord noch angenehmer machen. Als eines der wenigen Boote in unserer Flotte ist die Kormoran 940 in jeder Region (Ausnahme Hafen Fürstenberg) buchbar, damit steht dem Ausflug auf der Mecklenburgischen Seenplatte, auf der Masurischen Seenplatte in Polen oder im Gebiet Elsass in Deutschland/Frankreich nichts im Wege (Übrigens, als Paar sparen Sie 10 % bei einer Buchung der Kormoran 940 in Niderviller, Frankreich!). Dieses Boot macht es einem schwer, sich nicht wohl zu fühlen während des Bootsurlaubs.

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