Wohlfühlen im Wasserland

Wohlfühlen im Wasserland

Von Dr. Peer Schmidt-Walther

 

Mecklenburg-Vorpommern – Land am Wasser: mittendrin und zur Hälfte drum herum. Inzwischen weiß das jedes Kind zwischen Haff und Elbe, Ostsee und Müritz. Preiswert, nerven- und umweltschonend lassen sich nutzen: sage und schreibe 340 Kilometer Ostsee-Außenküste, 1.130 Kilometer Bodden- und Haffküste, 60 Inseln, 2.013 Seen und 26.000 Kilometer Fließgewässer. Da ist für jeden Geschmack was drin.

Auch für die 20 Studentinnen aus ganz Deutschland im Studiengang Leisure and Tourism Management (LTM) der Hochschule Stralsund (HOST). Im Fach Maritime Tourism (MT) hat sie in diesem Sommersemester der Autor unterrichtet. Nicht etwa im Hörsaal, sondern outdoor und damit äußerst praxisnah mit Selbsterfahrung.

Vielfältiges Wasser-Angebot
Das Wasserland Mecklenburg-Vorpommern hat dabei auf dem Programm gestanden: Mitfahrt auf dem Segelschulschiff GREIF samt Kletterübungen im Rigg, Besuch der historischen GORCH FOCK (I) von 1933, des Ozeaneums mit Votrag von Direktor Dr. Benke und und Chef des Tourismusverbandes M-V, Bernd Fischer, Hafenrundfahrt mit MS ALTE LIEBE, Peene-Paddeltour, Yachtwerft-Besichtigung in Greifswald, Hiddensee-Erkundung, NDR-Wetterstudio mit TV-Auftritt, Mini-Kreuzfahrt mit dem Flusskreuzfahrtschiff SANS SOUCI von Rügen nach Stralsund, Besuch der naturgeschützten ehemaligen SED-Funktionärs-Insel Vilm, Fährreise mit FS BERLIN von Scandlines auf der Route Rostock – Dänemark und Müritz-Ausflug mit zwei Hausbooten, die von den „Mädels“ selbst gesteuert werden mussten. Ein vielfältiges Angebot, das alle begeisterte. Vor allem auch die wassertouristischen Möglichkeiten im nordöstlichsten und sonnenreichsten Bundesland. Keine andere Hochschule in Deutschland bietet ein derartiges Exkursionsprogramm an.

Exklusives Wetter-Erlebnis
Ein besonderes Schmankerl war der Besuch des NDR-Wetterstudios auf der Insel Hiddensee. Mit MS HANSESTADT STRALSUND der Weißen Flotte dampfte die Hochschul-Crew nach Kloster. Meteorologe Uwe Ulbrich hatte nach seiner NDR 1-Live-Ansage gerade Zeit und führte die angehenden Touristik-Manager in sein computergespicktes Oberstübchden im Reetdachhaus gegenüber vom Anleger. Ein exklusives Erlebnis für die jungen Leute.
Was folgte, war ein kurzweilig und lebensnah vorgetragener Exkurs des studierten Meteorologen aus Thüringen über die Technik der Wettervorhersage. „Ein guter Riecher“, so Ulbrich, „gehört natürlich auch dazu, denn Technik ist nicht alles“. Was er manchmal so in diversen Medien sehe und höre, könne ihm schon mal die Haare zu Berge stehen lassen. Auch dass manche Sender ihre Vorhersagen einfach ungeprüft aus dem Internet abschrieben. „Wer weiß das schon“, meinte er kopfschüttelnd, „aber das kostet die ja dann nix“.

Wahrheit in der Mitte
Dann wurde es topaktuell. „Eure Wetter-Apps könnt ihr vergessen“, sagte er, als einige gleich mal ihr Smartphone zückten, um die Vorhersage-Version mit der im Internet zu vergleichen. Ulbrichs Bildschirme indes zeigten einerseits das Ostseeküsten-Wetter einer englischen Station mit trockenem und andererseits das einer amerikanischem mit nassem Wetter an. „Die Wahrheit liegt in der Mitte“, erklärte der Wettermacher, „aber alles ändert sich fast minütlich“. Langfristig gehe da gar nichts, „maximal drei Tage“. Auch Unwetter-Warnungen könne man nur relativ kurzfristig bekannt geben, zumal bei schweren Gewittern auch Übertragungssysteme lokal völlig ausfallen können.

Sensationeller Fernblick
Nachdem die Studierenden seinem lebendigen Vortrag zugehört hatten, starteten sie ihre Inselwanderung bergauf zum Leuchtturm Dornbusch. Mit „sensationellem Fernblick bis hinüber zur 55 Kilometer entfernten dänischen Insel Mön. Ihre Kreidekliffs leuchteten wie zur Begrüßung herüber – bis zum „Söten Länneken“. Eine Folge der Hochdruckwetterlage über der Ostsee mit dem Einströmen kühlerer Luftmassen, die für besonders klare Verhältnisse sorgten, wie Ulbrich am wolkenlosen Radarbild erklärte.
Für seinen abendlichen „Nordmagazin“-Wetterbericht durfte sich die muntere Schar ins Bild setzen. Nach einer Minute und dreißig Sekunden war die Ansage mit der lebhaft winkenden und jubelnden „Weather-girl“-Kulisse im Kasten. „Alle Wetter!“, meinte dazu ein Urlauber aus Bayer am Rande der kleinen Ulbrich-Show und schoss ein paar Erinnerungsfotos.

Steuerfrauen am Ruder
Höhe- und Schlusspunkt der Exkursionsserie war ein Hausboot-Törn. Die beiden schneeweißen 12 Meter langen Liner lassen jedes maritime Herz höher schlagen. Eine Schnupper-Kreuzfahrt der besonderen Art.
Dank Einweisung kann man solche „Luxusliner“ führerscheinfrei aus dem Kuhnle-Tours-Hafen im Hafendorf Rechlin an der Müritz, Deutschlands größtem See, manövrieren. „Einer der schönsten im Lande“, meint Dagmar Rockel-Kuhnle, Ehefrau und rechte Hand des schwäbischen Hausboot-Pioniers Harald Kuhnle. Er „entdeckte das vorpommersche Wasserparadies nach der Wende und herrscht heute über eine Flotte von 120 Booten in europäischen Revieren.
Ein munterer Ostwind hatte den Seespiegel aufgeraut. Frisches Nationalpark-Waldgrün in verschiedenen Schattierungen spielte Horizont. Die studentischen Skipperinnen behieltenden Überblick vom Freiluft-Steuerstand aus.
Nach dem Faulenzen in einer Badebucht hieß es wieder „ankerauf“ und jede mal ran ans Ruder. Das Kurshalten war dann doch nicht so einfach wie beim Autofahren, stellten einige erstaunt fest. Sie schrieben eher ihren Namen ins Zick-Zack-Kielwasser. Obwohl nur im Zehn-Kilometer-„Tempo“ gemächlich dahin getuckert wurde. Quer über den See mit Panoramablick auf Wälder, Wiesen und Felder. Und die Sonne lachte dazu. Für die Studentin Anna, ehemalige Oberstabsgefreitin, „ist das Tolle an der Zeit auf dem Boot, dass jeder tun und lassen kann, was er will, man gleichzeitig zu Hause und unterwegs sein kann und jeder genug Freiheiten hat und sich auch mal zurückziehen kann“.

See-Vergnügen und kniffliges Manöver
Eine windgeschützte Bucht verlockte zum Ankern und Baden. Das klare Gewässer, wurde vor rund 10.000 Jahren von eiszeitlichen Gletschern ausgeschürft.
Der Wind spielt mit den nebeneinander liegenden Booten. „Drehende Aussichtsplattform mit See- und Grünblick“, kommentierte das Caro.
Zurück in der Marina heißt es schließlich rückwärts um die Ecke Einparken. „Hab ich noch nie gemacht!“, gibt Livia zu bedenken. Sie hat zwar die Bootsführerscheine Binnen und See, aber noch keine Anlege-Erfahrung „mit einem so großen Schiff“. Sie und ihre Studentinnen-Crew packen das knifflige Manöver jedoch bravourös. Spontan wurde ein verlängerter Wochenend-Törn für den Herbst geplant.
Ende der Reise. Leider! Abwechslungsreiche See-Meilen, ein Bruchteil von vielen hundert möglichen auf Europas größter Wasserlandschaft, liegen hinter den „Seefrauen“. Und der See-Mann in einem freut sich, mal wieder „richtig Kapitän“ gewesen zu sein.

 

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Wir von Kuhnle-Tours haben uns sehr gefreut Teil der Exkursion gewesen zu sein, und so dem Kurs Einblicke in die Welt eines Hausbootvercharterer zu ermöglichen. Wer sich vorstellen kann Teil der Kuhnle-Group zu werden, der findet unter www.kuhnle.jobs viele Möglichkeiten: von einer Ausbildung zum/zur Kaufmann/Kauffrau für Tourismus bis zum Sales Manager in Festanstellung.

Törnbericht: Frankreich auf Abwegen

Törnbericht: Frankreich auf Abwegen

Niderviller liegt zwischen dem Schiffshebewerk und der großen Schleuse Rechicourt, doch auch abseits von den spektakulären Wasserbauwerken gibt es viel zu Entdecken. Fünf Freunde vom Bodensee nahmen die erste rechts.

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

 

Montag – Anreise. Heute beginnt unser Hausbooturlaub.

Vom Bodensee aus fahren wir zu viert mit dem Auto nach Niderviller, etwa dreieinhalb Stunden sind wir unterwegs. In Sarrebourg, dem nächst größeren Ort vor Niderviller, essen wir noch kurz zu Mittag, dann geht‘s auf zum Vorräte einkaufen für eine Woche Hausbooturlaub. Man kann natürlich auch während der Tour einkaufen gehen, aber den größten Teil sollte man schon vor der Reise an Bord haben. In Sarrebourg gibt es sehr viele Einkaufmöglichkeiten, nicht nur für Lebensmittel, sondern zum Beispiel auch für vergessene Badeklamotten.

Gegen 15 Uhr sind wir dann in Niderviller, bereit zur Bootsübergabe. Wir haben eine Kormoran 1140 gebucht (Name: „Cezanne“). Diese ist für maximal 7 Personen ausgelegt. Für uns fünf Bordmitglieder ist die Größe des Boots ideal. Wir haben eine komplette Küchenausstattung, Bettwäsche und genug Platz, um unser Gepäck zu verstauen. Auch optisch gefällt uns das Boot sehr gut und wir freuen uns richtig, dass es jetzt losgeht!

Aber zuerst kommt noch die Bootseinweisung. Der Bootseinweiser ist sehr freundlich und zeigt uns alles nötige und erklärt gut. Bei der anschließenden Probefahrt zeigt er uns, wie man das Boot steuert, anlegt und festmacht. Alles verläuft sehr unkompliziert und am Ende haben wir das Gefühl, dass wir gut vorbereitet sind. Die Einführung dauert in etwa anderthalb Stunden, sodass wir dann gegen 18 Uhr unsere Reise beginnen können. Unser Ziel ist heute Xouanxang, das wir nach etwa 3 Studen erreichen. Ein gemütlicher Platz : ) Zum Abendessen: Gutes französisches Baguette mit Camembert und Salami.

DIENSTAG – XOUAXANGE –> BASSIN D’ALBESCHAUX

Erstes Frühstück an Bord! Man muss sich schon daran gewöhnen, dass der erste Kaffee am Morgen nicht einfach per Knopfdruck verfügbar ist. Damit das Wasser im Wasserkessel heiß wird, braucht es bestimmt an die 15 Minuten. Aber kein Problem! Tipp: Wer zuerst aufsteht, stellt das Wasser auf.

Da wir Urlaub haben, frühstücken wir lang und gemütlich und machen erst gegen 12 Uhr los. Wir fahren Richtung Gondrexange und biegen (bei der einzigen Abzweigung) in den Canal de la Sarre ein. Die Landschaft hier ist sehr schön. Der Kanal verläuft hin und wieder über Wasserbrücken zwischen 2 Seen links und rechts von uns. Bei Port du Houillon legen wir kurz an und kochen unser Mittagessen. Jetzt sind wir gestärkt, um unsere erste Schleuse zu meistern (Ecluse 1). Das erste Mal in die Schleuse reinfahren ist nicht ganz einfach aber schon bald gar kein Problem mehr.

Wir kommen an diesem Tag bis nach Bassin d’Albeschaux. Ein sehr idyllischer Anlegerort. Bevor es Abendessen gibt, machen wir noch einen kurzen Ausflug zu Fuß, am Kanal entlang. In der Nacht konnten wir auf Deck einen wunderschönen Sternenhimmel bestaunen. Tipp: Bei sternenklarer Nacht an Deck gehen, das lohnt sich auf jedenfall!

MITTWOCH – BASSIN D’ALBESCHAUX –> MITTERSHEIM

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

Wir frühstücken heute draußen auf Deck. Es ist sogar so warm, dass man wunderbar draußen duschen kann (also mit der Außendusche). Einfach traumhaft! Tipp: Bei schönem warmen Wetter draußen duschen! Da wir heute Abend in Mittersheim unser fünftes Bordmitglied abholen, müssen wir die folgenden 12 Schleusen alle an einem Tag durchfahren. Das hört sich zuerst anstrengend an, ist es aber eigentlich nicht. Die „Arbeit“ an Bord und die Bewegung ist eine schöne Abwechslung. Wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist, kann man sich die Arbeit auch gut aufteilen, sodass jeder mal steuern, Boot halten und die Schleuse rauf- / runterklettern darf. Die Schleusen sind teilweise so dicht hintereinander, dass man gut zwischen den Schleusen an Land bleiben und nebenher laufen kann. Tipp: Zum Beine vertreten zwischen den Schleusen neben dem Boot herlaufen.

Zwischen Schleuse 9 und 10 stellen wir fest, dass das komplette elektrische Bordnetz ausgefallen ist. (Motor läuft noch wegen Niederspannungsschutz) Wir rufen den technischen Service an und entscheiden, wie geplant bis nach Mittersheim weiterzufahren um dort Strom zu „tanken“ (und gleichzeitig auch Wasser). In Mittersheim ist ein großer Hafen. Hier gibt es Landtoiletten, Landduschen, Restaurants und ein paar Meter weiter im Stadtzentrum auch eine Einkaufsmöglichkeit (10 Minuten zu Fuß). Ganz wichtig: Es gibt auch eine Busverbindung, sodass unser 5. Bordmitglied heute in Mittersheim dazustoßen kann.

DONNERSTAG – MITTERSHEIM –> SARRALBE

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

Heute ist unser erster Regentag. Und ich muss sagen, mit Sonne und T-Shirt-Temperaturen macht die Bootstour um einiges mehr Spaß. Aber da wir bis jetzt so ein Glück mit dem Wetter hatten, ist ein Regentag auch vollkommen okay. Wir entscheiden, noch etwas im Hafen zu bleiben, da wir die nächsten Schleusen nicht draußen bei strömendem Regen erleben möchten. Tipp: Man muss nicht ständig fahren. Bei strömendem Regen kann es in der Kajüte auch sehr gemütlich sein.

Gegen 13 Uhr nimmt der Regen ab und wir tuckern los. Heute mit dickem Pulli und Regenjacke. Wir fahren bis nach Sarralbe, unser nördlichster bzw. weitester Ort auf unserer Reise, gehen dort Kaffee und Kuchen essen und machen uns dann wieder auf den Rückweg. (Auch hier gäbe es die Möglichkeit, nochmal einkaufen zu gehen.) Da das Bordnetz immer noch nicht einwandfrei funktioniert, vereinbaren wir einen Termin mit den Technikern: 19 Uhr im Hafen von Bissert – direkt nach der Schleuse. Eine schlechte Idee von uns, wie wir später feststellen, denn die Schleusen schließen um 18.30 Uhr und so stehen wir um 19 Uhr nur ein paar Meter vor dem vereinbarten Ort und kommen nicht weiter. Tipp: Schleusenöffnungszeiten beachten!

Aber die beiden Techniker finden uns. Beide sind sehr hilfsbereit und freundlich. Das Problem wird genau untersucht und lokalisiert. Letztendlich benötigen wir eine neue Lichtmaschine, die die beiden uns vor Ort auch sofort einbauen – und das am Feiertag. Wir sind sehr zufrieden mit der Unterstützung, die wir von Kuhnle-Tours erhalten!

FREITAG – BISSERT –> BASSIN D’ALBESCHAUX

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

Heute ist ein richtiger Schleusen-Tag: 17 Schleusen wollen wir heute durchfahren. Aber das ist okay, die Sonne scheint wieder und es ist richtig schön warm auf Deck! Nach etwa drei Stunden sind wir wieder in Mittersheim und wollen dort nochmal einkaufen. Nur kommen wir leider genau zur Mittagszeit an. Tipp: Immer die Mittagspausen der Einkaufsläden beachten! Dafür können wir in Schleuse 7 Ziegenkäse und Eier kaufen. Tipp: Der Ziegenkäse ist sehr gut!

Da das Bordnetz trotz neuer Lichtmaschine immer noch nicht richtig läuft, kommt abends nochmal der Techniker vorbei (beim Anlegerplatz Bassin d‘Albeschaux) und tauscht jetzt auch den Ladeverteiler aus. Unser Bordnetzproblem ist jetzt endgültig gelöst. Nochmals vielen Dank für die schnelle, unkomplizierte und freundliche Hilfe!

 

SAMSTAG – BASSIN D’ALBESCHAUX –> HESSE

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

Ein sehr schöner warmer Tag, an dem wir die Fahrt an und auf Deck in vollen Zügen genießen. In Gondrexange halten wir uns etwas länger auf, da wir dort Mittag essen und nochmal ein paar Vorräte für die letzten Tage einkaufen. Der Laden in der Stadt macht zwar erst um 16.30 Uhr auf, aber das ist kein Problem. Wir haben es nicht eilig und verbringen gerne die Zeit auf dem sonnigen Deck.

In der Nähe von Hesse gibt es einen kleinen netten Anlegeplatz mit Campingtischen, bei dem wir dann auch übernachten. In Hesse gibt es Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Wir spazieren aber nur durch die Stadt und schauen uns die Kirche an.

SONNTAG – HESSE –> NIDERVILLER

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

Unser letzter Hausboottag. Heute regnet es wieder und wir entscheiden uns, dafür direkt den Hafen in Niderviller anzusteuern, um dann mit dem Auto nach Sarrebourg (5 Minuten) zu fahren. Wir gehen Kaffee und Kuchen essen und besuchen anschließend die Kirche mit dem großen Marc Chagall Fenster. Tipp: Sehr sehenswert! Abends gehen wir zum Abschluss unserer Bootstour mal nicht im Boot, sondern im Restaurant essen.

SONNTAG – ABREISE

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

Heute müssen wir um 08.30 Uhr unser Boot wieder abgeben. Wir haben die Endreinigung bezahlt und somit viel weniger Stress am Morgen. Tipp: Endreinigung buchen!

Wir hatten ein paar wirklich tolle Tage im und auf dem schönen geräumigen Hausboot. Wir hatten zwar minimal technische Probleme aber da der Service sogar am Feiertag zur Verfügung stand, sofort an Ort und Stelle war und zeitig reparieren konnte, hatten wir zum Glück keine Einschränkung was unsere Reiseroute angeht. Die Ausstattung an Bord war komplett ausreichend. Uns hat es an nichts gefehlt. Wir werden sicher wieder eine Bootstour unternehmen, hoffentlich haben wir dann wieder so tolles Wetter : )

 

Sarah S. und
Constantin W.

Anmerkung der Redaktion: Lust auf Nachmachen bekommen? Hier geht es zum Revier. Und hier geht es zum Boot.

Hausbooturlaub in Niderviller - Kormoran Kuhnle-Tours - Törnbericht

 

 

Rotkäppchen-Story

Rotkäppchen-Story

Wenn man die neue Pirate 1200 G mit ihrem roten Dach so sieht, denkt man spontan an Rotkäppchen. Doch eigentlich stand bei der Entwicklung unseres flippigen Gruppentransporters ein anderes Märchen Pate …

„Nein, das mit Rotkäppchen stimmt nicht“, lacht Herbert Pöggel, „fehlt ja schon mal der Wolf.“ Der Neubauchef der Kuhnle Werft sinniert ein Weilchen, wie es so Mecklenburger Art ist, bevor man etwas sagt: „Wenn ich daran denke, wie wir angefangen haben, ist das eher die Geschichte vom hässlichen Entlein.“

Vor 25 Jahren, 1993, als der Wassertourismus im Mecklenburg (und – seien wir ehrlich – auch im Rest der Republik) noch in den Kinderschuhen steckte, wollte alle Welt auf der Müritz Boot fahren. Die Mauer war gerade erst gefallen, Hotels und Restaurants gab es noch nicht viele und wenn dann mit eher rustikalem Charme. Zwar hatte Kuhnle-Tours schon im April 1991 eine Basis in Waren aufgemacht, aber es gab zu wenig Boote. Daher gab Harald Kuhnle, neben der eigenen Kormoran-Baureihe, bei der holländischen Werft vetus eine ganze Reihe GFK-Binnenboote in Auftrag. Daraufhin prägten auch die weißen Boote mit den markanten türkisgrünen Streifen und den grünen Fenstern das Bild, das man sich vom Hausbootfahren machte.
1993 kam auch die „Bachforelle“ aus Holland in Waren an. Eine vetus 1200 K 3, das heißt zusätzlich zu den beiden Achterkabinen gab es noch eine kleine Kabine mit Stockbetten mittschiffs. Da man sich schon sehr anstrengen muss, um ein Boot aus Glasfaserverstärktem Kunststoff kaputt zu kriegen, ist der Rumpf auch nach 25 Jahren noch bestens in Ordnung. Aber am Rest des Bootes hatte der Zahn der Zeit genagt.
Im Winter 2017/18 überlegte Harald Kuhnle zusammen mit Neubauchef Herbert Pöggel und Charterchef Daniel Wahl, was man mit dem Hobel anstellen sollte. Verkaufen und nie wieder sehen? Vorher ein bisschen aufhübschen? „Wenn wir da erst mal bei gehen, kann man es auch gleich ordentlich machen“, sagt Pöggel. Was er damit meinte? „Zurückversetzen in den Rohbauzustand und alles neu!“Umbau der Pirate 1200 G - Renovierung des Bootes
Die olle vetus kam in die Halle und die Werft fing erst mal mit roher Gewalt an: Alles kam raus. Seitenwände, Zwischenwände, Boden, Leitungen für Gas, Wasser, Abwasser, Strom, Regenwasser, Kühlwasser. Türen, Kojen, Küche, Kühlschrank, Toiletten, Schränke, Bänke, Tische, Polster, Gardinen, Heizung, Motor, Pumpen, Lampen, Batterien – um das Boot herum sammelte sich ein Wall von Schrott, aufgequollenen Spanplatten und noch teilweise brauchbaren Teilen an. Gleichwohl dachte Pöggel dran, von vielen Möbeln die Maße zu nehmen, damit man sie leicht nachbauen konnte. Diesmal aus den wasserfesten Schichtstoffplatten, die die Werft für den Innenausbau nimmt.


Gleichzeitig dachte das Marketing gemeinsam mit dem Chef über ein neues Bootskonzept nach. Es gibt eine gewisse Nachfrage nach großen Booten für Gruppen. Allerdings kann sich kaum eine Schulklasse oder ein Sportverein eine Kormoran 1500 für eine Woche leisten. In der Budget-Linie fehlte ein geräumiger Gruppentransporter für kleines Geld, die zwei vorhandenen vetus 1500 reichen da kaum aus.
Gemeinsam mit Tischler-Guru Roland Mielke (der sich in der Kuhnle Werft um die ganz fiegelienschen Sachen kümmert) stand die Führungsetage in der leeren Plastikschüssel. Die Zwischenwand achtern verschieben? Ganz weglassen? Eine Nasszelle einsparen? Den Salon verkleinern? Mielke (oder war es jemand anders?) hatte schließlich die Idee: Wir lassen die Kabinen wie sie sind, aber über das Doppelbett in der Backbordkabine passt noch eine Querkoje. Vier Mann in einer Bude? „Auf russischen Großseglern teilen sich 12 Mann eine Kabine die nicht viel größer ist“, berichtete die Markting-Kollegin. „Schon klar, aber sind die alle freiwillig an Bord? Bootfahren soll ja auch Spaß machen“, warf der Chef ein.
Dann setzte das große Wünsch-Dir-was ein. Jedes Gewerk (und jeder, der mal in der leeren Plastikschüssel vorbeischaute) schlug das vor, was er schon lange mal in ein Boot einbauen wollte.
„Indirekte LED-Beleuchtung, energiesparend und schick!“
„Zwei Querstrahlruder, eins vorn und eins achtern!“
„Komplett neue Fenster! Gleich fertig mit passenden Moskitonetzen für die Bullaugen!“
„Steckdosen mit USB-Buchsen um Handys einfach laden zu können! Überall im Boot!“
„Elektrische Toiletten!“
„Und überall Belüftungen! Nach draußen!“ (Wer denkt, das Belüftungen immer nach draußen führen müssen, hat noch nie ein holländisches Schiff auseinandergebaut …)
„Sitzbänke mit Schubladen!“
„Stauraum hinter den Rückenlehnen, wie auf einer Segelyacht!“
„Zwei Kühlschränke!“
„Solarpaneele.“
„Außendusche!“
„Nur noch gute Schichtstoffplatten, kein Flachpress mehr!“
„Keine Küchenschränke mit Türen, nur noch Auszüge!“
„Und Außen machen wir das olle Grünzeug ab.“
„Auja schick! Lieber dunkelblaue Streifen!“
„Nee, ganz weiß!“
„Und das Dach kommt erdbeer-rot! Und innen die Zierleisten in bunt!“
„Was für eine blöde Idee! Wer hat das gesagt?“
„Chef!“
„Au weia!“

Wochenlang stand die künftige Pirate 1200 G in der Halle auf einem Neubauplatz. 2064 Arbeitsstunden verbrachten die unterschiedlichsten Spezialisten auf dem Boot. Irgendwann war der Fußboden drin, die Kabinenwände wieder gestellt, jetzt war der Salon dran. Die große Frage: Wie schaffe ich Schlafplatz für drei Mann UND eine Sitzgruppe, an der 12 Menschen sitzen können. 12! Jeder braucht sechzig Zentimeter Platz. Macht 7,20 laufende Meter Tischkante. Oder zwei Mal 3,60 Meter. Und dann müssen ja noch 2 Kühlschränke, Backofen, Spüle, Geschirrschrank untergebracht werden. „Soll da denn auch noch ein Fahrstand rein?“, fragte mit Unschuldsmine Tischler Mielke.
Doch wie sprach einst Hölderlin? „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!“ So war es dann Roland Mielke, der die Lösung fand: „Wir lassen das Sofa weg und bauen hier rechts die Küchenzeile und den Fahrstand ein. Dann haben wir die ganze andere Seite für eine lange Sitzbank um die Ecke frei.“
„Gut“, sprach der Chef und verschwand. An einer genialen Idee gibt es nichts zu diskutieren.


Weihnachten kam und ging, in der Pressemitteilung für die boot in Düsseldorf wurde die 1200 G schon mal vorgestellt und – obwohl noch niemand exakt sagen konnte, wann sie wirklich fertig sein würde – wurde das Boot natürlich schon ins Buchungssystem eingespielt. Die erste nicht-upgradefähige Buchung hatte die Reservierung für den 27. April angenommen. An diesem Tag würde keine Kormoran 1500 frei sein, auf die man die Crew notfalls upgraden könnte. Deadline!
Selbstverständlich gab es noch einen Haufen Probleme. Sitzpolster kann man eigentlich erst zuschneiden, wenn man weiß, welche Maße sie haben sollen, also wenn die passende Bank dafür gebaut ist. Und hat einer dran gedacht, auch neue Gardinen zu bestellen? Wieso ist das Charterlager gerade jetzt ohne Reservedecken und Kissen? Zwischendurch sortierten die Lager-Azubis den Abraumwall neben dem Boot durch, räumten noch für andere Boote geeignete Ersatzteile ins Lager (die süßen kleinen Lämpchen mit dem Anker auf dem Lampenschirm!), schafften die mürben Spanplatten in den Holzabfall, wuschen Gardinen und Polsterbezüge (man weiß ja nie), hoben auf, was noch irgendwie zu gebrauchen war (und sei es zu Ausbildungszwecken für die Mechatroniker) und entsorgten den Rest.
Zwischendurch kamen die schönen neuen Alufenster und das Bedauern, dass man die vordere Schiebetür nicht doch mitbestellt hatte. Die leuchtete noch im alten vetus-türkis und sollte eigentlich einen witzigen Farbeffekt darstellen. Der stellte sich jedoch nicht ein, denn die vetus-typischen aufgeklebten grünen Streifen hatte Monika Großmann mit Fön und Spachtel Fitzel für Fitzel von der Bordwand gekratzt. Fensterrahmen in Türkis gab es auch nicht mehr. Aber dafür natürlich silberne Farbe, die man auf grünes Metall auftragen kann – mehr oder weniger dauerhaft. Also die Schiebetür steht schon für den nächsten Werftaufenthalt auf der Liste.

Am 27. April um kurz vor elf („Macht hin, die Chartergäste sind schon auf der Autobahn“) setzte der Travellift das neue Boot ins Wasser. Kaum dass die Kranlaschings locker saßen sprang auch schon Herbert Pöggel an Bord, verschwand im Inneren und tauchte kurze Zeit später mit den erlösenden Worten wieder auf:
„Na dicht isse schon mal.“

 

Hier gehts zum Hausboot: Pirate 1200 GHausboot für 12 Personen, Bootsferien, Hausbooturlaub

Boot & Wein 2018

Boot & Wein 2018

Wie kommen die schönen Bilder in den Katalog und auf die Webseite? Unser Marketing-Team war heute morgen von Niderviller aus zum Shooting unterwegs und hat mal Protokoll geführt.

Von Dagmar Kuhnle

6.45 Uhr Der Wecker klingelt. Nach einer Dusche komme ich die Treppe herunter. Mein Marketingkollege Lukas Klingebiel und unser Bootsmann Florian sind schon an Deck der „Emile Zola“, unserem heutigen Model. Ich sehe die beiden und drehe auf dem Hacken um, Schlüssel vergessen. Ist halt noch ein bisschen früh für mich.

7.15 Uhr Mein zweiter Gang führt in die Werfthalle. Dort ist Jean-Francois vom Obstbauverein dabei das Frühstück für alle machen. Er hat mir schon Teller mit drei Schokocroissants, Schinken und Butter vorbereitet. Denn gestern Abend hatten wir überlegt, dass wir um sieben losfahren müssen, wenn wir von der Basis Niderviller zum Hafen Altmühle, durch die beiden Schiffstunnel und dann das Hebewerk runter und wieder rauf fahren wollen. Also Frühstück im Schichtwechsel an Bord. Jean-Claude füllt noch schnell zwei Schälchen mit seiner selbstgemachten Marmelade, ich bringe alles inklusive zwei Baguettes und einer frischen Kanne Kaffee an Bord. Noch mal umdrehen! „Habt Ihr auch Milch für uns?

7.30 Uhr Der Rauhreif an Deck wird schnell von den ersten Sonnenstrahlen geschmolzen, gleichwohl bleibt es rutschig. Wir schleichen uns aus dem Hafen, die anderen schlafen ja noch. Kaum sind wir unter der ersten Brücke durch sieht man in der Ferne Frühnebelstreifen über dem Kanal schweben. Solche Landschaften sehe ich als notorische Langschläferin selten. Boah. Lukas hat ein Handy im Zeitraffermodus auf dem Salondach installiert, was nachher hoffentlich ein feines Video produziert hat.

8.04 Uhr Nach kurzer Fahrt erwarten wir den ersten Stop vor dem roten Licht der Tunneleinfahrt. Doch da ist alles Grün, außer der beweglichen Schrift, die uns Datum und Uhrzeit mitteilt. Dann mal rein in den Tunnel. Es ist schon unheimlich, wenn sich der Kanal immer weiter verengt. Vom Hafenbecken Altmühle wieder ein Stück Kanal, dann die Tunnelzufahrt und wenn man schon denkt, enger darf es jetzt wirklich nicht werden, gehen links und rechts vom Boot noch mal ein paar Zentimeter Wasser verloren, bis man an jeder Seite nur noch gefühlte vier Zentimeter Platz hat (tatsächlich sind es jeweils 70 Zentimeter). Der Tunnel ist dunkel, aber etwas wärmer als die kühle Frühlingsmorgenluft.

8.15 Uhr Jetzt bloß immer schön geradeaus fahren. Steht das Boot leicht schief? Ich korrigiere mit dem Bugstrahler. Die Kormoran hebt bei jedem Druck auf den Bowprop kurz den Hintern an, weil ja dann die Hydraulik nicht mehr den Antriebspropeller versorgt, sondern den vom Bugstrahler. So ganz ohne Kontakt mit der Tunnelwand kommen wir nicht aus, dabei ist die „Emile Zola“ gerade frisch lackiert. Au weia! Na, wer sein Boot liebt hat Fender …

8.22 Uhr Der erste Tunnel ist geschafft, ich übergebe Lukas das Steuer und gehe den Tisch decken. Der Kaffee ist zwischendurch doch sehr abgekühlt. Ich beschließe, ihn noch mal warm zu machen, als der zweite Tunnel beginnt und ich im Dunkeln tappe. Licht anmachen ist schlecht, dann sehen die beiden oben am Fahrstand nichts mehr. Aber Kormoran ist Kormoran, im Prinzip ist ja alles immer gleich … Ich ertaste die Töpfe im Schrank. Als es kurz heller wird (der Kanal hat immer mal wieder eine Lampe), gucke ich noch mal: Jo, der passt. Wieder dunkel. Kaffee umfüllen, der Topf ist ja groß genug. Rechts oberhalb des Kochfelds an der Wand hängt immer ein Gasanzünder, ja, auch hier! Klickklick, kein Funke zu sehen. Hm. Wo ist die Schublade? Wenn der Gasanzünder defekt ist, hat vielleicht der letzte Kunde Streichhölzer da gelassen? Ich fühle den Knopf der Schublade, lange rein – ein Feuerzeug!

Während der Kaffee auf dem Gasherd wieder wärmer wird, finde ich im Blindflug Tassen, Untertassen, Teller und Messer. Stelle alles von der Pantry aus aufs Sofa im Salon. Als die nächste Lampe den Salon kurz in orangefarbenes Licht taucht, sehe ich, dass Florian alles schon auf den Tisch gestellt hatte. Also Blindflug retour.

8.40 Uhr Sobald wir aus dem Tunnel raus sind, rufe ich den ersten zum Frühstück. Florian kriegt vor lauter Zähneklappern kaum sein Croissant gebissen, aber er wärmt sich am Kaffee und schließlich reicht es noch für ein Stück Brot mit Jean-Claudes köstlicher Marmelade. „Ich bin aber kein großer Frühstücker“, meint er, bevor er den Steuermann für die letzten Kilometer ablöst.

9 Uhr Wir liegen an der Wartestelle des Hebewerks. Auch hier zeigen alle Lichter grün. Aber wir müssen noch auf den Fotografen, Harald Mertes warten, und Jean-Michel Zorn, der für uns im Leitstand des Schiffshebewerks gut Wetter machen soll, damit wir die normalerweise verbotenen Bereiche zum Fotografieren betreten dürfen. Als die beiden angekommen sind, bekommen wir sogar eine Privatschleusung, damit das Bild perfekt wird. Es ist noch nicht so viel los, da geht das ausnahmsweise.

 

9.15 Uhr Harald Mertes dirgiert uns von der Dachterrasse aus „noch ein Stück weiter – Stopp – bisschen zurück – so ist perfekt.“ Von oben das Boot, das Hebewerk, die Landschaft, den kleinen See am Fuß des Hebewerks, er proportioniert alle Bildbestandteile. Netterweise sieht auch die Sonne ein, dass sie mit aufs Bild muss. Langsam schweben wir zu Tal, während Fotografen-Haralds Auslöser klackert. Wir bemühen uns alle, möglichst dekorativ auszusehen.

9.30 Uhr „Soll ich erst wenden und dann anlegen oder erst anlegen und wir drehen dann nachher beim Ablegen?“ Gute Frage, hatte ich eben auch schon überlegt. Unser Bootsmann ist prima. „Dreh mal erst, dann sehen wir dynamischer aus, wenn wir noch von der anderen Kanalseite fotografiert werden.“ Glucksen und Grinsen bei Lukas und Florian. Nun gut, ein 17 Tonnen schweres Hausboot, das sich mit 8 Stundenkilometern über einen französischen Kanal bewegt, ist eventuell nicht sooo besonders dynamisch. Florian legt den Dampfer trotzdem erst nach der Drehung an.

9.40 Uhr Fotografen-Harald kommt angestapft, glücklicherweise gab es eine versteckte Treppe – die, die man außen am Schiffshebewerk sieht, erschien uns doch ein wenig kniestrapaziös selbst für einen fitten 70er wie Harald es ist. Er gibt uns Anweisungen für die Rückfahrt und – wie es seine Art ist – noch einen schmutzigen Witz mit auf den Weg. („Sagt ein Arzt zum andern: …“ – ach fragt ihn lieber selbst.)

10 Uhr Der Trog ist ohne uns wieder hochgefahren. Eine Linssen kommt von Lutzelbourg heran und fährt zur Wartestelle vor. Wir sehen, wie der Trog langsam wieder zu Tal gleitet, warten ab, bis er leer ist, dann fahren wir hinter der Linssen in den Trog ein. Harald steht unten am Geländer. Lukas lehnt sich mit seiner leuchten blauen Jacke dekorativ ans Geländer des Seitenstegs im Trog. Das darf man normalerweise nicht, der VNF-Mann, der mit dem Trog mitfährt, lässt es uns ausnahmsweise für das Foto durchgehen.

10.30 Uhr Oben angekommen machen wir noch einmal fest, um uns in der Leitstelle des Heberwerks für das freundliche Entgegenkommen zu bedanken. Wir laden auch herzlich ein, nachher zu einem Glas Wein bei uns an der Basis vorbeizuschauen. Dann machen wir uns auf den Weg zurück nach Niderviller. Als wir in den Hafen einbiegen kommt uns statt Frühnebel der Duft von gegrillten Kotletts in die Nase. Es ist Zeit für das Mittagessen.

 

Gedicht zu Ostern

Gedicht zu Ostern

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

Hier im Hafen beginnt des Skippers Glück;

Der alte Winter, in seiner Schwäche,

Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur

Ohnmächtige Schauer körnigen Eises

In Streifen über die blaue Flut.

Aber die Sonne fördert nur Weißes,

Überall regen sich Masten und Streben,

Alles will sie mit Segeln beleben;

Doch an Blumen fehlts im Revier,

So nimm geputzte Boote dafür.

Kehre dich um, von Masten Höhen

Übers Wasser weit zu sehen!

Aus dem hohlen Schleusentor

Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder schippert heute gern.

Am Steuer fühlen sie sich wie große Herrn,

Denn sie sind selber erst gewachsen:

Aus niedrigen Schuppen dumpfen Gemächern,

fort mit Pinsel und Werkzeugkasten,

Auf allen Kanälen tuckert’s blechern,

Aus der Schleusen quetschender Enge,

Aus des Bootslagers Winterwacht

Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge

ihre Boote zum Ufer hin trägt,

Wie der Fluss in Breit und Länge

Die vielen lustigen Nachen bewegt,

Und, bis zum Sinken überladen,

Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von den ferneren Gestaden

Blinken uns farbige Schiffchen an.

Ich höre schon des Hafens Getümmel,

Hier ist des Skippers wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein:

Hier fahr ich Boot, hier darf ich sein!

FOTOSHOOTING auf dem HAUSBOOT – Ein Blick hinter die Kulissen

FOTOSHOOTING auf dem HAUSBOOT – Ein Blick hinter die Kulissen

Professionelle Fotos sind ein Muss für jeden Werbeauftritt. Um noch mehr Wassersport-Fans ins Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern zu locken, organisierte der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) ein Fotoshooting auf einem Hausboot in der Mecklenburgischen Seenplatte. Als Partner hierfür konnte der große Hausboot Anbieter Kuhnle-Tours gewonnen werden. Wir zeigen euch, dass für ein Fotoshooting mehr benötigt wird, als nur ein Fotograf und Models.

Genießen Sie Ihren Urlaub auf einem Hausboot von KUHNLE-TOURS
Bild: Felix-Gaensicke

Vorbereitungen

Unsere Planung begann zusammen mit dem erfahrenen Wassersport-Fotografen Felix Gänsicke im Juli. Motive und Locations wurden besprochen und der Termin auf September favorisiert. Models wurden gebucht. Bei einer Vor-Ort-Besichtigung auf dem Wasser mit dem TMV und Kuhnle Tours bei Mirow wurden die schönsten Stellen festgelegt. Kuhnle Tours kannte die Geheimtipps und wusste genau: Wo ist der schönste Ort zum Ankern? Wo ist ein Steg zum Anlegen? Wo sind die besten Fotomotive möglich? So konnte der Fotograf sich optimal vorbereiten.

Dann war der Tag gekommen. Die letzten Requisiten wurden verstaut und das Grillgut und Frühstück besorgt. Endlich ging es los zum Fotoshooting Richtung Granzow/Mirow und wir sammelten unterwegs noch das männliche Model am Bahnhof ein. Das Hausboot „Kormoran“ von Kuhnle-Tours stand in Granzow am Granzower Möschen samt Skipper bereit. Auch Frau Kuhnle, die das Kommando auf dem Beiboot für den Fotografen übernahm, war schon vor Ort. Kurze Zeit später traf das weibliche Model und Fotograf Felix mit Assistent Lukas ein und nach kurzer Einweisung auf dem Hausboot ging es los.

Das Shooting

Pünktlich zum Shooting-Start schoben sich graue Wolken vor die strahlende Sonne. Oh nein! Nichtsdestotrotz ging es los mit dem Fotografieren. Felix gab wirklich alles! Erst machte er Fotos vom Beiboot aus, dann vom SUP und weil das immer noch nicht perfekt genug war, ging es dann direkt ins kalte Wasser. Was für ein Engagement. Gleich in der ersten Foto-Situation riss die Angelschnur. Zum Glück hatten wir noch zwei weitere Angeln an Bord und es konnte mit dem Shooten sofort weitergehen. Nachdem die erste Szene im Kasten war, ging die Fahrt weiter. Assistent Lukas wurde kurzerhand als sportliches aktives Model eingesetzt. Seine Aufgabe: Der Sprung vom Hausboot ins kalte Wasser, mit der Kamera von Felix festgehalten, dessen Kopf und Kamera wieder einmal nur aus dem Wasser guckten.

Urlaub auf dem Hausboot - Mecklenburgische Seenplatte
Natur pur! Bild: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Immer der Sonne hinterher wurde der Fotostandort neu ausgesucht. Und wieder hieß für Felix und Lukas: „Ab-ins-kalte-Wasser“. Zum Glück das letzte Mal, denn beide zitterten von Kopf bis Fuß. Felix gab die nächsten Anweisungen und mit dem Beiboot ging es für die Models an einen Steg. Noch bevor sie dort angelangten, tauchte ein Lehrer auf, der auf seine Schulklasse wartete. Während unser Pärchen auf dem Steg posierte, mit dem Hausboot im Hintergrund, kam die Schulklasse auf etlichen Kanus angepaddelt und umlagerte unsere Models – warten war angesagt.
Nun kam auch die Drohne zum Einsatz, die die ganze Szene, jetzt aber ohne Klasse, von oben aufnahm. Nachdem die Models zurück auf dem Hausboot waren und wir wieder Fahrt zum Mirower See aufnehmen konnten, entstanden weitere schöne Bilder. Da es immer wieder zu kleinen Regenschauern kam, musste Felix einige Male das Shooting unterbrechen.

Zum Abend wurden wir dafür mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt. Gekonnt wurden neben romantischen Schnappschüssen auch Grill-Situationen aufgenommen. Die von uns zuvor zubereiteten Gemüsespieße und das gute Rumpsteak waren zwar kurz davor zu verbrennen, aber das störte niemanden. Unser männliches Model ließ es sich trotzdem herzlich schmecken.

Die Ruhe danach …

Pünktlich um acht waren wir am Anleger zurück, an dem das Beiboot schon längst wieder angelegt hatte und wir verabschiedeten uns von unserem Skipper. Den ereignisreichen und erfolgreichen Tag ließen wir gemeinsam bei Pizza ausklingen. Zurück am Boot waren wir überwältigt vom grandiosen Sternenhimmel. Spontan nutzte Felix die Gelegenheit und setzte die Models gekonnt in Szene. Dann war aber wirklich Feierabend. Viel Schlaf blieb nicht, aber eine Nacht auf einem Hausboot ist etwas Besonderes. Um sechs Uhr klopfte es bereits an der Tür, unser Skipper und Frau Kuhnle waren wieder an Bord und dann ging es auch schnell wieder auf den See. Die Morgenstimmung und der Sonnenaufgang warteten (nicht) auf uns.

Urlaub auf dem Hausboot - Mecklenburgische Seenplatte
Die Sonne kommt endlich raus Bild: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

So schön, wie die Sonne am Vorabend unterging, ging sie auch wieder auf … Traumhaft. Alle waren fasziniert. Mit dieser Stimmung ging es dann zum gestrigen Steg zurück. Eine lockere Frühstückssituation am Steg mit Boot im Hintergrund sollte arrangiert werden. Als alles mit der Kamera festgehalten wurde, musste es schnell gehen, denn die ersten Wolken zogen auf. Genau rechtzeitig waren alle auf dem Hausboot zurück, nur kurz darauf fing es auch schon an zu regnen. Perfekt um endlich zu frühstücken und wieder Fahrt aufzunehmen Richtung Mirower See.

Angekommen am Steg hieß es warten, denn es regnete. Wetter-Apps wurden geprüft – in einer halben Stunde sollte es trocken sein. Das stimmte, aber die nächsten Wolken kündigten sich an. Denn am Steg sollten noch Szenen eines Radausfluges aufgenommen werden. Vorher hieß es Boot putzen und Wassertropfen verschwinden lassen. Die ganze Crew packte mit an und versuchte, so gut es ging, das Boot trocken zu wischen. Dann konnte geshootet werden. Während Felix auf dem Rand des Steges balancierte, posierten die Models gekonnt mit den Fahrrädern. Als der Regen wie vorhergesagt erneut einsetzte, ging es zurück Richtung Anleger und das Ende des Shootings war in Sicht. Am Anleger angekommen hieß es wieder warten, bis der Regen nachließ und während einer kurzen Regenpause entstanden die letzten Aufnahmen.

Urlaub auf dem Hausboot - Mecklenburgische Seenplatte
Auf der Suche nach einer passenden Location Bild: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Zurück am Anleger waren alle waren froh, dass das Shooting ein voller Erfolg war. Vor allem das Wetter hatte mitgespielt und nun waren alle gespannt auf das Ergebnis.

Ein weiteres Mal in Düsseldorf, boot 2018!

Ein weiteres Mal in Düsseldorf, boot 2018!

…die Weihnachtsfeiertage, Silvester und der erste Monat im neuen Jahr ist vorbei. Zwischen Schule und Arbeit hatte Sophia gut zu tun, so blieb auch der Ausflug nach Düsseldorf nicht aus…


„In der Früh geht es los“…nein nicht wirklich!! 🙂 welch ein Glück, könnte man meinen. Es war der Freitagvormittag 9 Uhr, ich wartete mit meinem Gepäck auf meine Kollegen. Dieses Mal fahre ich gleich zu Beginn mit nach Düsseldorf, im letzten Jahr war ich zur Ablösung für den zweiten Teil der Messe eingeteilt. Da kann man sich nur Überaschen lassen wie es wird. Mit dem vollgepackten Auto ging es los, nach einigen Baustellen, einer kleinen Pause, einem fast leeren Tank und 5 Stunden Autofahrt kamen wir schließlich gut in Düsseldorf an.

Hier ging es auch gleich weiter zum Messegelände wo wir uns mit den anderen Kollegen trafen (die sind schon einen Tag früher gefahren). In der sehr kalten Halle angekommen bereiteten wir unseren Stand auf die 10 Tage Messe vor. Das Boot ein Febomobil 1180 wurde gereinigt, die Kataloge fertig gelegt, die Prospektständer gefüllt und alles wurde schick gemacht. Nachdem nun alles fertig war, alles eingeschlossen wurde und das Licht ausgemacht wurde – hieß es Feierabend. Alle zusammen gingen wir zum Italiener und trotz des langen Wartens auf das Essen war es sehr lecker. Danach ging es so schnell wie möglich zum Apartment, die Koffer wurden einfach irgendwo in die Ecke gestellt. Ich zog mich um und ohne lange zu fackeln ging es ab ins Bett. Neuer Tag, neues Glück!!

Ein 15 minütiger Spaziergang früh am Morgen bringt schon mal den Kreislauf in Schwung und das jeden Morgen nur um zu Frühstücken. Denn meine Kollegin und ich mussten ein kleines Stück laufen, da unser Apartment von den Anderen etwas weiter weg war. Nach einem sehr guten und wohlgenährten Frühstück fuhren wir alle zusammen zum Messegelände. Dort angekommen machten wir alles fertig, also den Stand aufbauen, Boot säubern, den Teppich saugen. All diese Kleinigkeiten, damit auch ja alles schick war. Meine Aufgabe belief sich jeden Morgen hauptsächlich darauf die Kataloge in den Ständern und Kartons zu zählen, um einen groben Überblick zu haben.

Dann um 10 Uhr die Durchsage zur Eröffnung der boot, es ging los!! Nun ja, recht Mühsam war der Anfang, doch gegen Mittag hatten wir alle Hände voll zu tun. Die Besucher hatten die Möglichkeit sich das Boot anzuschauen, sich beraten zu lassen oder auch direkt vor Ort schon den nächsten Urlaub auf dem Wasser zu buchen. Nach 9 Stunden mit zahlreichen Besuchern und Beratungsgesprächen kam um 18 Uhr die Durchsage, dass die Messe für heute schließt, da war das Stichwort: Feierabend. Wir räumten noch alles auf und schon ging es zurück zum Apartment. Die weiteren Tage verliefen im gleichen Muster: morgens gab es immer ein schönes Frühstück, die Fahrt zum Messegelände, alles Vorbereiten, Besucher beraten, Feierabend und zum Apartment zurück.

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Einen Abend ging es jedoch mit der Straßenbahn in die Stadt, den auch unter der Woche ist dort schon recht viel los, so ist das Großstadtleben. Wir machten es uns in einer alten Brauerei gemütlich, aßen eine Kleinigkeit und verweilten den Rest des Abends in einer Bar.
Der letzte Tag in Düsseldorf war mit Freude festgehalten, denn es ging nach Hause. Nach fünf Tagen Aufenthalt war ich endlich froh, dass es nach Hause ging, denn so ein Messe kann schon anstrengend sein. Erstmal mussten wir aber noch auf unsere Ablösung warten. Nach einer Stunde Verspätung kam die Ablösung und dann hieß es nur noch: kurze Übergabe machen, umziehen und los.

Nach 5 Stunden Fahrt war ich endlich Zuhause angekommen. Ich packte meinen Koffer aus, zog mir andere Klamotten an, schmiss mich auf die Couch und ließ den Tag ausklingen. In Gedanken versunken überlegte ich mir welche Hälfte nun die Bessere war „die Erste oder die Zweite?“. Nun, für mich waren beide gut. Der eigentliche Unterschied lag wohl darin, dass wir in diesem Jahr ein anderes Boot auf der Messe hatten. Denn dieses Jahr waren wir nicht mit einer Kormoran bei der boot, sondern mit einem Febomobil. Und das war, wie sich rausstellte die richtige Entscheidung, denn das Febomobil kam bei den Besuchern sehr gut an.

Mein Fazit zu den spannenden Tagen bei der boot ist, dass auch anstrengende Tage sehr viel Spaß machen können. Denn auf der boot, oder aber auch auf anderen Veranstaltungen lernt man erst den eigentlichen Kontakt mit den Besuchern, denn es ist ein Unterschied, ob man jemanden am Telefon beraten darf, oder jemanden direkt gegenüber steht. Man selbst geht anders damit um und auch die Besucher reden viel offener über sich, ihrer Familie oder ihren Wünschen. Ich bin jetzt schon gespannt, ob ich im nächsten Jahr wieder dabei sein darf.