Seemannsknoten – Eine Anleitung

Seemannsknoten – Eine Anleitung

Der Knoten ist eine der ältesten Erfindungen der Menschheit und wurde bereits 50.000 Jahre vor Christus in der Steinzeit für Werkzeuge und Waffen verwendet. Damals dienten die Knoten den Jägern und Sammlern und später auch den Fischern dazu, Schlingen und Netze zu knüpfen, ermöglichte aber auch die Herstellung von Äxten, Bögen, und das Errichten von Pfahlbauten. Für das Knüpfen von Knoten benutzten sie verschiedene Materialien wie zum Beispiel Därme, Sehnen und Seile. Bereits vor 10.000 Jahren fand man in Dänemark einen Angelhaken, der mithilfe eines Webleinstegs an einer Angel befestigt war.                     

Heute finden Knoten nicht nur in der Schifffahrt Verwendung, sondern sind auch aus dem alltäglichen Leben nicht wegzudenken. In der Medizin wird heutzutage immer noch der Kreuzknoten zum Verschließen von Bandagen verwendet und bis vor ein paar Jahrzehnten auch zum Verschluss von Wunden. Für Kletterbegeisterte sind Knoten lebenswichtig, denn nur mit ihrer Hilfe kann ausreichend Sicherheit beim Erklimmen einer hohen Felswand gewährleistet werden.

Des Weiteren ist Knotentechnik essentiell für Angler, die nur so ihren Haken mit der Leine und mit der Angel verknüpfen können, um einen Fisch an Land ziehen zu können. Auch die Feuerwehr benötigt verschiedene Knotenarten für das sichere Bergen und Absichern von Personen. Jeder Mensch wird so gut wie jeden Tag mit dem Knüpfen von Knoten konfrontiert und sei es nur zum Binden der Schleife seiner Schuhe.

In der Schifffahrt finden die Seemannsknoten auf Schiffen und im Hafen Verwendung. Vor allem auf einem Segelboot benötigt man eine Vielzahl von verschiedenen Knoten, um diverse Leinen zu befestigen, zu verbinden oder zu sichern. Seemannsknoten zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus:

  • Einfachheit: Knoten müssen einfach und schnell zu stecken sein
  • Haltbarkeit: Seemannsknoten müssen immer zuverlässig halten, vor allem bei Nässe
  • Leicht zu lösen: Auch wenn die Leine unter hohem Zug steht muss der Knoten ohne Problem zu lösen sein

Achtknoten

Verhindert das Rausrutschen von Enden zum Beispiel der Schot beim Segeln oder das Ende vom Band in einer Hose.

Schritt 1
Zuerst wird ein Auge gelegt. Das kurze Ende liegt beim Kreuzen oben.
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  1. Zuerst wird ein Auge gelegt. Das kurze Ende liegt beim Kreuzen oben.
  2. Nun wird das kurze Ende unten um das lange Ende geführt.
  3. Jetzt steckt man es von oben durch das Auge.
  4. Festziehen!

Kreuzknoten

Verbindet zwei gleich starke Enden miteinander, wird an Land auch zur Zugentlastung bei Stromkabeln benutzt.

Schritt 1
Zuerst kreuzt man die beiden Enden, dabei sollte das linke Ende über dem rechten liegen.
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  1. Zuerst kreuzt man die beiden Enden, dabei sollte das linke Ende über dem rechten liegen.              
  2. Dann führt man das linke Ende unter dem Rechten durch.                 
  3. Dann müssen beide Enden wieder nach oben zeigen.
  4. Nun überkreuzt man erneut beide Enden, diesmal liegt das rechte Ende über dem Linken.                
  5. Das Rechte wird dann unter dem Linken durchgeführt.
  6.  Jetzt muss man nur noch an beiden Enden fest ziehen und fertig ist der Kreuzknoten!

Webleinstek

Der Webleinstek dient zum Festmachen von Fendern an der Reling. Kann auch zum Befestigen der Wäscheleine an einem Baum dienen.

Schritt 1
Zu Beginn legt man das kurze Arbeitsende über die Stange, sodass es hinten ist.
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  1. Zu Beginn legt man das kurze Arbeitsende über die Stange, sodass es hinten ist.
  2. Rechts vom langen Ende wird es nun vorgeholt und nach links kreuzend über das lange Ende gelegt.
  3. Das kurze Ende hängt wieder über die Stange und wird nun auf der linken Seite des langen Seilendes nach vorne geholt und auf dieser Seite unter sich selbst durchgesteckt.
  4. Einmal anziehen und fertig ist der Webleinstek!

Schotstek

Verbindet zwei ungleich dicke Enden miteinander, um eine Leine zu verlängern, zum Beispiel die Schleppleine, die Wäscheleine oder eine Schot am Segel.

Schritt 1
Zuerst legt man ein Auge mit dem dicken Ende.
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  1. Zuerst legt man ein Auge mit dem dicken Ende.
  2. Nun wird das dünne Ende um das Auge vom dicken Seil gelegt.
  3. Das lange Ende, des dünnen Seils, sollte nun quer über dem Auge liegen.
  4. Mit dessen kurzem Ende überkreuzt man nun das lange Ende und steckt es zwischen sich selbst und dem Auge hindurch.
  5. Nun noch festziehen und fertig ist der Schotstek!

Palstek

Dient zum Bergen und Sichern von Personen und ist zum Festmachen des Bootes geeignet. Die hergestellte Schlaufe kann sich nicht zusammenziehen. Man kann den Palsteg zum Beispiel beim Anlegen über einen Pfahl legen und beim Ablegen problemlos wieder hochnehmen.

Schritt 1
Zuerst legt man ein kleines Auge, bei dem das kürzere Ende oben kreuzt.
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  1. Zuerst legt man ein kleines Auge, bei dem das kürzere Ende oben kreuzt.
  2. Das kurze Arbeitsende steckt man dann von unten durch das Auge durch.
  3. Das kurze Ende wird dann einmal hinter dem Langen durchgeführt.
  4. Schließlich steckt man es wieder von oben in das Auge rein.
  5. An den Schlaufenenden festziehen!  Fertig ist der Palstek!

Stopperstek

Dient dazu, seine eigene Leine an einer Schlepptrosse zu befestigen.

Schritt 1
Zu Beginn legt man das kurze Arbeitsende über die Stange, sodass es hinten ist.
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  1. Zu Beginn legt man das kurze Arbeitsende über die Stange, sodass es hinten ist.
  2. Als nächstes wird das kurze Ende nach vorn geholt und mit dem langen Ende überkreuzt.
  3. Dann wird es nach hinten über die Stange gelegt.
  4. Das kurze Ende wird nun erneut von recht, neben dem Langen, nach vorn geholt.
  5.  Noch einmal legt man es gekreuzt über die Stange nach hinten.
  6. Die letzte Umwicklung leicht anheben.
  7. Das kurze Ende wird nun unter der letzten Umwicklung durchgeführt.
  8. An beiden Enden ziehen und fertig ist der Stoppersteg.

Rundtörn mit zwei halben Schlägen

Wird ähnlich wie der Palstek verwendet.

Schritt 1
Zu Beginn legt man das kurze Arbeitsende über die Stange, sodass es hinten ist.
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  1. Zu Beginn legt man das kurze Arbeitsende über die Stange, sodass es hinten ist.
  2. Das kurze Ende wird dann erneut um die Stange rum gelegt.
  3. Nun führt man das Ende vorne herum um das lange Ende herum.
  4. Jetzt steckt man es darunter und über sich selbst durch.
  5. Alles gut festziehen.
  6. Das kurze Ende wird nun erneut über das Lange gelegt.
  7. Es wird darunter und über sich selbst durchgesteckt.
  8. Fertig ist der Rundtörn mit zwei halben Schlägen!

Jetzt sind Sie perfekt vorbereitet auf Ihren nächsten Hausbooturlaub.

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An Land ist es ja einfach: Fahrradständer ausklappen, Handbremse anziehen und Euer Gefährt bleibt wo es ist. Naja, es fällt vielleicht um, aber bevor der Wind ein Fahrrad oder gar ein Auto wegpustet, muss es schon ganz schön blasen. Mit Booten ist das anders. Die schwimmen auf dem Wasser und genauso leicht, wie Du Deine Oma (falls Du eine hast) auf einer Luftmatratze
durchs ganze Nichtschwimmerbecken schieben kannst, pustet der Wind sogar ein tonnenschweres Schiff quer durch den Hafen. Und da man nie genau wissen kann, wie sich der Wind mal ändert, binden wir unsere Schiffe an.

Nun ist es Dir bestimmt schon passiert, dass Du die Schleife Deiner Turnschuhe neu binden musstest, oder? Ist ja nicht schlimm, Du hast den Schuh ja am Fuß und merkst es rechtzeitig. Da Du ja zum Landgang Dein Boot verlassen willst (sonst könntest Du es ja auch festhalten), muss der Knoten schon ein wenig cooler sein als eine Schleife. So wie Dein Turnschuh Löcher für die Schnürsenkel hat, gibt es auf dem Boot ein Metallteil für das Festmacheseil: Die Klampe oder manchmal auch kleine Poller.

Der Alltagsknoten auf einem Hausboot ist der Klampenschlag. Keine Sorge, die Prügelstrafe ist auch für Schifferknoten und Klampen abgeschafft, er heißt nur so. Am schlauesten ist es, wenn man beim Festmachen an dem einen Ende der Leine eine feste Schlaufe hat, die legst Du als erstes um die Klampe. Dann führst Du den Festmacher um irgendwas an Land, von dem es nicht abrutschen kann. Mit dem Rest der Leine machst Du einen Klampenschlag auf die Klampe bei Dir an Bord. Das hat den Vorteil, dass Du, wenn Du wieder los willst, das Seil vom Boot aus lösen kannst.

Euer Kapitän Kunibert