Zwischen Herbst und Hauptstadt – Berliner Flussfahrt mit Seenswürdigkeiten

Zwischen Herbst und Hauptstadt – Berliner Flussfahrt mit Seenswürdigkeiten

Die KUHNLE-TOURS Grafikdesignerin Heike Meyer ist mit ihrer Familie unterwegs gewesen. Papa Jörg Meyer hat das Bordbuch geführt. Hier ist sein Bericht.

Zugegeben – wir waren vor zehn Jahren schon mal da. Aber daran kann sich unser Sohn nicht mehr erinnern. Und da demnächst eine Klassenfahrt nach Berlin ansteht und Berlin immer eine Reise wert ist (und erst recht auf dem Wasser), dachten wir, kann es nichts schaden, ihn schon einmal etwas Berliner Luft schnuppern zu lassen … Also kurzentschlossen vom 30. Oktober bis 5. November eine Kormoran 1140 gechartert, Zugtickets gekauft und Taschen gepackt.

Am Samstag ging’s um 6 Uhr in Böblingen los: mit der S-Bahn nach Stuttgart, dann nonstop mit dem ICE nach Berlin und mit der Berliner S-Bahn ans Ziel. Von der Haltestation in Zeuthen sind es nur ein paar hundert Meter zur Kuhnle-Marina – auch mit Gepäck kein Problem zu Fuß.

Das Bild zeigt einen Steg an dem viele ähnlich aussehende Hausboote der Baureihe Kormoran liegen. Darüber weht an einem Mast die blaube Kuhnle-Tours-Flagge.
Basis Zeuthen: Die paar Meter von der S-Bahn-Station sind auch mit Gepäck zu schaffen.

Um 13.30 Uhr stehen wir erwartungsvoll vor dem Büro, eine nette Mitarbeiterin bringt uns zu „unserem“ Boot und hält die Einweisung so kurz, wie wir sie brauchen. Denn wir wollen noch los! Also flugs zum nahen REWE-Supermarkt, mit dem Nötigen für ein paar Tage eingedeckt (Kerzen nicht vergessen für die Stimmung!) und aufs Hausboot gebracht. Stauen ist kein Problem – auf einer Kormoran gibt es jede Menge Platz.

Zu Sehen ist die modern gestaltete Zeuthener Filiane des Rewe-Marktes.
Beste Versorgung vor Ort: Rewe-Markt in Zeuthen

Ende Oktober wird es schon recht früh dämmerig; also Hausboot aus der Box zirkeln, Gashebel auf den Tisch und ab geht’s. Mit satten acht Stundenkilometern – Hektik kommt da keine auf! Die lassen wir lieber auf dem Steg zurück … Einen Schlenker durch eine betörend schöne Seenlandschaft noch und schon haben wir über den Großen Zug kurz vor Sonnenuntergang unser erstes Etappenziel erreicht: den Krossinsee (mal mit K und mal mit C geschrieben). Dort lassen wir in einer stillen Schilfbucht den Anker ins Wasser rauschen. Still? Nun ja, während Heike Spaghetti mit Tomatensoße kocht, beobachtet der Sohn eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen einem Grau- und einem Silberreiher, die erst mit einsetzender Dunkelheit ihr Ende findet.

Zu sehen sind zwei Schwäne auf einer weiten Wasserfläche im Abendlicht.
Natur außenbords.

Dies ist der einzige Moment, an dem wir bedauern, dass wir nicht mehr Sommer haben – wie unbeschreiblich schön wäre ein Abend auf dem Achterdeck bei einem Glas Rotwein! Aber es ist definitiv zu kalt. Und so machen wir es uns im schön beheizten Salon gemütlich. Dank Spannungswandler ist übrigens auch das Aufladen unserer Smartphones gesichert.

Zu sehen ist ein Smartphone, dass über einen Spannungswandler in die 12-Volt-Steckdose beim Fahrstand aufgeladeb wird.
Handyladen kein Problem, entweder gleich mit 12-Volt-Stecker oder über den Spannungswandler an Bord.

Halloween am Charlottenburger Ufer

Nach einem schönen Frühstück heißt es „Anker auf!“ Wir tuckern bei traumhaftem Wetter – blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme Temperatur – gleich hinter Schmöckwitz auf die Spree-Oder-Wasserstraße. Erste Begegnung mit der Berufsschifffahrt (in Gestalt eines Schubverbands) auf dem, je näher man sich kommt, umso schmaler scheinenden Kanal. Puh, geschafft!

Schon bald wird der Kanal wieder zu einer buchten- und inselreichen Seenkette (die Dahme durchfließt hier den Seddinsee und den Langen See). Natur pur – es ist kaum vorstellbar, dass wir nicht einmal 30 Kilometer vom Brandenburger Tor entfernt sind! Und dann kommt Köpenick in Sicht. Aber wir verschieben den Hauptmann auf später und lassen Köpenick rechts liegen.

Zu sehen ist ein Binnenfrachtschiff in Fahrt im Hintergrund die Oberbaumbrücke mit den charakteristischen Türmchen und einer gelben U-Bahn.
“Die Wasserstraße ist für alle da!” – “Aber der ist viiieeel stärker als wir!” – “Dann weichen wir eben aus!”

Jetzt wird es doch allmählich städtischer: mittlerweile bewegen wir uns auf der Spree am Rummelsburger See vorbei. Dort und auch an der Insel der Jugend besorgt uns der schwimmende Schrott – hoffentlich sind diese halb versunkenen Untersätze („Boote“ kann man das kaum nennen) wenigstens fest vertäut!

Zu sehen sind eine Anzahl alter und sehr alter Boote, ein Boot liegt halb gesunden und von einer Ölsperre umgeben etwas abseits.
Schwimmender Schiffsfriedhof nahe der Insel der Jugend.

Bald tauchen wir mit unserem Hausboot in Bilder ein, die jeder aus dem Fernsehen kennt: Wir passieren an der Nahtstelle von West- und Ostberlin den dreifachen Molecule Man und steuern die Oberbaumbrücke – eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt – an. Heike ist von dem Motiv mit dem Funkturm im Hintergrund so begeistert, dass wir ein Stück an der Einfahrt in den Landwehrkanal vorbeifahren müssen. Und so kommt es zu einem kleinen Malheur: Weil wir jetzt von der falschen Seite auf die Oberschleuse zufahren, sehen wir das erste rote Halte-Signal für die Sportschifffahrt nicht und wollen gerade an dem Poller für die Berufsschifffahrt festmachen, als uns ein netter Schleusenwärter zur „richtigen“ Wartestelle winkt („Eijentlich müsste ick jetzt 35 Euro kassieren ….“)


Zu sehen ist der Landwehrkanal vom Wasser aus mit einer Rundbogenbrücke unter der sich ein Geschwader Schwäne versammelt hat.
Landwehrkanal: Wer ist hier die Attraktion?
Zu sehen ist eine Bootscrew, am Fahrstand eines Hausbootes, die sich unter einer niedrigen Brücke duckt.
Achtung Kopf einziehen! Die Brücke der Landwehrkanals sind schön. Aber berüchtigt niedrig. Für eine Kormoran reicht es gut.

Letzter Tag im Landwehrkanal, um ohne vorherige Anmeldung durchzukommen. An diesem sonnigen und warmen Halloween-Sonntag ist halb Berlin auf den Beinen und flaniert oder chillt am Ufer und auf den Brücken des Landwehrkanals. Nicht immer ist nur Tabak zu riechen und wir staunen und werden bestaunt. Es ist nicht ganz sicher, wer hier die Attraktion ist … Doch wir müssen höllisch aufpassen und rechtzeitig den Kopf einziehen – die meisten Brücken sind so niedrig, dass zwischen Kajütaufbau und Eisenkonstruktion kaum noch Platz bleibt. Es dämmert schon, als wir die Unterschleuse erreichen. Hier machen wir alles richtig und finden bald – wieder auf der Spree – am Charlottenburger Ufer gegenüber dem Österreichpark ein schönes Plätzchen zum Anlegen. Klar, dass es zum Halloween-Abendessen eine Kürbissuppe gibt und danach noch einen kurzen nächtlichen Spaziergang zum Charlottenburger Schloss …

Zu sehen ist ein Hausboot im fast ganz verschwunden Tageslicht, es liegt an einer Spundwand am mit herbstlichen Blättern bedecktem Ufer, im Hintergrund sieht man die Lichter einer Brücke und der Stadt Berlin.
Mit dem Boot zum Schloss: Anleger Charlottenburger Ufer.

Mitten ins Herz von Berlin

Der nächste Morgen schaut leider etwas trüb aus der Wäsche – aber schließlich ist ja auch schon 1. November. Wir fahren über die Spree, passieren Siemensstadt und Schloss Bellevue (allerdings eingerüstet) und fahren dann direkt am Kanzleramt vorbei. Die meisten Büros sind unbesetzt, in einem vespert ein Mann gerade sein Pausenbrot. Sooo nahe kommt man dem Regierungssitz nur selten! Dann kommt der Reichstag. Schade, wir können außer etlichen Journalisten keine bekannten Politikergesichter am Ufer entdecken. Es ist noch Vormittag – trotzdem machen wir schon fest: am Schiffbauerdamm. Heute wollen wir unserem Jungen mal die Highlights von Berlin zeigen. Jetzt tauchen auch die ersten Sightseeing-Schiffe auf. Die Rundfahrten starten in der Nachsaison scheinbar erst nach 11 Uhr. Da haben wir Glück gehabt – an den Brücken kann es aufregend eng werden, wenn man so einem Pott in die Quere kommt. Übrigens, wir hatten uns schlau gemacht: Man darf ab dem 1. November auch nach 10.30 Uhr ohne Funkzeugnis im Herz von Berlin unterwegs sein.

Zu sehen ist eine Hauswand mit Fenstern, durch das Fenster sind Kabael und technische Gerätschaften zu sehen.
Wird hier Politik gemacht? Oder blos Fernsehen?
Zu sehen ist das Achterdeck eines Hausbootes mit Fahrstand Vater und Sohn am Stuern, im Hintergrund Regierungsgebäude.
Berlin, Regierungsviertel: Die beiden Brücken, die die Regierungsbeäude verbinden heißen inoffziell “höhere und niedrigere Beamtenlaufbahn”
Zu sehen ist der Blick vom Schiffsbug auf Wasser im Hintergrund ist der Bahnhof Friedrichstraße zu sehen. Alles zur blauen Stunde, also mit Abendstimmung.
Anleger Schiffbauer Damm mit dem Bahnhof Friedrichstraße im Hintergrund.

Heute also zu Fuß Strecke machen: vorbei am Anhalter Bahnhof über den Bebelplatz (besser bekannt als Opernplatz) mit Humboldt Universität, St. Hedwig, Staatsoper und Alter Wache zum Dom und von dort über die Museumsinsel (montags leider alles geschlossen) zum Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss. Mittlerweile hat es leicht zu nieseln begonnen – darum dachten wir, das sei die beste Gelegenheit, ohne lange anzustehen auf den Fernsehturm am Alex zu kommen. Denkste! Nach über einer Stunde sind wir durchgefroren, nass und schlecht gelaunt und immer noch nicht am Eingang. Ohne online-Ticket keine Chance!

Also zurück aufs Boot, das immer noch einsam am Schiffbauerdamm liegt. Badesachen eingepackt und zum Schwimmbad Mitte – einer sehr puristischen Badeanstalt aus den 30er Jahren. Nach der letzten Bahn festgestellt, dass keiner Lust aufs Kochen hat und auf dem Rückweg zum Boot eher zufällig im “Friedel Richter” einem Geheimtipp-Restaurant mit ganz exquisiter Küche gelandet. Damit war der Tag dann endgültig gerettet.


Hausboot in Vorbeifahrt an der modernen Fassade des Humboldt-Forums.
Humboldt-Forum im wiederaufgebauten Schloss.

Kleiner Schalter – große Wirkung

Am Dienstag, dem 2. November, hat sich das Wetter wieder gefangen und um 9 Uhr stehen wir vorm Zimt & Zucker Kaffeehaus, um den 3G-Regeln gemäß an einem Frühstückstisch platziert zu werden. Pappvoll und kaffeewach legen wir ab und beschauen uns bald darauf vom Wasser aus Museumsinsel, Dom und Berliner Schloss (von hinten erkennt man: Alles nur Fassade!).

Zu sehen ist ein reich gedeckter Frühstückstisch in einem Café.
Frühstück an Land

Aber dann – Katastrophe! Das Wasser läuft in den Waschbecken nicht ab! Sollten wir drei denn den Abwassertank binnen dreier Tage zu Überlaufen gebracht haben? Ab zur nächstbesten Absauganlage. Das wäre die Citymarina Rummelsburg. Aber, oje!, ein Anruf bringt Ernüchterung: in der Citymarina wird weiter modernisiert, die Absauganlage ist vorübergehend außer Betrieb! Nächste Möglichkeit ist das Wassersportzentrum Berlin. Hinter Köpenick – so weit raus wollten wir heute eigentlich noch nicht, aber hilft nichts. „Und – hat sich was getan?“ – „Nee, immer noch unverändert!“ Also auf nach Osten!

Zu sehen ist ein Hausboot beim Schleusenvorgang, auf dem Vordeck steht der jugendliche Sohn der eine Festmacherleine um einen Poller führt.
Mühlendammschleuse in Berlin-Mitte

Wir dampfen Fullspeed durch die Mühlendammschleuse, an der East Side Gallery, dem Treptower Park (mit dem riesigen sowjetischen Ehrenmal) und an der Insel der Jugend vorbei, machen nur kurz Einkaufsstopp beim Bootsanleger Netto/REWE in Niederschöneweide und sind bald darauf in Köpenick. Dort biegen wir nach links Richtung Großem Müggelsee ab. Ziel ist der Steg F („Eff wie Fäkalienabsauganlage …“) des Wassersportzentrums. Und dann? Kaum haben wir den Rüssel in die Öffnung gesteckt, saugt er nur noch Luft – jetzt ist guter Rat teuer! Oder? Oder einfach nur ein Anruf im Marinabüro? Gesagt – getan: Heike spricht mit Brian und nach ein paar gezielten Fragen ahnt der Techniker die Ursache. Ganz einfach: Unser Sohn hatte am Abend zuvor nur einen entscheidenden Sicherungsschalter zu viel umgelegt – den von der Abwasserpumpe! Klick – und schon verschwindet das Wasser aus den Waschbecken!

Zu sehen ist ein Supermarktparkplatz zwischen zwei Einkaufsmärkten. Im Hintergrund ist das Deckshaus einer im Wasser liegenden Kormoran zu sehen.
Boat-In-Discounter: Nettomarkt und Getränkemarkt in Niederschöneweide.
Zu sehen ist der Hafen der Citymarina Berlin Rummelsburg, im Hintergrund teilweise moderne Gebäude, teilweise alte Industriearchitektur mit Backsteingebäuden.
Citymarina Berlin-Rummelsburg
Zu sehen ist ein Wegweiser der mit drei Tafeln den Weg nach Köpenick, Neukölln/Potsdamm und Berlin-Mitte/Kreuzberg zeigt. In Hintergrund ein Ufergarten mit Grill und Sitzecke.
Was ist wo am Wasser? Wegweiser für Bootfahrer in Köpenick.

Wir machen am Kopfsteg C fest und uns auf einen längeren Spaziergang. Zuerst nach Friedrichshagen, wo die Spree aus dem Müggelsee fließt und dann über den Spreetunnel hinweg (bei seiner Einweihung 1927 eine kleine Sensation) und auf der Köpenicker Seite durch schönen Wald in die Köpenicker Altstadt. Im Bezirksamt (dem ehemaligen Rathaus) gibt es eine Ausstellung über den „Hauptmann von Köpenick“ Friedrich Wilhelm Voigt. Das Schloss hat schon zu – darum gehen wir zurück und essen im Ratskeller ein deftiges Abendessen, bei dem unser Sohn seine erste Berliner Weiße in Rot trinkt. Und dann, weil er sie so lecker findet, gleich noch eine … Zum Hausboot zurück fahren wir aber mit der Tram.

Zu sehen ist der liebevoll gestaltete Eingang zum historischen Spreetunnel.
Eingang zum Spreetunnel.

Die Keimzelle Berlins

Der 3. November ist ein Tag, der trüb startet, aber dann doch ganz heiter wird. Wir tuckern auf dem betonnten Fahrwasser über den Müggelsee, an Neu Venedig vorbei, durch den Dämeritzsee und den Flakensee zur Woltersdorfer Schleuse. Hier sind wir verblüfft vom kristallklaren Wasser, das seinen Ursprung wahrscheinlich im Kalkstein hat, schließlich beginnt hinter der Schleuse auch der Kalksee, der Heike sogar noch zu einem (zugegebenermaßen sehr kurzen) Badestopp verleitet. Wir kommen schließlich ins Strausberger Mühlenfließ und legen an einem brandneuen Wasserwanderrastplatz (für acht Boote mit bis zu 13 m Länge, 4,50 m Breite und 1 m Tiefgang) an.

Unser Etappenziel ist erreicht – denn der Eingang zum Museumspark Rüdersdorf ist gleich um die Ecke (und geöffnet!). Faszinierend: Hier im Rüdersdorfer Kalksteinbruch wurden die Kalksteine abgebaut, aus denen viele bedeutende Bauwerke in Berlin und Umgebung errichtet sind, zum Beispiel das Brandenburger Tor, das Olympiastadion und das Schloss Sanssouci!

Anleger am Museumspark
Man sieht alte Maschinenteile aus Stahl, im Hintergrund eine großes Tagebauloch.
Aussicht auf die Kalkabbaugrube
Man sieht große alte Industriegebäude mit hohen Schornsteinen und anderen Aufbauen aus Backstein. Sie gehören zum Museumspark Rüdersdorf.
Frühere Gebäude der Baustoffverabeitung im Museumspark Rüdersdorf.

Rückfahrt nach Zeuthen

Der Regen hat uns am Donnerstag endgültig eingeholt – da fällt das Ende unseres herbstlichen Hausboot-Törns nicht so schwer. Wir freuen uns über den Innensteuerstand und machen uns auf den Weg zurück. Zwei Stunden später sind wir wieder in Zeuthen.

Vorteile einer Fahrt im Spätherbst:

  • Keine Wartezeiten an den Schleusen
  • Jede Menge freie Liegeplätze
  • Freundliche Berliner*innen (ja: *, Berlin ist ziemlich kreuz und queer …)
  • Sonne – ohne Sonnenbrand
Man sieht einen Steg an dem viele ähnlich aussehende Hausboote der Kormoran-Baureihe festgemacht sind.
Zurück am Steg in Zeuthen.
Törnbericht von Familie Wolter

Törnbericht von Familie Wolter

Nun war es endlich wieder soweit: Unsere bereits 3. Bootsfahrt bei KUHNLE-TOURS auf der Müritz und den umliegenden Seen stand unmittelbar bevor.

Das Wetter versprach ein perfektes Wochenende zu werden! Laut Wetterbericht sollte es, das bisher wärmste Wochenende des Jahres werden und wir Glücklichen durften mit dieser Aussicht, auf herrlich kühles Wasser zur Erfrischung die Ausfahrt antreten. 

Es wurde dann noch viel besser als erwartet, denn nicht nur das Wetter sollte mitspielen. Nach der Beladung des Bootes (Modell vetus 1000), mit ausreichend Proviant, legten wir am Freitag Nachmittag bei schönstem Sonnenschein im Hafendorf Rechlin ab. Die darauf folgenden Stunden im leichten Fahrtwind, von der Sonne gespiegeltem, glasklaren Wasser und immer dem Sonnenuntergang entgegenfahrend waren einfach ein Traum, den wir so schnell nicht vergessen werden. Der krönende Abschluss des Tages war dann der Sonnenuntergang selbst, den wir an Deck, mit einem kühlen Sundowner in der Hand genossen haben.

Die beiden darauf folgenden Tage lassen sich in der Kürze nur so zusammenfassen: Unendliche Erholung, ein tolles, geräumiges Boot, herrliche Badestellen, die direkt vom Boot aus die nötige Erfrischung brachten sowie an jedem Abend der obligatorische Sonnenuntergang so nah der Natur.

Für uns steht fest: Wir werden wiederkommen … und das so schnell wie möglich. Danke, KUHNLE-TOURS, für diese unglaublich schöne Reise! Ein Kurzurlaub, wie er kaum schöner sein könnte.

Urlaub mit einer Kormoran 940 von KUHNLE-TOURS der Familie Thieme

Urlaub mit einer Kormoran 940 von KUHNLE-TOURS der Familie Thieme

Wir haben uns getraut vom 25.06.2021 bis 05.07.2021 einen Kormoran 940 zu mieten und damit die wunderschöne Müritzer Seenplatte zu erkunden. Die Buchung haben wir bereits im Februar (unter Corona Bedingungen) getätigt. Wir wussten also gar nicht, ob die Reise überhaupt stattfinden kann. Es hatte dann doch funktioniert.

Tag 1

Wir sind angereist und hatten gleich die Überraschung, dass nur einer auf das Boot zur Einweisung durfte. Meine Frau musste brav im Auto sitzen bleiben. Die Einweisung selbst ging recht zügig, aber genau. Unser Vorteil war, dass wir uns das Video zur Einweisung bereits im Netz angesehen hatten und viel wussten. Nach der Einweisung kam dann das Einräumen der von uns mitgebrachten Lebensmittel und natürlich auch der Sachen. Hat man was vergessen, so kann man in beiden, ca. 3 km entfernten Netto Lebensmittelläden, noch den Rest besorgen. Die Chartereinweisung erfolgte dann noch gegen 18 Uhr, mit allen anderen Bootsskippern. Den Abend und die erste Nacht, haben wir auf dem Boot verbracht.

Abends sieht der Hafen ganz ansprechend aus, über dem Tag eher wie eine riesengroße Werkstatt

Tag 2

Heute haben wir nun eine Tour nach Mirow zur Schlossinsel gemacht. Der Hafenmeister dort ist im gesamten Seengebiet der Einzige, der eine Liegeplatzreservierung annimmt. Es ging dann bereits auch durch die erste Schleuse. Für uns war es zunächst ein Problem vor der Schleuse, weil derart viele Boote am Anlegebereich waren, dass der Platz nicht reichte. Wir hatten also mit viel Mühe das Boot halten können, weil ankern im Kanal nun mal nicht gestattet ist. Die Schleusung selbst war kein Problem. Dafür hat uns dann die Umgebung, mit ihrer wunderschönen Natur belohnt. Auch der Hafen in Mirow ist sehr schön. Nach dem Anlegen, haben wir noch das sehr schöne Schloss besichtigt. Das Restaurant ist sehr empfehlenswert.

Die Liegegebühr kam für das Boot (9,40 Meter lang und zwei Personen), 18,50 € die Nacht und für den Landstrom 1,- €. Der Hafenmeister versorgt auch die Skipper auf Bestellung, gern mir frischen Brötchen am nächsten Morgen.

Landschaft nähe Mirow
Sonnenuntergang auf einer Kormoran 940

Tag 3 und 4

Heute geht es von Mirow nach Röbel. Eine etwas lange Fahrt über 4 Stunden, aber sehr lohnenswert, wenn man was von der Natur haben möchte. Das Boot funktioniert ohne Probleme und nun haben wir uns, (das Boot und ich) aneinander gewöhnt. In Röbel angekommen, fahren wir auf Empfehlung eines anderen Skippers direkt in den Stadthafen. Der Hafenmeister weist uns per Handy aus seinem Büro, zu einem Liegeplatz an. Später bezahlen wir bei ihm die Liegegebühr wie in Mirow. Duschen und WC, ist im Behinderten WC neben dem Hafenbüro problemlos möglich. Wir bekamen einen Zugangscode dafür. Der Landstrom kostet wie in Mirow gleich viel. Der Stadthafen erweist sich als sehr geeignet, den keine 500 Meter weiter, befindet sich ALDI und EDEKA, direkt nebeneinander. Die Frühstücksbrötchen für den nächsten Morgen sind frisch und gesichert. Wir machen noch eine kleine Stadtbesichtigung und rücken bei dem am Hafen befindlichen Italiener, zum Abend ein. Sehr zu empfehlen. Auch das Eis ist, wie bei jedem Italiener, super.

Angelegt am Hafen in Röbel
leckeres Frühstück im Salon
Salon am Morgen

Tag 5,6 und 7

Wir fahren heute nach Waren. Die Fahrt selbst ist schön und nicht so lange wie gestern. Wir halten zwischendurch mal in einer kleinen Bucht und gehen Baden. Über die Plattform hinten völlig unkompliziert. Wir genießen die Landschaft und fahren in Ruhe. In Waren angekommen werden wir vom Hafenmeister, den wir wie immer vorher per Handy kontaktiert haben, mit einem motorisierten Schlauchboot, in Empfang genommen und an einen Liegeplatz gebracht. Leider empfiehlt er die Buchung von mindestens 2 weiteren Tagen, weil laut Wetterbericht ein Unwetter mit Starkregen und Sturm angekündigt ist. Wir machen das besser auch so.  Das Unwetter ereilt uns tatsächlich gegen Abend. Wir bleiben lieber an Bord. Vorher haben wir uns natürlich im Büro des Hafenmeisters angemeldet. Das Boot inklusive 2 Personen kostet 21,- € pro Nacht. Es gibt eine Guthabenkarte über 30,- €, für Duschen und Landstrom. Was nicht verbraucht wird, gibt es wieder zurück. Die sanitären Anlagen sind zwar etwas weit, einmal um den Hafen zu Fuß, (wenn man mit dem Liegeplatz Pech hat), aber auf allerhöchstem Niveau. Müllentsorgung ist direkt neben dem Hafenmeisterbüro und kostet nichts. Am nächsten Tag zeichnet sich das Dilemma ab, wir kommen nicht weg. Es regnet und windet stark. Wir versuchen zwischen den Regenschauern einmal über den Markt zu schlendern und sind beeindruckt von der Stadt. Hier braucht man eigentlich 3 – 4 Tage, um Einiges zu erkunden. Für die Versorgung besteht kein Problem. Der Bäcker ist einmal aus dem Hafen, quer über den Markt und schon ist man da. Neben den Bäcker (– 100 Meter –), ist der EDEKA.

Marienkirche in Waren bei Nacht
bei Regen am Hafen

Tag 8

Der Regen ist weg und die Sonne scheint wieder. Nur Wind ist noch etwas stark. Wir entschließen uns in Waren den Schmutzwassertank zu entleeren. Das geschieht unkompliziert. Wir müssen aber nochmal an der Tankstelle anlegen, weil sich dort die Entleerstation befindet. Der Tank ist leer und wir sind   15,- € los. Wir wollen nun nach Malchow. Auf dem Kölpinsee und dem Fleesensee werden wir bei dem Wind gut durchgeschüttelt. Unser Plan ist durch die Wetterfront nicht mehr aufgegangen. Wir brechen ab und drehen um. Auch unter dem Aspekt, dass in Malchow die Brückenöffnung, nur immer aller vollen Stunde ist und wir nach unseren Berechnungen genau dann ankommen, wenn die Brücke eben geschlossen wird. Wir wollen nicht in Malchow übernachten.

Auf dem Rückweg, legen wir kurz in der Marina Eldenburg an. Der Hafen liegt auf unserem Rückweg links im Kanal. Im Fischerhof holen wir frischen Fisch für unser Abendessen.

Wir fahren weiter und entschließen uns in Klink zu übernachten. Der Hafenmeister wird von uns wieder telefonisch über unser Kommen informiert. Als wir in den Hafen einfahren, sehen wir ihn schon mit dem Fahrrad, den Landungssteg entgegenkommen. Wir werden an einen Liegeplatz geordert und haben anfangs Mühe, mit dem Anlegen. Hier in Klink gibt es keine seitlichen Stege, sondern nur Seile mit Schlaufen zum Festmachen. Der Hafenmeister springt auf unser Boot und macht das für uns. Wir bezahlen unsere Gebühr und bestellen Brötchen für den nächsten Morgen. Dusche und WC sind sauber. Wir besichtigen das Schlosshotel. Nebenan ist die „Scheune“. Ein Einkaufsladen in einer alten Scheune besonderer Art. Wir fassen hier auch nochmal Frischwasser. (100 Liter für 1,- €), passt.

Tag 9

Wir fahren zurück nach Rechlin. Zwischendurch gehen wir in einer Bucht vor Ludorf, zum Baden von Bord. Zurück in Rechlin, packen wir unsere Sachen und entschließen uns doch noch einmal zur Bucht vor Ludorf zu fahren. Wir wollen die herrliche Landschaft genießen und doch noch Baden gehen, es ist so schön erfrischend in der Müritz, aber nicht kalt.

das sonnige Wetter genießen

Abends entschließen wir uns im Hafendorf, in des Hafenrestaurant zu gehen. Diese Entscheidung war aber leider falsch. Das Restaurant ist voll. Wir können noch zwei Restplätze bekommen, werden aber von der höflichen Kellnerin darauf hingewiesen, dass offenbar nicht genügend Essen vorhanden ist. Die umliegenden Kneipen haben alle, (zum Sonntag) geschlossen und sie ist von so vielen Gästen überrannt worden. Sie empfiehlt die Hafenbar unten im Hafen. Die haben dort Burger und Pommes, usw. Die Empfehlung ist gut. Wir nehmen Pommes und Burger. Letzteres habe ich selten so gut gegessen. Dort sind auch gute Cocktails zu bekommen. Es gibt Liegestühle im Sand, sowie Tische und eine Tischtennisplatte.  

Tag 10

Wir haben Spätabreise gebucht (11 Uhr) und haben daher Zeit für ein gutes Frühstück. Wir holen in dem Minimarkt, keine 500 Meter vom Hafen entfernt, frische Brötchen. Dann geben wir das Boot zurück. Die Abnahme erfolgt problemlos. Wir bekommen unsere Kaution wieder und fahren nach Hause.

Dieser Urlaub wird uns lange in Erinnerung bleiben und wir werden mit Sicherheit wieder kommen. Vielen Dank für die tolle Zeit und vielen Dank an alle Hafenmeister, die durchweg gastfreundlich waren.