Törnbericht: Frankreich auf Abwegen

Törnbericht: Frankreich auf Abwegen

Niderviller liegt zwischen dem Schiffshebewerk und der großen Schleuse Rechicourt, doch auch abseits von den spektakulären Wasserbauwerken gibt es viel zu Entdecken. Fünf Freunde vom Bodensee nahmen die erste rechts.

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

 

Montag – Anreise. Heute beginnt unser Hausbooturlaub.

Vom Bodensee aus fahren wir zu viert mit dem Auto nach Niderviller, etwa dreieinhalb Stunden sind wir unterwegs. In Sarrebourg, dem nächst größeren Ort vor Niderviller, essen wir noch kurz zu Mittag, dann geht‘s auf zum Vorräte einkaufen für eine Woche Hausbooturlaub. Man kann natürlich auch während der Tour einkaufen gehen, aber den größten Teil sollte man schon vor der Reise an Bord haben. In Sarrebourg gibt es sehr viele Einkaufmöglichkeiten, nicht nur für Lebensmittel, sondern zum Beispiel auch für vergessene Badeklamotten.

Gegen 15 Uhr sind wir dann in Niderviller, bereit zur Bootsübergabe. Wir haben eine Kormoran 1140 gebucht (Name: „Cezanne“). Diese ist für maximal 7 Personen ausgelegt. Für uns fünf Bordmitglieder ist die Größe des Boots ideal. Wir haben eine komplette Küchenausstattung, Bettwäsche und genug Platz, um unser Gepäck zu verstauen. Auch optisch gefällt uns das Boot sehr gut und wir freuen uns richtig, dass es jetzt losgeht!

Aber zuerst kommt noch die Bootseinweisung. Der Bootseinweiser ist sehr freundlich und zeigt uns alles nötige und erklärt gut. Bei der anschließenden Probefahrt zeigt er uns, wie man das Boot steuert, anlegt und festmacht. Alles verläuft sehr unkompliziert und am Ende haben wir das Gefühl, dass wir gut vorbereitet sind. Die Einführung dauert in etwa anderthalb Stunden, sodass wir dann gegen 18 Uhr unsere Reise beginnen können. Unser Ziel ist heute Xouanxang, das wir nach etwa 3 Studen erreichen. Ein gemütlicher Platz : ) Zum Abendessen: Gutes französisches Baguette mit Camembert und Salami.

DIENSTAG – XOUAXANGE –> BASSIN D’ALBESCHAUX

Erstes Frühstück an Bord! Man muss sich schon daran gewöhnen, dass der erste Kaffee am Morgen nicht einfach per Knopfdruck verfügbar ist. Damit das Wasser im Wasserkessel heiß wird, braucht es bestimmt an die 15 Minuten. Aber kein Problem! Tipp: Wer zuerst aufsteht, stellt das Wasser auf.

Da wir Urlaub haben, frühstücken wir lang und gemütlich und machen erst gegen 12 Uhr los. Wir fahren Richtung Gondrexange und biegen (bei der einzigen Abzweigung) in den Canal de la Sarre ein. Die Landschaft hier ist sehr schön. Der Kanal verläuft hin und wieder über Wasserbrücken zwischen 2 Seen links und rechts von uns. Bei Port du Houillon legen wir kurz an und kochen unser Mittagessen. Jetzt sind wir gestärkt, um unsere erste Schleuse zu meistern (Ecluse 1). Das erste Mal in die Schleuse reinfahren ist nicht ganz einfach aber schon bald gar kein Problem mehr.

Wir kommen an diesem Tag bis nach Bassin d’Albeschaux. Ein sehr idyllischer Anlegerort. Bevor es Abendessen gibt, machen wir noch einen kurzen Ausflug zu Fuß, am Kanal entlang. In der Nacht konnten wir auf Deck einen wunderschönen Sternenhimmel bestaunen. Tipp: Bei sternenklarer Nacht an Deck gehen, das lohnt sich auf jedenfall!

MITTWOCH – BASSIN D’ALBESCHAUX –> MITTERSHEIM

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

Wir frühstücken heute draußen auf Deck. Es ist sogar so warm, dass man wunderbar draußen duschen kann (also mit der Außendusche). Einfach traumhaft! Tipp: Bei schönem warmen Wetter draußen duschen! Da wir heute Abend in Mittersheim unser fünftes Bordmitglied abholen, müssen wir die folgenden 12 Schleusen alle an einem Tag durchfahren. Das hört sich zuerst anstrengend an, ist es aber eigentlich nicht. Die „Arbeit“ an Bord und die Bewegung ist eine schöne Abwechslung. Wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist, kann man sich die Arbeit auch gut aufteilen, sodass jeder mal steuern, Boot halten und die Schleuse rauf- / runterklettern darf. Die Schleusen sind teilweise so dicht hintereinander, dass man gut zwischen den Schleusen an Land bleiben und nebenher laufen kann. Tipp: Zum Beine vertreten zwischen den Schleusen neben dem Boot herlaufen.

Zwischen Schleuse 9 und 10 stellen wir fest, dass das komplette elektrische Bordnetz ausgefallen ist. (Motor läuft noch wegen Niederspannungsschutz) Wir rufen den technischen Service an und entscheiden, wie geplant bis nach Mittersheim weiterzufahren um dort Strom zu „tanken“ (und gleichzeitig auch Wasser). In Mittersheim ist ein großer Hafen. Hier gibt es Landtoiletten, Landduschen, Restaurants und ein paar Meter weiter im Stadtzentrum auch eine Einkaufsmöglichkeit (10 Minuten zu Fuß). Ganz wichtig: Es gibt auch eine Busverbindung, sodass unser 5. Bordmitglied heute in Mittersheim dazustoßen kann.

DONNERSTAG – MITTERSHEIM –> SARRALBE

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Heute ist unser erster Regentag. Und ich muss sagen, mit Sonne und T-Shirt-Temperaturen macht die Bootstour um einiges mehr Spaß. Aber da wir bis jetzt so ein Glück mit dem Wetter hatten, ist ein Regentag auch vollkommen okay. Wir entscheiden, noch etwas im Hafen zu bleiben, da wir die nächsten Schleusen nicht draußen bei strömendem Regen erleben möchten. Tipp: Man muss nicht ständig fahren. Bei strömendem Regen kann es in der Kajüte auch sehr gemütlich sein.

Gegen 13 Uhr nimmt der Regen ab und wir tuckern los. Heute mit dickem Pulli und Regenjacke. Wir fahren bis nach Sarralbe, unser nördlichster bzw. weitester Ort auf unserer Reise, gehen dort Kaffee und Kuchen essen und machen uns dann wieder auf den Rückweg. (Auch hier gäbe es die Möglichkeit, nochmal einkaufen zu gehen.) Da das Bordnetz immer noch nicht einwandfrei funktioniert, vereinbaren wir einen Termin mit den Technikern: 19 Uhr im Hafen von Bissert – direkt nach der Schleuse. Eine schlechte Idee von uns, wie wir später feststellen, denn die Schleusen schließen um 18.30 Uhr und so stehen wir um 19 Uhr nur ein paar Meter vor dem vereinbarten Ort und kommen nicht weiter. Tipp: Schleusenöffnungszeiten beachten!

Aber die beiden Techniker finden uns. Beide sind sehr hilfsbereit und freundlich. Das Problem wird genau untersucht und lokalisiert. Letztendlich benötigen wir eine neue Lichtmaschine, die die beiden uns vor Ort auch sofort einbauen – und das am Feiertag. Wir sind sehr zufrieden mit der Unterstützung, die wir von Kuhnle-Tours erhalten!

FREITAG – BISSERT –> BASSIN D’ALBESCHAUX

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Heute ist ein richtiger Schleusen-Tag: 17 Schleusen wollen wir heute durchfahren. Aber das ist okay, die Sonne scheint wieder und es ist richtig schön warm auf Deck! Nach etwa drei Stunden sind wir wieder in Mittersheim und wollen dort nochmal einkaufen. Nur kommen wir leider genau zur Mittagszeit an. Tipp: Immer die Mittagspausen der Einkaufsläden beachten! Dafür können wir in Schleuse 7 Ziegenkäse und Eier kaufen. Tipp: Der Ziegenkäse ist sehr gut!

Da das Bordnetz trotz neuer Lichtmaschine immer noch nicht richtig läuft, kommt abends nochmal der Techniker vorbei (beim Anlegerplatz Bassin d‘Albeschaux) und tauscht jetzt auch den Ladeverteiler aus. Unser Bordnetzproblem ist jetzt endgültig gelöst. Nochmals vielen Dank für die schnelle, unkomplizierte und freundliche Hilfe!

 

SAMSTAG – BASSIN D’ALBESCHAUX –> HESSE

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Ein sehr schöner warmer Tag, an dem wir die Fahrt an und auf Deck in vollen Zügen genießen. In Gondrexange halten wir uns etwas länger auf, da wir dort Mittag essen und nochmal ein paar Vorräte für die letzten Tage einkaufen. Der Laden in der Stadt macht zwar erst um 16.30 Uhr auf, aber das ist kein Problem. Wir haben es nicht eilig und verbringen gerne die Zeit auf dem sonnigen Deck.

In der Nähe von Hesse gibt es einen kleinen netten Anlegeplatz mit Campingtischen, bei dem wir dann auch übernachten. In Hesse gibt es Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Wir spazieren aber nur durch die Stadt und schauen uns die Kirche an.

SONNTAG – HESSE –> NIDERVILLER

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Unser letzter Hausboottag. Heute regnet es wieder und wir entscheiden uns, dafür direkt den Hafen in Niderviller anzusteuern, um dann mit dem Auto nach Sarrebourg (5 Minuten) zu fahren. Wir gehen Kaffee und Kuchen essen und besuchen anschließend die Kirche mit dem großen Marc Chagall Fenster. Tipp: Sehr sehenswert! Abends gehen wir zum Abschluss unserer Bootstour mal nicht im Boot, sondern im Restaurant essen.

SONNTAG – ABREISE

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Heute müssen wir um 08.30 Uhr unser Boot wieder abgeben. Wir haben die Endreinigung bezahlt und somit viel weniger Stress am Morgen. Tipp: Endreinigung buchen!

Wir hatten ein paar wirklich tolle Tage im und auf dem schönen geräumigen Hausboot. Wir hatten zwar minimal technische Probleme aber da der Service sogar am Feiertag zur Verfügung stand, sofort an Ort und Stelle war und zeitig reparieren konnte, hatten wir zum Glück keine Einschränkung was unsere Reiseroute angeht. Die Ausstattung an Bord war komplett ausreichend. Uns hat es an nichts gefehlt. Wir werden sicher wieder eine Bootstour unternehmen, hoffentlich haben wir dann wieder so tolles Wetter : )

 

Sarah S. und
Constantin W.

Anmerkung der Redaktion: Lust auf Nachmachen bekommen? Hier geht es zum Revier. Und hier geht es zum Boot.

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Rotkäppchen-Story

Rotkäppchen-Story

Wenn man die neue Pirate 1200 G mit ihrem roten Dach so sieht, denkt man spontan an Rotkäppchen. Doch eigentlich stand bei der Entwicklung unseres flippigen Gruppentransporters ein anderes Märchen Pate …

„Nein, das mit Rotkäppchen stimmt nicht“, lacht Herbert Pöggel, „fehlt ja schon mal der Wolf.“ Der Neubauchef der Kuhnle Werft sinniert ein Weilchen, wie es so Mecklenburger Art ist, bevor man etwas sagt: „Wenn ich daran denke, wie wir angefangen haben, ist das eher die Geschichte vom hässlichen Entlein.“

Vor 25 Jahren, 1993, als der Wassertourismus im Mecklenburg (und – seien wir ehrlich – auch im Rest der Republik) noch in den Kinderschuhen steckte, wollte alle Welt auf der Müritz Boot fahren. Die Mauer war gerade erst gefallen, Hotels und Restaurants gab es noch nicht viele und wenn dann mit eher rustikalem Charme. Zwar hatte Kuhnle-Tours schon im April 1991 eine Basis in Waren aufgemacht, aber es gab zu wenig Boote. Daher gab Harald Kuhnle, neben der eigenen Kormoran-Baureihe, bei der holländischen Werft vetus eine ganze Reihe GFK-Binnenboote in Auftrag. Daraufhin prägten auch die weißen Boote mit den markanten türkisgrünen Streifen und den grünen Fenstern das Bild, das man sich vom Hausbootfahren machte.
1993 kam auch die „Bachforelle“ aus Holland in Waren an. Eine vetus 1200 K 3, das heißt zusätzlich zu den beiden Achterkabinen gab es noch eine kleine Kabine mit Stockbetten mittschiffs. Da man sich schon sehr anstrengen muss, um ein Boot aus Glasfaserverstärktem Kunststoff kaputt zu kriegen, ist der Rumpf auch nach 25 Jahren noch bestens in Ordnung. Aber am Rest des Bootes hatte der Zahn der Zeit genagt.
Im Winter 2017/18 überlegte Harald Kuhnle zusammen mit Neubauchef Herbert Pöggel und Charterchef Daniel Wahl, was man mit dem Hobel anstellen sollte. Verkaufen und nie wieder sehen? Vorher ein bisschen aufhübschen? „Wenn wir da erst mal bei gehen, kann man es auch gleich ordentlich machen“, sagt Pöggel. Was er damit meinte? „Zurückversetzen in den Rohbauzustand und alles neu!“Umbau der Pirate 1200 G - Renovierung des Bootes
Die olle vetus kam in die Halle und die Werft fing erst mal mit roher Gewalt an: Alles kam raus. Seitenwände, Zwischenwände, Boden, Leitungen für Gas, Wasser, Abwasser, Strom, Regenwasser, Kühlwasser. Türen, Kojen, Küche, Kühlschrank, Toiletten, Schränke, Bänke, Tische, Polster, Gardinen, Heizung, Motor, Pumpen, Lampen, Batterien – um das Boot herum sammelte sich ein Wall von Schrott, aufgequollenen Spanplatten und noch teilweise brauchbaren Teilen an. Gleichwohl dachte Pöggel dran, von vielen Möbeln die Maße zu nehmen, damit man sie leicht nachbauen konnte. Diesmal aus den wasserfesten Schichtstoffplatten, die die Werft für den Innenausbau nimmt.


Gleichzeitig dachte das Marketing gemeinsam mit dem Chef über ein neues Bootskonzept nach. Es gibt eine gewisse Nachfrage nach großen Booten für Gruppen. Allerdings kann sich kaum eine Schulklasse oder ein Sportverein eine Kormoran 1500 für eine Woche leisten. In der Budget-Linie fehlte ein geräumiger Gruppentransporter für kleines Geld, die zwei vorhandenen vetus 1500 reichen da kaum aus.
Gemeinsam mit Tischler-Guru Roland Mielke (der sich in der Kuhnle Werft um die ganz fiegelienschen Sachen kümmert) stand die Führungsetage in der leeren Plastikschüssel. Die Zwischenwand achtern verschieben? Ganz weglassen? Eine Nasszelle einsparen? Den Salon verkleinern? Mielke (oder war es jemand anders?) hatte schließlich die Idee: Wir lassen die Kabinen wie sie sind, aber über das Doppelbett in der Backbordkabine passt noch eine Querkoje. Vier Mann in einer Bude? „Auf russischen Großseglern teilen sich 12 Mann eine Kabine die nicht viel größer ist“, berichtete die Markting-Kollegin. „Schon klar, aber sind die alle freiwillig an Bord? Bootfahren soll ja auch Spaß machen“, warf der Chef ein.
Dann setzte das große Wünsch-Dir-was ein. Jedes Gewerk (und jeder, der mal in der leeren Plastikschüssel vorbeischaute) schlug das vor, was er schon lange mal in ein Boot einbauen wollte.
„Indirekte LED-Beleuchtung, energiesparend und schick!“
„Zwei Querstrahlruder, eins vorn und eins achtern!“
„Komplett neue Fenster! Gleich fertig mit passenden Moskitonetzen für die Bullaugen!“
„Steckdosen mit USB-Buchsen um Handys einfach laden zu können! Überall im Boot!“
„Elektrische Toiletten!“
„Und überall Belüftungen! Nach draußen!“ (Wer denkt, das Belüftungen immer nach draußen führen müssen, hat noch nie ein holländisches Schiff auseinandergebaut …)
„Sitzbänke mit Schubladen!“
„Stauraum hinter den Rückenlehnen, wie auf einer Segelyacht!“
„Zwei Kühlschränke!“
„Solarpaneele.“
„Außendusche!“
„Nur noch gute Schichtstoffplatten, kein Flachpress mehr!“
„Keine Küchenschränke mit Türen, nur noch Auszüge!“
„Und Außen machen wir das olle Grünzeug ab.“
„Auja schick! Lieber dunkelblaue Streifen!“
„Nee, ganz weiß!“
„Und das Dach kommt erdbeer-rot! Und innen die Zierleisten in bunt!“
„Was für eine blöde Idee! Wer hat das gesagt?“
„Chef!“
„Au weia!“

Wochenlang stand die künftige Pirate 1200 G in der Halle auf einem Neubauplatz. 2064 Arbeitsstunden verbrachten die unterschiedlichsten Spezialisten auf dem Boot. Irgendwann war der Fußboden drin, die Kabinenwände wieder gestellt, jetzt war der Salon dran. Die große Frage: Wie schaffe ich Schlafplatz für drei Mann UND eine Sitzgruppe, an der 12 Menschen sitzen können. 12! Jeder braucht sechzig Zentimeter Platz. Macht 7,20 laufende Meter Tischkante. Oder zwei Mal 3,60 Meter. Und dann müssen ja noch 2 Kühlschränke, Backofen, Spüle, Geschirrschrank untergebracht werden. „Soll da denn auch noch ein Fahrstand rein?“, fragte mit Unschuldsmine Tischler Mielke.
Doch wie sprach einst Hölderlin? „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!“ So war es dann Roland Mielke, der die Lösung fand: „Wir lassen das Sofa weg und bauen hier rechts die Küchenzeile und den Fahrstand ein. Dann haben wir die ganze andere Seite für eine lange Sitzbank um die Ecke frei.“
„Gut“, sprach der Chef und verschwand. An einer genialen Idee gibt es nichts zu diskutieren.


Weihnachten kam und ging, in der Pressemitteilung für die boot in Düsseldorf wurde die 1200 G schon mal vorgestellt und – obwohl noch niemand exakt sagen konnte, wann sie wirklich fertig sein würde – wurde das Boot natürlich schon ins Buchungssystem eingespielt. Die erste nicht-upgradefähige Buchung hatte die Reservierung für den 27. April angenommen. An diesem Tag würde keine Kormoran 1500 frei sein, auf die man die Crew notfalls upgraden könnte. Deadline!
Selbstverständlich gab es noch einen Haufen Probleme. Sitzpolster kann man eigentlich erst zuschneiden, wenn man weiß, welche Maße sie haben sollen, also wenn die passende Bank dafür gebaut ist. Und hat einer dran gedacht, auch neue Gardinen zu bestellen? Wieso ist das Charterlager gerade jetzt ohne Reservedecken und Kissen? Zwischendurch sortierten die Lager-Azubis den Abraumwall neben dem Boot durch, räumten noch für andere Boote geeignete Ersatzteile ins Lager (die süßen kleinen Lämpchen mit dem Anker auf dem Lampenschirm!), schafften die mürben Spanplatten in den Holzabfall, wuschen Gardinen und Polsterbezüge (man weiß ja nie), hoben auf, was noch irgendwie zu gebrauchen war (und sei es zu Ausbildungszwecken für die Mechatroniker) und entsorgten den Rest.
Zwischendurch kamen die schönen neuen Alufenster und das Bedauern, dass man die vordere Schiebetür nicht doch mitbestellt hatte. Die leuchtete noch im alten vetus-türkis und sollte eigentlich einen witzigen Farbeffekt darstellen. Der stellte sich jedoch nicht ein, denn die vetus-typischen aufgeklebten grünen Streifen hatte Monika Großmann mit Fön und Spachtel Fitzel für Fitzel von der Bordwand gekratzt. Fensterrahmen in Türkis gab es auch nicht mehr. Aber dafür natürlich silberne Farbe, die man auf grünes Metall auftragen kann – mehr oder weniger dauerhaft. Also die Schiebetür steht schon für den nächsten Werftaufenthalt auf der Liste.

Am 27. April um kurz vor elf („Macht hin, die Chartergäste sind schon auf der Autobahn“) setzte der Travellift das neue Boot ins Wasser. Kaum dass die Kranlaschings locker saßen sprang auch schon Herbert Pöggel an Bord, verschwand im Inneren und tauchte kurze Zeit später mit den erlösenden Worten wieder auf:
„Na dicht isse schon mal.“

 

Hier gehts zum Hausboot: Pirate 1200 GHausboot für 12 Personen, Bootsferien, Hausbooturlaub

Seebär Kunibert gibt Tipps

Seebär Kunibert gibt Tipps

Knotenstunde für Kids

An Land ist es ja einfach: Fahrradständer ausklappen, Handbremse anziehen und Euer Gefährt bleibt wo es ist. Naja, es fällt vielleicht um, aber bevor der Wind ein Fahrrad oder gar ein Auto wegpustet, muss es schon ganz schön blasen. Mit Booten ist das anders. Die schwimmen auf dem Wasser und genauso leicht, wie Du Deine Oma (falls Du eine hast) auf einer Luftmatratze
durchs ganze Nichtschwimmerbecken schieben kannst, pustet der Wind sogar ein tonnenschweres Schiff quer durch den Hafen. Und da man nie genau wissen kann, wie sich der Wind mal ändert, binden wir unsere Schiffe an.

Nun ist es Dir bestimmt schon passiert, dass Du die Schleife Deiner Turnschuhe neu binden musstest, oder? Ist ja nicht schlimm, Du hast den Schuh ja am Fuß und merkst es rechtzeitig. Da Du ja zum Landgang Dein Boot verlassen willst (sonst könntest Du es ja auch festhalten), muss der Knoten schon ein wenig cooler sein als eine Schleife. So wie Dein Turnschuh Löcher für die Schnürsenkel hat, gibt es auf dem Boot ein Metallteil für das Festmacheseil: Die Klampe oder manchmal auch kleine Poller.

Der Alltagsknoten auf einem Hausboot ist der Klampenschlag. Keine Sorge, die Prügelstrafe ist auch für Schifferknoten und Klampen abgeschafft, er heißt nur so. Am schlauesten ist es, wenn man beim Festmachen an dem einen Ende der Leine eine feste Schlaufe hat, die legst Du als erstes um die Klampe. Dann führst Du den Festmacher um irgendwas an Land, von dem es nicht abrutschen kann. Mit dem Rest der Leine machst Du einen Klampenschlag auf die Klampe bei Dir an Bord. Das hat den Vorteil, dass Du, wenn Du wieder los willst, das Seil vom Boot aus lösen kannst.

Euer Kapitän Kunibert

Einmal hin, einmal her, rund herum ist gar nicht schwer

Einmal hin, einmal her, rund herum ist gar nicht schwer

Joystick Boating mit der Aquino 1190

 

In wenigen Minuten ist die erstmals auf einem Kuhnle-Charterboot installierte Joystick-Steuerung erklärt: Motor starten, grüne Taste drücken, um den Joystick zu aktivieren und schon kann es losgehen. Für die klassischen Fahrsituationen Voraus-

Kinder-Tipp

Kinder-Tipp

Baden und Planschen
Die meisten Kinder lieben das Wasser und verlassen es nicht freiwillig bevor die Lippen blau und die Finger schrumpelig sind. Aber: Schwimmanfänger trauen sich manchmal nicht direkt vom Boot zu baden. Der große See ist eben doch ganz anders als das Freischwimmerbecken zu Hause. Wer nicht warten will, bis Fräulein Wasserscheu es von alleine zu warm an Deck findet und auch keine Lust hat, Herrn Ich-trau-michnicht mit dem Beiboot an den nächsten Strand zu rudern, für den gibt es folgende Tipps:

  • die Feststoff-Rettungsweste gibt Sicherheit, auch wenn man eigentlich schon das Seepferdchen hat
  • mit Taucherflossen schwimmt man schneller als Mama und Papa ohne, außerdem schützen geschlossene Flossen vor gefürchteten Igittigitt-Berührungen mit Wasserpflanzen
  •  mit Taucherbrille und Schnorchel können sich Kinder über das, was unter Wasser los ist, informieren und so eventuelle Ängste, eigentlich ja nur Ungewissheit, abbauen
  •  die Leine des Rettungsrings gut an Bord festmachen und  die Kinder mit dem Rettungsring baden lassen oder an der Leine des Rings entlang schwimmen lassen (Beckenrandeffekt)
  •  und vor allem: Selber mit reinspringen, tauchen, lachen Spaß haben, wer will da schon alleine an Deck bleiben?

Wenn gar nichts hilft: Planschbecken aufs Achterdeck oder Beiboot an Deck(!) stellen und fluten.

Törnbericht Rhein-Marne-Kanal

Törnbericht Rhein-Marne-Kanal

Drei Jungs, die die Schule schon eine Weile hinter sich haben, starten noch mal neu: Sie lernen Hausbootfahren inklusive Tunnel, Schiffshebewerk und Schleusenmarathon, trotzdem bleibt noch viele Muße für französische Lebensart an Bord.

Logenplatz in der Natur

Logenplatz in der Natur

Wie hört sich eigentlich ein Kranich an? Wie riecht ein Moor? Kann man sehen, wie ein Wald wächst? Wie einen die Natur zum Staunen bringen kann, können Sie selbst erleben – vom Hausboot aus.

 

Das gesamte Ostufer der Müritz gehört zum Müritz-Nationalpark. Allein in diesem Park liegen über hundert Seen, die größer sind als ein Hektar. Außerdem gibt es weite Kiefernwälder, große Moore und bemerkenswerte alte Buchenwälder. Seeadler wohnen hier, man sieht vom Hausboot aus Fischadler im Sturzflug