Wein, Baguette und Boote! Der Ausflug nach Frankreich und was da so geschah …

Wein, Baguette und Boote! Der Ausflug nach Frankreich und was da so geschah …

…Nach dem prägenden Erlebnis mit dem Laminiergerät kommt eine neue Herausforderung auf Sophia zu. Das Planen und Organisieren des nächsten anstehenden Events. Die Boot & Wein in Frankreich:

Es dauerte nicht lange, und schon kam die nächste Herausforderung auf mich zu. Man übergab mir die Aufgabe, mich um die Veranstaltung „Boot & Wein“ zu kümmern. Was sich für mich, einer Azubine im ersten Lehrjahr, als etwas schwierig gestaltete, da ich noch keinerlei Erfahrung gesammelt hatte. Das aber hielt mich nicht auf – Augen zu und durch – war die Devise. Das, was dich nicht umbringt, macht dich auch nicht stärker nur erfahrender oder wie das auch heißt.

Nun denn! Mit dem Ordner (mit Informationen aus den letzten Jahren) in der Hand und meinem jugendlichen Leichtsinn machte ich mich ans Werk. Es musste an alles gedacht werden. Was muss mitgenommen werden? Wer soll mitkommen nach Frankreich? Wie viele müssen für das Essen angemeldet werden? Wer schläft wo und mit wem auf welchem Boot zusammen? Und all das alles. Mit guter Hilfe und reichlich Unterstützung fiel es mir im Endeffekt nur halb so schwer wie gedacht.

Der Weg nach Frankreich war lang, gute zehn Stunden waren wir mit dem Auto unterwegs, quasi von morgens bis abends. Und natürlich – wie es so ist – verlaufen lange Autofahrten nie reibungslos. Wir kamen in einen Stau und man sah nur, wie endlos lang die Blechlawine doch war. Zum Glück schickte uns das Navi gleich bei der nächsten Ausfahrt runter, das Problem war jedoch, dass nicht nur wir diese Idee hatten, sondern etliche Trucker auch. Und somit war auch diese Ausfahrt blockiert und man kam nur langsam voran. Das war zum Mäusemelken! Über einen Umweg auf der Landstraße fanden wir den Weg auf die Autobahn wieder zurück und es konnte endlich weitergehen. Jedenfalls bis zur nächsten Baustelle und bis zur darauf folgenden. Zum späten Nachmittag hin trafen wir in unserer Basis Niderviller ein, erleichtert stiegen wir aus dem Auto und die Sonne lachte uns ins Gesicht „Endlich angekommen!!“. Nachdem wir das Auto entladen hatten und unsere Sachen in die Ferienwohnungen und auf die Boote gebracht hatten, schauten wir uns die Gegend um die Marina genauer an. Erstaunlich, wie weit der Frühling dort schon war! Die Bäume blühten und die Rapsfelder waren gelb und bei uns im Lande stand er noch nicht mal richtig (jetzt sieht es natürlich schon anders aus).

Es dauerte nicht lange, da wurde das Abendessen serviert, in unserer vorbereiteten Werfthalle saßen wir alle – KTler, Besucher, die Macher vom Obstbauverein und Winzer – in einer gemütlichen Runde. Am nächsten Tag ging es dann los, es wurde alles aufgebaut und vorbereitet. Meine Kollegin und ich konnten uns davor geschickt drücken und genossen in der Zeit eine Spritztour auf dem Kanal in Richtung Arzviller. Es war einfach herrlich, die Sonne schien, es war angenehm warm, der Nebel löste sich leicht vom Wasser und alles sah so still aus. In dem kleinen Hafen Altmühle legten wir für eine kurze Zeit an, denn für die Weiterfahrt mussten wir vor einer Ampel warten. Erst als ein entgegenkommendes Boot an uns vorbei war und das Licht Grün leuchtete, konnten wir weiterfahren. Unsere Fahrt führte uns zu einem Tunnel und jetzt erkannte man, weshalb man vorab warten musste: Die Fahrrinne ist so schmal, dass nur ein Boot gerade so durch passt. Im Tunnel war es dann richtig kalt aber zum Glück war dieser nicht besonders lang. Jedoch erwartete uns noch ein weiterer und dieser war deutlich länger. Und auch vor dem zweiten Tunnel musste wir warten und dass eine ganze Zeit lang … im Schatten … ohne Sonne … es war so kalt!!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach einiger Zeit, konnten wir erkennen, dass ein Boot im Tunnel sichtbar wurde, als dieses dann an uns vorbei geschippert war, hieß es endlich „Leinen los!“ und die Fahrt konnte weitergehen. Dieses Mal saßen wir jedoch im Salon des Bootes. Auf dem Achterdeck hielt man es mit der kühlen Umgebung nicht aus – es war sehr frisch. Am anderen Ende des Tunnels sah man schon das Licht trotzdem war es noch ein langer Weg – gute zwei Kilometer. Als wir nach 20 Minuten den Tunnel hinter uns gebracht hatten, wurden wir bereits erwartet. Meine Kollegin und ich stiegen an dem kleinen Hafen vor dem Schiffshebewerk aus und fuhren mit dem Auto wieder zurück. An der Basis hatte man sich schon gefragt, wo wir wohl steckten. Der Rest der Crew drehte das Boot und fuhr die Strecke zurück.

In Niderviller angekommen war schon einiges los: Die Leute tummelten sich auf dem Marinagelände und in der Halle. Allzuvoll war es aber nicht. So hatten wir mal Zeit, uns das Fest genauer anzuschauen. Bevor man zu den Weinständen in der Halle kam, flanierten wir im vor dem Hallentor aufgebauten Zelt an den Ständen mit hausgemachten Riesenpralinen, Wurst und Schinken, Käse und Schnecken vorbei. In der Halle dann ein Kuchenbuffet und natürlich die Winzer. Eh man sich versah war die Veranstaltung für den Samstag auch schon zu Ende.

Am Abend ging es dann heiter weiter mit Essen, Trinken und Albernheiten. Eine angenehme große Runde waren wir. Dann auf einmal, aus dem Nichts, meine Kollegin und ich saßen nichts ahnend auf unserer Bank, als wir aus heiterem Himmel einfach überfallen wurden. Wir bekamen mit, das jemand hinter uns stand, uns die Augen zuhielt und mit irgendwas in unseren Gesichtern rumwischte. Meine Kollegin und ich schauten uns verdutzt an und fingen beide an zu lachen mit der Betonung: „Wie du aussiehst!!“. Wir sahen jetzt beide wirklich sehr schlecht geschminkt aus quasi wie ein halber Schornsteinfeger –  Stirn und halbes  Gesicht waren Schwarz. Mit einem verrußten Korken wurden wir als Neulinge in Niderviller getauft. Wir hatten trotz aller plötzlich auftretenden Aufregung viel Spaß und  alle haben herzhaft gelacht bis sich der Abend seinem Ende neigte.

Am nächsten Morgen begann der zweite Tag der Veranstaltung mit einem eher ruhigen Vormittag, wo ich zwischendurch mal Zeit hatte, mir die schicken Oldtimer anzuschauen. Zum Nachmittag hin kamen dann die Besucher, das Marinagelände war überfüllt mit Autos und Menschenmassen und alle wollten einmal Boot fahren und natürlich Wein probieren. Aber nicht selbst Boot fahren und nebenbei Wein trinken, denn auch auf dem Wasser ist Alkohol am Steuer nicht gestattet. So ging auch dieser Tag schnell vorbei, die Besucher genossen die Köstlichkeiten, den Wein und das Bootfahren und wir die Köstlichkeiten, das schöne Wetter und das Bootfahren (und natürlich auch mal ab und zu den Wein).

Das Fest war zu Ende und wir räumten zusammen auf, die Boote wurden abgeschlossen, die Winzer packten alles ein und die Oldtimer waren auch schon weg. Später zum Abendbrot gab es Pizza und Flammkuchen – war richtig lecker, hat super geschmeckt. Wir saßen noch eine Weile und dann ging es ab ins Bett. Am nächsten Tag musste früh aufgestanden werden, denn es ging wieder in die Heimat, nur die lange Autofahrt würde wohl wieder anstrengend werden. Jedoch habe ich die ganze Autofahrt hauptsächlich nur geschlafen und von dem drumherum nichts mitbekommen. Gegen 18 Uhr kamen wir in Rechlin an und dann ging es ab nach Hause. Für mich war dieser Ausflug eine tolle Erfahrung es hat mir viel Spaß gemacht und ich freue mich auf ein weiteres Mal – wenn das Glück mir hold ist.