Vom November und weihnachtlicher Vorfreude

Vom November und weihnachtlicher Vorfreude

Es ist früh morgens, der letzte Dienstag des Novembers, seit einer halben Stunde wird es langsam heller. Vereinzelt hört man einige Krähen durch den sich langsam lichtenden Nebel rufen. Die graue Wolkendecke schafft ein kaltes und trostloses Licht. Wären meine Kollegen nicht schon zum Teil da oder würden sie nicht gerade neben mir auf den Parkplatz rollen, könnte sich das Gefühl einstellen, ich sei der einzige Mensch auf dem Planeten.


Es ist halt Ende November, da kann man eben nicht viel erwarten, aber immerhin sind die Temperaturen noch über dem Gefrierpunkt. Zumindest tagsüber. Kalt ist es jedoch trotzdem und der Steg ist von der letzten Nacht noch stellenweise vereist. Zum Glück gibt es auf den Booten Heizungen und die früh morgendliche Stille auf dem See hat schon fast etwas Magisches.


Am kommenden Sonntag ist der erste Advent und unter den versammelten Azubis macht sich bereits Weihnachtsstimmung breit. Mit Lichterketten und einem Weihnachtsbaum ausgestattet wollen wir die gemütliche, winterliche Ruhe einfangen und ihr einen Anstrich von weihnachtlicher Vorfreude verpassen. Später wollen wir noch eine der geräumigen und warmen Ferienwohnungen in weihnachtlichem Glanz erstrahlen lassen, in denen man im Winter bei viel Komfort und Platz die Ruhe genießen kann.

Arbeiten während der Corona Krise

Arbeiten während der Corona Krise

aus Sicht unseres Azubis Lars:

Nahezu die gesamte Arbeitswelt stand durch den Corona-Virus still. In einigen Bereichen passierte gar nichts mehr, in wenigen wurde der Betrieb fortgesetzt, die meisten jedoch mussten mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Anfangs machte man sich noch über das Tragen eines Mundschutzes und das Einhalten des Mindestabstandes lustig, was sich jedoch später als Fehler erweisen sollte. Es gab Reisewarnungen, es entstanden Risikogebiete, in die man nicht mehr einreisen durfte oder man musste sich in Quarantäne begeben, wenn man sich dennoch in einem Risikogebiet aufgehalten hat.

Im Verlauf dieser Krise musste der Betrieb eingedämmt werden, da man ja niemanden mehr beherbergen durfte. Daher musste man sich auch dafür entscheiden Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, weil es keine Beschäftigung für diese gab. Schuld daran war das Reiseverbot, das zuvor noch als Reisewarnung bekannt war, da man, wenn man trotzdem jemanden beherbergte oder sich ohne Erlaubnis in ein Risikogebiet begab, auch mit Strafen geahndet wurde. Auch wir machten keine Ausnahmen, vor allem Mitarbeiter mit Kindern waren betroffen, da diese keine Unterbringungsmöglichkeit für Ihre Kinder hatten. Eine weitere Folge durch die konstante Ausbreitung des Virus waren die Stornierungen, die eine nach der nächsten reinkamen und natürlich auch bearbeitet werden mussten.

Trotz der Rückschläge durch den Virus haben wir nicht aufgegeben. Es wurden Konzepte entwickelt woraus später Maßnahmen entstanden. Durch diese auferlegten Richtlinien durfte man auch wieder Urlaub machen, was für uns bedeutete, dass der Betrieb wieder hochgefahren wurde. Innerhalb kürzester Zeit mussten alle Boote ausgewintert werden und das Gelände für die Saison bereit gemacht werden. Dazu wurden alle Mitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt und sogar die Mitarbeiter aus der Werft kamen und unterstützten uns um schnell genug alles fertig zu bekommen.

Als es dann soweit war und die Vercharterung wieder startete, mussten einige Hygieneregeln beachtet werden. Dazu gehörten das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, das Einhalten der Abstandsregelung auf dem Gelände und den Sanitärbereichen und die Desinfektion der Boote. Weiterhin stand ein Mitarbeiter vor der Steganlage um darauf zu achten, dass alle Gäste sich auch vorschriftsmäßig verhalten und passte auf, dass sich nicht mehr Gäste auf dem Steg bewegten als zugelassen waren. Auch der Trend des Mundschutzes wurde ausgenutzt, da wir personalisierte Schlauchschals bekamen um nicht schutzlos vor die Kunden zu treten, welche auch bei den Gästen gut ankamen und somit als Souvenirs vertrieben wurden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt war, dass sich viele Gäste schon vor Beginn der Einweisung einige Informationen von dem „Schrankenwart“ besorgen konnten.

Unser Schlauchschal für Mitarbeiter und als Souvenir für Gäste.

Auch bei der Schule wurden Abstriche gemacht, da kein Präsenzunterricht mehr stattfand, musste der Unterrichtsstoff teilweise selbstständig erarbeitet werden. Auch Rückfragen an Lehrer geschahen nur durch Chats in „Homeschooling“-Apps, was für den einen oder anderen Schüler zum Problem wurde, da diesen die Motivation fehlte etwas für die Schule zu machen.

Die Freude war groß, dass man Ende Frühling auch wieder vermieten durfte, das Personal aus der Kurzarbeit holen konnte und der Betrieb im Allgemeinen wieder aufgenommen wurde

Alles in allem konnte man dadurch viele neue Sachen lernen, die man nur in Krisenfällen durchläuft. Der Lernerfolg hat nicht geschadet, solange man sich auch selbst ein wenig eingesetzt hat.

aus Sicht unserer Azubine Lara:

Abgeschottet von der Familie, von Freunden und Bekannten. Mit Mundschutz durch die Straßen rennen und nicht wissen, wann sich dieser Zustand des alltäglichen Lebens wieder an die Normalität anpasst?  Wer kennt es nicht…

Ich habe herausgefunden wie man der Sorge um den Virus, den Wind aus den Segeln nimmt. Denn wenn es die Reise ins Ausland nicht mehr gibt, hat KUHNLE-TOURS die Hausboot-Touristik definitiv an die Spitze gebracht dieses Jahr.

So viele Kunden auf einmal, damit hat hier glaube ich niemand gerechnet. Es hat mich doch zum Teil sehr überrascht, wie viel Betrieb hier ist und das trotz Abstandsregelungen und Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände.

Urlaub und Leben auf den Hausbooten bietet eine neue Art des Reisens, egal ob allein oder mit der ganzen Familie. Niemand kommt dabei wirklich zu kurz und jeder ist auch während des ganzen Stresses allzeit willkommen.

Durch Kanäle und Seen zu fahren ist hier gar kein Problem und eine entspannte Abwechslung neben der ganzen Corona-Situation. Und diese ganzen Möglichkeiten während einer Krise, die nicht nur Wirtschaft, sondern auch Zusammenleben und Gesundheit gefährdet, ist schon eine enorme Leistung. Es ist außerdem eine tolle persönliche Erfahrung dabei sein zu können, um mit heiklen Situationen umzugehen und anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Subaru SVX-Club zu Gast im Hafendorf Müritz

Subaru SVX-Club zu Gast im Hafendorf Müritz

Rrrrööööööhr! Auf diesem Bild sind fast 3000 PS versammelt! Für soviel Leistung müsste man sonst sechs große Laster oder um die 50 Hausboote vor die Werft fahren!

Wir hatten heute Besuch vom Subaru SVX-Club, der sein Jahrestreffen in diesem Jahr bei uns an den mecklenburgischen Großseen hat. Auf dem Programm stand auch eine Führung durch die Werft und ein kleiner Ausflug in die Geschichte unseres Betriebsgeländes von der Erprobungsstelle bis zur heutigen Hausbootwerft.

Die SVX-Baureihe von Subaru ist im Autoland Deutschland kaum bekannt. Die mit 3,3 Litern Hubraum verwöhnten Autos wurden nur von 1991 bis 1997 gebaut. Aktuell sind noch 187 Fahrzeuge auf der Straße. Wenn man eins sehen will, muss man wirklich gut aufpassen, denn die Sportcoupés können bis zu 249 Stundenkilometer schnell werden.

Der Club um den Vorsitzenden Heiko Temp war so freundlich, uns eine Spende von 300 Euro für den Kuhnle-Tours-Förderverein für junge Wassersportler zu überreichen. Dafür bedanken wir uns im Namen der jungen Wassersportler ganz herzlich! Wir wünschen dem Club und seinen Fahrzeugen allzeit knitterfreie Fahrt und gut geschmierte Getriebe!

Auf der Aquino steppt der Bär

Auf der Aquino steppt der Bär

Die Musik genießen, sich das Essen schmecken lassen und mit Freunden in den Sonnenuntergang fahren. All das und vieles mehr lässt sich mit der Aquino erleben.

Auch unsere Azubis konnten mal wieder einen schönen Nachmittag auf einem unserer Boote erleben. Um 17 Uhr, nach der Arbeit, traf sich eine kleine Gruppe Azubis am Steg für eine Bootsfahr mit der Göteborg. Einige von ihnen hatten Essen vorbeireitet andere haben sich um die Musik und ein Beiboot gekümmert. Kurz, nachdem alle eingetroffen waren, ging es auch schon los. Jeder suchte sich einen Platz und als dann alle Leinen los waren, begann die bunte Fahrt. Mit Musik und munterem Erzählen fuhr die Gruppe auf die Müritz, um die Zeit und vor allem den bevorstehenden Sonnenuntergang zu genießen. 

Allerdings gab es für unsere Azubis auch eine Aufgabe. Die schöne Atmosphäre einzufangen, mithilfe von Fotos und Videos, welche für unser Social Media bei Facebook und Instagram genutzt werden sollen. Und natürlich kommt erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Also wurden zu aller erst die Foto-, und Videoaufträge, wie ein Sprung ins Wasser oder die berührende Titanicszene in der Jack seine Arme um Rose schlingt, aufgenommen. Auch von außen wurden Bilder gemacht, da unseren Azubis genau für diese Fotos ein Beiboot zur Verfügung gestellt wurde. 

Nachdem alle Aufträge erledigt wurden, kam es dann zum gemütlichen Teil. Alle unterhielten sich fleißig, es wurde gegessen, Nudelsalat und Brötchen mit Aufstrich, und auch einfach das Zusammensein machte allen ersichtlich Spaß. Auch andere junge Mitarbeiter schlossen sich uns nach einiger Zeit an und es entstand eine bunte Runde. Und dann war es Zeit für den Sonnenuntergang. Um ca. 19.25 Uhr ging die Sonne endlich unter. Die Müritz wirkte wie ein riesiges blaues Fenster, in welchem sich die untergehende, feuerrote Sonne spiegelte und alles mit einem gelbgoldenen Schimmer überzog.  Eine Zeit lang war es dann ganz ruhig und alle beobachteten, wie die Sonne im Wald untertauchte. Als die Sonne fast weg war,  machte sich die Gruppe wieder auf den Heimweg aber es war keines Falls eine gedrückte Atmosphäre. Es wurde gelacht, gesungen und sogar der Macarena wurde an Bord der Aquino perfekt abgeliefert. Ins Hafendorf fuhren sie dann mit guter Laune und Helene Fischer im Ohr zurück.

Erstmal wieder angelegt ging es dann weiter in die Beachbar, welche genau am Hafen zu finden ist und einen perfekten Blick auf die anliegenden Boote bietet. Auch in der Strandbar ließ die Stimmung nicht nach und auch das Gequassel untereinander nicht. Nachdem alle eine Kleinigkeit getrunken hatten, ging es dann aber nach Hause, da die meisten am nächsten Tag wieder arbeiten mussten. Jeder verabschiedete sich, einige gingen zusammen zum Auto und andere fuhren mit dem Rad. Und so ging ein schöner Abend zuende mit der Vorfreude auf weitere solcher Ausflüge.  

Die Bier-Ingenieure

Die Bier-Ingenieure

Jedes Unternehmen braucht eine leistungsstarke IT-Abteilung. Auch die Unternehmen der Kuhnle-Group sind ohne Netzwerk, Computer und Software aufgeschmissen. Seit über 20 Jahren kümmern sich die Geisler-Brüder Dag und Björn bei uns ums Digitale. Doch ihren bisher größten Erfolg feierten die beiden am letzten Wochenende auf einem ganz anderen Gebiet …

Dag und Björn sind nämlich zusammen mit Tom Seeger und Clemens Eichler Herz und Hirn von Koerschbrew, einer Hobbybrauerei, die in einer Leichtbauhalle im Süden von Stuttgart untergebracht ist. Diese Halle ist ein Männerparadies: Es gibt jede Menge Kühlschränke, Meter um Meter Regale, in denen man alles Zeug aufbewahren kann, das man Zuhause bei der Ehefrau nicht anschleppen darf, außerdem eine Küche mit Industriespülmaschinen, einen großen Grill und draußen in Mutters Kräutergarten eine gemauertes Backhäusle. Die Halle ist groß genug, dass man auch mal an einem alten Mercedes-Cabriolet oder an einem Porsche 914 schrauben kann und hat schon diverse fröhliche Feste beherbergt.

In dieser Halle saßen die vier eines Tages und lasen die Ausschreibung der 4. Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer (es gibt Meisterschaften, von denen Frauen nur selten erfahren, dass es sie gibt …). Die Aufgabe war nicht ohne: Ein Irish Red Ale sei zu brauen, obergärig, in leuchtend roter Farbe, mit trockenem Röstaroma, zurückhaltend bitter und „hoher Drinkability“ (was auch immer das heißen mag). Außerdem gab es einen Kreativ-Wettbewerb, bei dem das Publikum abstimmt. Hier war alles erlaubt: „Ob Biere klassischen Stils, Kräuterbiere nach historischem Vorbild oder allerhand Abgefahrenes“ hieß es in der Ausschreibung.

„Kräuterbiere … hmmm“, sagte Björn und stand auf. „Lasst uns mal einen Blick in Monis Garten werden.“ Da stand allerhand herum. Lavendel? „Riecht gut aber man schmeckts nicht“ – Rosmarin? – „Irgendwie nicht abgefahren genug.“ – „Was isch des hier? Davon hats schon mal reichlich“, Clemens wies auf einen hohen Busch mit leichten Blättern. Er pflückte ein Blatt, schnupperte und probierte. „Estragon! Perfekt, das Bier zum Steak!“

Über den eigentlichen Wettbewerbsbeitrag, das Irish Red Ale, machte sich Björn dann in einer stürmischen Nacht Gedanken, während er einem Batzen Software-Updates beim Hochladen zusah. Und entwickelte eine Rezeptur, die flugs ausprobiert wurde. „Lecker“, war die einhellige Meinung der Braugenossen. Der Koerschbrew-Trupp braute die für den Wettbewerb einzureichenden 3,5 Liter und machte sich auf den Weg nach Stralsund. Mit im Gepäck: artgerechte Mund-Nasen-Masken, die Toms Tochter Julia für alle im Bierdesign genäht hatte.

Die Bier-Ingenieure von links nach rechts: Harald Kuhnle, Dag Geisler, Tom Seeger, Björn Geisler und Clemens Eichler

An der Strecke gabelten sie an der Müritz noch schnell Harald Kuhnle auf, der sich zwar nicht aufs Bier brauen versteht (das Hobby-Brau-Set, Weihnachtsgeschenk der Kinder, steht immer noch im Flur herum), aber über ein seit Studententagen sorgsam gepflegten großen Erfahrungsschatz im Biertrinken verfügt. Sozusagen als moralische Unterstützung. Außerdem kennt er die besten Kneipen in Stralsund.

Der Rest ist schnell erzählt, denn der Wettbewerb fand mit coronabedingt kleinem Publikum statt. Die Jury aus sieben Biersommeliers hatte über rund 130 Biere zum Hauptwettbewerb zu entscheiden. Zum Schutz der sieben Jurymitglieder mussten die Flaschen einen Monat zuvor anonymisiert eingereicht werden, so dass angemessen Zeit zum Verkosten war. Die Biere wurden gruppenweise im K-O-Verfahren verkostet, bis am Ende nur noch eine Spitzengruppe übrig war. Mit dabei: Koerschbrew!

Die Entscheidung war denkbar knapp: Vier von drei Jurymitgliedern gaben dem Ale von Martin Tietz aus München den ersten Platz, drei waren für Koerschbrew! So konnten sich Dag, Björn, Tom und Clemens über den zweiten Platz freuen. Im Vorjahr waren sie noch knapp in der oberen Hälfte der Rangliste gelandet, insofern durchaus ein kometenhafter Aufstieg für die schwäbischen Bier-Ingenieure. Als Preis hab es einen formschönen Holzpokal, der im Inneren geheimnisvoll rumpelt (und deshalb zur Feststellung der Rumpelquelle demnächst in MRT oder Flughafenscanner geschoben werden muss) sowie ein 100-Liter-Fass, das aus einem ehemaligen Rumfass recycelt wurde. Schon am nächsten Morgen machte das Team Pläne, welche Art von Bier wohl am besten in einem Rumfass reifen würde.

2. Platz! Aber was ist in dem Pokal?

Wie das Estragon-Bier abgeschnitten hat, ist noch nicht komplett ausgezählt, aber das Bier bekam viele Abstimmungschips des Publikums und wurde sogar lobend bei der Siegerehrung erwähnt.

Publikumsverkostung: Das Estragon-Bier konnte hier punkten. Ergebnis steht noch aus.

Wir dürfen gespannt sein.

Übrigens auch in der Frage, wie es mit dem Bierbrauen weitergeht. Es gibt ja noch ein paar alte Hallen bei uns im Hafendorf Müritz. Über diese Hallen und deren Umgebung hat sich eine junge Architektin in letzter Zeit Gedanken gemacht. Denn das Captains Inn platzt inzwischen trotz Erweiterung aus allen Nähten. Auf der Zeichnung von Architektin Camila Ulloa Montenegro sind mittendrin zwischen Hotel, Bar und Sitzbereich sechs große Tanks und ein Braukessel eingezeichnet. Freuen wir uns alle zusammen auf unsere zukünftigen Projekte!

Achja, ein paar Tage vor der Brauereimeisterschaft wehrten Dag und Co noch einen üblen Hackerangriff auf unsere IT ab. Danke, Dag, dass du die Firma gerettet hast. Demnächst seid Ihr dann nicht mehr nur für das Wohlbefinden unseres Netzwerkes zuständig, sondern auch als Durstlöscher im Einsatz!

Björn und Dag Geisler mit dem Fass für den 2. Platz
Große Pläne, große Krise, großes Aufatmen

Große Pläne, große Krise, großes Aufatmen

Im Winter haben wir unsere strategische Partnerschaft mit Yachtcharter Römer bekannt gegeben. Alles kam anders. Manfred Römer hat jetzt etwas Zeit zum Nachdenken gefunden. Hier ist seine Zwischenbilanz. 

Liebe Bootsfreunde,

zurück zu den Wurzeln und mehr genießen, das war mein Ziel, der Hektik entfliehen, mehr Zeit haben, mehr Lebensqualität erfahren, vieles wieder mit mehr Liebe zum Detail machen. Dabei war mir der Spaß nicht abhanden gekommen, aber die Freude, ihn weiterzugeben. Genau das wollte ich mit fast 70 Jahren ändern. Deshalb stand mein Entschluss fest, gemeinsam mit Harald Kuhnle diese Kooperation einzugehen. Ich wollte meine Ideen, gebündelt mit der Erfahrung von Harald Kuhnle und seinem Team optimieren, einen Mehrwert für den Kunden erreichen. Mich persönlich dabei aber auch zurück nehmen. 

Gemeinsam haben wir dann den Plan in die Tat umgesetzt, mit viel Mühe und Geduld entwickelten wir eine Strategie, machten Pläne –  doch dann kam Corona in unser aller Leben und nichts war mehr wie es war. Wir alle waren geschockt, die Welt stand Kopf! Wie soll es weiter gehen? Jetzt war guter Rat teuer, keiner hatte Erfahrung mit Pandemieplänen, Seuchenschutz, Kurzarbeit.

Aus vielen Jahren Erfahrung mit dem Spaßfaktor Bootsurlaub wurden plötzlich Sorgen um die Zukunft. Neue Strategien mussten her. Dabei stand alles im Fokus was uns bisher wichtig war, die Firmen, die Mitarbeiter unsere Kunden und vieles mehr. Die Firmen hatten wir im Griff, die kannten wir und wussten wo wir stehen.

Die Mitarbeiter haben souverän mitgezogen. Die Kunden wurden informiert oder informierten sich bei uns. Sie hatten Angst um ihre Anzahlungen, es brach langsam Hektik aus. Mit viel Geduld, dem Fleiß der Mitarbeiter, aber auch der Geduld einiger Kunden haben wir es dann geschafft, das Schiff Kuhnle Tours / Yachtcharter Römer in ruhigere See zubekommen.

Nach den ersten Lockerungen der Pandemie, dem Drang der Menschen nach Freiraum, Gesundheit, Ruhe und Natur genießen, waren wir sofort zur Stelle. Die fast 40-jährige Erfahrung des Kapitäns, das gute Personal und viele treue Kunden haben dazu beigetragen, dass der Kuhnle-Dampfer sofort wieder Fahrt aufgenommen hat, der Kurs stimmt, die Mannschaft ist vollzählig und bereit, die Kunden können kommen.

Auch wenn keine(r) der fleißigen Mitarbeiter(innen) in den letzten Tagen ans komplett überlastete Telefon ging – die Leitungen glühten förmlich – auf E-Mail nicht mehr sofort antworten konnten, so haben doch alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Reservierungszentrale bis ans Limit versucht, allen Fragen und Sorgen der Gäste gerecht zu werden. Dem gebührt ein großes Dankeschön!

Bei den säuerlichen Gästen kann ich nur um Verständnis bitten. „Wir schaffen das“ – auch wenn ich diesen berühmten Satz unserer Kanzlerin noch im Ohr habe, kann ich sagen, ja die schaffen auch die jetzt noch anfallende Arbeit gemeinsam mit den Kunden und zukünftigen Gästen zu bewältigen. 

Jetzt trete ich ein Schritt zurück und Danke dem Kapitän Harald Kuhnle und seinem Team, meinem Team, den ungenannten Geistern die diese besondere Urlaubsform – Urlaub auf dem Boot – immer wieder ermöglichen. Und vor allem unseren vielen Gästen. Den treuen, den geduldigen, den verständnisvollen, den begeisterten und denen, die es noch werden möchten. 

Willkommen an Bord, volle Kraft voraus.

Ihr Manfred Römer

PS Ich gehe jetzt erst mal Boot fahren.

Mit dem Hausboot auf der Müritz und den angrenzenden Gewässern

Mit dem Hausboot auf der Müritz und den angrenzenden Gewässern

Uns erreichte ein toller Törnbericht von unseren Hausbooturlaubern mit der “Hasel”. In diesem können Sie dank GPS tracking sogar jede Strecke genau verfolgen. Wir finden das klasse und sagen “DANKE SCHÖN!” 🙂

Schrott oder Topp

Schrott oder Topp

Wir haben in unserem Archiv gewühlt und sind auf diesen tollen Artikel gestoßen aus dem Fluvius 2010. Gern erinnern wir uns zurück und wollen Sie mit nehmen ins Jahr 2010.

„An den Gesichtern der Fachleute haben wir im Grunde schon den Henkerspruch abgelesen“, berichtet Uli Getz, Chef der Weißen Flotte Schwerin und Eigentümer des historischen Fahrgastschiffs Elfriede. Rostfraß innen und außen, an der Wasserlinie war die Farbe dicker als der Stahl, marode Fäkalientanks, Installationen aus DDR Zeiten, wunderliche Bordelektrik – das Schicksal der
1921 in Köpenick gebauten Elfriede schien besiegelt. „Es gab zwei Möglichkeiten“, sagt Getz, „den Kahn verschrotten – oder von Grund auf erneuern.“ Aber die Schweriner lieben ihre Elfriede, die zum See gehört wie das Schloss – so brachte die Weiße Flotte ihr verwittertes Schmuckstück an die Müritz. „Und dann haben wir uns an die Arbeit gemacht“, berichtet René Helmert, Projektleiter der Kuhnle Werft für den Refit der Elfriede. Zunächst einmal musste die ganze alte Farbe runter, und dann ging es in den Kampf gegen den Rost: „Außen geht das mit großen Maschinen und unserer Sandstrahltechnik ganz gut, aber innen mussten wir teilweise mit Handflex und Drahtbürste vorgehen.“ Hinzu kam, dass man ein genietetes Schiff nicht ohne weiteres schweißen kann. „Wenn eine Niete 90 Jahre gehalten hat, gibt es keinen Grund sie zu entfernen“, weiß Helmert. Also schnitt man die rostigen Stellen in millimetergenauer Feinarbeit aus, setzte ein exakt passendes Blech ein, schliff und spachtelte die Schweißnähte wieder unsichtbar und setzte zur Verstärkung noch ein weiteres Stahlblech von innen über die Nietnähte. So blieb ohne Kompromisse in Sachen Festigkeit der historische Charme des 19,90 Meter langen Dampfers erhalten. Dann knöpften sich Helmert und Kuhnle Werft Schweißspezialist Günter Nowack die Bilge und die Fäkalientanks vor – ein Job mit durchaus nennenswertem Ekelfaktor, denn die Tanks waren teilweise rostig und undicht, die Flüssigkeit, die in der Bilge schwappte, möchte wohl keiner der Werftmänner jemals wieder sehen oder riechen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tanks raus, das ganze Schiff von innen trockengefönt und dann noch mal sorgfältig eingecremt. „Man nennt das Zeug Laderaumöl, weil früher damit Getreidefrachter von innen ihre Laderäume gegen Rost geschützt haben“, sagt Helmert. Nach dieser Konservierung kamen neue, moderne und auch leichtere Abwassertanks aus Kunststoff in den Rumpf und die Überholung des Innenausbaus mit Spezialteppichreinigung, neuen Fensterdichtungen und Elektroleitungen konnte beginnen. Auch von Außen bekam die alte Dame eine Verjüngungskur: Komplett neuer Farbaufbau mit Grundierung, mehreren Schichten Antifouling und neuem Lack. Nach geschätzten vier Monaten Werftzeit kam zu guter Letzt der runderneuerte Propeller aus Waren (Müritz) an die Welle und die Elfriede machte sich wieder auf den Weg nach Schwerin, wo sie in neuem Glanz jetzt wieder ihre Runden vor dem Schloss dreht.