Törnbericht – Kleine und große Seen im September

Törnbericht – Kleine und große Seen im September

Crew: Sechs Freunde (4x Bodensee/ 1x Hannover/ 1x München), zwei Frauen, vier Männer

Boot: Kormoran 1280: „Steinbutt“

05.09.2020 Samstag – ANKUNFT

Anreisetag. Wir haben den ganzen Proviant für eine Woche schon vorab unter der Crew verteilt. So kommen wir in zwei Autos vollgepackt bis unters Dach einmal von Friedrichshafen mit Zwischenstopp in Hannover und einmal direkt in Priepert an der Mecklenburgischen Seenplatte an. Das sechste Crewmitglied muss noch vom Bahnhof in Fürstenberg abgeholt werden.

Nach kurzer Einweisung und dem Beladen des Bootes sind wir um 18 Uhr klar zum Ablegen. Wir möchten bereits am ersten Tag ankern. Also fahren wir drei km in den Ellenbogensee und finden dort eine super Ankerstelle. Beim einsetzenden Regenschauer merken wir sehr schnell, dass an der Dachreling auf der Backbordseite eine undichte Stelle ist. Mit dem freundlichen Servicetechniker vereinbaren wir noch am selben Abend einen Termin in Priepert für den nächsten Tag. Liegt sowieso auf unserer geplanten Route.

06.09.2020 Sonntag – Bis zur Schleuse Canow

Nach ausgiebigem Frühstück in unserer ruhigen Ankerbucht geht es zurück nach Priepert zum vereinbarten Reparaturtermin. Dort wird die gesamte Reling fachmännisch mit „Panzertape“ für unseren Törn dicht gemacht. Wasser in der Kabine sollte nun nicht mehr unser Problem sein.

Jetzt kann es weitergehen: Fahrt weiter zur Schleuse Strasen, dort zwei Stunden warten. Auf Grund der Coronakrise ist auch im September noch viel Betrieb mit Hausbooten auf den Seen und wir bekommen einen kleinen Vorgeschmack auf die Wartezeiten an den Schleusen.

Weiterfahrt durch den Kleinen Pälitzsee zur Schleuse Canow (6,5 km), dort auch wieder warten. Schleuse macht um 17.45 Uhr zu, wir schaffen es gerade nicht mehr. Wir sind das erste Boot in der Schlange. Hinter uns zwei Party-Flöße, mit denen das Warten schnell vergeht. Fahrtstrecke: 12,5 km.

Wir entscheiden uns, dort zu bleiben. Die Schleusenwartezeiten werden zu einem festen Bestandteil unserer Planung werden und mit entsprechenden Imbissen versüßt (auch zum Neid anderer Bootsfahrer). Zum Abendessen gibt es selbstgemachte Burger.

An diesem Abend stellen wir leider fest, dass wir ein technisches Problem mit der Batterieladung haben. Nur mit Ladung über Landstrom hält die Batterie genügend Spannung für einen Tag Törn bereit. Die Lichtmaschine kann dies leider während der Fahrt nicht mehr leisten. (Das abschließende Bild ergibt sich leider erst gegen Ende, so dass wir während unseres Trips immer wieder mit komplettem Stromausfall zu tun haben, wenn wir ankern).

07.09.2020 Montag – Hafendorf Müritz

Als erstes Boot im Schleusenrang fahren wir pünktlich um 09 Uhr in die Schleuse ein. Danach gleich weiter zur Schleuse Diemitz (3 km). Nachdem auch diese geschafft ist, ist auch der Rest der Crew wach und wir haben uns unser Frühstück verdient. Wir ankern im Zotzensee und nehmen ein erfrischendes Bad im See. Eine Schleuse wollen wir heute noch schaffen, also geht’s weiter Richtung Schleuse Mirow. Die zwei Stunden Wartezeit dort eignen sich sehr gut für ein ausgiebiges Mittagessen auf unserem Sonnendeck. Nach einer abwechslungsreichen Fahrt erreichen wir gegen 18 Uhr das Hafendorf Müritz bei stürmisch werdender See. Das Boot kommt sofort an den Landstrom. Wir mieten uns eine 6er Fahrradrikscha und fahren nach Rechlin zum Einkaufen – eine Mordsgaudi.

08.09.2020 Dienstag – Waren/ Müritz

Nach gemütlichem Frühstück wird das Boot an den gegenüberliegenden Steg gelegt, um dort den Schmutzwassertank zu entleeren und Frischwasser zu tanken. Bei sehr windigem Wetter machen wir das Sonnendeck wind- und wetterfest (Bimini einklappen, Stühle und Tisch sichern) und steuern vom inneren Steuerstand über die Müritz bis nach Waren. Das Anlegen im sehr vollen Jachthafen der Stadt erweist sich bei starkem Wind als sehr anspruchsvoll. Nachdem wir eine Box erreicht haben, werden wir vom freundlichen Hafenmeister gebeten, eine neue Box direkt an der Kaimauer anzusteuern, da wir eines der längsten Boote im Hafen haben. Auch dies gelingt gut unter den Augen der Passanten und wir bekommen einen der besten Plätze direkt an der Promenade (#Hafenkino). Der Kollege im Hafenmeisterbüro ist leider etwas grummelig und behandelt uns etwas „von oben herab“. Aber davon lassen wir uns die Laune nicht verderben.

Wir brechen zu einem Stadtrundgang durchs schöne Waren auf mit Besteigung des Kirchturms von „St. Marien“. Zurück an Bord gönnen wir uns erstmal ein Radler auf dem Sonnendeck bei untergehender Sonne (#Yachtlife). In der Küche machen wir uns eine super leckere Pizza.

09.09.2020 Mittwoch – Zotzensee

Nun geht es wieder zurück Richtung Priepert. Zunächst müssen wir wieder bei starkem Wind aber sehr gutem Wetter die Müritz überqueren. Es geht weiter direkt über die Müritz-Havel-Wasserstraße und durch die Schleuse Mirow. Nach der Schleuse biegen wir nach links ab und machen am Schloss Mirow direkt an der Gastliegestelle des Hotels fest. Kleiner Rundgang über die hübsch gemachte Insel folgt. Im Zotzensee beenden wir unseren heutigen Törntag vor Anker.

10.09.2020 Donnerstag – Canower See

Auf dem Rückweg wollen wir die verbleibende Zeit für einen Abstecher nach Süden bis nach Rheinsberg nutzen. Nach der Schleuse Canow müssen wir durch die Schleuse Wolfsbruch. Die macht offiziell 17.45 Uhr zu. Wir stehen schon in der Schlange, wollen aber nicht vor der Schleuse übernachten. Daher entscheiden wir uns, umzudrehen und ein Stück zurück in den Canower See zu fahren, um dort zu ankern. Später stellen wir fest, dass dies eine Selbstbedienungsschleuse ist und auch nach 17.45 Uhr noch betriebsbereit gewesen wäre. Stattdessen haben wir einen tollen Abend mit Sonnenuntergang und Grillen an Deck.

11.09.2020 Freitag – Rheinsberg / Ellenbogensee

Durch die Schleuse Wolfsbruch geht es weiter über kleinere malerische Seen, wie den Schlabornsee und den Rheinsberger See bis vors Schloss Rheinsberg. Dort ankern wir und frühstücken. Wir legen anschließend im kleinen Bootshafen am Schloss an und besichtigen zu Fuß das Schloss samt umfangreichem Gelände. Wir müssen schon zeitig ablegen, da wir es noch durch zwei Schleusen bis nach Priepert schaffen müssen. Wir ankern wieder im Ellenbogensee.

12.09.2020 Samstag – Priepert / Bootsrückgabe

Frühes Frühstück und kurze Fahrt nach Priepert zur pünktlichen Bootsrückgabe. So ist leider unser Bootsurlaub schon vorbei. Wir haben eine super tolle Zeit auf dem Boot gehabt und viel gesehen. Die Seenlandschaft ist sehr abwechslungsreich und für einen Bootsurlaub ideal. Wir kommen gerne mal wieder. Das Boot hat uns auch sehr gefallen. Gut ausgestattet, viel Platz, gut zu manövrieren, so muss ein Hausboot sein. (Einziger Wermutstropfen war leider die Elektrik, wie oben beschrieben.)

Heiko, Sebastian, Karel, Kathrin, Anita und Constantin
September 2020

KUHNLE-TOURS TIPP: Warum die Batterie schwächeln kann und was zu tun ist?

Die Bordspannung beträgt 12 Volt. Die Mehrzahl unserer Yachten und Hausboote sind mit Landstromanschluss ausgestattet. Das bedeutet, bei angelegtem Landstrom werden die Bordbatterien automatisch aufgeladen und die Steckdosen verfügen über 230 Volt. Somit können Elektrogeräte aller Art uneingeschränkt betrieben werden. Darüber hinaus haben die meisten unserer Boote 230 Volt Steckdosen für Leistungen bis zu 50 Watt an Bord. Diese eignen sich beispielsweise für Rasierapparate oder zum Handyaufladen und können auch ohne Landanschluss jederzeit genutzt werden. Einige Boote sind zusätzlich zum Landanschluss mit 230-Volt-Inverter ausgestattet, so dass Sie auch andere Geräte ohne Landanschluss zumindest für einen gewissen Zeitraum nutzen können (bis 2000 Watt). Damit das Bordnetz ausreichend geladen ist, empfehlen wir täglich zwischen drei und fünf Stunden zu fahren. Umso mehr Strom während des Ankerns genutzt wird, umso schneller ist natürlich die Batterie runter. Es kann natürlich auch mal sein, dass die Batterie ausgetauscht werden muss oder eine Lichtmaschine schwächelt. Das fällt bei dem Übergabe-Check oft nicht auf oder tritt ohne Vorwarnung auf. Dann am besten den Notdienst-Techniker anrufen.

Törnbericht 29.8.2020 – 5.9.2020

Törnbericht 29.8.2020 – 5.9.2020

Von Rechlin bis zu den Lychener Gewässern und zurück – Familie Rotter vom Bodensee und Familie Errens von der Schlei

Im Sommer 2020 wollten wir das Abenteuer Hausboot, zusammen mit KUHNLE-TOURS, auf der Müritz erleben.

Wir, das sind die Großeltern, wohnhaft am Bodensee, zusammen mit Tochter und Schwiegersohn, wohnhaft an der Schlei, sowie den beiden Enkelkindern 5 und 3 Jahre alt, waren schon sehr gespannt, was da auf uns zukommen würde.

1. Tag, Samstag

Wir übernahmen unser Boot, eine Kormoran 1140, die Matisse, nach einer Einführung der beiden Skipper am Samstag, 29.8.2020 in Rechlin in der Marina Müritz und brachten das Boot eine Woche später, am Samstag, 6.9.2020 wieder in den Heimathafen zurück.

2. Tag, Sonntag

Nach einer ersten Nacht auf dem Boot ging es dann am Sonntag bei strahlendem Wetter hinaus auf die Müritz. Damit sich unsere beiden Skipper, Uli und Daniel mit dem Boot vertraut machen konnten, fuhren wir zunächst in den Müritzarm Richtung Buchholz.

Nachdem unsere Matisse den beiden Skippern keine Schwierigkeiten bereitete, fuhren wir zurück in die Müritz-Havel-Wasserstraße, um unserem heutigen Ziel, der Marina Granzow, näher zu kommen.

Vor dem Mirower See wartete die erste Schleuse auf uns. Wir waren schon alle sehr gespannt, was da auf uns zukommt. Nach kurzer Wartezeit öffnete sich das große Hubtor und wir konnten als erstes Boot in die Schleuse einfahren. Dort ging es 3,5 Meter in die Tiefe;  ganz schön spannend, denn so etwas hatten wir alle noch nicht erlebt.

Danach ging es über den  Mirower See bis zur Einfahrt in den Granzower  Möschen, wo eigentlich ein Verbot für Motorboote besteht, außer man ist Gastanlieger im dortigen Hafen. Dieser schmale Kanal mit dem üppigen Seerosenbewuchs war ein erstes Highlight in Sachen Natur.

Auch die kleine Marina Granzow entwickelte sich zu einem Geheimtipp. Kaum Boote und ein offener Zugang zum Ferienpark Mirow mit einem wunderbaren Abenteuer-Spielplatz für die Enkel und Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants für die Großen.

Rund ums Boot, in dieser herrlichen Natur, wurde dann noch ausgiebig das Stand-Up Paddeln getestet…

3. Tag, Montag

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Rheinsberg. Es ging weiter über die Müritz-Havel-Wasserstraße, durch den Zotzen- und Mössensee, durch den Vilzsee und weiter zur Schleuse Diemitz. Dort reihten wir uns in die lange Warteschlange ein, die bis zum Großen Peetschsee zurückreichte und übten erst einmal das „Dalbenfangen“.

Das Spazieren neben der Schleuse machte vor allem den Enkeln Spaß, denn sie konnten Hochlandrinder auf der Weide und den Schleusenbetrieb von der Brücke aus beobachten.

Weiter ging es durch den Labussee nach Süden zur Schleuse Canow und dann weiter durch den Canower See, den Kleinen Pälitz See zur Schleuse Wolfsbruch. Da es an allen Schleusen lange Wartezeiten gab, mussten wir unsere Tagesetappe vorverlegen und ankerten in der Marina „Zum Achter“ am Tietzowsee mit gemütlichem Speiserestaurant, einer großen Beach-Volleyball-Anlage und schönem Sandstrand.

4. Tag, Dienstag

Unser Vorhaben, nach Rheinsberg zu fahren, hatten wir mittlerweile aufgegeben und so fuhren wir zurück zur Schleuse Wolfsbruch und von da aus durch den kleinen Pälitzsee und weiter auf der Müritz-Havel-Wasserstraße bis zur Schleuse Strasen.

Nach der Durchfahrt des Ellbogensees legten wir in der Marina Priepert an, wo wir vom Hafenmeister persönlich empfangen und eingewiesen wurden. Es gibt dort ein gemütliches Hafenrestaurant, einen Kiosk mit Bistro und einen kleinen Spielplatz mit Kletterturm für die Kinder. Und am Abend bei Sonnenuntergang eine romantische Aussicht auf den Ellbogensee…

5. Tag, Mittwoch

Für diesen Tag hatten wir uns viel vorgenommen. Wir wollten unbedingt den „Urwald-Kanal“ auf der Woblitz befahren. Dazu fuhren wir auf dem Ellbogensee weiter durch die undichte Schleuse Steinhavel, die ab Oktober für Renovierungsarbeiten geschlossen wird und danach durch den Röblinsee zur Schleuse Fürstenberg. Kurz vor der Einfahrt zum Stolpsee konnte man die Reste der ehemaligen Eisenbahnfähre über die Havel sehen. 

Weiter ging es durch den Stolpsee bis zur Einfahrt in die Lychener Gewässer bei der Schleuse Himmelpfort. Die Woblitz ist dort ein sehr enger, natürlich gewundener Flusslauf mitten im schattigen Laubwald. Ein weiterer Natur-Höhepunkt. Am Ende der Woblitz wendeten wir und fuhren denselben Weg zurück, um in der Marina am Röblinsee für diese vorletzte Nacht zu ankern. Interessant, dass sich genau gegenüber einer der „Lost Places“ der ehemaligen DDR befindet, das VEB Kraftfuttermischwerk Fürstenberg.

6. Tag, Donnerstag

Durch die gleichen Schleusen und die gleichen Seen wie auf dem Hinweg ging es heute wieder zurück Richtung Heimathafen. Während der Wartezeiten an den Schleusen gab es Fischbrötchen und „Waldbegehungen“. An der Schleuse Diemitz gab es „Gedränge der besonderen Art“. Fünfzig Kajaks wollten zusammen mit den großen Booten in die Schleuse …

Kurz vor Mirow erkundigten wir uns nach einem freien Liegeplatz für die heutige Nacht, doch alle vier Marinas waren bereits belegt. Also entschlossen wir uns auf dem Zotzensee frei zu ankern. Dies war wieder eine neue, aber sehr romantische Art der Übernachtung. Zusammen mit schlafenden Enten und Schwänen ging es an diesem Abend früh ins Bett.

7. Tag, Freitag

Heute war unser letzter Tag auf dem Wasser. Sehr schade, denn bis jetzt war es eine sehr interessante, naturverbundene und geruhsame Woche zusammen mit der Kormoran: Matisse. Uns trennte nur noch die Schleuse Mirow von unserem Ziel. Doch es kam anders als gedacht. – Entgegenkommende Boote teilten uns mit, dass wir mit einer 3-stündigen Wartezeit zu rechnen hätten…

Als wir dann kurz vor der  Schleuse standen, sagte uns eine Lautsprecherstimme, dass die Schleuse kaputt sei und dass wir nun eine unbestimmte Zeit zu warten hätten. Nach 6 Stunden Wartezeit konnten wir dann endlich zur Marina Müritz weiterfahren und mit dem Packen unserer Sachen beginnen.

8. Tag, Samstag

Heute regnete es zum ersten Mal, was beim Verladen unseres Gepäcks und der Abnahme des Bootes recht unangenehm war. Aber rückblickend änderte das nichts daran, dass diese Woche für uns alle ein unvergesslicher und toller Urlaub bleiben wird.

Vielen Dank an das KUHNLE-Team !

Hausboottour mit KUHNLE-TOURS

Hausboottour mit KUHNLE-TOURS

Logbuchtagebuch vom 5.10.-9.10.2020 mit dem Hausboot Ingrid von Familie Albrecht

05.10.2020
-Ankunft Marina Röblinsee
-Bezug des Hausbootes „Ingrid“
-Praktische Einweisung Charterschein inkl. Probefahrt mit Ingrid
-Theoretische Einweisung Charterschein
-entspannter Abend in der Marina (Schleuse Steinhavel schließt um 17:45 Uhr)

06.10.2020
-frühes Wecken (07:00 Uhr)
-Frühstück
-Aufbruch um 08:30 Uhr (Schleuse Steinhavel öffnet um 09:00 Uhr)
-erste Schleusendurchfahrt geschafft !!!!!
-erster Zwischenstopp und Badeversuch der Kinder im Menowsee
abgebrochen !!! (13,8 °C doch zu kalt)
-Weiterfahrt über den Ziernsee, Ellenbogensee, Priepert, Großer Priepertsee
und den Finowsee bis zum Fischer an der Hausbrücke Ahrensberg

-kleine Pause beim Fischer inkl. leckerem Essen (geräucherter Seelachs mit hausgemachtem Kartoffelsalat)
-Weiterfahrt über den Drewensee, Schleuse Wesenberg (kein Problem mehr), Woblitzsee bis hin zum Großen Labussee
-erste Nacht frei Ankern im Großen Labussee

07.10.2020
-Frühstück mitten auf dem See (Großer Labussee)
-gemütlicher Aufbruch zurück Richtung Fürstenberg
-erneuter Stopp beim Fischer in Ahrensberg (wieder sehr lecker gegessen)
-Regenbogen beim Fischer bewundert
-sehr tollen Ankerplatz im Finowsee gefunden
-tolles Angeln auf Rotfedern
-schönen Abend mit angeln und Spielen
-ruhige zweite Nacht beim Freiankern

08.10.2020
-ausgeschlafen!!!!!
-Frühstück erst um 10 Uhr
-Aufbruch nach Fürstenberg zur Mittagszeit
-kurzer Angelstopp im Menowsee – leider nichts gefangen
-Durchfahrt Schleuse Steinhafel (Schleusenprofi: gar kein Problem mehr)
-leider erstmals schlechteres Wetter (ungemütliche letzte Minuten bis zur Marina Röblinsee)
-Anlegen an der Marina Röblinsee
-Boot aufräumen
-letzte Nacht bei prasselden Regen schlafen

Regen auf dem Röblinsee

09.10.2020
-07:00 Uhr wecken
-schnell frühstücken
-Reste aufräumen
-Boot ausräumen
-09:00 Uhr Boot übergeben

Fazit:

Ein sehr gelungener Herbsturlaub (leider zu kurz) und äußerst nette Angestellte in der Marina Röblinsee (Fürstenberg). Unglaublich schöne Gegend, wir kannten ca. die Hälfte unserer Tour schon aus dem Vorjahr, aber es ist immer wieder wunderschön.
Ein solcher Hausbooturlaub ist nach unserem Empfinden absolut empfehlenswert. In unserem Fall laufen schon die Planungen für den nächsten Ausflug/Urlaub, dann sicherlich etwas länger und wahrscheinlich mal im Sommer um den Vergleich zwischen Sommer und Herbst zu ermöglichen (und zu baden).

Von der Müritz bis Fürstenberg und zurück

Von der Müritz bis Fürstenberg und zurück

von Klaus-Dieter Warnke

Eigentlich war die Tour für Mai geplant, aber wegen CORONA mussten wir sie auf September verschieben „Klaus, Maxi und Raphael“. Es war unsere vierte Tour mit einem Hausboot. Immer mit einem Kormoran, doch dieses Mal hatten wir eine Aquino 1190 gechartert und wir waren begeistert. Die Einweisung ging bei strömenden Regen am Samstag ganz locker über die Bühne. Erich Hammerer erklärte alles was neu war gegenüber des Kormoran 1150 inklusive einer Proberunde mit der Joystick-Steuerung.

Am Sonntag ging es im Hafendorf Müritz los Richtung Mirower Schleuse zur Schlossinsel Mirow. Da es geregnet hat, wollten wir dort bleiben. Abends ging es in den Schlosskeller zum Essen und wir haben den wunderbaren Fischteller mit der Haus-Bier-Sorte genossen.

Am nächsten Tag ging es bei schönem Wetter weiter Richtung Schleuse Diemitz über den Zotzensee, Mösser See, Vilzsee und den Peetschsee zur Schleuse. Bisher gab es auch keine großen Wartezeiten. 

Von der Schleuse Diemitz über den Labussee zur Schleuse Canow, die Einfahrt rechts vor dem Müritzfischer hatten wir dann doch eine dreiviertel Stunde Wartezeit. Mein Staff Kapitän und der Bootsmann machten dann bei sonnigem Wetter von der Brücke super Fotos.

Jetzt ging es  über den kleinen und großen Pälitzsee zur Schleuse Strasen und von da zum Yachthafen Priepert, wo wir übernachten wollten. Angekommen nahmen wir den Steg direkt am See neben der Einfahrt zum großen Priepertsee und hatten einen herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang. Der Hafenmeister war ein netter Typ und das Restaurant war Durchschnitt, aber ganz ordentlich. Strom und Duschkosten wurde alles über eine Karte abgerechnet, die man vorher aufgeladen hat und am Ende das Restguthaben wieder ausgezahlt bekam. Alles in allen eine gemütliche Marina.

Am nächsten Morgen ging es bei strahlendem Sonnenschein weiter über den Ellenbogensee,  Ziersee,  Menowsee zur Schleuse Steinhavel. Ein sehr netter älterer Herr der Schleusenwärter, auch hier ging es zügig durch. Über den Röblinsee ging es zur Schleuse Fürstenberg, die erste Selbstbedienungschleuse für uns. Hier mussten wir warten und waren erstaunt, dass uns sechs Boote entgegen kamen. Die Schleuse war nicht lang aber breit: Es konnten zwei Boote neben einander liegen.

Durch die Schleuse in den Baalensee und eine enge Brückendurchfahrt ging es in den Schwedtsee. Wir haben uns links für den Stadtanleger entschieden. Ein wunderschöner Ausblick auf den Park und den Segelhafen. Von hier waren es nur wenige Minuten in die Stadt um Proviant zu bunkern. Im Seglerheim beim Italiener haben wir dann ein sehr gutes Rumpsteak gegessen und dann den Abend auf dem Oberdeck genossen.

Wir wollten am nächsten Morgen rechtzeitig den Rückweg antreten, aber leider hat der Nebel uns noch nicht gelassen. Nach guten eineinhalb Stunden war dann ruck zuck die Sonne durch und bei der Schleuse hatten wir auch gleich freie Einfahrt.

In der Schleuse Steinhavel waren wir das erste Boot und haben bei dem Aufwärtsschleusen erst mal gemerkt wie unruhig das Boot doch wird. Wir waren doch recht früh wieder Priepert und haben das schöne Wetter genossen. Leider hatte das Restaurant am Mittwoch Ruhetag. Doch der Staff Kapitän hatte die Idee: Lieferando. Und in einer dreiviertel Stunde hatte jeder sein Lieblingsgericht. Maxi der Staff war so mutig und sprang auf ein erfrischendes Bad vom Boot und es gab wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Nächsten Morgen: Besuch der Azubis der Firma Kuhnle, die zwei Hausboote zurück überführen sollten und so schon mal Gefühl für Hausbootfahren erleben konnten. Nach dem Morgennebel ging es dann zur Schleuse Strasen und Canow bis zur Schleuse Diemitz wieder ohne Wartezeit.

Wir haben wieder die Schlossinsel mit dem Hafen von Rick und Rick angefahren und wurden gleich vom Hafenmeister begrüßt und eingewiesen. Ein super Service, alles sehr netten Leute dort. Abendessen gab es wieder im gemütlichen Schlosskeller. Diesmal eine Steakplatte mit fünf verschiedenen Fleischsorten und wieder ein gelungener Abend.
Am Freitag, bei bedecktem Himmel, ging es dann wieder Richtung Müritz durch die letzte Schleuse Mirow mit dem größten Höhenunterschied auf unserer Tour von bis zu 3,50 m.

Auch dieses Manöver hat hervorragend geklappt. Nun ging es über den Mirower Kanal zur kleinen Müritz bis Vipperow zum Müritzfischer, wo wir uns noch ein leckeres Aalbrötchen holten. Das genossen wir dann in unserem Heimathafen am frühen Nachmittag.

Auf dem Boot

Auf dem Boot

Törnbericht von Familie Meyer

Am frühen Morgen trittst du vor die Tür der Achterkabine, und sprachlos blickst du auf zwei Himmel und zwei Sonnen, die sich voneinander entfernen. Die Vögel haben bereits wieder Ruhe gegeben, und da auf den anderen Booten noch niemand aufgestanden ist, ist es völlig still.


Und ein bisschen später, es ist nicht mehr so still, aber dafür wärmt die Sonne schon sehr angenehm, steht ihr auf dem Deck mit dem ersten Kaffee, und du denkst an diesen Satz von Johnny Cash, auf die Frage nach seiner Vorstellung vom Paradies: this morning, with her, having coffee.


Und dann tuckert ihr gemütlich durch Flüsse und Kanäle, rechts und links alle Farben grün, bis zur ersten Schleuse, wo ihr die Wartezeit – ihr habt es ja überhaupt nicht eilig – für einen weiteren Kaffee nutzt. Und in der Schleuse klappt es schon ganz gut mit dem Anlegen und dem Nicht-Festmachen, boah, wir halten 12 Tonnen Schiff mit den bloßen Händen …


Und am Nachmittag beim Ankern in der kleinen Bucht ist es wieder ganz leise und friedlich, und während das Boot an der Kette schwoit, seht ihr den Kormoranen zu, wie sie ihre Flügel trocknen.


Und abends in der Marina – das Anlegen klappte nur so lala, aber morgen wird es bestimmt besser – macht ihr euch Spaghetti mit Tomatensoße, die nirgendwo besser schmecken als in der Abenddämmerung auf dem Achterdeck, auch wenn die Stuhlkissen schon etwas klamm werden und man sich eine Jacke überziehen muss.


Und wenn du dann später in der Koje liegst und einige kleine Wellen gegen den Rumpf plätschern hörst, fühlst du dich ein wenig wie ein echter Seemann, und während du auf die verschwommene Grenze zwischen Tag und Traum zutreibst, siehst du Käpt’n Jack Sparrow am Ruder auf jenen Kompass blicken, der stets dahin weist, wohin man sich wirklich, wirklich wünscht, und dann murmelst du noch: now bring me that horizon, und dann bist du auch schon eingeschlafen.

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Auf-Kanaltour in Frankreich

Auf-Kanaltour in Frankreich

Der Rhein-Marne-Kanal ist ein wunderbar entspannter Wasserwanderweg durch die abwechslungsreiche Landschaft Elsass-Lothringens. An den zahlreichen Schleusen kann man aber seine kleinen Abenteuer erleben.                Von Stephan-Thomas Klose

Es ist Mittwoch, 12. August, 17.55 Uhr: In fünf Minuten werden die 15 automatischen Schleusen zwischen Lagarde und Nancy abgeschaltet. Dann heißt es: Nachtruhe auf dem Rhein-Marne-Kanal. Alle Augen der Hausbootbesatzung richten sich beschwörend auf die unscheinbare Radarsäule für Schleuse Nr. 17 bei Bauzemont. Sie ist die letzte vor Einville-au-Jard, unserem geplanten Liegeplatz für diese Nacht. Nur diese Schleuse trennt uns noch von Wasser, Landstrom, Dusche, Lebensmitteln und vor allem: Getränken! Nur diese Schleuse noch, dann sind wir in der kleinen Ortschaft im östlichen Lothringen (der heutigen Region „Grand Est“), für die unser Törnatlas „Fluviacarte“ all jene Herrlichkeiten verspricht. Wir brauchen dringend Nachschub: Durch die heißen, hochsommerlichen Temperaturen von 34 °C und mehr sind unsere Getränkebestände völlig erschöpft.

„Sie blinkt!“ ruft unser Steuermann. „Geschafft!“ Tatsächlich: Die Radarsäule hat das Signal unserer Fernbedienung aufgenommen. Der Jubel der Hausbootbesatzung kennt keine Grenzen. Doch zu früh gefreut: Schleuse Nr. 17 gibt noch ein aufwärtsschleusendes Hausboot frei. Dann schließen sich direkt vor uns die Eisentore. Die Signallampen erlöschen. Es ist genau 18 Uhr. Die französische Wasserstraßenverwaltung VNF macht keine Ausnahmen. Feierabend. Wir sind gefangen im Nirgendwo zwischen Kanalkilometer 195 und 198. Wir werden die Nacht an einer kleinen Anlegestelle in völliger Stille und Abgeschiedenheit verbringen; ohne Getränke und ohne Verpflegung. Jetzt ist uns klar, warum so viele andere Hausboote Fahrräder an Bord haben.

Wunderbarer Wasserwanderweg

Genau diese Stille und Abgeschiedenheit sind es aber auch, die den Rhein-Marne-Kanal – die Franzosen nennen ihn selbstverständlich den Marne-Rhein-Kanal (Canal de la Marne au Rhin) – zu einem wunderbar entspannten Wasserwanderweg für die Sportschifffahrt machen – gerade auch in Corona-Zeiten. Einige Skipper sprechen despektierlich von der „Sauerkrauttour“. Tatsächlich aber ist der Kanal ein französisches Bauwerk, das Mitte des 19. Jahrhunderts von 1839 bis 1853 errichtet wurde, um eine Ost-West-Verbindung vom Pariser Becken zum Rhein herzustellen.

Die ursprünglich 313 Kilometer lange Wasserstraße von Vitry-le-François – ab hier zählt auch die Kilometrierung – bis Straßburg gehört zu den längsten Kanälen Frankreichs. Die bergige Topografie mit Höhenunterschieden bis zu 281 Metern hatte die Konstrukteure vor große Herausforderungen gestellt. Nach dem damaligen Stand des Wasserbaus waren Hubhöhen über 2,5 Meter technisch noch nicht möglich. Die Folge sind 154 Schleusen und fast neun Kilometer Tunnelstrecken. Ursprünglich waren die Schleusenkammern mit 35 Metern Länge auf das Maß der hölzernen motorlosen Frachtkähne jener Zeit zugeschnitten. Ab der Jahrhundertwende, als die Motorschifffahrt aufkam, wurden die Schleusen auf 38,5 Meter, das so genannte Freycinet-Maß, verlängert. Und noch in den 1960er-Jahren, als die Tage der gewerblichen Binnenschifffahrt in Frankreich längst gezählt waren, modernisierten die Franzosen den Kanal unverdrossen weiter – mit gewaltigen Wasserbauwerken wie dem Schiffshebewerk bei Arzviller oder der Schachtschleuse von Réchicourt, die mit ihren 16 Hub-Metern die höchste Schleuse Frankreichs ist.

Schleusen-Trauma-Therapie

Die große Schachtschleuse von Réchicourt war es auch, die uns an jenem Mittwoch zwei Stunden kostete, sodass wir unser Tagesziel nicht mehr erreichten. Ein Flusskreuzfahrer hatte Vorfahrt. Réchicourt machte den Anfang der Schleusenstrecke, denn ich hatte mich bei der Planung des diesjährigen einwöchigen Hausboot-Törns für den Kanalabschnitt von der Charterbasis in Niderviller Richtung Westen nach Nancy entschieden – eine einfache Fahrtstrecke von 81,6 Kilometern Länge mit 21 Schleusen. Der Törnatlas veranschlagt dafür 15,5 Stunden Fahrtzeit – in einer Woche hin und zurück mit unserem Kuhnle-Klassiker „Kormoran 1140“ (62 PS, Höchstgeschwindigkeit 12 km/h) also gut zu bewältigen.

Eine abwechslungsreiche Landschaft säumt den Kanal mit schattigen, dicht bewaldeten Ufern, dann wieder scheinbar endlosen Feldern und Wiesen und dazwischen kleinen altmodischen Ortschaften oder Gehöften. Bei Dombasle-sur-Meurthe geht die Fahrt sogar mitten durch die gewaltigen Produktionsanlagen eines Solvay-Chemiewerkes. Hier stehen die größten Kalkbrennöfen der Welt.

Aber es waren weniger die landschaftlichen Aspekte, die für die Wahl der Route den Ausschlag gegeben hatten, als vielmehr die Absicht, hier ein altes Trauma endlich dauerhaft zu überwinden. Bei unserem ersten Kuhnle-Hausboot-Törn im April 2011 auf der Müritz-Elde-Wasserstraße über die Mecklenburgische Seenplatte hatten wir ein Fiasko in der Plauer Eldeschleuse erlebt. Eine unsachgemäß geführte Leine hatte sich beim Abwärtsschleusen an der Bootsklampe festgezogen. Obwohl der Hub nur 1,33 Meter beträgt, war das Boot in bedenkliche Schräglage geraten. Diesen Schleusen-Schreck hatte die Familien-Crew nie überwunden. Bis jetzt.

Eindrucksvolles Nancy

Als wir am Donnerstag um 15.30 Uhr im großzügig bemessenen Freizeithafen Saint-Georges unseres Reiseziels Nancy festmachen, haben wir 21 Abwärtsschleusungen erfolgreich bewältigt. Ab Réchicourt hatten wir die Schleusen mit der Fernbedienung gesteuert, die uns der VNF-Schleusenwärter in die Hand gedrückt hatte. Anfunken, Warten, Einfahren, Festmachen, Schleusen, Loswerfen und Ausfahren können wir jetzt aus dem effeff. Unser Trauma ist überwunden.

Das wird auf dem großartigen Stanislaus-Platz von Nancy gefeiert. Dieses städtebauliche Gesamtkunstwerk aus neoklassizistischen Palästen, Brunnen, Triumphbogen und einheitlich vergoldeten schmiedeeisernen Portalen, Lampen und Balkonen gehört zum Weltkulturerbe. Die Hausbootbesatzung ist beeindruckt.

Am nächsten Morgen treten wir die Rückfahrt an. Sie hält am Folgetag noch eine Überraschung für uns bereit: Die Schleuse Nr. 19 bei Maixe ist außer Betrieb. Und das ausgerechnet an einem Samstagmorgen. Wie soll es jetzt weitergehen? Doch nur fünf Minuten später kommt ein VNF-Fahrzeug angebraust. Die öffentlich-rechtliche französische Wasserstraßenverwaltung hat tatsächlich eine Wochenendbereitschaft! Kurze Zeit später öffnen sich die Tore; wir können die Fahrt fortsetzen. Dieser prompte Service versöhnt uns mit dem superpünktlichen Dienstschluss am Mittwoch in der Einöde vor Schleuse Nr. 17. Besagter Abend fand übrigens doch noch ein gutes Ende: Mit einem in holprigem Französisch herbeigerufenen „Henrion“-Taxi aus Lunéville gelang es uns, einen Supermarkt zu erreichen; zum Getränke-Großeinkauf. Wir waren gerettet.

Hausboottour auf dem Rhine Marne Canal

Hausboottour auf dem Rhine Marne Canal

Pünktlich um 15 Uhr fahren wir auf den Parkplatz der Marina von Kuhnle Tours ins Niderviller.

Wir, das sind Gaby, Ralf, Sohn Jordan mit Freundin Nina.

Die Formalitäten erledigen wir sehr schnell und können dann unser Gepäck in die Kormoran 1140, Name Cezanne, laden.

Dann kommt die Einweisung. Alex erklärt uns den Steuerstand, den Herd, den Backofen, die Duschen, die Toiletten, den Landstromanschluss, Wassertank und die Heizung auf Deutsch.

Jetzt geht es auf Einweisungsfahrt, denn man benötigt keinen Bootsführerschein um in diesem Teil Frankreichs ein Boot zu fahren. Wir legen gemeinsam an- und ab, wenden das Hausboot und legen rückwärts neben den anderen Hausbooten an.

Da die Schleusen des Rhine Marne Kanals werktags um 19 Uhr schließen, richten wir uns im Hausboot ein und bleiben in dieser Nacht im Hafen von Niderviller.

Unsere geplante Route mit dem Hausboot.

Niderviller durch die zwei Tunnel von Arzviller und das Schiffshebewerk Arzviller nach Lutzelbourg. Weiter nach Saverne. Saverne zurück nach Niderviller. Niderviller nach Gondrexange. Weiter durch die große Schleuse Rechicourt nach Moussey. Von dort nach Houillon und zurück nach Niderviller.

Sonntag
Am nächsten Morgen heißt es „Leinen los“ und auf nach Lutzelbourg. Die erste Herausforderung für uns war der erste Tunnel von Arzviller. Länge knapp 500 Meter und nur in eine Richtung befahrbar.
Geschafft. Jetzt noch den zweiten Tunnel von Arzviller mit einer Länge von knapp 2500 Metern. Auch geschafft. 
Wieder ist Teamarbeit gefragt, denn rechts und links ist nur wenig Platz.
Vor dem Schiffshebewerk von Arzviller brauchen wir nicht zu warten und können zusammen mit einem Boot vor uns in das imposante Schiffshebewerk einfahren.

Hinter der Schleuse 21 können wir schon die Burgruine von Lutzelbourg erkennen.
Im dortigen Freizeithafen legen wir längsseits an.

Jordan und Nina nehmen die beiden Mountainbikes vom Hausboot und machen sich auf zur Burgruine.
Gaby und ich genießen die Sonne und nehmen zwischendurch zur Abkühlung eine Dusche, welche am Heck der Komoran angebracht ist.

Ein schöner, spannender und ereignisreicher erster Tag unseres Bootsurlaubes neigte sich bei einem gemeinsamen Essen an Deck dem Ende.

Montag Lutzelbourg nach Saverne

Kurz nach dem Ablegen fahren wir in die Schleuse 21, Lutzelbourg, ein. Die Schleusen haben keinen Schleusenwärter und Ihr müsst die Schleuse manuell betätigen. Einfach den blauen Hebel nach oben, fertig. Alles weitere geht automatisch.
Bis Saverne, knapp 10 km, durchfahren wir 10 Schleusen. Also nicht soviel Zeit zum entspannen.

Die letzte Schleuse (Ecluse 30-31) ist auch die Einfahrt in die Stadt Saverne. An der Schleuse stehen jede Menge Touristen und schauen den Booten in der Schleuse zu.

Gaby parkt unser Hausboot rückwärts und gekonnt im Hafen von Saverne ein. Wir haben einen tollen Blick auf das Schloss Rohan. Morgen ist der 14. Juli und Nationalfeiertag in Frankreich. Also heißt es für Jordan und mich, rauf auf die Fahrräder und noch fix im Supermarkt ein paar Getränke und Baguettes holen.

Bei leckerem französischem Weißwein und Eistee (für Jordan und Nina) bewundern wir das Feuerwerk, welches zum Anlass des Nationalfeiertages über dem Schloss Rohan zu sehen ist.

Morgen geht es für uns zurück nach Niderviller, aber nur zum Übernachten. Wir fahren dann in die andere Richtung.

Dienstag Saverne nach Niderviller
Unser heutiges Tagesziel ist die Marina von Kuhnle-Tours in Niderviller.

In Zahlen:
14 Schleusen
ein Schiffshebewerk
2 Tunnel
18 km Strecke

Vor dem Tunnel von Arzviller müssen wir noch etwas warten, bevor wir die Tunnel durchfahren können. Gaby steuert die Cezanne ruhig durch die engen Tunnel ohne anzuecken.

Das Übernachten in den Basen von Kuhnle Tours ist für Kuhnle Boote kostenlos. So auch in Niderviller.

Mittwoch
Da das Wetter heute, am 5. Tag unserer Hausboottour, sehr regnerisch ist, gehen wir den Tag ruhig an und fahren erst gegen 14 Uhr Richtung Nancy.

Nach knapp 3 Stunden Fahrzeit, endlich ohne Schleusen, haben wir uns für das Anlegen in freier Natur entschieden. Das ist in Frankreich am Rhine Marne Kanal überall möglich.

In Gondrexange am Anfang des Etang de Gondrexange haben wir angelegt. Dank der, in unserer Cezanne befindlichen, Erdnägel und einem Hammer reicht ein Betonpoller am Ufer für das festmachen aus.

Am Etang de Gondrexange befindet sich ein Campingplatz und Badeplatz. Dieser liegt nur wenige Gehminuten von unserm Liegeplatz entfernt und könnte, bei besserem Wetter, ein schönes Ziel sein. Im Etang darf man baden. Im Kanal nicht.

Ein weiterer Tag unseres Hausbooturlaubs geht zu Ende und wir besprechen bei Kerzenschein an Deck der Cezanne, wie es morgen weitergeht.

Donnerstag
Vielen Dank an den Bootführer, der uns durch seine Vollgasfahrt und den entstandenen Wellengang gegen 8 Uhr geweckt hat.

Nach dem Frühstück geht es trotz Nieselregen in Richtung Schleuse Rechicourt. Die größte Schleuse Frankreichs.

Endlich zeigt die Schleusenampel der Schleuse Rechicourt grün und wir können in diese beeindruckende Schleuse einfahren. Wir müssen bis fast an das Schleusentor fahren, da hinter uns noch zwei weitere Boote einfahren sollen.

In der Schleuse müssen alle Schwimmwesten tragen. Diese gehören natürlich zur Standardausstattung auf den Hausbooten von Kuhnle Tours.  Es geht abwärts. Mit einer rasenden Geschwindigkeit strömt das Wasser aus der Schleuse und es wird dunkler.

Der Poller am Heck senkt sich mit dem Schleusenwasser ab und am Bug gleitet das Seil an dem dortigen Poller abwärts. Das Schleusentor und der Schlagbaum öffnen sich und wir verlassen die Schleuse.

Wir fahren noch eine Weile in Richtung Nancy und passieren zwei kleine Schleusen an denen wir die Fernbedienung nutzen. Die Fernbedienung bekommt man vom Schleusenwärter in Rechicourt.

In der Nähe von Moussey legen wir an und machen eine ausgiebige Pause.  Gaby wendet das Hausboot und es geht zurück durch die Schleuse Rechicourt, in Richtung Houillon

Rückwärts parke ich unser Hausboot, mit Unterstützung der Crew, im Hafen von Houllion ein. Das wars für heute. Nach dem Essen sitzen wir noch lange zusammen und spielen Karten. Denn einen Fernseher an Bord sucht man vergebens und wird auch nicht vermisst.

Freitag
Heute ist der vorletzte Tag unserer Hausboottour, den es geht zurück nach Niderviller

Endlich wieder an Deck frühstücken, denn es regnet nicht.
Wir verlassen Houillon und den Canal de la Sarre.
In der Nähe von Niderviller legen wir an und genießen ein paar Stunden in freier Natur die tolle Landschaft.

Die letzten Kilometer bis Niderviller sind auch die letzten Kilometer auf unserem Hausboot. Morgen heißt es Abschied nehmen von der Cezanne.

Samstag und Abreisetag
Abgabe für das Hausboot ist um 8:30 Uhr. Wir haben aber die späte Abreise bis 11 Uhr dazugebucht. Auch die Endreinigung dazubuchen verringert den Stressfaktor bei der Abreise.
Gepäck ins Auto. Alex von Kuhnle Tours nimmt das Boot entgegen und kontrolliert, ob alles OK ist und nichts Wesentliches fehlt.

Fazit unseres Hausbooturlaubes in Frankreich
Mit so einer guten Einweisung, wie von Kuhnle Tours, lässt sich ein Hausboot (Boot) auch ohne Bootsführerschein sicher beherrschen.
Auf dem Hausboot gibt es genügend Platz und dass jede Kajüte ein eigenes Bad hat ist echt klasse.
Idealerweise hat man ein Hausboot mit 4 Personen im Griff, aber auch zu zweit ist die Fahrt auf den Kanälen in Frankreich zu schaffen.
Uns hat es sehr gut gefallen und wir werden auf jeden Fall nochmal einen Hausbooturlaub in Frankreich machen.

Einen ausführlichen Beitrag unseres Hausbooturlaubes findet Ihr auf unserem Kreuzfahrt blog unter www.kreuzfahrt4punkt0.de

Gaby, Nina, Jordan und Ralf

Dortmund 30.07.2020

Törnbericht von A.Grüb

Törnbericht von A.Grüb

Wir haben zum Ersten mal die bellus gechartert.

Die Übergabe und Einweisungsfahrt war angenehm. Diesmal haben wir ein SUP als Ergänzung dabei. Eine Charterbescheinigung war bei 15PS Motorleistung nicht erforderlich.

Die erste Nacht lagen wir im Hafen vom Hafendorf Müritz mit Blick auf den Claassee. Dort waren eine Gruppe Reiher schön zu beobachten.

Am nächsten Tag sind wir früh bei herrlichem Wetter gestartet.  An der Schleuse Mirow war noch wenig los. Beim ersten Schleusen ist man meistens etwas aufgeregt.  Die Schleusung hat aber gut geklappt.  Im Zotzensee lagen wir zu Mittag vor Anker. Danach sind wir zur Diemitzer Schleuse gefahren. Da Nachts Böen gemeldet waren sind wir bis zur Wolfsbrucher Schleuse gefahren und haben abends an den Pollern festgemacht.

Dadurch konnten wir gleich morgens durch die Wolfsbrucher Schleuse fahren. Im Tietzowsee haben wir eine schöne Bucht zum Ankern gesucht. Mit dem SUP sind wir am Schilfgürtel entlang gepaddelt.

Nachmittags sind wir nach Rheinsberg weitergefahren. Am Stadthafen haben wir kurzzeitig angelegt. Nach einem Spaziergang durch die Stadt haben wir das Schloss Rheinsberg von außen besichtigt. Der Schlossgarten lädt zum Verweilen ein. Auf dem Rückweg zum Boot haben wir noch eine Eisdiele besucht. Nach dem Ablegen sind wir mit dem Boot auf dem Schlosssee/Grienericksee gekreiselt  und sind anschliesend zum Gasthaus „ zum Achter“ gefahren. Dort kann man direkt am Gasthof anlegen und nach wenigen Schritten erreicht man den lauschigen Biergarten.  Zu meinem Geburtstag habe ich mir ein leckeres Zanderfilet gegönnt.

In der Nacht lagen wir im Tietzowsee vor Anker und haben den Tag an Bord mit einer Flasche Wein genossen.

Am nächsten Morgen sind wir mit dem SUP um die kleine Insel gepaddelt. Dort haben verschiedene Vogelarten gebrütet. Am Nachmittag sind  wir in den Labussee gefahren und lagen an verschiedenen Stellen vor Anker. Dort waren wir Baden. Es ist einfach herrlich vom Boot ins Wasser zu springen.

Auf der Weiterfahrt am nächsten Tag konnten wir Kraniche und Ringelnattern beobachten. Nach der Durchfahrt der Müritz-Havel-Wasser-Str. haben wir die kleine Müritz angesteuert.  An der Insel haben wir den Anker geworfen. Abends haben wir den schönen Sonnenuntergang beobachtet.

Morgens  nach dem ersten Bad in der kleinen Müritz bin ich mit dem SUP nach Rechlin gepaddelt.

Tagsüber konnte man die Seeadler und Fischadler beobachten.

Abends gings dann zurück in den Claassee. Nach erfolgreichem Anlegemanöver haben wir auch dort den Sonnenuntergang im Hafendorf erlebt.

Dann ging es ans Packen für die Bootsübergabe.

Es war insgesamt eine sehr schöne Bootsreise. Die bellus läßt sich sehr einfach steuern und macht viel Spaß. Die Abläufe waren in der CORONA Krise gut gemanagt.

Wir planen bereits unsere nächste Bootsreise mit Kuhnle-TOURS.

Unvergessliches Wochenende auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Unvergessliches Wochenende auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Um einen runden Geburtstag zu feiern, verbrachten wir in einer Gruppe von insgesamt vier Leuten Ende Mai 2019 ein wunderbares Wochenende auf dem Müritzsee. Die Marina war leicht zu finden, es gab reichlich Parkgelegenheiten und wir wurden freundlich empfangen. Die Einweisung auf der vetus 900 war professionell, freundlich und auf Anhieb verständlich – für uns besonders wichtig, denn wir hatten keinen Sportbootführerschein und fuhren das erste Mal mit einem etwas größeren Boot. Nachdem alle Formalitäten geklärt waren, ging es dann passend zur goldenen Stunde kurz vor Sonnenuntergang los. Die nächsten Tage waren einfach super – wir hatten jede Menge Spaß und konnten die wunderschöne Natur voll auskosten. Man hat die Freiheit, dort zu halten wo es einem gefällt, kann schwimmen und die Ruhe genießen. Wir sind abends nicht in den Hafen eingelaufen sondern haben uns eine nette Bucht gesucht und den Anker ausgeworfen, der Strom hat für das ganze Wochenende ausgereicht. Die Schleusen zu passieren war immer etwas abenteuerlich und die ganze Crew hatte was zu tun, ist aber selbst ohne Erfahrung problemlos zu bewerkstelligen. Das Boot (vetus 900) war mit allem ausgestattet, was man braucht und wir hatten keine Probleme, für vier Erwachsene (keine Paare, keine Kinder) reichten die Schlafmöglichkeiten gerade aus. Falls das Budget es zulässt, bietet sich eine Kategorie größer für etwas mehr Privatsphäre und Schlafkomfort an (z.B. vetus 1000 mit zwei separaten Kabinen), insbesondere bei längeren Aufenthalten, für uns war das Preis-Leistungs-Niveau aber so gerade richtig. Sonntagabend ging es zurück in die Marina und nach einer letzten Nacht an Bord dann zum Check-Out am Montagmorgen. Auch hier hat alles reibungslos funktioniert, so dass ich den Anbieter KUHNLE-TOURS und die Gegend rund um den Müritzsee voll und ganz empfehlen kann.

Rezept für die Bordküche: Flying Dutchman (Pizza)

Rezept für die Bordküche: Flying Dutchman (Pizza)

Wenn man Kinder an Bord hat oder in einer Gruppe unterwegs ist, kommt hier das ideale Rezept für (Haus-)Boot-Pizza.

Zutaten: 500 g Mehl, 200 ml Milch, 1 Packung Trockenhefe, 1 EL Kräutersalz, eine halbe Packung passierte Tomaten, Gewürze nach Bedarf (z.B. Salz, Oregano, Pfeffer, Knoblauch), 1 Packung Sauce Hollandaise, Speck oder Schinken, 1 Bund Brokkoli, 1 Beutel Käse

Zuerst den Hefeteig kneten und dann eine Stunde gehen lassen. Danach auf einem Backblech schön gleichmäßig ausrollen. Alternativ kann man auch den Fertigteig aus einem Discounter holen, dann geht’s schneller. Nun Tomatenmark und Gewürze auf den Teig streichen und im Anschluss am besten löffelweise die Hollandaise verteilen. Dann kommen noch Speck oder Schinken und der Brokkoli hinzu. Final wird der Käse verstreut.

Die Pizza 30 Minuten auf 200°C im Ofen backen und dann genießen.