Berlin-Oder-Umfahrung vom 24.9.-8.10.2021 mit einem Motorboot Typ Kormoran 1150 der Firma KUHNLE-TOURS

Berlin-Oder-Umfahrung vom 24.9.-8.10.2021 mit einem Motorboot Typ Kormoran 1150 der Firma KUHNLE-TOURS

Die zurückgelegte Strecke – 544 KM

Die Berlin-Oder-Umfahrung ist eine Wegstrecke auf dem Wasser rund um Berlin. Die Strecke ist ca. 400 km lang, aber je nachdem, welche Abstecher man noch fahren will, kommt man leicht auf 500 – 600 km, und eventuell noch mehr. Berlin ist umgeben von herrlichen Seen, Kanälen und schiffbaren Flüssen, sodass die Stadt und die Erholungsgebiete dieser Metropole von der Wasserseite neue, schöne und interessante Einblicke ermöglichen. Um dies einmal zu erleben charterten wir, das sind Helga, Heimke, Friedrich und Klaus, ein passendes Motorboot für 2 Paare. Wir entschieden uns für ein Boot des Typs Kormoran 1150, von der Firma KUHNLE-TOURS, Rechlin.


Wir starteten am Nachmittag des 24. Septembers von Zeuthen aus. Gleich nach der Übergabe und dem Verstauen des Gepäcks nutzten wir den Nachmittag und fuhren sogleich in Richtung Rahnsdorf (Neu Venedig), und ankerten im Seddinsee. Am nächsten Tag auf dem Oder-Havel-Kanal fuhren wir bis Müllrose, dann von Eisenhüttenstadt, die Oder abwärts, ca. 130 km, über Frankfurt/Oder, Hohensaaten bis zur Schleuse Liepe am Eingang des Finowkanals. Wir besichtigten das alte und neue Schiffshebewerk Niederfinow und befuhren den Finowkanal aus dem 17. Jahrhundert mit seinen 14 Schleusen. Dann ging es bis Oranienburg, wo wir die Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen besuchten.
Bald ging es dann auf der Havel bis Potsdam und anschließend über den Teltowkanal, Landwehrkanal und wieder auf der Spree kreuz und quer durch die City von Berlin. Zum Abschluss gönnten wir uns 4 Tage “Erholungstrip” auf der Dahme, sowie auf den Teupitzer und Storkower Gewässern. Insgesamt legten wir in 14 Tagen 544 km zurück, dabei passierten wir 31 Schleusen und 3 Hubbrücken. Außer Zeuthen, Müllrose und ein wenig Oranienburg haben wir keine weiteren Stadtbesichtigungen gemacht. Wir haben uns im wesentlichen an der wunderschönen Kanal- und Flusslandschaft, sowie an den reichlich vorhandenen Wasservögeln, die uns im Wasser, auf den Bäumen und in der Luft begegneten, erfreut. Die Stadtansichten im Zentrum Berlins haben wir bewundert und die vielen, teils einfachen und entzückend hergerichteten Datschen, sowie die üppigen Stadtvillen auf den gepflegten Gärten mit Wasseranschluss und mit den schicken Motorbooten am Steg, ohne Neid zu verspüren, bewundert.
Teilnehmer: Helga & Heimke, Friedrich & Klaus (Klaus Schiffsführer mit Motorbootführerschein Binnen)

1.Tag, Feitag, 24.9. (Plan)


Ankunft Zeuthen, Bootsübergabe, Proviant verstauen.
Wenn noch Zeit ist, und Lust, fahren wir noch bis Köpenick zum Großen Müggelsee, Rahnsdorf, Klein Venedig.
Am 24.9. fahren Friedrich und Helga von Kappeln, und Heimke und Klaus von Wedel los, um gegen 13 Uhr in Zeuthen bei Berlin, das bereits im Frühjahr bei KUHNLE-TOURS gecharterte Motorboot, zu übernehmen. Wir hatten uns für einen Kormoran 1150 entschieden, ein Boot gut geeignet für zwei Paare mit separatem Wasch-/Duschraum und WC für beide Paare. Mit dem gleichen Typ waren wir bereits 3 Jahre zuvor in Polen auf den Masurischen Seen unterwegs gewesen. Tatsächlich waren Heimke und Klaus bereits kurz vor 13 Uhr am Ort, in der Marina in Zeuthen. Etwa eine halbe Stunde später kamen auch Helga und Friedrich an. Wir konnten bereits gegen 14:30 Uhr das Gepäck an Bord
bringen, anschließend hatten wir eine relativ kurze Einweisung. Dann fuhren Helga und Klaus zum nahen Rewe-Supermarkt und kauften die notwendigen Dinge für ein paar Tage ein. Als alles verstaut war, konnten wir um 16.05 Uhr die Marina verlassen, in Richtung Rahnsdorf. Zu der Zeit hatten wir dann das erste Auslaufbier verdient. Wir tranken es mit Genuss. Klaus, unser Skipper mit Motorbootsführerschein (Binnen) hatte sich gleich an das Boot gewöhnt, es reagierte in allen Bereichen gutmütig auf seine Ruder- und Maschinenkommandos. Über den Seddinsee und Gossenkanal kamen wir nach Rahensdorf, in die Siedlung Neu-Venedig. Traumhafte Datschen, aber auch üppige Vorstadtvillen umsäumten das Ufer. Wir wollten zu dem Ausflugslokal Neu Helgoland. Dort durften wir auch anlegen, wollten unser Begrüßungsdinner zu uns nehmen, aber wir hätten nicht über Nacht dort liegen bleiben können und weil es schon recht spät am Abend war mussten wir leider umkehren und gingen im Seddinsee vor Anker. Das Abendbrot bereiteten wir aus eigenen Mitteln zu und es war lecker. Mit einem Glas Wein beendeten wir den Tag, leicht müde, nach 22 Uhr.
22 km, 0 Schleusen


2.Tag, Samstag, 25.9. (Plan)
Gr. Müggelsee, dann: Eichwalde, Fürstenwalde, Müllrose
Wir hatten eine sehr schöne, ruhige Nacht hinter einer kleinen Insel im Seddinsee verbracht. Heimke sah eine Wasserratte in der Nähe unseres Bootes. Wir schliefen alle gut und fest. Nach einem ausführlichen Frühstück, von Helga und Klaus zubereitet, weich gekochten Eiern, gutem Kaffee. Um 9.15 Uhr hievten wir den Anker heraus und fuhren zur Wermsdorfer Schleuse. Wir hatten uns kurz vorher angemeldet und konnten so direkt in die Schleuse hineinfahren. Schon nach einer Viertelstunde ging es wieder weiter, auf dem Spree-Oder-Kanal in Richtung Osten. Hinter Fürstenwalde (Schleuse 13.05 bis 13.15 Uhr) machen wir fest am Wasserwanderplatz „Streitsberg“ zur Mittagspause. Unsere Damen bereiteten leckere Bratkartoffeln mit den Steaks, die wir uns noch in Zeuthen besorgt hatten. Nach einer 1 1/4 stündigen Pause ging es dann weiter. Schleuse Kerksdorf (16.25 Uhr – 17 Uhr) bis wir schließlich in Müllrose um 18.45 in der Marina festmachen. Kurz davor, beim Einladen in die Marina, erleben wir einen außergewöhnlich schönen Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang an der Marina in Müllrose

Freundliche Begrüßung durch den Betreiber der Anlage. Er weist uns einen Liegeplatz zu. Wir können Strom nehmen und werden die Hafengebühr im „Leuchtturm“ entrichten, wo uns am späteren Abend, nachdem wir bei Resthelligkeit das Städtchen erkundet haben, noch 1-2 Bierchen bekommen, trotz geschlossener Gesellschaft einer Seniorengruppe, wo am späteren Abend als Überraschung für den Gastgeber noch eine Striptease Show stattfinden soll, zu der wir leider nicht eingeladen werden. Unsere Hafengebühr beträgt 1 Euro/Meter, also 11,50 Euro plus 1,-€ für Strom. Wir wandern noch zum Markt, dort steht eine sehr alte Kirche, 13. Jahrhundert, aber heute nicht mehr zugänglich, weil zu es zu spät ist. Am Markt sind zwei Bäcker, die am Sonntag ab 7 Uhr Brötchen und Brot verkaufen. Insgesamt sind wir erfreut und angenehm überrascht, über die freundlichen Menschen, die uns auf Fragen behilflich sind, die uns zuwinken (Angler und Wanderer am Ufer des Kanals, sowie Camper), die freundliche Kneipenbedienung im Leuchtturm und die freundlichen Schleusenmeister.
Heute 70 KM , 3 Schleusen

Tag, Sonntag 26.9. (Plan)

Müllrose – Eisenhüttenstadt, Frankfurt/Oder, Kienitz.
Nach ausgiebiger Frühstücksrunde mit von Friedrich geholten frischen Brötchen machen wir uns, bei herrlichem Spätsommerwetter, um 9.25 Uhr wieder auf die Reise. Heute ist Wahltag. Wir sind gespannt, wie die Wahl ausgehen wird.

Um 12 Uhr kommen wir in Eisenhüttenstadt an. Die große Kammerschleuse wird für uns erst gegen 15 Uhr geöffnet, so legen wir uns an einen Poller des „Alten Stadthafens“ und machen eine Pause. Die mögliche Stadtbesichtigung ersparen wir uns, nachdem im Reiseführer nichts gutes über die Stadt geschrieben ist. Beim Annähern an Eisenhüttenstadt fahren wir an kilometerlangen Fabrikanlagen der Eisenhütte vorbei. Der Schleusenmeister, sehr freundlich, hat gegen 15 Uhr ein kleines Fahrgastschiff von unten hoch zu schleusen, und wegen des enormen
Wasserverbrauchs müssen wir nun warten, bis das hochgeschleust ist, dann können wir zu Tal geschleust werden. Tatsächlich geht die Schleuse um 15 Uhr auf, wir alleine rein. Festgemacht, während der Schleusung, wird an Schwimmpollern, die mit dem Wasserstand herunter/heraufgleiten. Eine riesige Erleichterung für die Schiffsleute. Um 15.35 Uhr sind wir durch, nun auf der Oder. Hier fließt die Oder mit ca. 4-5 km Strömungsgeschwindigkeit abwärts, und wir kommen so mit unserer eigenen Geschwindigkeit von ca. 10 km/h. zügig voran.
Die Oder Landschaft ist sehr offen, beidseitig des Flusses Buhnen, auf die man auf keinen Fall stoßen sollte. Aber sie sind bei dem vorherrschenden Wasserstand gut sichtbar. Die Wassertiefe unter dem Kiel schwankt zwischen 0,1 bis 1.0 Meter. Unser Tiefgang ist 0,75 Meter, sodass die Wassertiefe manchmal recht knapp ausreicht für uns. Wir gewöhnen uns schnell an das System, wie das Fahrwasser ausgesteuert werden soll, nämlich mit roten und grünen Baken (rot auf polnischer, grün auf deutscher Seite) und gelben Kreuzen jeweils links und rechts des Ufers. Schon um 18.10 Uhr sind wir in Frankfurt/Oder fest an einem für Sportboote reservierten Anleger. Laut Plan wollten wir bis Kienitz, aber wegen der langen Verzögerung in Eisenhüttenstadt wurde das nun nichts mehr. Wir gehen zum nahen Griechen in einem
schön innen restaurierten Lagerhaus und essen dort lecker in freundlicher Atmosphäre. Klaus kriegt Lammhaxe in Auberginensoße- ganz ausgezeichnet. Es plagen uns die Mücken, wie schon vorher abends an den windstillen Liegeplätzen.
Heute ca. 57 KM zurückgelegt. 1 Schleuse

Frankfurt/Oder

4.Tag, Montag, 27.9. (Plan)

Kienitz, Hohensaaten, Oderberg, Niederfinow (Schiffshebewerk)
Heute wird wieder ein schöner Tag. Der Himmel ist noch etwas dunstig. 9.15 Uhr Leinen los, weiter geht es auf der großen Oder. Abgesehen von vereinzelten Anglern auf den Buhnen auf beiden Seiten des Stromes gibt es zunächst keinerlei Schiffsverkehr. Wir sahen zuletzt bei Eisenhüttenstadt ein kleines Fahrgastschiffchen, das uns entgegenkam und die lange Verzögerung vor der dortigen Schachtschleuse verursacht hatte. Auch bei Frankfurt kam gestern so ein kleines uns entgegen. Aber sonst gab es nichts, außer weite flache Landschaft, Wiesen, alte, gelegentlich abgestorbene hohe Bäume und viele Grau- und Seidenreiher.

Ein Seidenreiher

Abends bei Hohnsaaten sahen wir riesige Formationen Kraniche, sie flogen mit ständigem Trompeten in Richtung Nord-West. Vermutlich Rügen oder Darß. Von 15.45 Uhr bis 16.05 Uhr schleusen wir durch die Hohensaaten – Ost Schleuse, bei der wir uns angemeldet hatten und die nach kurzer Wartezeit bereit für uns war. Nun fahren wir noch bis zur Liepe-Schleuse, wo wir um 17.40 Uhr vor der Einfahrt zum Finow-Kanal über Nacht festmachen. Der Schleusenmeister wird uns morgen ab 9 Uhr in den Kanal hinein schleusen. Nun wandern wir noch zu dem riesigen Schiffshebewerk Niederfinow, das von einem neuen, überwiegend aus Beton gebauten, Schiffshebewerkes ersetzt werden wird. Es ist seit einigen Jahren im Bau, sollte bereits 2020 fertig sein, ist aber noch nicht. Abends viele Mücken. Heute haben wir 97 KM zurückgelegt. Eine Schleuse

5.Tag, Dienstag, 28.9. (Plan)


Finowkanal bis Eberswalde (12 Schleusen )
Wir hatten uns gestern schon vor die Lieper Schleuse gelegt, nachdem wir das mit dem Schleusenmeister abgesprochen hatten. Um 9 Uhr wäre er dann bereit, uns in den Kanal hinein zu lassen. Tatsächlich kurz nach 9 Uhr ging die uralte Schleuse auf und schon ging es los. Die Schleuse, Jahrgang 1877, wird mit der Hand bedient, wie wohl alle der nun folgenden, in diesem sehr alten Kanal, dessen Ursprünge aus dem 17. Jahrhundert sind. Auf diesem wunderschönen und engen Kanal, der zum Teil Wassertiefen von 0,75 bis 1 Meter aufwies (unser Echolot zeigte auf der ersten Strecke teilweise 0,0 m, unter Kiel schafften wir es aber trotzdem. Wir kamen an schönen einfacheren Häusern, teils sehr gepflegten, teils weniger gepflegten und auch wohl verwilderten, wenn nicht verlassenen Grundstücken vorbei. Ziegen waren am meckern, Schafe am blöken und vor uns öfter Schwäne mit bis zu 5 Kindern, die vor uns aufflogen, weil wir sie offenbar in ihrer Ruhe verschreckten. Heimke meinte, wir sollten etwas langsamer fahren, obwohl unsere Geschwindigkeit stark reduziert, und wohl kaum schneller als 6 km/h war. Der Kanal sehr kurvig und mit hohen, alten Bäumen, oder mit Schilf bewachsen, was den Kanal ziemlich eingeengt. Nun soll der Kanal 2023 für mehrere Jahre geschlossen werden. Man will ihn komplett sanieren. Wir passieren die Schleusen Liepe, Stecherschleuse, Ragöse, Kupferhammer, Drahthammerschleuse und Eberswalde.

Dort im Stadthafen legten wir an, um im 100 Meter entfernten Einkaufszentrum bei Edeka unseren Proviant aufzufüllen. Anschließend gingen wir zum nahen Pizzabäcker. Das waren echte Italiener und backten uns jedem eine sehr schmackhafte Pizza. Helga und Heimke sind von den Geschäften im Ort sehr angetan. Dort gibt es Pariser chic, Schuh und Kleidermode. Eberswalde war früher ein technischer Standort mit z.B. einer Kupferhütte, mit Walzwerk. Alles ist bereits Geschichte, einige restaurierte Gebäude, aber auch allerlei schrecklicher Verfall. Wir wollen noch ein Stückchen weiter, kommen aber nur bis zur Straßenbrücke, (sie heißt Hubbrücke Eisenspalterei) die alle 2 Stunden geöffnet werden kann, durch drehen eines Schalters. Da wir zu lange gegessen haben, kommen wir erst um 18 Uhr durch die Brücke, und dann ist die Weiterfahrt blockiert, weil auf dem Kanal bereits 17 Uhr Betriebsschluss ist. Wir verholen zur Wolfwinkler Schleuse und bleiben diese Nacht auf der Warteposition. Festmacherbier 18.30-19.30 Uhr, auf dem Oberdeck.
16 KM, 7 Schleusen, 1 Hubbrücke

6.Tag. Mittwoch, 29.9.(Plan)


Eberswalde, Oranienburg (Sachsenhausen)
Ruhige Nacht, Tag fängt trocken an, im Laufe des Tages zieht eine nasse Kaltfront über uns hinweg und es regnet stundenlang aus Kübeln und unsere arme Deckcrew steht im Wasser. Erst ganz spät am Nachmittag klart es auf und dann erschien sogar noch die Sonne. Erst ab 9.45 Uhr geht heute Morgen die Schleuse (Wolfswinkler) für uns auf. Der Schleusenwärter musste auf der vorherigen Schleuse noch ein anderes Boot abfertigen. Danach geht es einigermaßen schnell im Schneckentempo weiter, Schleusen Heegermühle, Schöpfurt, Grafenbrück, Leesenbrück, und Ruhlsdorf. Da machen wir ab 14.30 Uhr fest und legen nun eine Mittagspause ein, legen uns vor die Schleuse und es gibt lecker Brat fleisch mit Salat. Um 15 Uhr setzen wir die Reise fort und sind wenige Minuten danach auf der großen, breiten
Havel-Oder-Wasserstraße (HOW). Der Finowkanal wird nun verlassen. Es geht zügig voran bis Lehnitz. Vor uns nun eine Weile, ein großes Binnenschiff, wir bleiben hinter ihm, weil die Lehmitzschleuse uns sowieso nicht vor dem Binnenschiff Schleusen würde. Die riesige Schleuse ist schnell klar, und wir schummeln uns mit dem holländischen Binnenschiff durch.

holländisches Binnenschiff

Der holländische Kapitän ist sehr freundlich, kollegial und verschont uns mit heftigem Schraubenwasser und so geht alles sehr easy vonstatten. Um 18.45 Uhr machen wir dann fest, an der hochmodernen Steganlage von Oranienburg, unmittelbar vor dem Turn- und Sportzentrum. Wir zahlen unser Liegegeld (25 Euro Tag und Nacht). Wir erhalten beim Einkaufen Nachricht vom Ableben von Ulla und sind sehr traurig.
37 KM, 7 Schleusen


7.Tag, Donnerstag, 30.9. (Plan)


Oranienburg, Spandau, Glienicker Brücke – Potsdam
Uns ist der Plan auch gut gelungen, bestimmt verträgt er Änderungen…. wie folgt: Gegen 8 Uhr holt heute Friedrich Brötchen und Brot beim nahen Lidl. Danach ausführliches Frühstück. Gegen 10 Uhr bestellen wir eine Taxe, mit der wir eine kurze Stadtrundfahrt und Ablieferung vor dem Eingang zum KZ Sachsenhausen vereinbaren. Der Taxifahrer erzählte ein wenig von den augenblicklichen Schwierigkeiten mit den Behörden, Planungen und Misshelligkeiten, aber er gab zu ,dass „früher“ auch nicht alles gut funktioniert hat.

Sachsenhausen erschreckt auch durch die außergewöhnliche Dimension. Die Dokumentation war in Wort und Bild sehr informativ. Das Lager wurde von 1937 bis 1945 immer wieder vergrößert. Nach 1945 vom NKWD teilweise weitergenutzt, und erst dann Anfang der 1950er Jahre stillgelegt. 1992 nach einem Besuch von Izak Rabin, dem israelitischen Ministerpräsidenten, wurde die für die jüdischen Häftlinge extra gehaltenen Lagergebäude von Rechtsradikalen in Brand gesteckt. Die Gebäude sind wieder hergerichtet, aber die Brandmerkmale hat man teilweise gelassen.

Weitere Informationen: www.sachsenhausen-sbg.de
Auf dem Rückweg passieren wir die Gaststätte und die Marina „Mirage“ Lubea und gönnen uns ein kühles frisch gezapftes Radeberger und genießen dieses in warmer Spätsommer Sonne. Anschließend fahren wir mit unserem Boot in die Oranienburger Havel bis zum Schlosshafen, den wir zunächst nicht finden konnten, weil er laut Karte direkt am Schloss hinter der Straßenbrücke sein sollte. Dabei war er ca. 500 Meter hinter der Brücke, und es gab dort 2 Häfen, nämlich den Servicehafen und die Marina, in die wir natürlich zunächst einliefen. Das war sehr eng dort und ein in die Durchfahrt ragender Bugkorb eines Motorbootes wurde leicht touchiert. Hier war kein Platz für uns, und so verholten wir doch in den Servicehafen. Dort war auch der Hafenmeister, Duschen, WC, Wasser und Entsorgung sind möglich.
Aber wir verschieben das alles auf Morgen. Wir wanderten in die Innenstadt und gingen gut essen beim Italiener, direkt neben dem Schloss. Danach an Bord, Tagesabschluss mit Bier, Wein und Neckereien.
3 KM, 0 Schleusen


8.Tag, Freitag, 1.10. (Plan)


Potsdam – Teltowkanal – Neukölln Schifffahrtskanal – Landwehrkanal – Richtung Charlottenburg.
Nach einer langen Fahrt auf der Oder-Havel-Wasserstraße bei herrlichem Sonnenschein und den letzten warmen Sonnenstrahlen, kommen wir schließlich zu den Havelseen. Die Ufer sind zum Teil umsäumt mit herrlichen Stadtvillen, hübschen Einfamilien- und Wochenendhäusern. Die Häuser, die umgebenden von großen Gärten sind, sind meistens sehr gepflegt. Wir kommen gegen 12.30 Uhr zur Spandauer Schleuse, müssen dort bis 13 Uhr warten und kommen dann zügig mit ein paar Sportbooten durch. Durch die Havelseen geht es weiter bis Potsdam. Schlepp-/bzw. Schubverbände und einige Binnenschiffe kommen uns entgegen oder überholen uns, um in die Schleuse vor uns einzulaufen. Nach der Schleuse Spandau machen wir an einer Kaimauer fest.

Zum Mittag wird auf dem Deck gegrillt

Friedrich wirft seinen mitgebrachten Holzkohlegrill an und es gibt einen schmackhaften Fleisch- und Würstchengrill mit Bratkartoffeln. Nach einer gute Stunde fahren wir noch ein wenig weiter, kommen durch die Glienicker Brücke, bis wir um 16.55 Uhr in Potsdam einen Gastliegeplatz bei einem Motoryachtclub bekommen.

Glienicker Brücke

Allerdings zahlen wir für das Liegen, mit Strom und WC/Duschbenutzung 25 Euro. Wir wandern zur nahen Innenstadt und kaufen erst einmal wieder für die nächsten Tage ein.

Den Abend beschließen wir wieder mit einem einfachen Abendbrot mit Brot und Aufschnitt, anschließend gibt es noch Bier und ein Gläschen Wein.
40 km, 1 Schleuse

9.Tag, Samstag 2.10. (nur bis 10 Uhr!!)


Charlottenburg – Spreebogen – Regierungsviertel – Spree bis Zeuthen.
Auch heute morgen ist es wieder trocken, aber recht kühl, geschätzt 5 – 7°, aber im Laufe des Tages klart es auf und die Sonne scheint sehr intensiv. Es wird richtig warm. Von unserem Liegeplatz fahren wir wieder ein Stückchen zurück, um dann in den Griebnitzsee um Babelsberg herum in den Teltowkanal einzulaufen. Der Teil Griebnitzkanal ist landschaftlich sehr schön, umsäumt von wunderschönen kleineren und größeren und riesigen Protzvillen. Teils mit Garagen für die Luxusboote. Im Teltowkanal gibt es, abgesehen von einzelnen Grünflächen, z.B. auch einen Wohnmobilstellplatz im Bereich Kanalkilometer 6, vor der Autobahn A115, Abfahrt Klein Machnow, sehr schön am Kanal gelegen. Ansonsten ist im Teltowkanal kaum Interessantes zu sehen, außer stillgelegte Industrien, ein riesiges abgeschaltetes Kraftwerk und Industriebranche. Um 11 Uhr Klein Machnow Schleuse. Ausfahrt aus Schleuse erst 11.30 Uhr, wegen Gegenberufsverkehr, Schubverbände z.B. mit Eisenschrott beladen. Wir drehen sodann in den Neuköllner Schifffahrtskanal und müssen die Schleuse selbst bedienen, was ohne Probleme auch funktioniert. Die Schleusung dauert kaum 10 Minuten und schon geht es weiter, dann in den Landwehrkanal (ab 14.30 Uhr). Es ist Einbahnverkehr auf diesem Kanal, er ist nur von Ost nach West befahrbar! Der Landwehrkanal ist insgesamt ein erfreuliches Erlebnis. Kreuzberg!! Hunderte von Menschen liegen am Ufer, sonnen sich, reden miteinander, haben Spaß.

Landwehrkanal: viele Menschen sonnen sich bei dem herrlichen Wetter

Auf den einsehbaren Straßen pulsiert das Leben, viele, viele Menschen sind auf den Straßen. Wir sehen schöne große Wohnhäuser. Hier müsste man wohnen, wenn man in Berlin Zentrum wohnen möchte. Es geht zügig durch diesen Kanal, unter anderem am Technikmuseum mit einem Rosinenbomber außen hängend ausgestellt vorbei.

Deutsches Technikmuseum in Berlin

Auch an den Büros von Mercedes, Maserati, Commerzbank, dem Ministerium für Verteidigung. Es geht weiter bis zur Unterschleuse um 15.40 Uhr, die wir 10 Minuten später bereits zusammen mit einem Ausflugsschiff verlassen können. Dann drehen wir in die Spree ein, in den Spreebogen, wo wir um 16.30 Uhr am Bundesratsufer festmachen. Es warten bereits 2 weitere Sportboote auf die Durchfahrt am kommenden Sonntag, da wir die Passage auf der Spree in diesem Bereich nur bis 10 Uhr beginnen können. (Nur für Boote ohne Funkanlage) Es ist ein ruhiger öffentlicher Liegeplatz ohne Versorgung. Aber es gibt Restaurants in 10 Minuten Umkreis und wir nutzen die Gelegenheit, um beim Italiener Mocca ausführlich warm zu essen. (Auf Empfehlung eines aufdringlichen Ägypters, der uns nach dem Festmachen belästigte). Wir beschließen den Abend mit einem weiteren Gläschen Wein.
51 KM, 3 Schleusen

10. Tag, Sonntag, 3.10. (Plan)


Zeuthen – Königswusterhausen, Dahme, Teupitzsee. Meine Planung, Wochen vor unserer Reise gemacht, stimmt nicht mehr. Wir sind zeitmäßig nicht unter Druck und in sofern spielt sie auch keine Rolle. Ich lasse es so stehen.
Wir stehen, wie fast immer, bereits um 7.30 Uhr auf, und frühstücken wie gehabt gemeinsam. Der Tag ist grau, aber trocken und im Laufe des Tages wieder wird es schön, abends viele Mücken. Nachmittags wird es ganz warm. 8.40 Uhr Leinen los, wir fahren durch das Regierungsviertel, an all den neuen Gebäuden vorbei, dem Kanzleramt, dem Bellevue, dem Hauptbahnhof. Ganz wenig Verkehr. Es geht ganz schnell alles vorbei, obwohl Klaus die Maschine ganz langsam betätigte und wir durch Nachberechnung ca. 6 km/h feststellten.

Schon um 9.45 Uhr bis 9.55 Uhr passieren wir die Mühlendammschleuse und fahren weiter an Köpenick vorbei, in Richtung Dahme, Zeuthen, nach Süden. Gegen Mittag passieren wir wieder den Ausgangspunkt unserer Reise. Wir legen nicht an, sondern fahren weiter. Ab Zeuthen wird das Ufer der Dahme zusehend mit modernen Mehrfamilienhäusern umsäumt, die manche, der teils sehr gediegenen Villen, mit gepflegten Gärten am Wasser, haben für ihre teuren Luxusyachten Garagen am Wasser, zumindest aber Liegeplätze. Wir passieren den Hafeneinfahrt Königswusterhausen. Von 14.05 Uhr bis 14.35 Uhr passieren wir die kleine Schleuse Neue Mühle. Erneute Überraschung: sehr nette Grundstücke mit teilweise modernen Einfamilienhäusern, sowie Gartengrundstücke mit kleineren Datschen, alles sehr gut und gepflegt. Um 15 Uhr ankern wir im Krüpelsee. Am frühen Abend schmeißt Friedrich wieder seinen wunderschönen Holzkohlengrill an und wir haben ein sonntägliches Festessen mit Lammfilet, Rumpsteak, Kalbssteak, Bratkartoffeln und mediterranem Gemüse von Helga und Heimke liebevoll zubereitet. Dazu ein leckeres Pils, bzw. Grauburgunder. Zu vermerken ist, dass sehr viele Ruderer, Segler und Hausboote auf den Seen unterwegs waren. Die Ruderrennstrecke auf der Dahme, vor dem Ortsteil Grünau/Karolinenhof fiel besonders auf. Der Abschluss auch diesen wunderschönen Tages, bildet ein gemütliches Beisammensein mit Akkordeon und Grauburgunder.
44 KM, 2 Schleusen

11. – 14. Tag, 4.10. – 7.10.)
Dahme, Spree, Rundfahrt Teupitzer und Storkower Gewässer

11. Tag, Montag, 4.10.


Wir hatten eine absolut ruhige Nacht in der Achterkabine, während Helga und Friedrich unter dem Kettengeräusch leiden mussten, das durch das Schwanken des Bootes am Anker entstand. Wir schliefen etwas länger und heute Morgen waren Helga und Friedrich zuerst auf der Matte und machten Frühstück. Heimke und Klaus kamen ein wenig später. Der Morgen war grau, aber trocken und recht kühl. Nach dem Frühstück gingen wir um 9.25 Uhr Anker auf und setzten die Reise durch den Krüpelsee, Dolgensee bis Prieros fort, wo wir anlegten um einzukaufen. Nach 2 stündigem Aufenthalt ging es weiter durch Schmöldesee, Hölzerner See, Klein Köriser See, Moddergraben und Großer Moddersee. Dort vor der niedrigen Klappbrücke mussten wir nun fast 2 Stunden warten, weil die Öffnungszeiten 2 mal am Tag, nur um 11 und 17 Uhr waren und nicht mit unseren Informationen aus dem Törnatlas übereinstimmten. Tatsächlich um 17 Uhr geht die Brücke auf und wir fahren über den Schulzens See, Zemminsee, Schweriner See, in den Teupitzer See und legen am Hafensteg in Teupitz mit Stromanschluss an. 17.55 Uhr sind wir fest. Die Fahrt durch dieses Seengebiet war ein absolutes Highlight unserer Reise. Die Seen mit leicht modderigem Wasser, die Uferbereiche umsäumt, teils mit Urwäldern oder Freizeitanlagen, Campingplätzen und in den engeren Bereichen mit hübschen Häuschen, einige neuere natürlich, dem Zeitgeist entsprechend, zum Teil recht protzig. Fast alle diese Anwesen waren gut gepflegt, fast alle hatten Geldbeutel und Neigung entsprechend, größere oder kleinere Motorboote direkt am eigenen Anleger,
manche hatten auch Segelyachten bis zu – geschätzten 9 Metern – vor der Haustür liegen. Abends gingen Friedrich und Helga in das einzige, noch offene Restaurant, mehrere andere Restaurants waren wegen Montagsruhe oder, weil die Saison eigentlich wohl zu Ende ist, geschlossen. Trotzdem fiel auf, dass noch einzelne schwimmende Bungalows (Hausboote) mit 15 PS Außenbordmotoren – wegen der Führerscheinfreiheit – noch unterwegs waren. Der Tag endete mit einem außergewöhnlich rot-buntem Sonnenuntergang, und gegenüber der Sonne gab es einen rosaroten 180° reichenden herrlichen Regenbogen.
32 KM, 0 Schleusen, 1 Hubbrücke

12. Tag, Dienstag 5.10.


Es regnet, wir fahren von „unten“. Müssen den Weg von gestern teils wieder zurück und wollen in die Dahme, in Richtung Spreewald schippern. Um 11 Uhr nehmen wir die von Hand betätigte Zugbrücke wieder. Die Schleuse in Prieros ist seit 4.10., also seit gestern, nicht mehr besetzt, nur noch auf besondere Anforderung. Die Weiterfahrt auf der Dahme sparen wir uns deshalb, weil wir ja auch wieder zurück müssten und wir wollen ja nicht den Winter auf dem Boot verbringen, falls der Schleusenwärter stirbt. Wir „parken“ vor der Schleuse und unsere beiden Engel machen uns ein fantastisches Sauerkrautessen, Würstchen dazu grillt Friedrich. Zwischendurch war es mal trocken, aber im Laufe des Tages pieselt es wieder stark, wir entscheiden uns für einen Abzweig in Richtung Storkower Gewässer. Landen dann an der Fischerei am Wolziger See, wo wir gegen 15.50 Uhr festmachen. Ein junger Hafenmeister bittet uns in den kleinen Hafen, wo wir nun ruhig und sicher für 1,50€/Meter plus Strom über Nacht liegen können. Es gibt bei ihm, dem Hafenmeister, geräucherte Fische. In der Gaststätte wird Fisch in verschiedenen Varianten angeboten. Leider haben wir heute schon so gut Mittag gegessen, deshalb fällt der Gaststätten Besuch heute mal wieder aus. Wir haben ja vielleicht noch Gelegenheit auf der Rückfahrt hier einzufallen. Friedrich versucht, mit Klaus die Bildbearbeitung auf dem Apple PC zu verstehen, gelingt leider nicht, immerhin können wir schon einmal die Bilder durch Übertragung von den Kameras abspeichern. Zum Abendbrot gibt es geräucherten Saibling. 14 KM, 0 Schleusen, 1 Hubbrücke

13.Tag, Mittwoch, 6.10

Der Tag fängt heute morgen hell und sonnig an. Bis zum frühen Nachmittag scheint die Sonne noch einmal warm. Heute fahren wir erst nach 10 Uhr wieder weiter, wir haben nicht mehr viel vor, nur noch einen Abstecher in die Storkower Gewässer. Kurz nach der Schleuse Kummersdorf sehen wir eine Ansammlung von Kranichen auf einer Wiese. Der Kanal ist wunderschön, eng und wir bummeln mit ca. 8 km/h durch diese schöne Landschaft. Bei Storkow müssen wir auch eine Selbstbedienungsschleuse,anschließend noch eine Hubbrücke, die wir auch selber bedienen dürfen, passieren. Im Storkowersee ankern wir um 13.05 Uhr und machen eine ausführliche Mittagspause.

Kraniche in Kummersdorf

Wir essen, die in der Fischerei gezüchteten und geräucherten Lachsforellen, mit Vergnügen. Dazu machten Helga und Heimke leckeren frischen Salat. Inzwischen hat sich der Himmel ziemlich bezogen, Wind kommt auf. Aber es bleibt trocken. Der große Storkowsee zeichnet sich durch sehr klares Wasser aus. Man kann am Rand des Kanals bis auf ca. 1,5- 2 Meter den Grund sehen. Wir fahren nach ausgiebiger Mittagspause noch ein wenig über den großen Storkowsee bis zu seinem Ende und schippern im anschließenden Kanal noch bis zur Wendisch-Rietz-Schleuse, drehen dort aber um und gehen im Großen Storkower See vor Anker, für diese vorletzte Nacht an Bord. Gute Abendstimmung auf dem See, mit ruhigem Sonnenuntergang. Wunderbarer Sternenhimmel, Milchstraße sehr hell und deutlich zu erkennen.
21 km , 2 Schleusen

14.Tag, Donnerstag, 7.10.


Wir hatten eine absolut ruhige Nacht. Als wir morgens in die Gänge kommen empfängt uns der Tag mit dichtem Nebel. Wir essen in Ruhe noch Frühstück, haben es ja nicht so eilig, und dann geht plötzlich, wie ein Vorhang, der Nebel weg und wir haben nach ca. 10 Minuten absolut klare Luft und blauen Himmel ohne ein kleines Wölkchen. So blieb das fast den ganzen Tag. Ein wunderschöner Abschluss unserer insgesamt sehr gelungenen Bootspartie. Schnell öffnen wieder die Schleusen, die erste mit Selbstbedienung, die anderen mit freundlichen Schleusenmeister, bzw. Meisterinnen. Wir legen zur Mittagszeit bei der Fischerei am Wolziger See an und essen wunderbar Lachsforelle und kross gebratenen Wels. Schmeckte vorzüglich, dazu gab es ein Spreewälder Schwarzbier, lecker!

Wir setzten die Fahrt zügig fort und kamen wie geplant am Nachmittag in Zeuthen an und legten uns auf einen freien Platz in der Kuhnle Marina. Um 16.30 Uhr machten wir das Boot zum letzten Mal fest. Das erste Gepäck ging von Bord, und Klaus hatte einen Strafzettel über 15 Euro wegen falschen parken am PKW, der Zettel war in der Regenrinne, völlig durchweicht, und wir müssen das morgen im Rathaus abklären. Wir machten das Abendbrot an Bord mit mitgebrachten geräucherten Saiblingen und einem Stück vom geräucherten, dicken Aal.
31 KM , 3 Schleusen

15. Tag, 8.10.


Die Bootsübergabe soll gegen 9.30 Uhr stattfinden. Wir sind gespannt auf die Endabrechnung. Morgens gehe ich zum Auto, das auf der Straße vor der Kuhnle Marina abgestellt ist. Ich fand ein nasses, total verwittertes Knöllchen im Graben unter der Windschutzscheibe, das Tage vorher mir verpasst worden ist. Zunächst war ich der Meinung, dass hier ein eindeutiger Irrtum vorlag, denn es gab kein Verkehrsschild, das mich am Parken an diesem Ort gehindert haben könnte, ich stand nur ein wenig schräg, mit der rechten Seite auf dem nicht klar markierten „Bürgersteig“, der übergangslos auf gleichem Niveau des Straßenbelags war. Kein Grünstreifen, keine Begrenzung zwischen Bürgersteig und Straße waren vorhanden (Ein Parkplatz in der Nähe des Kuhnle Depots wäre sehr hilfreich). Nachdem die Bootsübergabe problemlos abgeschlossen war, trafen wir Vier uns zum letzten gemeinsamen Frühstück in der nahen Backstube. Danach gingen Heimke und Klaus ins Rathaus, um die Ordnungswidrigkeit zu „verhandeln“. Klaus erhielt eine Verwarnung , weil er den Bürgersteig versperrt hätte. Nun gut, es war nicht so eindeutig und so zahlte er das Bußgeld mit murren sofort, damit sollte die Sache aus der Welt sein, aber er fand es schofelig, kleinkariert und ungerecht. Gleich danach, gegen 11.30 Uhr waren wir auf der Autobahn und kamen um 15 Uhr in Wedel an. Auch Helga und Friedrich kamen im Laufe des späteren Tages nach 6 stündiger Fahrt in Kappeln an.

Zusammenfassung: Wir haben 544 KM Flussfahrt, 31 Schleusen, und 3 Hubbrücken bewältigt. Insgesamt haben wir 68,3 Stunden motort. Von insgesamt 15 Tagen hatten wir einmal Regenschauer und einen verregneten Tag, die übrige Zeit waren zwar nicht immer sehr warm, aber trocken und meistens schien auch die Sonne. Abgesehen von unerträglichem Motorenlärm bei Motorumdrehungen über 1500 UPM war das Boot technisch einwandfrei, wir hatten keinerlei Ausfälle. 0,75 m Tiefgang ist sehr geeignet für dieses Revier. Die Manövrierfähigkeit mit Bugstrahlruder und einem Propeller ist ausgezeichnet. Die Berlin-Oder-Umfahrung ist eine sehr empfehlenswerte Bootsfahrt. Man benötigt ca. 10 – 14 Tage.

Zwischen Herbst und Hauptstadt – Berliner Flussfahrt mit Seenswürdigkeiten

Zwischen Herbst und Hauptstadt – Berliner Flussfahrt mit Seenswürdigkeiten

Die KUHNLE-TOURS Grafikdesignerin Heike Meyer ist mit ihrer Familie unterwegs gewesen. Papa Jörg Meyer hat das Bordbuch geführt. Hier ist sein Bericht.

Zugegeben – wir waren vor zehn Jahren schon mal da. Aber daran kann sich unser Sohn nicht mehr erinnern. Und da demnächst eine Klassenfahrt nach Berlin ansteht und Berlin immer eine Reise wert ist (und erst recht auf dem Wasser), dachten wir, kann es nichts schaden, ihn schon einmal etwas Berliner Luft schnuppern zu lassen … Also kurzentschlossen vom 30. Oktober bis 5. November eine Kormoran 1140 gechartert, Zugtickets gekauft und Taschen gepackt.

Am Samstag ging’s um 6 Uhr in Böblingen los: mit der S-Bahn nach Stuttgart, dann nonstop mit dem ICE nach Berlin und mit der Berliner S-Bahn ans Ziel. Von der Haltestation in Zeuthen sind es nur ein paar hundert Meter zur Kuhnle-Marina – auch mit Gepäck kein Problem zu Fuß.

Das Bild zeigt einen Steg an dem viele ähnlich aussehende Hausboote der Baureihe Kormoran liegen. Darüber weht an einem Mast die blaube Kuhnle-Tours-Flagge.
Basis Zeuthen: Die paar Meter von der S-Bahn-Station sind auch mit Gepäck zu schaffen.

Um 13.30 Uhr stehen wir erwartungsvoll vor dem Büro, eine nette Mitarbeiterin bringt uns zu „unserem“ Boot und hält die Einweisung so kurz, wie wir sie brauchen. Denn wir wollen noch los! Also flugs zum nahen REWE-Supermarkt, mit dem Nötigen für ein paar Tage eingedeckt (Kerzen nicht vergessen für die Stimmung!) und aufs Hausboot gebracht. Stauen ist kein Problem – auf einer Kormoran gibt es jede Menge Platz.

Zu Sehen ist die modern gestaltete Zeuthener Filiane des Rewe-Marktes.
Beste Versorgung vor Ort: Rewe-Markt in Zeuthen

Ende Oktober wird es schon recht früh dämmerig; also Hausboot aus der Box zirkeln, Gashebel auf den Tisch und ab geht’s. Mit satten acht Stundenkilometern – Hektik kommt da keine auf! Die lassen wir lieber auf dem Steg zurück … Einen Schlenker durch eine betörend schöne Seenlandschaft noch und schon haben wir über den Großen Zug kurz vor Sonnenuntergang unser erstes Etappenziel erreicht: den Krossinsee (mal mit K und mal mit C geschrieben). Dort lassen wir in einer stillen Schilfbucht den Anker ins Wasser rauschen. Still? Nun ja, während Heike Spaghetti mit Tomatensoße kocht, beobachtet der Sohn eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen einem Grau- und einem Silberreiher, die erst mit einsetzender Dunkelheit ihr Ende findet.

Zu sehen sind zwei Schwäne auf einer weiten Wasserfläche im Abendlicht.
Natur außenbords.

Dies ist der einzige Moment, an dem wir bedauern, dass wir nicht mehr Sommer haben – wie unbeschreiblich schön wäre ein Abend auf dem Achterdeck bei einem Glas Rotwein! Aber es ist definitiv zu kalt. Und so machen wir es uns im schön beheizten Salon gemütlich. Dank Spannungswandler ist übrigens auch das Aufladen unserer Smartphones gesichert.

Zu sehen ist ein Smartphone, dass über einen Spannungswandler in die 12-Volt-Steckdose beim Fahrstand aufgeladeb wird.
Handyladen kein Problem, entweder gleich mit 12-Volt-Stecker oder über den Spannungswandler an Bord.

Halloween am Charlottenburger Ufer

Nach einem schönen Frühstück heißt es „Anker auf!“ Wir tuckern bei traumhaftem Wetter – blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme Temperatur – gleich hinter Schmöckwitz auf die Spree-Oder-Wasserstraße. Erste Begegnung mit der Berufsschifffahrt (in Gestalt eines Schubverbands) auf dem, je näher man sich kommt, umso schmaler scheinenden Kanal. Puh, geschafft!

Schon bald wird der Kanal wieder zu einer buchten- und inselreichen Seenkette (die Dahme durchfließt hier den Seddinsee und den Langen See). Natur pur – es ist kaum vorstellbar, dass wir nicht einmal 30 Kilometer vom Brandenburger Tor entfernt sind! Und dann kommt Köpenick in Sicht. Aber wir verschieben den Hauptmann auf später und lassen Köpenick rechts liegen.

Zu sehen ist ein Binnenfrachtschiff in Fahrt im Hintergrund die Oberbaumbrücke mit den charakteristischen Türmchen und einer gelben U-Bahn.
“Die Wasserstraße ist für alle da!” – “Aber der ist viiieeel stärker als wir!” – “Dann weichen wir eben aus!”

Jetzt wird es doch allmählich städtischer: mittlerweile bewegen wir uns auf der Spree am Rummelsburger See vorbei. Dort und auch an der Insel der Jugend besorgt uns der schwimmende Schrott – hoffentlich sind diese halb versunkenen Untersätze („Boote“ kann man das kaum nennen) wenigstens fest vertäut!

Zu sehen sind eine Anzahl alter und sehr alter Boote, ein Boot liegt halb gesunden und von einer Ölsperre umgeben etwas abseits.
Schwimmender Schiffsfriedhof nahe der Insel der Jugend.

Bald tauchen wir mit unserem Hausboot in Bilder ein, die jeder aus dem Fernsehen kennt: Wir passieren an der Nahtstelle von West- und Ostberlin den dreifachen Molecule Man und steuern die Oberbaumbrücke – eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt – an. Heike ist von dem Motiv mit dem Funkturm im Hintergrund so begeistert, dass wir ein Stück an der Einfahrt in den Landwehrkanal vorbeifahren müssen. Und so kommt es zu einem kleinen Malheur: Weil wir jetzt von der falschen Seite auf die Oberschleuse zufahren, sehen wir das erste rote Halte-Signal für die Sportschifffahrt nicht und wollen gerade an dem Poller für die Berufsschifffahrt festmachen, als uns ein netter Schleusenwärter zur „richtigen“ Wartestelle winkt („Eijentlich müsste ick jetzt 35 Euro kassieren ….“)


Zu sehen ist der Landwehrkanal vom Wasser aus mit einer Rundbogenbrücke unter der sich ein Geschwader Schwäne versammelt hat.
Landwehrkanal: Wer ist hier die Attraktion?
Zu sehen ist eine Bootscrew, am Fahrstand eines Hausbootes, die sich unter einer niedrigen Brücke duckt.
Achtung Kopf einziehen! Die Brücke der Landwehrkanals sind schön. Aber berüchtigt niedrig. Für eine Kormoran reicht es gut.

Letzter Tag im Landwehrkanal, um ohne vorherige Anmeldung durchzukommen. An diesem sonnigen und warmen Halloween-Sonntag ist halb Berlin auf den Beinen und flaniert oder chillt am Ufer und auf den Brücken des Landwehrkanals. Nicht immer ist nur Tabak zu riechen und wir staunen und werden bestaunt. Es ist nicht ganz sicher, wer hier die Attraktion ist … Doch wir müssen höllisch aufpassen und rechtzeitig den Kopf einziehen – die meisten Brücken sind so niedrig, dass zwischen Kajütaufbau und Eisenkonstruktion kaum noch Platz bleibt. Es dämmert schon, als wir die Unterschleuse erreichen. Hier machen wir alles richtig und finden bald – wieder auf der Spree – am Charlottenburger Ufer gegenüber dem Österreichpark ein schönes Plätzchen zum Anlegen. Klar, dass es zum Halloween-Abendessen eine Kürbissuppe gibt und danach noch einen kurzen nächtlichen Spaziergang zum Charlottenburger Schloss …

Zu sehen ist ein Hausboot im fast ganz verschwunden Tageslicht, es liegt an einer Spundwand am mit herbstlichen Blättern bedecktem Ufer, im Hintergrund sieht man die Lichter einer Brücke und der Stadt Berlin.
Mit dem Boot zum Schloss: Anleger Charlottenburger Ufer.

Mitten ins Herz von Berlin

Der nächste Morgen schaut leider etwas trüb aus der Wäsche – aber schließlich ist ja auch schon 1. November. Wir fahren über die Spree, passieren Siemensstadt und Schloss Bellevue (allerdings eingerüstet) und fahren dann direkt am Kanzleramt vorbei. Die meisten Büros sind unbesetzt, in einem vespert ein Mann gerade sein Pausenbrot. Sooo nahe kommt man dem Regierungssitz nur selten! Dann kommt der Reichstag. Schade, wir können außer etlichen Journalisten keine bekannten Politikergesichter am Ufer entdecken. Es ist noch Vormittag – trotzdem machen wir schon fest: am Schiffbauerdamm. Heute wollen wir unserem Jungen mal die Highlights von Berlin zeigen. Jetzt tauchen auch die ersten Sightseeing-Schiffe auf. Die Rundfahrten starten in der Nachsaison scheinbar erst nach 11 Uhr. Da haben wir Glück gehabt – an den Brücken kann es aufregend eng werden, wenn man so einem Pott in die Quere kommt. Übrigens, wir hatten uns schlau gemacht: Man darf ab dem 1. November auch nach 10.30 Uhr ohne Funkzeugnis im Herz von Berlin unterwegs sein.

Zu sehen ist eine Hauswand mit Fenstern, durch das Fenster sind Kabael und technische Gerätschaften zu sehen.
Wird hier Politik gemacht? Oder blos Fernsehen?
Zu sehen ist das Achterdeck eines Hausbootes mit Fahrstand Vater und Sohn am Stuern, im Hintergrund Regierungsgebäude.
Berlin, Regierungsviertel: Die beiden Brücken, die die Regierungsbeäude verbinden heißen inoffziell “höhere und niedrigere Beamtenlaufbahn”
Zu sehen ist der Blick vom Schiffsbug auf Wasser im Hintergrund ist der Bahnhof Friedrichstraße zu sehen. Alles zur blauen Stunde, also mit Abendstimmung.
Anleger Schiffbauer Damm mit dem Bahnhof Friedrichstraße im Hintergrund.

Heute also zu Fuß Strecke machen: vorbei am Anhalter Bahnhof über den Bebelplatz (besser bekannt als Opernplatz) mit Humboldt Universität, St. Hedwig, Staatsoper und Alter Wache zum Dom und von dort über die Museumsinsel (montags leider alles geschlossen) zum Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss. Mittlerweile hat es leicht zu nieseln begonnen – darum dachten wir, das sei die beste Gelegenheit, ohne lange anzustehen auf den Fernsehturm am Alex zu kommen. Denkste! Nach über einer Stunde sind wir durchgefroren, nass und schlecht gelaunt und immer noch nicht am Eingang. Ohne online-Ticket keine Chance!

Also zurück aufs Boot, das immer noch einsam am Schiffbauerdamm liegt. Badesachen eingepackt und zum Schwimmbad Mitte – einer sehr puristischen Badeanstalt aus den 30er Jahren. Nach der letzten Bahn festgestellt, dass keiner Lust aufs Kochen hat und auf dem Rückweg zum Boot eher zufällig im “Friedel Richter” einem Geheimtipp-Restaurant mit ganz exquisiter Küche gelandet. Damit war der Tag dann endgültig gerettet.


Hausboot in Vorbeifahrt an der modernen Fassade des Humboldt-Forums.
Humboldt-Forum im wiederaufgebauten Schloss.

Kleiner Schalter – große Wirkung

Am Dienstag, dem 2. November, hat sich das Wetter wieder gefangen und um 9 Uhr stehen wir vorm Zimt & Zucker Kaffeehaus, um den 3G-Regeln gemäß an einem Frühstückstisch platziert zu werden. Pappvoll und kaffeewach legen wir ab und beschauen uns bald darauf vom Wasser aus Museumsinsel, Dom und Berliner Schloss (von hinten erkennt man: Alles nur Fassade!).

Zu sehen ist ein reich gedeckter Frühstückstisch in einem Café.
Frühstück an Land

Aber dann – Katastrophe! Das Wasser läuft in den Waschbecken nicht ab! Sollten wir drei denn den Abwassertank binnen dreier Tage zu Überlaufen gebracht haben? Ab zur nächstbesten Absauganlage. Das wäre die Citymarina Rummelsburg. Aber, oje!, ein Anruf bringt Ernüchterung: in der Citymarina wird weiter modernisiert, die Absauganlage ist vorübergehend außer Betrieb! Nächste Möglichkeit ist das Wassersportzentrum Berlin. Hinter Köpenick – so weit raus wollten wir heute eigentlich noch nicht, aber hilft nichts. „Und – hat sich was getan?“ – „Nee, immer noch unverändert!“ Also auf nach Osten!

Zu sehen ist ein Hausboot beim Schleusenvorgang, auf dem Vordeck steht der jugendliche Sohn der eine Festmacherleine um einen Poller führt.
Mühlendammschleuse in Berlin-Mitte

Wir dampfen Fullspeed durch die Mühlendammschleuse, an der East Side Gallery, dem Treptower Park (mit dem riesigen sowjetischen Ehrenmal) und an der Insel der Jugend vorbei, machen nur kurz Einkaufsstopp beim Bootsanleger Netto/REWE in Niederschöneweide und sind bald darauf in Köpenick. Dort biegen wir nach links Richtung Großem Müggelsee ab. Ziel ist der Steg F („Eff wie Fäkalienabsauganlage …“) des Wassersportzentrums. Und dann? Kaum haben wir den Rüssel in die Öffnung gesteckt, saugt er nur noch Luft – jetzt ist guter Rat teuer! Oder? Oder einfach nur ein Anruf im Marinabüro? Gesagt – getan: Heike spricht mit Brian und nach ein paar gezielten Fragen ahnt der Techniker die Ursache. Ganz einfach: Unser Sohn hatte am Abend zuvor nur einen entscheidenden Sicherungsschalter zu viel umgelegt – den von der Abwasserpumpe! Klick – und schon verschwindet das Wasser aus den Waschbecken!

Zu sehen ist ein Supermarktparkplatz zwischen zwei Einkaufsmärkten. Im Hintergrund ist das Deckshaus einer im Wasser liegenden Kormoran zu sehen.
Boat-In-Discounter: Nettomarkt und Getränkemarkt in Niederschöneweide.
Zu sehen ist der Hafen der Citymarina Berlin Rummelsburg, im Hintergrund teilweise moderne Gebäude, teilweise alte Industriearchitektur mit Backsteingebäuden.
Citymarina Berlin-Rummelsburg
Zu sehen ist ein Wegweiser der mit drei Tafeln den Weg nach Köpenick, Neukölln/Potsdamm und Berlin-Mitte/Kreuzberg zeigt. In Hintergrund ein Ufergarten mit Grill und Sitzecke.
Was ist wo am Wasser? Wegweiser für Bootfahrer in Köpenick.

Wir machen am Kopfsteg C fest und uns auf einen längeren Spaziergang. Zuerst nach Friedrichshagen, wo die Spree aus dem Müggelsee fließt und dann über den Spreetunnel hinweg (bei seiner Einweihung 1927 eine kleine Sensation) und auf der Köpenicker Seite durch schönen Wald in die Köpenicker Altstadt. Im Bezirksamt (dem ehemaligen Rathaus) gibt es eine Ausstellung über den „Hauptmann von Köpenick“ Friedrich Wilhelm Voigt. Das Schloss hat schon zu – darum gehen wir zurück und essen im Ratskeller ein deftiges Abendessen, bei dem unser Sohn seine erste Berliner Weiße in Rot trinkt. Und dann, weil er sie so lecker findet, gleich noch eine … Zum Hausboot zurück fahren wir aber mit der Tram.

Zu sehen ist der liebevoll gestaltete Eingang zum historischen Spreetunnel.
Eingang zum Spreetunnel.

Die Keimzelle Berlins

Der 3. November ist ein Tag, der trüb startet, aber dann doch ganz heiter wird. Wir tuckern auf dem betonnten Fahrwasser über den Müggelsee, an Neu Venedig vorbei, durch den Dämeritzsee und den Flakensee zur Woltersdorfer Schleuse. Hier sind wir verblüfft vom kristallklaren Wasser, das seinen Ursprung wahrscheinlich im Kalkstein hat, schließlich beginnt hinter der Schleuse auch der Kalksee, der Heike sogar noch zu einem (zugegebenermaßen sehr kurzen) Badestopp verleitet. Wir kommen schließlich ins Strausberger Mühlenfließ und legen an einem brandneuen Wasserwanderrastplatz (für acht Boote mit bis zu 13 m Länge, 4,50 m Breite und 1 m Tiefgang) an.

Unser Etappenziel ist erreicht – denn der Eingang zum Museumspark Rüdersdorf ist gleich um die Ecke (und geöffnet!). Faszinierend: Hier im Rüdersdorfer Kalksteinbruch wurden die Kalksteine abgebaut, aus denen viele bedeutende Bauwerke in Berlin und Umgebung errichtet sind, zum Beispiel das Brandenburger Tor, das Olympiastadion und das Schloss Sanssouci!

Anleger am Museumspark
Man sieht alte Maschinenteile aus Stahl, im Hintergrund eine großes Tagebauloch.
Aussicht auf die Kalkabbaugrube
Man sieht große alte Industriegebäude mit hohen Schornsteinen und anderen Aufbauen aus Backstein. Sie gehören zum Museumspark Rüdersdorf.
Frühere Gebäude der Baustoffverabeitung im Museumspark Rüdersdorf.

Rückfahrt nach Zeuthen

Der Regen hat uns am Donnerstag endgültig eingeholt – da fällt das Ende unseres herbstlichen Hausboot-Törns nicht so schwer. Wir freuen uns über den Innensteuerstand und machen uns auf den Weg zurück. Zwei Stunden später sind wir wieder in Zeuthen.

Vorteile einer Fahrt im Spätherbst:

  • Keine Wartezeiten an den Schleusen
  • Jede Menge freie Liegeplätze
  • Freundliche Berliner*innen (ja: *, Berlin ist ziemlich kreuz und queer …)
  • Sonne – ohne Sonnenbrand
Man sieht einen Steg an dem viele ähnlich aussehende Hausboote der Kormoran-Baureihe festgemacht sind.
Zurück am Steg in Zeuthen.
Törnbericht von Gabi und Thomas

Törnbericht von Gabi und Thomas

Bei der Vorbereitung und Recherche fiel uns Hausboot-Neulingen auf, dass es keinen passenden Törnvorschlag für unsere Saison und Dauer gab. Also entwickelten wir ihn selbst. Unsere Tour haben wir mit Hilfe der Gratisversion von Aqua Sirius Tourplanung erstellt. Aufgrund der Nebensaison hat das Timing der Etappen perfekt gepasst. Wir hatten bei KUHNLE-TOURS Fahrräder geliehen, die wir an den Zielorten gut nutzen konnten. Schön war die Mischung aus Müritz und Mecklenburgische Seenplatte. Die Liegeplätze waren in den Orten zentral und andere waren wiederum sehr ruhig und idyllisch (Hafen Granzow Erlebnissteg, Charterbasis Naumann/Ellbogensee) gelegen. Die Kormoran 940 empfanden wir als komfortabel und für zwei Personen gut zu rangieren.

Unsere Yacht

Kormoran 940

Länge: 9,40 m

Höhe: 2,85 m

Tiefgang: 0,75 m

 Anreise:20.09.202115:00 Uhrim HAFENDORF MÜRITZ
Abreise:01.10.202108:30 UhrIm HAFENDORF MÜRITZ

Tag 1, 20.09.20211

Ziel: Übungsfahrt zur Marina Buchholz nach Übernahme der Kormoran.

Strecke Tag 1

 0 kmHAFENDORF MÜRITZ
 12 kmMarina Buchholz 
 24 kmHAFENDORF MÜRITZ (Übernachtung)

Tag 2, 21.09.2021

Ziel: Mirow

Strecke Tag 2

 0 kmHAFENDORF MÜRITZ
 13 kmSchleuse Mirow 
 14.2 kmMirow: Bootswerft Rick und Rick 
 17.4 kmHafen Granzow Erlebnissteg (Übernachtung)

Tag 3, 22.09.2021

Ziel: Priepert

Strecke Tag 3

 0 kmHafen Granzow Erlebnissteg
 12.7 kmSchleuse Diemitz 
 16.5 kmSchleuse Canow 
 23.7 kmSchleuse Strasen 
 26.4 kmYachthafen Priepert (Übernachtung)

Tag 4, 23.09.2021

Ziel: Neustrelitz

Strecke Tag 4

 0 kmYachthafen Priepert
 9.4 kmSchleuse Wesenberg 
 15.5 kmSchleuse Voßwinkel 
 22 kmStadthafen Neustrelitz (Übernachtung) 

Tag 5, 24.09.2021

Ziel: Ellbogensee

Strecke Tag 5

 0 kmStadthafen Neustrelitz
 6.5 kmSchleuse Voßwinkel 
 12.6 kmSchleuse Wesenberg 
 23.8 kmCharterbasis Naumann /Ellbogensee (Übernachtung)

Tag 6, 25.09.2021

Ziel: Rheinsberg

Strecke Tag 6

 0 kmCharterbasis Naumann
 0.9 kmSchleuse Strasen 
 8.4 kmSchleuse Wolfsbruch 
 18.8 kmStadthafen Rheinsberg (Übernachtung)

Tag 7, 26.09.2021

Ziel: Hafen Strandhotel Mirow

Strecke Tag 7

 0 kmStadthafen Rheinsberg
 15.7 kmFischerhütte Zechlin 
 26.8 kmSchleuse Wolfsbruch 
 31.5 kmSchleuse Canow 
 35.3 kmSchleuse Diemitz 
 45.4 kmHafen Strandhotel Mirow (Übernachtung) 

Tag 8, 27.09.2021

Ziel: Waren

Strecke Tag 8

 0 kmStrandrestaurant Mirow
 1.8 kmSchleuse Mirow 
 35 kmStadthafen Waren (Übernachtung)

Tag 9, 28.09.2021

Ziel: Plau am See

Strecke Tag 9

 0 kmStadthafen Waren
 20.2 kmDrehbrücke Malchow 
 32 kmPlau / Eldehafen

Tag 10, 29.09.2021

Ziel: Malchow

Strecke Tag 10

 0 kmPlau Eldehafen
 11.7 kmStadthafen Malchow

Tag 11, 30.09.2021

Ziel: Hafendorf Müritz

Strecke Tag 11

 0 kmStadthafen Malchow
 0.1 kmDrehbrücke Malchow 
 35.5 kmHAFENDORF MÜRITZ (Übernachtung)

Tag 12, 01.10.2021

Abreise


Quelle: Aqua Sirius Tourplanung (https://www.aquasirius.eu/)
Die Müritz – eine Badewanne?

Die Müritz – eine Badewanne?

Törnbericht von Familie Ihlenfeld-Tews, die im Juli 2021 mit einer Haines 1070 zwischen der Müritz, Rheinsberg und Neustrelitz unterwegs war.

Wir sind die ganzen letzten Jahre mit einer Ausnahme immer nur im Frühjahr oder im Herbst mit Hausbooten unterwegs gewesen. Das war immer ideal, um die Zinsen, die unser Investment bei KUHNLE-TOURS bringt, „abzufahren.“ Nun ist ja eines der Werbeargumente von KUHNLE-TOURS „Die Müritz ist im Sommer im Grunde eine einzige Badewanne“ – aber rechtfertigt das wirklich die hohen Charterpreise in der Hauptsaison? Das wollen wir in diesem Jahr herausfinden.

Bade-Feeling in Rheinsberg

Zunächst kommt kein Bade-Feeling auf, denn so richtig gutes Sommerwetter ist erst ein paar Tage nach dem Start im Hafendorf Müritz. Gerade als uns Freunde, die in der Nähe mit dem Wohnmobil Urlaub machen, spontan an Bord in Rheinsberg besuchen. Jetzt sind wir vier Erwachsene und vier Kinder zwischen 13 und 18 Jahren Jahren auf der Haines. Wir fahren mit dem Besuch zusammen auf die wind-abgewandte Seite der Insel im Rheinsberger See und springen ins kühle Nass. Es stellt sich heraus, dass sich mittlerweile alle Kinder Köpper oder auch Arschbomben sogar vom Dach des Hausbootes aus trauen. Das war vor ein paar Jahren noch anders. Sie werden so schnell groß …

Arschbombem-Alarm! Vom Salondach aus spritzt es am höchsten!

Nachdem die „Arschbombe des Jahres“ sogar mit einer Unterwasser Action-Kamera dokumentiert ist und unsere erfrischten Körper von der schönen warmen Außendusche auf der Badeplattform des Hausbootes gereinigt wurden, geht es wieder weiter. Nach der Runde um die Kleinseenplatte (Mirow – Neustrelitz – Wesenberg – Rheinsberg) wollen wir für die letzten beiden Tage wieder rauf auf die Große Müritz. Wir übernachten auf dem Weg dahin spontan bei Boot & Mehr am Kleinen Pälitzsee, wo es uns nicht nur wegen der guten Stimmung, den leckeren Getränken und dem frisch renovierten Sanitär-Bereich sehr gut gefällt.

Bild, das die Steganlage von Boot & Mehr am Kleinen Pälitzsee zeigt, ein roter Flachbau mit blumengeschmücktem Biergarten davor.
Leckere Cocktails am Kleinen Pälitzsee.

Bei zu viel Wind und zu hohen Wellen fährt man nicht mehr über die Müritz, das ist uns klar. Der freundliche Hafenmeister von Sietow wackelt etwas bedenklich mit seinem Kopf, als er von unseren Plänen hört. Die gutmütigen und größeren Hausboote machen aber eine Menge mit, das hatten wir schon auf der Hinfahrt gemerkt (in unserem Fall mit einer Haines 1070). Dann darf allerdings auch nichts mehr auf dem Tisch stehen und die Sitzbank am oberen Fahrstand ist besser angebunden.

Unsere Haines im Sietower Hafen.

LOWLIGHTS                                                       

  • Stromsäulen, die 50 Cent-Stücke benötigen (Inklusiv-Modelle sind einfacher, fairer und besser)
  • Mit größeren Hausbooten in den Wasserwanderer-Rastplatz nach Wesenberg hinein fahren (auf einem See ankern oder zur Not nachts vor oder nach einer Schleuse an der Sportbootwartestelle liegen bleiben, wäre vermutlich besser gewesen)
  • Kinder, die nur ungern mit spülen und abtrocknen helfen

HIGHLIGHTS

  • Neustrelitz (immer eine Reise wert, nicht nur wegen freundlicher Hafenmeister, guten Duschen, günstiger Inklusiv-Preise und einer interessanten Innenstadt)
  • Fischbrötchen an der Uferpromenade in Rheinsberg
  • Cocktails bei „Boot & Mehr“ am Kleinen Pälitzsee trinken
  • Die Flexibilität und die Freundlichkeit vom gesamten Captain’s Inn Team
  • Beiboot mit Außenborder für große und kleine Kinder

FAZIT

Ja richtig, die Müritz ist eine Badewanne. Wir haben auch bei kühlerem Wetter immer wieder im Wasser schwimmende Menschen gesehen. Wir selber haben leider wetterbedingt doch nur einen richtigen Badetag im ganzen Urlaub geschafft, finden das aber nicht so schlimm.

Kinder werden groß und möchten irgendwann nicht mehr mit ihren Eltern Urlaub machen. Das ist uns bewusst. Eine Erfahrung aus dem Tierreich konnten wir vorher schon bestätigen: „Nachwuchs mit Futter anlocken“. In unserem Fall hat das in diesem Jahr nicht nur mit Fischbrötchen sondern insbesondere auch mit einem Beiboot mit Außenborder funktioniert. Schleusen und Anlegen wird etwas komplizierter, unser Nachwuchs hatte damit jedoch eine Menge Spaß und deutet an, auch in Zukunft möglicherweise wieder mitfahren zu wollen.

Ideal für Teenies: Beiboot-Ausflug
Törnbericht – Kleine und große Seen im September

Törnbericht – Kleine und große Seen im September

Kormoran 1280 auf dem Ellbogensee

Crew: Sechs Freunde (4x Bodensee/ 1x Hannover/ 1x München), zwei Frauen, vier Männer

Boot: Kormoran 1280: „Steinbutt“

05.09.2020 Samstag – ANKUNFT

Anreisetag. Wir haben den ganzen Proviant für eine Woche schon vorab unter der Crew verteilt. So kommen wir in zwei Autos vollgepackt bis unters Dach einmal von Friedrichshafen mit Zwischenstopp in Hannover und einmal direkt in Priepert an der Mecklenburgischen Seenplatte an. Das sechste Crewmitglied muss noch vom Bahnhof in Fürstenberg abgeholt werden.

Nach kurzer Einweisung und dem Beladen des Bootes sind wir um 18 Uhr klar zum Ablegen. Wir möchten bereits am ersten Tag ankern. Also fahren wir drei km in den Ellenbogensee und finden dort eine super Ankerstelle. Beim einsetzenden Regenschauer merken wir sehr schnell, dass an der Dachreling auf der Backbordseite eine undichte Stelle ist. Mit dem freundlichen Servicetechniker vereinbaren wir noch am selben Abend einen Termin in Priepert für den nächsten Tag. Liegt sowieso auf unserer geplanten Route.

Blick auf den Ellbogensee

06.09.2020 Sonntag – Bis zur Schleuse Canow

Nach ausgiebigem Frühstück in unserer ruhigen Ankerbucht geht es zurück nach Priepert zum vereinbarten Reparaturtermin. Dort wird die gesamte Reling fachmännisch mit „Panzertape“ für unseren Törn dicht gemacht. Wasser in der Kabine sollte nun nicht mehr unser Problem sein.

Jetzt kann es weitergehen: Fahrt weiter zur Schleuse Strasen, dort zwei Stunden warten. Auf Grund der Coronakrise ist auch im September noch viel Betrieb mit Hausbooten auf den Seen und wir bekommen einen kleinen Vorgeschmack auf die Wartezeiten an den Schleusen.

Weiterfahrt durch den Kleinen Pälitzsee zur Schleuse Canow (6,5 km), dort auch wieder warten. Schleuse macht um 17.45 Uhr zu, wir schaffen es gerade nicht mehr. Wir sind das erste Boot in der Schlange. Hinter uns zwei Party-Flöße, mit denen das Warten schnell vergeht. Fahrtstrecke: 12,5 km.

Wir entscheiden uns, dort zu bleiben. Die Schleusenwartezeiten werden zu einem festen Bestandteil unserer Planung werden und mit entsprechenden Imbissen versüßt (auch zum Neid anderer Bootsfahrer). Zum Abendessen gibt es selbstgemachte Burger.

An diesem Abend stellen wir leider fest, dass wir ein technisches Problem mit der Batterieladung haben. Nur mit Ladung über Landstrom hält die Batterie genügend Spannung für einen Tag Törn bereit. Die Lichtmaschine kann dies leider während der Fahrt nicht mehr leisten. (Das abschließende Bild ergibt sich leider erst gegen Ende, so dass wir während unseres Trips immer wieder mit komplettem Stromausfall zu tun haben, wenn wir ankern).

07.09.2020 Montag – Hafendorf Müritz

Als erstes Boot im Schleusenrang fahren wir pünktlich um 09 Uhr in die Schleuse ein. Danach gleich weiter zur Schleuse Diemitz (3 km). Nachdem auch diese geschafft ist, ist auch der Rest der Crew wach und wir haben uns unser Frühstück verdient. Wir ankern im Zotzensee und nehmen ein erfrischendes Bad im See. Eine Schleuse wollen wir heute noch schaffen, also geht’s weiter Richtung Schleuse Mirow. Die zwei Stunden Wartezeit dort eignen sich sehr gut für ein ausgiebiges Mittagessen auf unserem Sonnendeck. Nach einer abwechslungsreichen Fahrt erreichen wir gegen 18 Uhr das Hafendorf Müritz bei stürmisch werdender See. Das Boot kommt sofort an den Landstrom. Wir mieten uns eine 6er Fahrradrikscha und fahren nach Rechlin zum Einkaufen – eine Mordsgaudi.

08.09.2020 Dienstag – Waren/ Müritz

Nach gemütlichem Frühstück wird das Boot an den gegenüberliegenden Steg gelegt, um dort den Schmutzwassertank zu entleeren und Frischwasser zu tanken. Bei sehr windigem Wetter machen wir das Sonnendeck wind- und wetterfest (Bimini einklappen, Stühle und Tisch sichern) und steuern vom inneren Steuerstand über die Müritz bis nach Waren. Das Anlegen im sehr vollen Jachthafen der Stadt erweist sich bei starkem Wind als sehr anspruchsvoll. Nachdem wir eine Box erreicht haben, werden wir vom freundlichen Hafenmeister gebeten, eine neue Box direkt an der Kaimauer anzusteuern, da wir eines der längsten Boote im Hafen haben. Auch dies gelingt gut unter den Augen der Passanten und wir bekommen einen der besten Plätze direkt an der Promenade (#Hafenkino). Der Kollege im Hafenmeisterbüro ist leider etwas grummelig und behandelt uns etwas „von oben herab“. Aber davon lassen wir uns die Laune nicht verderben.

Wir brechen zu einem Stadtrundgang durchs schöne Waren auf mit Besteigung des Kirchturms von „St. Marien“. Zurück an Bord gönnen wir uns erstmal ein Radler auf dem Sonnendeck bei untergehender Sonne (#Yachtlife). In der Küche machen wir uns eine super leckere Pizza.

09.09.2020 Mittwoch – Zotzensee

Nun geht es wieder zurück Richtung Priepert. Zunächst müssen wir wieder bei starkem Wind aber sehr gutem Wetter die Müritz überqueren. Es geht weiter direkt über die Müritz-Havel-Wasserstraße und durch die Schleuse Mirow. Nach der Schleuse biegen wir nach links ab und machen am Schloss Mirow direkt an der Gastliegestelle des Hotels fest. Kleiner Rundgang über die hübsch gemachte Insel folgt. Im Zotzensee beenden wir unseren heutigen Törntag vor Anker.

10.09.2020 Donnerstag – Canower See

Auf dem Rückweg wollen wir die verbleibende Zeit für einen Abstecher nach Süden bis nach Rheinsberg nutzen. Nach der Schleuse Canow müssen wir durch die Schleuse Wolfsbruch. Die macht offiziell 17.45 Uhr zu. Wir stehen schon in der Schlange, wollen aber nicht vor der Schleuse übernachten. Daher entscheiden wir uns, umzudrehen und ein Stück zurück in den Canower See zu fahren, um dort zu ankern. Später stellen wir fest, dass dies eine Selbstbedienungsschleuse ist und auch nach 17.45 Uhr noch betriebsbereit gewesen wäre. Stattdessen haben wir einen tollen Abend mit Sonnenuntergang und Grillen an Deck.

Perfekter Sonnenuntergang zum gemütlichen Grillen auf dem Deck

11.09.2020 Freitag – Rheinsberg / Ellenbogensee

Durch die Schleuse Wolfsbruch geht es weiter über kleinere malerische Seen, wie den Schlabornsee und den Rheinsberger See bis vors Schloss Rheinsberg. Dort ankern wir und frühstücken. Wir legen anschließend im kleinen Bootshafen am Schloss an und besichtigen zu Fuß das Schloss samt umfangreichem Gelände. Wir müssen schon zeitig ablegen, da wir es noch durch zwei Schleusen bis nach Priepert schaffen müssen. Wir ankern wieder im Ellenbogensee.

12.09.2020 Samstag – Priepert / Bootsrückgabe

Frühes Frühstück und kurze Fahrt nach Priepert zur pünktlichen Bootsrückgabe. So ist leider unser Bootsurlaub schon vorbei. Wir haben eine super tolle Zeit auf dem Boot gehabt und viel gesehen. Die Seenlandschaft ist sehr abwechslungsreich und für einen Bootsurlaub ideal. Wir kommen gerne mal wieder. Das Boot hat uns auch sehr gefallen. Gut ausgestattet, viel Platz, gut zu manövrieren, so muss ein Hausboot sein. (Einziger Wermutstropfen war leider die Elektrik, wie oben beschrieben.)

Heiko, Sebastian, Karel, Kathrin, Anita und Constantin
September 2020

KUHNLE-TOURS TIPP: Warum die Batterie schwächeln kann und was zu tun ist?

Die Bordspannung beträgt 12 Volt. Die Mehrzahl unserer Yachten und Hausboote sind mit Landstromanschluss ausgestattet. Das bedeutet, bei angelegtem Landstrom werden die Bordbatterien automatisch aufgeladen und die Steckdosen verfügen über 230 Volt. Somit können Elektrogeräte aller Art uneingeschränkt betrieben werden. Darüber hinaus haben die meisten unserer Boote 230 Volt Steckdosen für Leistungen bis zu 50 Watt an Bord. Diese eignen sich beispielsweise für Rasierapparate oder zum Handyaufladen und können auch ohne Landanschluss jederzeit genutzt werden. Einige Boote sind zusätzlich zum Landanschluss mit 230-Volt-Inverter ausgestattet, so dass Sie auch andere Geräte ohne Landanschluss zumindest für einen gewissen Zeitraum nutzen können (bis 2000 Watt). Damit das Bordnetz ausreichend geladen ist, empfehlen wir täglich zwischen drei und fünf Stunden zu fahren. Umso mehr Strom während des Ankerns genutzt wird, umso schneller ist natürlich die Batterie runter. Es kann natürlich auch mal sein, dass die Batterie ausgetauscht werden muss oder eine Lichtmaschine schwächelt. Das fällt bei dem Übergabe-Check oft nicht auf oder tritt ohne Vorwarnung auf. Dann am besten den Notdienst-Techniker anrufen.

Törnbericht 29.8.2020 – 5.9.2020

Törnbericht 29.8.2020 – 5.9.2020

Von Rechlin bis zu den Lychener Gewässern und zurück – Familie Rotter vom Bodensee und Familie Errens von der Schlei

Im Sommer 2020 wollten wir das Abenteuer Hausboot, zusammen mit KUHNLE-TOURS, auf der Müritz erleben.

Wir, das sind die Großeltern, wohnhaft am Bodensee, zusammen mit Tochter und Schwiegersohn, wohnhaft an der Schlei, sowie den beiden Enkelkindern 5 und 3 Jahre alt, waren schon sehr gespannt, was da auf uns zukommen würde.

1. Tag, Samstag

Wir übernahmen unser Boot, eine Kormoran 1140, die Matisse, nach einer Einführung der beiden Skipper am Samstag, 29.8.2020 in Rechlin in der Marina Müritz und brachten das Boot eine Woche später, am Samstag, 6.9.2020 wieder in den Heimathafen zurück.

Der Urlaub kann auf einer Kormoran 1140 beginnen!

2. Tag, Sonntag

Nach einer ersten Nacht auf dem Boot ging es dann am Sonntag bei strahlendem Wetter hinaus auf die Müritz. Damit sich unsere beiden Skipper, Uli und Daniel mit dem Boot vertraut machen konnten, fuhren wir zunächst in den Müritzarm Richtung Buchholz.

Bootshäuser Richtung Buchholz

Nachdem unsere Matisse den beiden Skippern keine Schwierigkeiten bereitete, fuhren wir zurück in die Müritz-Havel-Wasserstraße, um unserem heutigen Ziel, der Marina Granzow, näher zu kommen.

Vor dem Mirower See wartete die erste Schleuse auf uns. Wir waren schon alle sehr gespannt, was da auf uns zukommt. Nach kurzer Wartezeit öffnete sich das große Hubtor und wir konnten als erstes Boot in die Schleuse einfahren. Dort ging es 3,5 Meter in die Tiefe;  ganz schön spannend, denn so etwas hatten wir alle noch nicht erlebt.

Mirower Schleuse

Danach ging es über den  Mirower See bis zur Einfahrt in den Granzower Möschen, wo eigentlich ein Verbot für Motorboote besteht, außer man ist Gastanlieger im dortigen Hafen. Dieser schmale Kanal mit dem üppigen Seerosenbewuchs war ein erstes Highlight in Sachen Natur.

Seerosen Richtung Granzow
Marina Granzow

Auch die kleine Marina Granzow entwickelte sich zu einem Geheimtipp. Kaum Boote und ein offener Zugang zum Ferienpark Mirow mit einem wunderbaren Abenteuer-Spielplatz für die Enkel und Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants für die Großen.

Rund ums Boot, in dieser herrlichen Natur, wurde dann noch ausgiebig das Stand-Up Paddeln getestet…

3. Tag, Montag

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Rheinsberg. Es ging weiter über die Müritz-Havel-Wasserstraße, durch den Zotzen- und Mössensee, durch den Vilzsee und weiter zur Schleuse Diemitz. Dort reihten wir uns in die lange Warteschlange ein, die bis zum Großen Peetschsee zurückreichte und übten erst einmal das „Dalbenfangen“.

Das Spazieren neben der Schleuse machte vor allem den Enkeln Spaß, denn sie konnten Hochlandrinder auf der Weide und den Schleusenbetrieb von der Brücke aus beobachten.

Hochlandrinder direkt an der Schleuse
Diemitzer Schleuse

Weiter ging es durch den Labussee nach Süden zur Schleuse Canow und dann weiter durch den Canower See, den Kleinen Pälitz See zur Schleuse Wolfsbruch. Da es an allen Schleusen lange Wartezeiten gab, mussten wir unsere Tagesetappe vorverlegen und ankerten in der Marina „Zum Achter“ am Tietzowsee mit gemütlichem Speiserestaurant, einer großen Beach-Volleyball-Anlage und schönem Sandstrand.

Marina “zum Achter”
Anlegen am Tietzowsee

4. Tag, Dienstag

Unser Vorhaben, nach Rheinsberg zu fahren, hatten wir mittlerweile aufgegeben und so fuhren wir zurück zur Schleuse Wolfsbruch und von da aus durch den kleinen Pälitzsee und weiter auf der Müritz-Havel-Wasserstraße bis zur Schleuse Strasen.

Nach der Durchfahrt des Ellbogensees legten wir in der Marina Priepert an, wo wir vom Hafenmeister persönlich empfangen und eingewiesen wurden. Es gibt dort ein gemütliches Hafenrestaurant, einen Kiosk mit Bistro und einen kleinen Spielplatz mit Kletterturm für die Kinder. Und am Abend bei Sonnenuntergang eine romantische Aussicht auf den Ellbogensee…

Sonnenuntergang an der Marina in Priepert

5. Tag, Mittwoch

Für diesen Tag hatten wir uns viel vorgenommen. Wir wollten unbedingt den „Urwald-Kanal“ auf der Woblitz befahren. Dazu fuhren wir auf dem Ellbogensee weiter durch die undichte Schleuse Steinhavel, die ab Oktober für Renovierungsarbeiten geschlossen wird und danach durch den Röblinsee zur Schleuse Fürstenberg. Kurz vor der Einfahrt zum Stolpsee konnte man die Reste der ehemaligen Eisenbahnfähre über die Havel sehen. 

Weiter ging es durch den Stolpsee bis zur Einfahrt in die Lychener Gewässer bei der Schleuse Himmelpfort. Die Woblitz ist dort ein sehr enger, natürlich gewundener Flusslauf mitten im schattigen Laubwald. Ein weiterer Natur-Höhepunkt. Am Ende der Woblitz wendeten wir und fuhren denselben Weg zurück, um in der Marina am Röblinsee für diese vorletzte Nacht zu ankern. Interessant, dass sich genau gegenüber einer der „Lost Places“ der ehemaligen DDR befindet, das VEB Kraftfuttermischwerk Fürstenberg.

die engen “Urwald-Kanäle” der Woblitz
Die Woblitz

6. Tag, Donnerstag

Durch die gleichen Schleusen und die gleichen Seen wie auf dem Hinweg ging es heute wieder zurück Richtung Heimathafen. Während der Wartezeiten an den Schleusen gab es Fischbrötchen und „Waldbegehungen“. An der Schleuse Diemitz gab es „Gedränge der besonderen Art“. Fünfzig Kajaks wollten zusammen mit den großen Booten in die Schleuse …

Kurz vor Mirow erkundigten wir uns nach einem freien Liegeplatz für die heutige Nacht, doch alle vier Marinas waren bereits belegt. Also entschlossen wir uns auf dem Zotzensee frei zu ankern. Dies war wieder eine neue, aber sehr romantische Art der Übernachtung. Zusammen mit schlafenden Enten und Schwänen ging es an diesem Abend früh ins Bett.

Viel los in der Schleuse Diemitz
Auf dem Zotzensee frei ankern über Nacht

7. Tag, Freitag

Heute war unser letzter Tag auf dem Wasser. Sehr schade, denn bis jetzt war es eine sehr interessante, naturverbundene und geruhsame Woche zusammen mit der Kormoran: Matisse. Uns trennte nur noch die Schleuse Mirow von unserem Ziel. Doch es kam anders als gedacht. – Entgegenkommende Boote teilten uns mit, dass wir mit einer 3-stündigen Wartezeit zu rechnen hätten…

Als wir dann kurz vor der  Schleuse standen, sagte uns eine Lautsprecherstimme, dass die Schleuse kaputt sei und dass wir nun eine unbestimmte Zeit zu warten hätten. Nach 6 Stunden Wartezeit konnten wir dann endlich zur Marina Müritz weiterfahren und mit dem Packen unserer Sachen beginnen.

8. Tag, Samstag

Heute regnete es zum ersten Mal, was beim Verladen unseres Gepäcks und der Abnahme des Bootes recht unangenehm war. Aber rückblickend änderte das nichts daran, dass diese Woche für uns alle ein unvergesslicher und toller Urlaub bleiben wird.

Vielen Dank an das KUHNLE-Team !

Hausboottour mit KUHNLE-TOURS

Hausboottour mit KUHNLE-TOURS

Logbuchtagebuch vom 5.10.-9.10.2020 mit dem Hausboot Ingrid von Familie Albrecht

05.10.2020
-Ankunft Marina Röblinsee
-Bezug des Hausbootes „Ingrid“
-Praktische Einweisung Charterschein inkl. Probefahrt mit Ingrid
-Theoretische Einweisung Charterschein
-entspannter Abend in der Marina (Schleuse Steinhavel schließt um 17:45 Uhr)

06.10.2020
-frühes Wecken (07:00 Uhr)
-Frühstück
-Aufbruch um 08:30 Uhr (Schleuse Steinhavel öffnet um 09:00 Uhr)
-erste Schleusendurchfahrt geschafft !!!!!
-erster Zwischenstopp und Badeversuch der Kinder im Menowsee
abgebrochen !!! (13,8 °C doch zu kalt)
-Weiterfahrt über den Ziernsee, Ellenbogensee, Priepert, Großer Priepertsee
und den Finowsee bis zum Fischer an der Hausbrücke Ahrensberg

-kleine Pause beim Fischer inkl. leckerem Essen (geräucherter Seelachs mit hausgemachtem Kartoffelsalat)
-Weiterfahrt über den Drewensee, Schleuse Wesenberg (kein Problem mehr), Woblitzsee bis hin zum Großen Labussee
-erste Nacht frei Ankern im Großen Labussee

07.10.2020
-Frühstück mitten auf dem See (Großer Labussee)
-gemütlicher Aufbruch zurück Richtung Fürstenberg
-erneuter Stopp beim Fischer in Ahrensberg (wieder sehr lecker gegessen)
-Regenbogen beim Fischer bewundert
-sehr tollen Ankerplatz im Finowsee gefunden
-tolles Angeln auf Rotfedern
-schönen Abend mit angeln und Spielen
-ruhige zweite Nacht beim Freiankern

08.10.2020
-ausgeschlafen!!!!!
-Frühstück erst um 10 Uhr
-Aufbruch nach Fürstenberg zur Mittagszeit
-kurzer Angelstopp im Menowsee – leider nichts gefangen
-Durchfahrt Schleuse Steinhafel (Schleusenprofi: gar kein Problem mehr)
-leider erstmals schlechteres Wetter (ungemütliche letzte Minuten bis zur Marina Röblinsee)
-Anlegen an der Marina Röblinsee
-Boot aufräumen
-letzte Nacht bei prasselden Regen schlafen

Regen auf dem Röblinsee

09.10.2020
-07:00 Uhr wecken
-schnell frühstücken
-Reste aufräumen
-Boot ausräumen
-09:00 Uhr Boot übergeben

Fazit:

Ein sehr gelungener Herbsturlaub (leider zu kurz) und äußerst nette Angestellte in der Marina Röblinsee (Fürstenberg). Unglaublich schöne Gegend, wir kannten ca. die Hälfte unserer Tour schon aus dem Vorjahr, aber es ist immer wieder wunderschön.
Ein solcher Hausbooturlaub ist nach unserem Empfinden absolut empfehlenswert. In unserem Fall laufen schon die Planungen für den nächsten Ausflug/Urlaub, dann sicherlich etwas länger und wahrscheinlich mal im Sommer um den Vergleich zwischen Sommer und Herbst zu ermöglichen (und zu baden).

Von der Müritz bis Fürstenberg und zurück

Von der Müritz bis Fürstenberg und zurück

von Klaus-Dieter Warnke

Eigentlich war die Tour für Mai geplant, aber wegen CORONA mussten wir sie auf September verschieben „Klaus, Maxi und Raphael“. Es war unsere vierte Tour mit einem Hausboot. Immer mit einem Kormoran, doch dieses Mal hatten wir eine Aquino 1190 gechartert und wir waren begeistert. Die Einweisung ging bei strömenden Regen am Samstag ganz locker über die Bühne. Erich Hammerer erklärte alles was neu war gegenüber des Kormoran 1150 inklusive einer Proberunde mit der Joystick-Steuerung.

Am Sonntag ging es im Hafendorf Müritz los Richtung Mirower Schleuse zur Schlossinsel Mirow. Da es geregnet hat, wollten wir dort bleiben. Abends ging es in den Schlosskeller zum Essen und wir haben den wunderbaren Fischteller mit der Haus-Bier-Sorte genossen.

Mirower Schleuse

Am nächsten Tag ging es bei schönem Wetter weiter Richtung Schleuse Diemitz über den Zotzensee, Mösser See, Vilzsee und den Peetschsee zur Schleuse. Bisher gab es auch keine großen Wartezeiten. 

Von der Schleuse Diemitz über den Labussee zur Schleuse Canow, die Einfahrt rechts vor dem Müritzfischer hatten wir dann doch eine dreiviertel Stunde Wartezeit. Mein Staff Kapitän und der Bootsmann machten dann bei sonnigem Wetter von der Brücke super Fotos.

Das gecharterte Hausboot

Jetzt ging es  über den kleinen und großen Pälitzsee zur Schleuse Strasen und von da zum Yachthafen Priepert, wo wir übernachten wollten. Angekommen nahmen wir den Steg direkt am See neben der Einfahrt zum großen Priepertsee und hatten einen herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang. Der Hafenmeister war ein netter Typ und das Restaurant war Durchschnitt, aber ganz ordentlich. Strom und Duschkosten wurde alles über eine Karte abgerechnet, die man vorher aufgeladen hat und am Ende das Restguthaben wieder ausgezahlt bekam. Alles in allen eine gemütliche Marina.

Aquino 1190

Am nächsten Morgen ging es bei strahlendem Sonnenschein weiter über den Ellenbogensee,  Ziersee,  Menowsee zur Schleuse Steinhavel. Ein sehr netter älterer Herr der Schleusenwärter, auch hier ging es zügig durch. Über den Röblinsee ging es zur Schleuse Fürstenberg, die erste Selbstbedienungschleuse für uns. Hier mussten wir warten und waren erstaunt, dass uns sechs Boote entgegen kamen. Die Schleuse war nicht lang aber breit: Es konnten zwei Boote neben einander liegen.

Schleuse Steinhavel

Durch die Schleuse in den Baalensee und eine enge Brückendurchfahrt ging es in den Schwedtsee. Wir haben uns links für den Stadtanleger entschieden. Ein wunderschöner Ausblick auf den Park und den Segelhafen. Von hier waren es nur wenige Minuten in die Stadt um Proviant zu bunkern. Im Seglerheim beim Italiener haben wir dann ein sehr gutes Rumpsteak gegessen und dann den Abend auf dem Oberdeck genossen.

Schwedtsee

Wir wollten am nächsten Morgen rechtzeitig den Rückweg antreten, aber leider hat der Nebel uns noch nicht gelassen. Nach guten eineinhalb Stunden war dann ruck zuck die Sonne durch und bei der Schleuse hatten wir auch gleich freie Einfahrt.

Im Nebel auf dem Boot

In der Schleuse Steinhavel waren wir das erste Boot und haben bei dem Aufwärtsschleusen erst mal gemerkt wie unruhig das Boot doch wird. Wir waren doch recht früh wieder Priepert und haben das schöne Wetter genossen. Leider hatte das Restaurant am Mittwoch Ruhetag. Doch der Staff Kapitän hatte die Idee: Lieferando. Und in einer dreiviertel Stunde hatte jeder sein Lieblingsgericht. Maxi der Staff war so mutig und sprang auf ein erfrischendes Bad vom Boot und es gab wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Sonnenaufgang

Nächsten Morgen: Besuch der Azubis der Firma Kuhnle, die zwei Hausboote zurück überführen sollten und so schon mal Gefühl für Hausbootfahren erleben konnten. Nach dem Morgennebel ging es dann zur Schleuse Strasen und Canow bis zur Schleuse Diemitz wieder ohne Wartezeit.

Hafen von Rick und Rick

Wir haben wieder die Schlossinsel mit dem Hafen von Rick und Rick angefahren und wurden gleich vom Hafenmeister begrüßt und eingewiesen. Ein super Service, alles sehr netten Leute dort. Abendessen gab es wieder im gemütlichen Schlosskeller. Diesmal eine Steakplatte mit fünf verschiedenen Fleischsorten und wieder ein gelungener Abend.
Am Freitag, bei bedecktem Himmel, ging es dann wieder Richtung Müritz durch die letzte Schleuse Mirow mit dem größten Höhenunterschied auf unserer Tour von bis zu 3,50 m.

Müritzfischer in Vipperow

Auch dieses Manöver hat hervorragend geklappt. Nun ging es über den Mirower Kanal zur kleinen Müritz bis Vipperow zum Müritzfischer, wo wir uns noch ein leckeres Aalbrötchen holten. Das genossen wir dann in unserem Heimathafen am frühen Nachmittag.

Das Captains Inn am Hafendorf Müritz
Törnbericht von A.Grüb

Törnbericht von A.Grüb

Wir haben zum Ersten mal die bellus gechartert.

Die Übergabe und Einweisungsfahrt war angenehm. Diesmal haben wir ein SUP als Ergänzung dabei. Eine Charterbescheinigung war bei 15PS Motorleistung nicht erforderlich.

Die erste Nacht lagen wir im Hafen vom Hafendorf Müritz mit Blick auf den Claassee. Dort waren eine Gruppe Reiher schön zu beobachten.

Am nächsten Tag sind wir früh bei herrlichem Wetter gestartet.  An der Schleuse Mirow war noch wenig los. Beim ersten Schleusen ist man meistens etwas aufgeregt.  Die Schleusung hat aber gut geklappt.  Im Zotzensee lagen wir zu Mittag vor Anker. Danach sind wir zur Diemitzer Schleuse gefahren. Da Nachts Böen gemeldet waren sind wir bis zur Wolfsbrucher Schleuse gefahren und haben abends an den Pollern festgemacht.

Dadurch konnten wir gleich morgens durch die Wolfsbrucher Schleuse fahren. Im Tietzowsee haben wir eine schöne Bucht zum Ankern gesucht. Mit dem SUP sind wir am Schilfgürtel entlang gepaddelt.

Nachmittags sind wir nach Rheinsberg weitergefahren. Am Stadthafen haben wir kurzzeitig angelegt. Nach einem Spaziergang durch die Stadt haben wir das Schloss Rheinsberg von außen besichtigt. Der Schlossgarten lädt zum Verweilen ein. Auf dem Rückweg zum Boot haben wir noch eine Eisdiele besucht. Nach dem Ablegen sind wir mit dem Boot auf dem Schlosssee/Grienericksee gekreiselt  und sind anschliesend zum Gasthaus „ zum Achter“ gefahren. Dort kann man direkt am Gasthof anlegen und nach wenigen Schritten erreicht man den lauschigen Biergarten.  Zu meinem Geburtstag habe ich mir ein leckeres Zanderfilet gegönnt.

In der Nacht lagen wir im Tietzowsee vor Anker und haben den Tag an Bord mit einer Flasche Wein genossen.

Am nächsten Morgen sind wir mit dem SUP um die kleine Insel gepaddelt. Dort haben verschiedene Vogelarten gebrütet. Am Nachmittag sind  wir in den Labussee gefahren und lagen an verschiedenen Stellen vor Anker. Dort waren wir Baden. Es ist einfach herrlich vom Boot ins Wasser zu springen.

Auf der Weiterfahrt am nächsten Tag konnten wir Kraniche und Ringelnattern beobachten. Nach der Durchfahrt der Müritz-Havel-Wasser-Str. haben wir die kleine Müritz angesteuert.  An der Insel haben wir den Anker geworfen. Abends haben wir den schönen Sonnenuntergang beobachtet.

Morgens  nach dem ersten Bad in der kleinen Müritz bin ich mit dem SUP nach Rechlin gepaddelt.

Tagsüber konnte man die Seeadler und Fischadler beobachten.

Abends gings dann zurück in den Claassee. Nach erfolgreichem Anlegemanöver haben wir auch dort den Sonnenuntergang im Hafendorf erlebt.

Dann ging es ans Packen für die Bootsübergabe.

Es war insgesamt eine sehr schöne Bootsreise. Die bellus läßt sich sehr einfach steuern und macht viel Spaß. Die Abläufe waren in der CORONA Krise gut gemanagt.

Wir planen bereits unsere nächste Bootsreise mit Kuhnle-TOURS.

Unser Budgetboot: Galle

Unser Budgetboot: Galle

Die Galle ist eines unserer Budget-Boote, heißt also, dass es eines der erschwinglicheren Boote unserer Flotte ist. Trotz der typischen Kuhnle-Farben (Blau & Beige), hebt sich die Galle durch ihren englischen Narrowboat-Stil von dem Rest der Flotte ab.

Unser Boot im englischen Narrowboat-Stil

Machen wir einen kleinen Rundgang auf der Galle:

Beim Eingang am Heck des Bootes kann man sofort eine der beiden Steuerungen entdecken. Sie ist mit einer gemütlichen Sitzbank ausgestattet. Es ist ein komfortables Plätzchen zur entspannten Fahrt in der Sonne, ob gemeinsam oder auch für ein paar ruhige Augenblicke allein. Sobald man durch die Tür am Heck das Innere des Bootes betritt, findet man die Kabine mit vier Kojen vor. Eine Doppelkoje zur Linken und zwei übereinanderliegende Kojen („Doppelstockbett“) zur Rechten.

Wenn man die nächste Tür durchquert, kommt man in einen kleinen Flur. Auf der linken Seite befindet sich eine separate Nasszelle mit einer Dusche, einem Waschbecken und einer Toilette. Gegenüber der Nasszelle befindet sich noch ein zusätzliches Waschbecken, direkt an den Flur angeschlossen.

Ein Grundriss der Galle

Geht man weiter geradeaus durch die nächste Tür, kommt man geradewegs in den Salon. Dort gibt es auf der rechten Seite eine Küchenzeile mit Theken, Schranken, Herd und Kühlschrank. Selbstverständlich befinden sich in den Schränken die von uns gestellte Küchenausstattung, wie Töpfe und Pfannen. Auf der anderen Seite ist die Pantry, welche man ganz leicht zu einer weiteren Doppelkoje umfunktionieren kann, sodass bis zu 6 Personen Platz auf der Galle haben, um gemeinsam einen tollen Urlaub zu erleben.

Der Salon ist eben, er besitzt also keinerlei Stufen im Gegensatz zu manch anderem Boot. Die Galle hat direkt hinter der Sitzecke einen weiteren Fahrstand mit einem Sitz für eine Person, damit man auch wenn das Wetter mal nicht mitspielt, gemütlich auf den Gewässern herumschippern kann.

Ein sehr komfortables Hausboot für bis zu sechs Personen

Die Galle ist also ein sehr komfortables Hausboot, inklusive einer umfassenden Bootsausstattung. Mit diesem Boot auf der Mecklenburgischen Seenplatte bieten wir Ihnen für Ihren Urlaub zahlreiche Orte und Ausflugsziele unter denen Sie wählen können. Wählen Sie zwischen einem erholsamen, einem abenteuerlichen Bootsurlaub oder kombinieren Sie einfach beides. Mit der Galle steht Ihnen jede Möglichkeit zur Verfügung.